20. September – 7. Oktober 2009
Ein Jahr ist es nun her, dass ich unser Reisetagebuch eingerichtet und seit Beginn unserer Weltreise im November 2008 mehr oder weniger jeden Tag geführt habe. Anfangs war es mehr eine Art Pflichtübung, aber im Laufe der Zeit habe ich dann tatsächlich Spaß daran gefunden und ich hoffe, dass sich auch die treuen Leser nicht zu Tode gelangweilt haben. In diesem einen Jahr ist viel passiert und ich bin froh, dass ich alles aufgeschrieben habe, denn ansonsten hätte ich vermutlich schon 2/3 wieder vergessen. Insbesondere die kleinen Dinge, die unsere Reise zu einem unvergleichlichen Erlebnis gemacht haben, wären sicherlich verloren gegangen. Die beiden letzten Abschnitte habe ich zum größten Teil noch vor meiner Gehirn-OP geschrieben aus Angst, dass ich mich danach vielleicht an nichts mehr erinnern kann. Glücklicherweise ist dieser Fall nicht eingetreten, der histologische Befund hat nun auch endgültig bestätigt, dass es sich doch um einen gutartigen Tumor gehandelt hat und ich bin jetzt schon wieder fast die Alte – auch wenn ich sicherlich nie wieder ganz die alte Susi sein werde. Dazu war
diese Erfahrung ein zu einschneidendes Erlebnis, was durchaus nicht nur im negativen Sinne zu sehen ist. Wir haben von so vielen Seiten Hilfe bekommen, dass jetzt schon fast eine Dankesrede a la Oscar-Verleihung fällig wäre. Aber da das ja bekanntlich Stunden dauern kann, beschränke ich mich mal auf das Wesentliche und ein dickes Dankeschön an Stefan, der trotz seiner eigenen angeschlagenen seelischen Verfassung Übermenschliches geleistet und sich um allen administrativen Kram wie Rücktransport, Krankenkassen, Kliniken etc. sowohl in Australien als auch in Deutschland gekümmert hat und schon fast selbst zum Neurologen mutiert ist, an Ralf und Julia, die unzählige Dinge in Deutschland organisiert haben und uns herzlich und selbstverständlich in ihrem Zuhause in Stahnsdorf aufgenommen haben und an Andrew und Sharon, die sich in Perth liebevoll um Laila gekümmert, unserem Campervan ein Dach über dem Kopf gegeben und uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Aber bevor
ich jetzt sentimental werde, schließe ich diesen Blog und sobald wir wieder auf Tour gehen, gibt es eine Fortsetzung. Ob das Motto dann noch ‚Follow the sun’ heißt wird sich zeigen. Vielleicht verschlägt es uns ja beim nächsten Mal nach Alaska, Grönland oder in die Antarktis und lautet dann ‚Lost in frost’. Mein persönliches Lebensmotto dagegen ist jetzt schon klar: VIVA LA VIDA!
Und in diesem Sinne sage ich nun erst einmal: „Good bye, Tschüß und Auf Wiedersehen!!!!“