Sonntag, 11. Januar 2015

Coming home

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist. Einerseits kommt es mir vor als wäre ich erst gestern hektisch durchs Haus gerannt um die letzten Sachen zu verstauen, andererseits habe ich das Gefühl, dass es schon ewig her ist, dass wir auf Bali gelandet sind oder Laila ihren ersten Schultag in Perth hatte.
Bevor wir losgefahren sind, habe ich gedacht, ich wache jeden Tag mit einem breiten Grinsen auf, weil ich so lange Urlaub habe. Aber wie auch schon bei der letzten Reise stellt sich doch, egal wo man ist, immer wieder so eine Art Alltag ein mit seinen kleinen und größeren Herausforderungen und genauso wie zu Hause gibt es gute und schlechte Tage. Nichtsdestotrotz hat sich jeder Moment gelohnt. Gestern Abend bei unserem Abschiedsessen auf Koh Lipe hat jeder von uns 10 Dinge aufgezählt, die in den 3 ½ Monaten am besten waren und ich hätte nach 10 noch beliebig lange weitermachen können. Viele Sachen hatte ich schon fast wieder vergessen, ich muss wohl bei Gelegenheit an einem kalten deutschen Winterabend meinen Blog noch mal lesen J.
Auch für Laila, die anfangs mehr unter Heimweh gelitten hat als erwartet, war die Zeit eine echte Bereicherung und vermutlich lehrreicher als 3 Monate im Klassenzimmer. Und mir sind ebenfalls einige wesentliche Dinge klar geworden.
Jetzt sitze ich auf der abgewrackten Fähre von Koh Lipe nach Langkawi und hoffe, dass sie diese eine Fahrt nun auch noch übersteht. Wir verbringen heute noch einen letzten Abend bei unseren Bekannten in Kuala Lumpur, bevor es morgen zurück geht in Kälte, Dunkelheit und Normalität. Natürlich freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen und meinen Tennismädels, aber mir graut es davor wieder Schuhe zu tragen - und noch viel schlimmer Handschuhe, Schal und Mütze, morgens im Dunklen aufzustehen, mein Knie operieren zu lassen und viel zu schnell wieder in den Alltagstrott zu verfallen.
Ich weiß noch nicht wann und wie, aber ich bin mir sicher, dass es noch mal eine Fortsetzung von ‚Follow the sun‘ geben wird. Bis dahin aber erstmal: Good bye und auf Wiedersehen :-)

Dienstag, 6. Januar 2015

Koh Lipe - Paradise lost

 Es ist Neujahr und wir haben kein Internet! Das überteuerte Bezahlinternet im Zimmer funktioniert nicht, das Free Wifi an der Bar ist grottenlangsam und so machen wir uns auf die Suche nach einem Starbucks oder ähnlichem.
Die nähere Umgebung des Hotels gibt da nicht viel her und am Ende landen wir wieder am Siam Square. Aber statt im Starbucks enden wir dann im Kino. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal für 5€ im Kino war, aber das war sicherlich vor Großleinwand und Dolby Surround. Das Kino ist komfortabel, nach der Werbung stehen alle auf zur Nationalhymne und dann gibt es ‚Night at the Museum 3‘ – sehr lustig und actionreich und durchaus zu empfehlen!
Ansonsten ist in der 7-stöckigen Central World Mall der Teufel los, vor sämtlichen Restaurants sind Schlangen und man muss Nummern ziehen wie beim Einwohnermeldeamt um irgendwann an die Reihe zu kommen für einen Tisch. Die scheinen hier alle kein zu Hause zu haben oder genießen vielleicht die klimatisierten Räume.
Am nächsten Morgen um 4.00 Uhr ist für uns die Nacht zu Ende und es geht mal wieder zum Flughafen. Seit neuestem kann man mit Air Asia den kompletten Trip zu den thailändischen Inseln inklusive Bustransfer und Fähre buchen. Ist natürlich toll, wir nutzen das Angebot jetzt ja auch, aber damit sind auch die letzten Hürden genommen und der Massentourismus erreicht nach und nach auch die letzten Refugien. So auch Koh Lipe. Wir waren vor drei Jahren dort und waren begeistert, dass man vom Sunrise Beach direkt losschnorcheln konnte und bei Niedrigwasser das Gefühl hatte in einem bunten Aquarium zu stehen.
Jetzt ist dort ein Korallenfriedhof, immer mehr asphaltierte Straßen durchziehen die Insel, stylische Restaurants, Geschäfte und Luxusresorts ersetzen die ursprünglichen und selbst das Coco Resort, wo wir den einzigen erschwinglichen Bungalow in Strandnähe ergattern, hat sich von den zusammengewürfelten Plastikstühlen und zerfledderten Speisekarten verabschiedet. Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, denn am Sunrise Beach kann man natürlich noch immer Schnorcheln, abends im Fischrestaurant bei Live Musik die Füße in den Sand stecken oder in der Walking Street Mangolassis schlürfen. Aber es ist eben nicht mehr so wie es mal war. Bald wird hier jeder Fleck bebaut sein.
Das wird uns umso klarer, als wir eine Tour zum Sunset Beach machen, wo es damals nur die Piratenbar und ein runtergekommenes Resort gab und wo jetzt ein neues Resort am nächsten gebaut wird.
Anyway, wir machen das Beste draus, genießen Sonne, Strand und Thai Curries, denn bald heißt es wieder Nieselregen, Blitzeis und Kantinenessen und da ist das hier doch immer noch das geringere Übel :-)

Donnerstag, 1. Januar 2015

Bangkok – more than one night

Der Flug von Chiang Rai ist nur ein Katzensprung – in knapp einer Stunde sind wir in Bangkok, was auch gut ist in Anbetracht der engen Sitzabstände bei Air Asia. Die sind offensichtlich eher auf die Größe von Asiaten ausgelegt.
Die anschließende Taxifahrt zum Hotel ist sehr kurzweilig. Unser Taxidriver ist ein echtes Original, Skorpions-Fan, spricht vergleichsweise gutes Englisch und unterhält uns mit Geschichten über korrupte Politiker, Kinder, die in Autos aufwachsen und Gesangseinlagen von ‚Rock you like a hurricane‘.
Auch unser Hotel ist eine positive Überraschung. Ausnahmeweise entsprechen die Bilder bei Booking.com mal der Realität und wir beziehen für 2 Nächte für kleines Geld unsere Suite - in der Gewissheit, dass das Hotel danach nur ein Abstieg sein kann. Dafür kosten wir die zwei Tage im Chatrium Hotel voll aus und setzen, außer zum Abendessen, keinen Fuß vor die Tür, sondern relaxen am Pool und in unserer 70 qm Suite.
Nach einem letzten Bad im Pool müssen wir das Paradies dann am Dienstag leider verlassen, da das Hotel über Silvester ausgebucht ist, und im Prince Palace Hotel einchecken. Ein in die Jahre gekommener Kasten, der dringend mal eine Renovierung gebrauchen könnte, aber zumindest zentral gelegen ist.
Unser erster Ausflug führt uns abends in die Khao San Road. Vor 12 Jahren haben wir dort noch ala ‚The Beach‘ in einer Absteige mit Hinterhoffenster überm Küchenabzug gewohnt. Mittlerweile ist sie zu einer Partymeile mit Night Market und aggressiven Türstehern mutiert. Die Zeiten der Bars, in denen gestrandete Rucksacktouristen abhingen, man günstige Curries essen und den ganzen Tag  raubkopierte Filme schauen konnte, sind wohl endgültig vorbei.
Silvester raffen wir uns endlich auf, um ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Unser Hotel liegt direkt am Bootsanleger und so springen wir auf eins der Taxiboote und fahren in Richtung Banglamphu. Dort stöbern wir eine ganze Weile herum, besuchen einen Tempel, probieren alle möglichen Sachen an Straßenständen und landen schließlich am Phrayo River.
 
Von dort nehmen wir ein Boot und fahren den Fluss runter. Auf dem Weg liegen alle Sehenswürdigkeiten wie der Grand Palace, Wat Arun und das Oriental Hotel. Die Menschenmassen an den Anlegern verleiten nicht gerade zum Aussteigen und so begnügen wir uns damit vom Boot aus ein paar Fotos zu machen, fahren bis zur Endstation und von dort mit dem Skytrain zum Siam Square, der Times Square von Bangkok und die größte Ansammlung von Shopping Malls, die ich bisher so gesehen habe. Da unsere Gepäcksituation keine weitere Shoppingeinheit zulässt, nehmen wir nach einem Kaffee im Mont Blanc Cafe J ein Taxiboat zum Hotel, ruhen uns ein Stündchen aus und starten dann in unseren Silvesterabend.
Die Silvesterparty an der Poolbar unseres 70er Jahre Bunkers soll ein Vermögen kosten, deshalb gehen wir in einem kleinen Restaurant in Banglamphu nett und gut essen (auch wenn sie uns eine Stunde nach der Bestellung mitteilen, dass das Gericht, das wir bestellt haben, aus ist J), kaufen uns dann ein paar Drinks im 7Eleven und schauen uns aus den Panoramafenstern im verlassenen Chinarestaurant im 32. Stock unseres Hotels das Feuerwerk über Bangkok und die trostlose Party an der Poolbar im 11. Stock an. Eine tolle Aussicht und ganz umsonst J!
Da ist 2014 also auch schon wieder vorbei und uns bleiben nur noch 13 Tage bis unsere Reise zu Ende geht.
Wir wünschen Euch allen ein frohes, glückliches und gesundes Jahr und freuen uns auf ein Wiedersehen in 2015.