Wir haben beschlossen die Fahrt in den kalten Süden noch etwas hinauszuzögern und so sind aus der geplanten einen Nacht in Coral Bay schon fünf Nächte geworden und vor Montag werden wir hier auch noch nicht aufbrechen. In Perth sind im Moment nachts nur 2°C und das ist in unserem Bus dann schon ziemlich kalt – das heißt vermutlich wieder Schlafen mit Mütze ähnlich wie in unserem Haus in Nelson :-). Spätestens Mitte September müssen wir dann aber so langsam in Perth eintrudeln, denn es gibt erst mal wieder ein paar bürokratische Hürden zu nehmen, bevor wir Laila zur Schule schicken können. Zwar ist diesmal nicht direkt das Visum ein Problem, denn grundsätzlich darf sie auch mit einem Touristenvisum bis zu drei Monaten die Schule besuchen, aber sie hat 1. keinerlei Anspruch auf einen Platz, 2. muss man oftmals in dem Stadtteil wohnen, wo sie zur Schule gehen soll - wo auch immer das sein mag und 3. dürfte sie vom Alter her erst in die Vorschule gehen, was vermutlich ein ziemlicher Rückschritt wäre. Am 25. September fangen die Ferien an und bis dahin sollten wir das irgendwie geregelt haben. Man sieht: Neues Land – neue Probleme :-). Aber im Moment genießen wir erst noch mal das entspannte Leben in Coral Bay, das sich zwischen Schnorchel- bucht, Angelstrand, Pool und Spielplatz abspielt – mehr gibt es hier auch nicht, sieht man mal vom Pub mit Fritten und Live Musik und der Burger Night im Backpacker ab. Aber mit wie wenig man auskommen kann, haben wir ja schon vor einiger Zeit rausgefunden - auch wenn ich gelegentlich mal eine Shoppingmall brauche. Seit wir wieder hier sind hat sich auch Lailas Laune wesentlich gebessert, denn anscheinend ist Coral Bay das Winterdomizil vieler Perthianer und es wimmelt hier von Kindern aller Altersklassen – mit der Schule nehmen die Australier es anscheinend nicht ganz so genau, wenn es darum geht der Kälte zu entfliehen. Wie es aussieht haben sich viele hier für mehrere Monate häuslich eingerichtet, was es extrem schwer macht einen Platz mit Stromanschluss zu ergattern und uns erst nach 3 stromlosen Tagen gelungen ist. Jetzt stehen wir dafür aber strategisch günstig zwischen den Hauptattraktionen und wären die Dünen nicht, hätten wir sogar noch Meeresblick. Für ein paar Tage bleibt es jetzt also noch bei dem Motto: 'Life is a beach' - bevor es dann wieder heißt: 'Hit the road again' :-)
Das wir als Hamburger, Regen mal als was Besonderes betrachten würden, hätten wir auch nicht gedacht. Aber nach fast zwei wolken- und regenlosen Monaten freuen wir uns fast über die kurze Regendusche beim Frühstück – und schließlich ist der Regen ja auch warm. Dann gibt es noch einen tollen Regenbogen und das schöne Strandwetter vom Vortag kehrt zurück. Am Strand verbringen wir dann auch den Rest des Tages – erst mit Schnorcheln am Riff direkt an unserem Hausstrand und am Nachmittag mit Angeln an einem etwas weiter entfernten Strand. Zwar ist das einzige Tier, das Interesse am Köder zeigt, eine lebensmüde Möwe, die sich fast in der Angelschnur verfängt, aber ich persönlich bin auch sowieso völlig damit zufrieden den einsamen Strand und den Sonnen- untergang zu genießen
20. August 2009 .
Stefan hat heute eine ganztägige Tauch- und Schnorcheltour gebucht, bei der man die hier ansässigen Mantarochen sehen kann. Leider dürfte Laila an der Stelle nicht ins Wasser, weil die Strömung zu stark ist und so bleiben wir beiden zu Hause und Schnorcheln lieber umsonst vom Strand aus, denn auch da gibt es viel zu sehen. Dort werden täglich um 15.30 Uhr die Snapper gefüttert und als wir um 14.00 Uhr losschnorcheln, kommen uns im flachen Wasser schon die ersten hungrigen Kollegen entgegen. Das Fischfeeding ist dann ein echtes Spektakel – bestimmt 30 riesige Snapper tummeln sich zwischen den Beinen von Groß und Klein und versuchen was von dem rationierten Futter zu ergattern. Gegen fünf Uhr taucht dann auch Stefan, der ‚mit dem Manta schwimmt’ wieder auf. Neben diesem einmaligen Erlebnis gab es noch eine riesige Schildkröte zu sehen und darüber hinaus eine riesen Blase am großen Zeh. Da unsere Vorräte so langsam aufgebraucht sind und der örtliche Supermarkt mit derartigen Apothekenpreisen aufwartet, gönnen wir uns heute ein Essen im einzigen Pub von Coral Bay – mit Riesenportionen und Live-Musik auf jeden Fall eine gute Wahl.
21. August 2009
Heute verlassen wir Coral Bay in Richtung Exmouth, von wo man den nördlichen Teil des Ningaloo Marine Parks erkunden kann. Will man direkt im Park campen, muss man sich morgens spätestens um 6.00 Uhr in eine Schlange stellen und bekommt dann mit viel Glück einen Platz zugewiesen. Wir bleiben also erstmal in Exmouth und schauen dann mal. Gegen Mittag sind wir da und machen uns dann gleich auf den Weg nach Turquoise Bay, dem wohl bekanntesten Schnorchelspot des Marine Parks. Dort wird man sozusagen geschnorchelt. Man startet am südlichen Teil des Strandes, lässt sich von der Strömung über das Riff treiben und steigt am nördlichen Ende wieder aus dem Wasser – atmen muss man allerdings noch selbst. Wenn man wie wir dort bei Hochwasser schnorchelt, ist es fast unmöglich in die andere Richtung zu schwimmen, so stark ist die Strömung. Als das Wasser etwas abgelaufen ist, starten Stefan und Laila zu einer zweiten Runde und treffen dabei tatsächlich auf 2 Riffhaie, die unter ihnen im Sand liegen. Laila findet es schon etwas unheimlich – die Haie aber anscheinend auch, denn sie suchen schnell das Weite. Als wir den Rückweg antreten, geht schon fast die Sonne unter und damit kommen die Kängurus aus ihren Löchern. Unglaublich wie viele der hirnlosen Beuteltiere todesmutig vor uns die Strasse kreuzen. Wir fragen uns, warum die sich bei soviel Platz gerade in der Nähe der Strasse aufhalten. Eine Theorie ist, dass sie ihre toten Verwandten auf dem Friedhof besuchen :-) Neben den Kängurus wandern noch einige Emufamilien behäbig durchs Gelände – und auch diese riesengroßen Dummvögel laufen gerne mal vors Auto. Wir erreichen erstaunlicherweise ohne Wildtiere auf der Motorhaube das Ende des Nationalparks und fahren noch zum dort gelegenen Leuchtturm hoch. Von dort hat man einen super Blick über das Riff und kann dahinter in der Ferne die sich tummelnden Wale sehen.
22. August 2009
Morgens ist es extrem windig – uns weht fast das Frühstück vom Tisch. Das ist eindeutig erst mal kein Schnorchelwetter. So erledigen wir, was zu erledigen ist und stocken im Supermarkt erstmal unsere Vorräte auf. Mit einem Brathähnchen im Schlepptau fahren wir an den nächstgelegenen Strand und picknicken dort. Offenbar trifft sich dort auch die Dorfjugend, um sich auf der Ladefläche ihrer Pick-ups zu bräunen und sich dabei mit Musik, Bier und Pornoheften zu vergnügen. Ein ganz normaler Samstagmittag in Exmouth :-) Ein paar Meter weiter auf der Bootsrampe versammeln sich dann eher die Angler und weil es für einen Schnorchelausflug schon zu spät ist, gesellen sich meine beiden Angelprofis auch dazu. Aber auch heute will keiner so recht anbeißen und als so langsam auch das Wasser weggeht, ist es Zeit zu gehen. Wir wollen uns noch die Hafencity von Exmouth – oder besser gesagt, das was davon schon zu sehen ist – ansehen. Offenbar haben die hier Großes vor. Das Gelände steht flächenmäßig der Hamburger Hafencity bestimmt in nichts nach und die Hafenbecken sind bereits sehr großzügig angelegt. Aber ansonsten gibt es dort außer einem Novotel, 3-5 Häusern und riesigen Parkplätzen nur große Flächen roter Erde, die darauf warten eines Tages bebaut zu werden. Wir werden das bei Google Earth mal im Auge behalten. Mal schauen, wie es dort in 10 Jahren aussieht. Hafen- oder Pleitencity?
23. August 2009
Nachdem Stefan ein ziemlich Unglücksserie in Sachen Hand- und Fußverletzungen hingelegt hat, ist die Blase am Fuß anscheinend auch mit den guten Scholl-Blasenpflastern nicht zu kurieren und so macht er sich dann mal auf zum Exmouth Hospital. Laila und ich schlagenderweil die Zeit in den einzigen zwei geöffneten Geschäften – schließlich ist heute ja Sonntag – und auf einem eher übersichtlichen Markt tot. Es dauert ewig bis Stefan wieder auftaucht und ich rechne schon mit dem Schlimmsten, mindestens aber mit einem riesigen Verband, aber in Wahrheit ist das 9-Betten-Krankenhaus am Rande der Stadt (von dem immerhin 8 belegt sind) nur völlig überlastet. Nach über 2 Stunden gibt es lediglich ein neues Pflaster und die Anweisung nicht ins Wasser zu gehen - eine Supersache mitten im Schnorchelparadies!. So bleibt dann nur noch wieder Alternative B: Angeln – aber auch diesmal den Fischen unsere Pfanne erspart. So spendieren wir schließlich Laila – die heute chronisch schlecht gelaunt ist – noch eine Runde Minigolf und beschließen morgen noch mal für eine Nacht zurück nach Coral Bay zu fahren und dann die Reise in Richtung Süden fortzusetzen. Ich glaube so langsam wird es für Laila auch Zeit, dass wir mal wieder für eine Weile irgendwo sesshaft werden.
***Leider hat diesmal die Technik versagt! Deshalb erst jetzt die Bilder***
12. August 2009
Nachdem alle Angelaktionen bisher eher erfolglos waren, geht Stefan das Thema jetzt professionell an und bucht eine ganztägige Angeltour. Laila und ich haben demnach heute einen Girls-Day; leider nicht so wie frau sich das vorstellt, denn statt Wellness steht Wäsche und statt Make-up Clean-up auf dem Programm. Unser Bus benötigt nämlich nach fünf staubigen Wochen dringend mal ein bischen Schönheitspflege. Damit geht dann auch der ganze Vormittag ins Land. Mittags gibt’s dann zur Belohnung Hotdogs und Eis, eine Abkühlung am Strand und schließlich dann doch noch ein bischen Schönheitpflege auch für uns. Um fünf Uhr taucht dann der Jäger und Angler wieder auf – diesmal mit entsprechender Beute in Form von zahlreichen Walfotos und –filmen (Whale-Watching gab es gratis dazu) und 2 riesigen Fischen, die wir in dieser Form unmöglich in unseren kleinen Kühlschrank bekommen. Da ist dann also noch die hohe Filettierkunst gefragt, wobei einer der beiden Kameraden noch postmortem Rache nimmt und Stefan einen seiner Rückenflossenstachel in den Daumen rammt. Die ganze Aktion dauert dazu auch noch über eine Stunde bis der Fisch endlich in der Pfanne liegt. Als Akkord-Fischfilettierer könnte Stefan uns sicherlich nicht durchbringen :-)
13. August 2009
Laila hat eine neue Freundin – genau genommen ist es ein Freund mit langen Haaren wie sich bereits am Vorabend herausgestellt hat, aber irgendwelche Synapsen sind da wohl zu irgendeinem Zeitpunkt schon falsch geschaltet worden und sie bleibt beharrlich dabei, ihn als ‚sie’ und ‚Freundin’ zu bezeichnen. Er scheint ihr da aber nicht übel zu nehmen, denn die beiden sind stundenlang unzertrennlich beim Bau eines Meerestier-Zoos im Watt mit entsprechendem Evakurierungsplan bei Hochwasser – der Seestern evakuiert sich selbst allerdings schon vorzeitig und tritt die Flucht nach unten an ;-). Gegen Mittag brechen wir dann auf zu unserer täglichen Surfeinheit nach Cable Beach auf. Auch Lailas Freund treffen wir dort gleich wieder und die beide toben stundenlang im Wasser rum. Für ein paar Minuten gelingt es mir Laila mal ihr Board abzuschwatzen, während Stefan einen weiteren Anlauf nimmt, Surfen mit einem ‚richtigen’ Board zu lernen und seine sowieso schon lädierten Knie noch weiter poliert. Die örtlichen Surfer überschlagen sich dabei, ihm mit guten Ratschlägen aufs Brett zu helfen. Nach einer Portion ‚Happy-Hour’-Austern in ‚The Wharfe’ laufen wir noch auf den Bootsanleger hinaus, von wo wir unter uns im klaren Wasser tatsächlich einen Hai und einen Rochen sehen.
14. August 2009
Leider reist Lailas Freund heute ab, erfreulicherweise aber mal in die gleiche Richtung wie wir, so dass die Chancen ganz gut stehen ihn noch mal wieder zu sehen, was den Abschied diesmal etwas entspannter macht. Laila ist seit neuestem jetzt auch kein Mädchen mehr, sondern ein Junge mit langen Haaren namens Tom. Sämtliche Kleidchen und rosa Klamotten bleiben im nichtvorhandenen Schrank und Shorts und Boys-T-Shirts sind angesagt. Mal schauen, wie lange diese Phase anhält… Der Tag geht mit allem möglichen administrativen Kram drauf – wir brauchen z.B. endlich mal eine vernünftige Autoversicherung für den Fall, dass wir mal einen Roadtrain oder eins von den Mega-Wohnmobilen in den Graben schubsen ;-) Und so kommen wir heute erst bei Sonnenuntergang zum Strand, was aber trotzdem ein schöner Abschluss für unseren letzten Tag in Broome ist.
15. August 2009
Der Plan früh loszukommen, scheitert mal wieder gnadenlos. Es ist schon 11.00 Uhr bevor wir den Campingplatz verlassen und 13.00 Uhr als wir endlich alle Einkäufe erledigt und den Kühlschrank aufgefüllt haben. Dann geht’s los in Richtung Port Hedland. Nach fast 500 km wird es dunkel und wir stoppen am Pardoo Rooadhouse, einem ziemlich abgeranzten Campingplatz, der nicht länger als unbedingt nötig zum Verweilen einlädt. Die 28 $ hätten wir uns auch sparen können, denn wir können den Strom nicht nutzen, weil unser Stromkabel defekt ist und immer die Sicherung raushaut, die Duschen nicht, weil sie zu eklig sind und die meisten Toilettenbesuche sparen wir uns auch und nehmen lieber das Buschklo. Einzig der Sternenhimmel ist sein Geld wert, aber den hätte man auch kostenlos auf einer Restarea haben können, hätte es eine erreichbare gegeben :-(
16. August 2009
Lieber schnell weg hier. Wir starten früh, vollenden die 400.000 km auf dem Tacho (wann kriegt man das schon mal zu sehen) und kommen gegen Mittag im Karijini National Park an. Im Gegensatz zum Vortag gibt es dort heute um diese Zeit sogar noch verfügbare Campsites – unserer ist direkt neben dem Klo, was uns zwar lange Wege erspart, dafür aber andere Nachteile mit sich bringt. Mit dem Thema ‚Duschen’ brauchen wir uns weiterhin nicht zu beschäftigen – es gibt nämlich keine! Dafür gibt es aber zwei idyllische Pools mit Wasserfall am Grunde einer Schlucht, die man nach einer halben Stunde Kletterei erreicht. Ich brauche vermutlich nicht extra zu erwähnen, dass mir das Wasser zu kalt ist und ich lieber am Rand warte und die Fotos mache. Aber selbst Laila zögert heute verhältnismäßig lange, bevor sie reinspringt. Nach dieser kleinen Erfrischung und dem folgenden Aufstieg, bleibt gerade noch genug Zeit den Ofen anzuschmeißen bevor es dunkel wird. Da es im Umkreis von bestimmt 200 km keinerlei Beleuchtung gibt, bekommen wir einen gigantischen Sternenhimmel inklusive Milchstrasse, kreisenden Satelliten und Sternschnuppen zu sehen. Dafür kann man dann auch mal auf eine Dusche verzichten.
17. August 2009
Heute steht noch ein weiterer Wasserfall auf dem Programm. Auf den ersten Blick kann man gar nicht erkennen, wie man da überhaupt runterkommen soll und es ist dann am Ende auch eine ziemliche Kletterei über mindestens 350 Steinstufen. Laila schlägt sich nach anfänglichem Gejammer ganz tapfer und betrachtet es als Abenteuer ;-) Der Pool hat vermutlich seit seiner Entstehung noch nie die Sonne gesehen und ist dementsprechend kalt. Die kleinen Wasserfälle dagegen, die aus den Felsen sprudeln, sind richtig warm. Nach Badund Wasserfalldusche (ich natürlich nicht!) machen wir uns auf den Rückweg und auf den Weg zum Vistor Center. Es gibt noch einen anderen Teil des Nationalparks, den wir gerne sehen würden, der aber nur über Dirt Roads zu erreichen ist. Am Vistor Center können sie uns da auch nicht weiterhelfen; wir müssen es wohl einfach mal selbst versuchen. Trotzdem ist der Besuch hier nicht ganz umsonst, denn wir treffen auf dem Parkplatz noch auf Lailas Freund(in) aus Broome. Den Versuch die 30 km ungeteerte Strasse zu bewältigen, brechen wir nach 500 m – und das waren bestimmt noch die besseren – wieder ab. Wir kommen mit maximal 20 km/h voran, will man nicht das Gefühl haben, dass der Bus gleich auseinanderfällt. No way, dass wir das 2 Stunden lang durchhalten. So treten wir also die Fahrt in Richtung Westküste an, lassen Tom Price und Paraburdoo – zwei reine Minenstädte ohne irgendwelche Sehenswürdigkeiten (von dem Golfplatz mal abgesehen :-))– schnell hinter uns und stoppen letztlich auf einer Restarea mit Lagerfeuer, gegrillten Marshmallows, Sternenhimmel und mal wieder ohne Dusche.
18. August 2009
Noch 400 km bis zur Küste! Wir haben langsam die Nase voll von dem rotem Staub, der sich mittlerweile auch in die letzten Poren gesetzt und Betten, Handtücher und Klamotten in ein freundliches rostrot getaucht hat. Wir freuen uns jetzt nur noch auf den feinen weißen Sand an der Küste. Gegen Mittag erreichen wir Coral Bay am südlichen Ende des Ningaloo Reefs und fühlen uns mit den langen weißen Stränden und Dünen ein wenig an Dänemark erinnert – mit dem Unterschied, dass es dort nicht 20 m weiter ein Korallenriff mit der dazugehörigen Unterwasserwelt gibt. Das ist ideal zum Schnorcheln – gerade auch für Laila – und wir werden jetzt hier erstmal ein paar Tage abhängen, nach und nach den roten Staub abduschen und den Strandurlaub genießen bevor wir die letzten 1000 km in Richtung Perth angehen.
Heute stehen noch die letzten von Kununurra mit Zweiradantrieb erreichbaren Ziele auf dem Programm: Lake Argyle und der Mirima Nationalpark. Der See ist angeblich so groß, dass 18-mal der Hafen von Sydney - der scheint hier das Maß aller Dinge zu sein – reinpassen soll. Man kann aber nur einen Bruchteil sehen, von der schattigen Picknickarea aus, blickt man direkt auf den Damm. Schwimmen darf man leider mal wieder nirgendwo – bei der Hitze ziemlich frustrierend. Die Wanderung durch den Nationalpark ist glücklicherweise auch nur eine kurze, lohnt sich aber, denn wir bekommen völlig abgefahrene Steinformationen zu sehen. Das entschädigt ein wenig dafür, dass wir mit unserem Auto nicht nach Bungle Bungles fahren können, denn dort soll es ähnlich aussehen – nur in groß. Da wurden im Übrigen auch große Teile von ‚Australia’ gedreht, weshalb wohl auch in der in der offiziellen Touristenbroschüre von Kununurra jeder, der was auf sich hält mit Hugh Jackman abgedruckt ist. Von Nicole Kidman ist in dem Blättchen nichts zu finden – die lässt sich vermutlich eher für Gala oder Hello ablichten :-) Abends werden dann noch die Angeln ausgepackt. Ich halte mich da raus, aber Stefan und Laila haben tatsächlich mehrfach was am Haken. Netterweise entlassen die beiden Sportfischer die kleinen Fischchen aber wieder in die Freiheit und wir müssen stattdessen die Steaks in die Pfanne werfen.
7. August 2009
Gestern haben wir eine Rohrzange gekauft und heute morgen erstmal wieder einen Liter Öl nachgeschüttet. Der Rohrzangenverkäufer – obwohl es ihn ja eigentlich gar nichts angeht - hat uns schwer ins Gewissen geredet, unbedingt mal eine Werkstatt aufzusuchen. Dass das nicht normal ist, wenn man auf 2000 km einen Liter Öl verbraucht, haben wir auch schon vermutet und deshalb für nächste Woche in Broome vorsorglich schon mal einen Servicetermin vereinbart. Die 1000 km bis dahin wird das Auto wohl hoffentlich noch durchhalten. Den Tag verbringen wir dann mal wieder ausnahmslos im Auto. Die Landschaft wechselt von trostlosen Flächen zu seltsamen, großen Steinhaufen und komisch geformten Hügeln und nach knapp 500 km rasten wir dann endlich auf einer Restarea irgendwo im Nirgendwo. Wir sind überrascht, wie voll es dort schon ist als wir ankommen. Obwohl ich ja normalerweise eher der Campingplatz-Camper bin, der gerne ein Toiletten- und Duschgebäude in der Nähe hat, hat zugegebenermaßen auch so eine Restarea ihren Charme. Wir machen ein Lagerfeuer, grillen Marshmallows, suchen die Milchstrasse und sind um 9.00 Uhr (bestimmt nicht als die Ersten) im Bett!
8. August 2009
Da es auf der Restarea keine Duschen gibt, braucht man sich mit dem Thema Körperpflege schon mal nicht allzu lange zu beschäftigen und so sind wir bereits um 8.00 Uhr auf der Bahn und 1 ½ Stunden später in Fitzroy Crossing auf dem Campingplatz. Allerdings auch nur lange genug, um Tisch und Stühle auf unseren Platz zu stellen, denn um 11.00 Uhr gibt es eine Bootstour (schon wieder eine!) durch das Geikie Gorge. Dort wimmelt es von Freshwater Krokos, die dort träge in der Sonne braten. Die Felsen rechts und links haben tolle Farben und Formen (Gaudi hätte seinen Spaß daran gehabt!), und damit man die auch richtig gut fotografieren kann, hat das Boot vorsichtshalber kein Dach. Nach einer Stunde in der prallen Sonne, endet die Tour und wir sind, ich würde mal sagen: medium bis gut durch! Wir überqueren noch den Fitzroy River auf der alten, ursprünglichen Strasse und haben schon leichte Bedenken, dass wir auf der anderen Seite nicht wieder hoch kommen und das war’s dann auch an Sehenswürdigkeiten, in diesem sonst eher trostlosen Ort. Das alles stört Laila wenig, denn sie findet nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder eine Freundin zum Spielen. So kommen wir dann völlig unverhofft zu einem entspannten Nachmittag mit Lesen, Angeln und einer ausgiebigen Dusche.
9. August 2009
Da bis Montag alle Campingplätze in Broome ausgebucht sind (wieder mal Horseraces!), machen wir erst noch einen Schlenker nach Derby. Die erste und einzige Sehens- würdigkeit, den Boab Prison Tree, in dem offenbar ab und zu über Nacht mal Gefangene campiert haben, haken wir schon auf dem Weg zum Campingplatz ab. Und danach kommt dann auch nicht mehr viel. Derby ist ungefähr so aufregend wie die Mönckebergstrasse nach Ladenschluss und der Campingplatz hat nicht mal einen Pool, da das öffentliche Schwimmbad direkt nebenan ist. Nur hat das leider im Winter geschlossen. Ist ja logisch, bei knapp 35° C Lufttemperatur würde da ja auch keiner hingehen. So fahren wir dann an den einzig kühlen Ort in Derby – auf den Bootsanleger, an dem allerdings seit 1973 kein Passagierschiff mehr angelegt hat. Dabei würde ich schon gerne mal sehen, wie die Queen Mary II Passagiere in Derbys erlesene Tool-, Hardware oder Outdoorstores statt in teuren Uhren- oder Schmuck- geschäften shoppen :-). Ein Einheimischer vermacht Stefan einen Köderfisch, was dem Nachmittag dann noch eine ungeahnte Wendung gibt. Zusammen mit Laila badet er ein paar Fischstücke, aber außer ein paar ekligen Viechern - die mich sofort an die hinterhältigen Methaneiswürmer aus ‚Der Schwarm’ erinnern, interessiert sich nichts für die Köder. So genießen wir dann noch den Sonnenuntergang und verarbeiten das Hühnchen, das noch im Kühlschrank schlummert. Chicken Madras schmeckt mit Fisch ja sowie nicht.
10. August 2009
Heute geht es früh los, denn der Campingplatz nimmt keine Reservierungen entgegen und so heißt es möglichst vor der Grey Army dort anzukommen. Glücklich ergattern wir den vorletzten Platz mit Stromanschluss. Die Lage ist gigantisch – es sind keine 10 m bis zum Strand. Wir testen erst diesen Strand, dann schwingen wir uns noch mal ins Auto und fahren nach Cable Beach, das soll schließlich einer der besten Strände Australiens sein – und das können wir nur bestätigen! Feiner weißer Sand, klares Wasser und ideale Surfwellen. Wir haben einen Riesenspaß und es ist klar, dass wir hier nicht das letzte Mal waren. Einziger Wermutstropfen ist, dass es dort kaum Kinder gibt Für den Abend haben wir vor uns mal eine ordentliche Pizza auf den Zahn zu legen. Das klappt leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Pizzas sind viel zu klein und halb kalt und wir müssen noch ein Knoblauchbrot und Scampis nachordern, um überhaupt satt zu werden und das vom Lonely Planet angekündigte BYO (Bring your own (Alkohol)) gibt es auch nicht mehr bzw. nur gegen entsprechendes Korkfee.
11. August 2009
Heute schlägt die Stunde der Wahrheit: Unser Auto geht zur Inspektion. Stefan bringt es hin und dann machen wir es uns – da wir ja sozusagen obdachlos sind – in den Liegestühlen des benachbarten Town Beach Cafes gemütlich. Laila findet schnell ein paar Spielkameraden und so verbringen wir einen extrem entspannten Vormittag mit Kaffee und Pancakes. Mittags können wir unser Auto dann wieder abholen und man glaubt es kaum: es ist alles paletti! Der Ölverlust wird dem alten Motor (400.000 km sind ja auch kein Pappenstiel) zugeschrieben und wir sind jetzt wieder guter Dinge, dass wir mit einem kleinen Öltanker im Schlepptau problemlos nach Perth kommen. Wir beeilen uns, um noch bei Hochwasser nach Cable Beach zu kommen. Stefan will es auf seine alten Tage noch mal wissen und leiht sich ein Surfboard aus. Das Ergebnis sind gesandstrahlte Arme und Beine und das Gefühl, dass man Surfen tatsächlich noch lernen könnte, wenn man ein paar Wochen nichts anderes tut. Die langhaarigen Surfheroes um ihn herum, machen diese Illusion aber mit Sprüchen wie: „It took me a long time to learn how to stand on the board, mate!“ wieder zunichte. Ich surfe lieber mit Lailas Bodyboard (da darf man drauf liegen) und Laila surft ohne Board und am Ende hatten wir alle irgendwie die perfekte Welle – nur die Knie und Ellbogen schmerzen. Dann fahren wir zum für ‚Nicht-Franzosen’ unaussprechlichen Gantheaume Point, wo es aussieht als hätte ein Riese gewütet und sämtliche Steine durcheinander gewirbelt. Bei Ebbe soll man dort sogar versteinerte Dinosaurierspuren sehen können. Aber natürlich ist keine Ebbe und um darauf zu warten, sind wir viel zu hungrig. Heute gibt es nämlich eine richtige Pizza: groß, warm und weil heute Dienstag ist, sogar noch zum Sonderpreis!
Da wir gestern schon alle ‚To-Do’s’ für Darwin angehakt haben, können wir heute ganz relaxt auf dem Campingplatz abhängen und uns um Wäsche und Blog (Ich), Pool und Jumping Pillow (Laila) und Schweinebäuche (Stefan) kümmern. Abgesehen von Stefans und Lailas kleinen Ausflug zu einer WWII (World War 2) Flugzeugausstellung bewegen wir uns nicht groß vom Fleck. Ginge man nach der Anzahl der Hinweisschilder auf irgendwelche WWII Schauplätze, könnte man glauben, der 2. Weltkrieg hätte sich komplett in Australien und insbesondere in Darwin abgespielt! Immerhin wissen wir ja seit ‚Australia’ zumindest, dass Darwin tatsächlich von japanischen Bomben zerstört wurde. Allerdings hat man – oder wir zumindest - dank desselben Films auch eine völlig falsche Vorstellung von Darwin. Mit seinen Hochhäusern, Einkaufs- und Restaurantmeilen ist nicht viel von der kleinen Stadt mit dem einen Pub wiederzufinden.
1. August 2009
Wir lassen Darwin und damit quasi die Zivilisation hinter uns und fahren in Richtung Litchfileld Nationlpark. Auf dem Weg liegt ein Wildlife Park, den wir noch besuchen wollen. Der Park ist riesig und es gibt alles an Tieren zu sehen, was Australien so zu bieten hat – sämtliche Nachttiere, Schlangen, Pelikane, Fische und natürlich Krokodile. Gottseidank gibt es eine Bahn, die uns am Schluss wieder zurück zum Hauptgebäude bringt, wo wir noch ein schnelles Picknick mit Känguru einlegen. Ein aufdringliches Wallabie klettert mir nämlich fast auf den Schoß, um auch was vom Essen zu ergattern. Am späten Nachmittag erreichen wir dann unseren Campingplatz an den Wangi Falls. Nur einen kurzen Fußmarsch entfernt ist der Pool, in den der Wasserfall mündet und in dem man auch baden kann. Unseren Van haben wir aus Ermangelung an richtigen Stellplätzen in der Mitte am zentralen Grillplatz geparkt. Wir wundern uns etwas über das frische Grün des Rollrasens!!! dort und auch darüber, dass alle anderen kurz vor 21.00 Uhr ihre Tische und Stühle wegräumen, bis dann um Punkt 21.00 Uhr die unterirdischen Rasensprenger angehen. Ich entschuldige mich insgeheim dafür, dass ich die anderen als Spießer bezeichnet habe. Da zeigt es sich doch mal wieder, dass man klar im Vorteil ist, wenn man ab und zu auch mal liest, was auf Hinweisschildern steht. Allerdings finde ich, dass man mitten in der Wildnis auf einem kostenlosen Campingplatz auch nicht mit derartigen Vorrichtungen rechnen kann J.
2. August 2009
Von den Eltern von Lailas Spielkameraden in Darwin haben wir einen Tipp bekommen, wo man abseits von tagestourenden Senioren ungestört baden kann. Allerdings muss man dafür auch einen längeren Fußmarsch in Kauf nehmen – mit Rollator nicht zu bewältigen ;-). Laila ist aus unerfindlichen Gründen heute mal extrem motiviert und läuft voran – ohne zu Jammern – und in Rekordzeit bis zu den beiden natürlichen Pools. Wir sind tatsächlich mutterseelenallein dort, das Wasser ist glasklar, nicht zu kalt (nicht mal für mich) und voller kleiner Fische und Garnelen. Dafür hat sich der weite Weg durch Hitze und Staub auf jeden Fall gelohnt. Kurz bevor wir wieder aufbrechen, sehen wir noch eine große Echse, die uns neugierig beobachtet und sich wahrscheinlich fragt, was wir für komische weiße Wesen sind. Nachmittags springen wir dann auch noch in den Wangi-Falls Pool, schwimmen bis zum Wasserfall und schauen uns die lärmenden Fledermäuse in den Bäumen an. Die restlichen Sehenswürdigkeiten im Litchfield Nationalpark heben uns für den nächsten Tag auf.
3. August 2009
Laila ist offenbar mit dem falschen Fuß aus ihrem Hochbett gestiegen, hat extrem schlechte Laune und ist überhaupt nicht in der Stimmung für die Besichtigung weiterer Wasserfälle und Termitenhügel. So haben wir dann alle nicht viel Spaß bei der kurzen Wanderung zu den Tolmer und Florence Falls. Bei den Termitenhügeln bleibt sie lieber gleich im Auto, was wohl besser für unsere Nerven ist. Die Aneinanderreihung der Termitenhügel, die aus thermischen Gründen alle in Nord-Südausrichtung stehen – wie auch immer die Termiten das ohne Kompass hinkriegen -, erinnert an einen Friedhof – ein Wunder, dass das mal nicht als WWII Schauplatz ausgewiesen wird ;-). Der restliche Tag besteht dann nur noch aus Fahren, Fahren, Fahren… In Katherine stoppen wir noch mal kurz am Supermarkt – dort ist es noch immer genauso schrecklich wie vor einer Woche – und weiter geht’s in Richtung Victoria River. Kurz hinter Katherine machen wir dann das erste Mal die Erfahrung, wie es ist wenn sich ein lebensmüdes Känguru versucht vor ein Auto – in diesem Fall unseres – zu werfen. Es rumpst ordentlich, aber wir haben es offenbar nur gestreift und Skippy taumelt angeschlagen wie nach einer Rechts-Links-Kombination der Klitschkos in seine Ecke. Das ist gerade noch mal gut gegangen: kein technisches K.O. weder für Känguru noch für Auto. In Victoria River, einem riesigen staubigen Rastplatz, haben wir trotz fortgeschrittener Stunde noch die Aufgabe sämtliches Gemüse kochtechnisch zu verarbeiten, denn morgen überqueren wir die Grenze nach Western Australia und dahin darf man kein frisches Gemüse mitnehmen. Es lebe das thailändische Essen.
4. August 2009
Wir sind überrascht, wie streng die Kontrolle an der Grenze zwischen nach WA ist. Wir müssen tatsächlich den Kühlschrank, die Kühltasche und die Schränke öffnen und die beiden einsamen Knoblauch- zehen, die wir aus humanitären Gründen nicht auch noch in das Thaiessen pressen konnten, werden gnadenlos einbehalten. Gut, wenn man als Quarantäne-Kontrolleur irgendwo einsam im Nichts sitzt, wo alle 2 Stunden mal ein Auto vorbeikommt, dann ist so ein Campervan-Kühlschrank sicherlich mal eine willkommene Abwechslung… Staatsfeind Nr. 1 ist offenbar eine giftige Krötenart, die sämtliche Reptilien beim Versuch die Kröte zu verdauen ins jenseits befördert. Mit den letzten Litern Sprit erreichen wir dann endlich Kununurra – der Gebrauch der Klimaanlage treibt offenbar den Spritverbrauch in solch astronomische Höhen, dass wir zukünftig zum Schutz der Umwelt lieber wieder ein bischen schwitzen werden.
Nachdem wir uns im Pumphouse – das auch ohne weiteres irgendwo in Hamburg an der Elbezu finden sein könnte (sieht man mal von den hunderten von Cat-Fischen ab, die hungrig unter der Terasse rumschwimmen) – mit Kaffee und Sandwich gestärkt haben, suchen wir den örtlichen Supermarkt auf, denn schließlich müssen wir unsere Knoblauchvorräte wieder aufstocken. Wir kaufen uns eine Packung Eis und fahren zu einem Aussichtspunkt oder besser gesagt fahren wir uns bei einem nicht ganz optimalen Wendemanöver dort fest bis uns ein paar kräftige Aussies helfen den Wagen wieder auf die Strasse zu hieven und sicher rückwärts den Berg runter zu kommen. Dann haben wir uns das Eis aber auch verdient – na gut, eigentlich haben die sich das Eis verdient, wir essen es aber trotzdem :-)
5. August 2009
Dank Laila und der Zeitverschiebung von 1,5 Stunden zwischen NT und WA (jetzt sind es nur 6 h Unterschied zu Deutschland) sind wir jetzt schon um 6 Uhr auf den Beinen, was aber nicht heißt, dass wir besonders früh loskommen. Denn mit unserem neuen Kaffeebereiter dauert es eine Stunde bis zur ersten Tasse Kaffee und dank diverser Missgeschicke eine weitere bis zur zweiten Tasse. O..k., das ist leicht übertrieben, aber den Zeitvorsprung haben wir damit locker wieder eingebüßt. Nach dem Frühstück machen wir uns dann endlich auf den Weg ins 100 km entfernte Wyndham – glücklicherweise nur für einen Tagesausflug. Denn ab jetzt wissen wir, dass man niemals in Orte fahren sollte, in denen 3 von 7 Hauptsehenswürdigkeiten Friedhöfe sind. Dementsprechend kommen uns dann auch vor wie in einer Geisterstadt – selbst der Herrenschneider Lee Tong Wong musste wohl letztendlich sein zukunfts- trächtiges Business im aufstrebenden 900 Seelendorf Wyndham aufgeben. Dabei liegen doch Maßanzüge, in bevorzugt von Aboriginies bevölkerten Orten bestimmt ganz weit vorne. Beeindruckend ist also lediglich der Blick über die fünf ineinander mündenden Flüsse. Auf dem Rückweg stoppen wir noch am Grotto, einem See, der angeblich 100m tief sein soll – bei einem Durchmesser von geschätzten 2 m. Wir können das leider nicht nachprüfen, weil man dazu erstmal 140 Stufen in einen Krater hätte hinabsteigen müssen und vor allem wieder hinauf! Nach den mehrheitlich enttäuschenden Ausflugszielen, haben wir auch keine besonders hohen Erwartungen als wir zur Zebra Rock Art Gallery abzweigen. Deshalb sind wir wahrscheinlich auch so positiv überrascht, von dem inmitten von Mangoplantagen gelegenen Anwesen mit hervorragenden Mango Smoothies (Überraschung!) und Cheesecake, jeder Menge zahmer Kakadus, Fishfeeding am See (wir sehen sogar noch 2 Schildkröten) und jeder Menge gestreifter Steine (daher der Name). Die Steine gibt es anscheinend nur an einer bestimmten Stelle in der Gegend hier und sie werden hier zu allen möglichen nutzlosen, aber hübschen Gegenständen verarbeitet. Einen Sundowner gönnen wir uns am Sunset Strip auf dem Campingplatz und beobachten dabei die tausenden Fledermäuse, die bei Sonnenuntergang über uns hinwegfliegen. Destination unknown!