Donnerstag, 24. Juni 2010

Home sweet home...

8. – 13. Juni 2010

Und wieder hat alles ein letztes Mal. Das letzte Mal Tennistraining, das letzte Mal Schwimmkurs, die letzte Runde Golf, der letzte Schultag… Die letzte Nacht quartieren wir Laila bei Freya ein und den Samstag verbringt sie noch ein letztes Mal mit ihren beiden besten Freundinnen. So nutzen wir den letzten und dazu noch kinderfreien Abend in Perth, um nett essen zu gehen und landen anschließend in Subiaco beim Public Viewing des Eröffnungsspiels der Fussi-WM. Da in Perth eine bunte Mischung aller Nationalitäten lebt, sind auch entsprechend viele Südafrikaner und Mexikaner vertreten, so dass richtig Stimmung aufkommt. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergründet haben, ist, woher dieses hornissenschwarmähnliche Brummen kommt. Denn von Vuvuzelas haben wir bis dahin noch nie was gehört und so glauben wir noch an eine Tonstörung. Bis zum Erwachen am Samstagmorgen sind wir also noch recht entspannt im Hinblick auf unsere bevorstehende Abreise und den damit verbundenen Auszug. Dann bricht allerdings die Hektik aus. Erstens haben wir schon wieder viel zu viele Klamotten angehäuft, so dass ich das Gefühl habe, das Haus wird nie leer und zweitens müssen wir die Hütte auch noch putzen, Bettwäsche und Handtücher waschen und, und, und… Eine Erkenntnis die wir auf unserer Reise gewonnen haben, ist sicherlich, dass Besitz belastet. Gegen 18.00 Uhr sind wir endlich fertig und fahren mit Sack und Pack zu Ken und Sharron. Das wir selber fahren können, verdanken wir leider der Tatsache, dass wir den Bus noch immer nicht verkauft haben. Glücklicherweise haben sich aber Freunde angeboten, den Bus in den nächsten Wochen für uns zu verkaufen. Sollte das nicht klappen bleibt uns nichts anderes übrig als ihn an einen Händler zu verkaufen – mal wieder mit dem entsprechenden Verlust L. Tja, und dann geht es ab zum Flughafen, nach Dubai und schließlich nach Hamburg, pünktlich um den 4:0 Sieg gegen Australien zu feiern. Bei aller Sympathie: die Australier sollten doch lieber bei den Spielen mit eiförmigen Bällen bleiben.

Und auch wenn unsere Weltreise nun offiziell zu Ende ist, geht die Reiserei wohl noch eine Weile weiter, um Eltern, Geschwister und Freunde zu besuchen. Zunächst geht es nach Wilhelmshaven, dann nach Kirchhellen und anschließend nach Gent (Belgien) und Köln. Zwischendurch versuchen wir dann irgendwie in Hamburg ein Haus zu finden, ein Auto zu kaufen und uns langsam wieder auf ein geregeltes Leben einzustellen.

Zusammenfassend lässt sich noch sagen:

- Wir waren in Summe 15 Monate auf Reisen

- und 4 Monate in Stahnsdorf

- waren in 6 Ländern auf 2 Kontinenten

- Laila hat 3 Schulen in 3 Ländern besucht und spricht jetzt fließend Englisch

- wir haben 1 Auto, 1 Campervan, 1 Wohnung, 2 Häuser und 5 Paar Flipflops verschlissen

- einen Gehirntumor überstanden

- viele Freunde gefunden

- und Orte kennen gelernt, an denen man sehr gut leben kann

- und das Wichtigste: es war eine einmalige Erfahrung und wir würden es jederzeit wieder tun!!!

Und damit heißt es nun endgültig: La korn, e noho rā, bye bye und auf Wiedersehen!!!

Montag, 7. Juni 2010

Perth - Paypal-Betrüger und Partyfieber

31. Mai – 7.Juni 2010

Zunächst einmal eine Richtigstellung der Redaktion: Das Spiel Deutschland – Australien findet nach mitteleuropäischer Sommerzeit natürlich am 13. Juni statt – nach australischer Zeit ist dann aber bereits der 14. Juni. Da bin ich im letzten Post wohl ein bisschen mit den Zeitzonen durcheinander gekommen. Nichtsdestotrotz landen wir rechtzeitig zum Anpfiff in Hamburg und auf Rainers WM Terrasse!!!

So langsam laufen jetzt hier also die Abreisevorbereitungen an. Aber darin sind wir ja mittlerweile Experten. Sorgenkind ist dabei – auch nichts Neues – mal wieder das Auto. Nachdem wir mit einem Händler gesprochen haben, haben wir dem Bus noch mal eine professionelle Reinigung zukommen lassen, ihn vom roten Outback-Staub befreien lassen, Felgen, Reifen und sämtliche Plastikteile aufpolieren lassen, während ich ihn von innen gewienert habe wie ein Weltmeister, so dass er jetzt blitzt und blinkt und für sein Alter super aussieht. Nur leider gab es noch keine Gelegenheit das einem potentiellen Käufer vorzuführen, denn außer zahlreichen Betrügern, hat noch keiner Interesse an unserem Auto gezeigt. Es ist erstaunlich wie viele Emails wir von angeblichen Seeleuten, Flugkapitänen etc. bekommen, die das Auto als Geschenk für Sohn, Schwester, Frau, Uroma… kaufen wollen, aber auf Grund ihres Jobs (haha!!!) keine Möglichkeit haben persönlich vorbeizukommen und deshalb per Paypal bezahlen und das Auto dann ungesehen von einem Shipping Agent abholen lassen wollen. Ich dachte immer Paypal wäre genau aus dem Grund erfunden worden um Betrügereien zu unterbinden, aber hier scheint es das Hauptinstrument dafür zu sein. Und auch wenn in allen Internetportalen davor gewarnt wird, scheinen ja noch immer Leute darauf reinzufallen, denn sonst würden es ja vermutlich nicht so viele versuchen. An einen angeblichen Flugkapitän werden wir den Bus also wohl nicht verkaufen, aber leider haben wir im Moment auch noch keinen richtigen Plan B, wenn wir in den nächsten Tagen keinen seriösen Käufer mehr finden :-(.

Einen erfreulichen Durchbruch gab es dagegen bei Laila. Sie hat sich ihr erstes richtiges Buch gewünscht – The wishing chair von Enid Blyton – und liest jetzt fleißig ein Kapitel nach dem anderen. Das eröffnet ganz neue Perspektiven, um sie mal alleine zu beschäftigen – insbesondere für samstag- und sonntagmorgens, wenn wir mal ausschlafen wollen.

Schließlich haben wir dann noch ein langes Wochenende vor uns - am Montag ist der westaustralische Foundation Day – welcher im Zeichen der Parties steht. Am Sonntag sind wir zu Karis Geburtstags- party im Kings Park eingeladen und am Montag feiern wir unsere Abschiedsparty am Floreat Beach mit einem Barbecue und deutschen Würstchen. Das Herbstwetter ist mit windstillen 22°C traumhaft und wir verbringen noch mal ein paar gesellige Stunden mit Lailas und unseren Freunden und wissen jetzt schon, dass wir uns spätestens im November hierher zurück sehnen werden. Nebenbei ist die Party auch eine gute Gelegenheit noch ein paar Sachen wie Bücher, Surfboards und Kinderklamotten los zu werden. Der Countdown läuft jetzt jedenfalls und uns bleiben leider nur noch 4 Tage bis das Projekt ‚Weltreise’ ein Ende findet…