Samstag, 27. Dezember 2014

Chiang Rai - Weihnachten in den Bergen mal anders

Eigentlich ändert sich ja nur ein Buchstabe von Mai nach Rai, aber der Weg dahin ist bergig, kurvig und holprig und die nicht ganz so seefesten Familienmitglieder haben trotz einer Überdosis an Ingwertabletten schwer mit ihrem Mageninhalt zu kämpfen. Als allerdings das Mädel in der Reihe vor uns eine Packung getrockneten Fisch aufreißt, um ein Selfie davon zu machen wie sie ihn in den Mund steckt, nur um das bei Facebook zu posten, wird auch Laila und mir von dem Gestank fast schlecht. 
Aber wir überstehen auch das, finden schließlich ein Taxi am Busbahnhof und müssen dann in unserem Hotel erfahren, dass wir ein Jahr zu früh angereist sind. Kein Wunder, dass da noch Zimmer frei waren - in 2014 leider nur noch für diese eine Nacht. Es ist also Weihnachten und wir haben keine Herberge – woher kommt mir das denn bekannt vor :-)
Wir ziehen also am nächsten Morgen ins Chiang Rai Hotel, das die Atmosphäre einer JVA hat, aber immerhin sauber und zentral gelegen ist. Wir finden ein nettes Restaurant am Fluss, wo wir Heiligabend verbringen wollen. Den restlichen Tag wandern wir durch Chiang Rai und um 18.30 Uhr machen wir uns mit einem Sack Geschenke auf den Weg. Wir werden mittelmäßig enttäuscht. Das Restaurant hätte auch abends nett sein können, wäre es nicht mit 200 Watt Birnen ausgeleuchtet und mit smartphonesüchtigen Chinesinnen gefüllt. Da fällt es schon schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen, aber die Geschenke kommen trotzdem gut an und die Chocolate Lava am Ende versöhnt uns wieder halbwegs. Wir nehmen noch einen Cocktail in einer Bar mit Rasta-Weihnachtsmann und das war es dann: unser Weihnachten 2014!
Am nächsten Morgen haben wir einen Fahrer angeheuert, der uns zum Golden Triangle fahren soll. Erst machen wir noch einen Abstecher zu einem Tempel und einer Teeplantage bevor wir schließlich am Goldenen Dreieck ankommen. Aus irgendwelchen Gründen hatte ich davon immer so eine romantische Vorstellung von Dschungel, Nebel, Dschunken und verruchten Gestalten. In der Realität findet man dort eine Reihe von Souvenirläden, eine Aussichtsplattform, ein Schild und blickt auf die chinesischen Spielkasinos auf der laotischen Seite des Mekongs. Die haben dort nämlich kilometerlang Land aufgekauft und pflastern es erfolgreich mit Kasinos und Vergnügungsparks zu, da Glücksspiel sowohl in China als auch in Thailand verboten ist. Im Anschluss besuchen wir das Opium House, eine sehr interessante und aufschlussreiche Ausstellung über die Geschichte des Opiumhandels und –konsums.
Am 2. Weihnachtstag unternehmen wir eine weitere Tour – diesmal in die andere Richtung. Wir baden in einer heißen Quelle, erklettern einen Wasserfall (nicht ganz einfach ohne Kreuzband!) und besichtigen schließlich noch den White Temple – eine Art Neuschwanstein auf thailändisch - und das Black House – eine bizarre Sammlung von Knochen, Fellen, Phallussen in düsteren Holzhäusern.
Dann sind wir eigentlich durch mit Chiang Rai und es sollte am nächsten Tag per Bus nach Phrae gehen. Aber natürlich läuft es mal wieder nicht nach Plan. Stefan fängt sich einen Virus ein und hat wenig Lust 4 Stunden eingepfercht in einem Minibus ohne Toilette über thailändische Landstraßen zu holpern. So hängen wir eine Nacht in der JVA dran, streichen Phrae und Sukhothai und werden stattdessen früher nach Bangkok fliegen - wir sind ja flexibel :-).



 

Montag, 22. Dezember 2014

Chiang Mai - Lost in Thailand

So, dann sind wir am Ende also doch wieder in Thailand gelandet. Nachdem wir wochenlang gedanklich halb Asien bereist, aber nichts gebucht haben, waren alle anderen Optionen dann entweder mittlerweile zu teuer oder kamen aus anderen Gründen wie zu hohem Taifun-, Malaria- oder Entführungsrisiko nicht in Frage. Ich glaube, wir werden langsam alt!
Nun sind wir also in Chiang Mai in Nordthailand gestrandet und es gibt natürlich Schlimmeres, denn Chiang Mai ist durchaus eine coole Stadt mit alten Tempeln und neuer Kaffeekultur. Cool allerdings im doppelten Sinne, denn nachts fallen die Temperaturen auf 12 °C und da ich in Kuala Lumpur alle wärmeren Sachen systematisch aussortiert habe, müssen wir mehrere Schichten anziehen, um nicht zu frieren.
Die ersten vier Tage entfernen  wir uns eigentlich nicht weit vom Stadtkern, denn da Laila vormittags endlich mal was für die deutsche Schule tun muss, kommen wir nie vor 15.00 Uhr aus dem Hotel. Aber auch da gibt es genug zu entdecken. Wir landen in einem Tempelmuseum, in dem so lebensechte Figuren von Mönchen sitzen, dass man jeden Moment damit rechnet, dass sie aufstehen und weggehen. Wir bummeln über den Ansarn Nightmarket, auf dem es, wie wir später noch feststellen werden sehr entspannt zugeht und die Weihnachtsmusikbeschallung nichts ist gegen die aggressive Thaiboxen-Werbung und das Gedränge, das wir zwei Tage später auf dem richtigen Nightmarket erleben und den wir nur noch mit fliegenden Fahnen wieder verlassen.
Anlass zur Verzweiflung gibt auch immer wieder die Planlosigkeit der Rót Daang (rote Trucks) Fahrer. Der Stadtkern von Chiang Mai ist von einem quadratischen Wassergraben umgeben, an dem man sich eigentlich super orientieren kann. Aber zeigt man auf der Karte, an welche Ecke des Quadrats man will, erntet man immer wieder nur fragende Blicke. Aber vielleicht haben wir da auch irgendwas noch nicht verstanden.
Ein absolutes Highlight ist die 3D Art Ausstellung. Wir haben gar keine genaue Vorstellung, was uns erwartet und fragen ganz naiv, ob man in der Ausstellung fotografieren darf. Die Mädels am Eingang halten uns daraufhin vermutlich für die totalen Deppen, denn die ganze Ausstellung ist nur genau dafür gemacht. Es macht riesigen Spaß lustige Szenen vor, in und mit den Bildern darzustellen und wir verbringen mehrerer Stunden damit bis der Speicherchip der Kamera endgültig voll ist.
Um unseren Aktionsradius endlich mal etwas zu erweitern, beschließen wir ein Auto zu nehmen. Auf der Suche nach einem Mietwagen entdecken wir ein neues Viertel in der Altstadt mit vielen netten Cafes, Restaurants und Shops und da wir sowieso das Hotel wechseln müssen, ziehen wir auch gleich dort hin – einen Mietwagen bekommen wir allerdings trotzdem nicht L. Alle großen Autovermietungen sind bis Ende Januar ausgebucht und es macht sich auch so langsam bemerkbar, dass hier High Season ist. Die Stadt füllt sich nach und nach - insbesondere mit Chinesen, die offenbar nach dem chinesischen Kinohit ‚Lost in Thailand‘ alle den Originalschauplatz besuchen wollen. Nachdem wir bei einer dubiosen Autovermietung doch noch einen Mietwagen ergattert haben, machen wir uns auf zum Doi Suthep - dem Hausberg von Chiang Mai.
Wir stellen schnell fest, dass wir nicht als Einzige die grandiose Idee haben, den Tempel dort zu besuchen. Menschenmassen schieben sich die 306 Treppen hoch, bewaffnet mit IPhone und Selfiearm, um an jedem Treppenabsatz noch wieder ein weiteres Gruppenfoto zu machen. Ich bin kurz vorm Amoklauf.
Vielleicht auch deshalb kommen wir auf die Idee, den Abzweig zu einem Dorf, das im Lonely Planet als ‚off the beaten track‘ beschrieben wird, zu nehmen ohne das Warnschild an der Einfahrt zu lesen. Die Straße ist einspurig, links geht es einen Abhang hinab, man kann nicht wenden und es kommt wie es kommen muss – Gegenverkehr, 3 Autos hinter uns, kein 4WD und jede Schramme am Auto kostet 5000 Baht. Nach einer gefühlten Stunde haben wir uns da raus manövriert und bei der nächsten Gelegenheit wenden wir, hoffen auf keinen weiteren Gegenverkehr und sehen zu, dass wir wieder auf sicheren Boden kommen. Ich werfe noch schnell einen Blick auf das Warnschild, was Autos wie unserem Ford Fiesta ziemlich eindeutig davon abrät diese Straße zu befahren.
Danach ist uns die Lust auf weitere Exkursionen vergangen. Wir machen uns auf den Heimweg stellen das Auto vorm Hotel ab und erledigen den Rest des Tages zu Fuß. Am Sonntag nehmen wir uns den höchsten Berg Thailands, den Doi Inthanon, vor. Hier ist die Lage etwas entspannter, vermutlich weil die Fahrt von Chiang Mai fast 2 Stunden dauert. Die Tempel kurz vor dem Gipfel erreicht man tatsächlich über Rolltreppen, vor dem Gipfelschild schaffen wir es erstaunlicherweise ein Foto zu machen ohne erst mehrere chinesische Reisegruppen abwarten müssen und Hin- und Rückweg verlaufen ohne größere Zwischenfälle. Nach Massage (Stefan), Fish Spa (Laila) und Haarefärben (Susanne) beschließen wir noch eine Nacht in Chiang Mai dranzuhängen und schlagen uns über den Walking Sunday Market, der seinen Namen nicht verdient hat, da man sich maximal im Schneckentempo vorwärts schieben kann, was mit Walking wirklich nichts zu tun hat. Aber so langsam wird es auch Zeit weiterzuziehen, wir können langsam schon einen eigenen Reiseführer über Chiang Mai schreiben. Nächster Stopp und Anlaufstelle für den Weihnachtsmann: Chiang Rai
In diesem Sinne wünschen wir Euch allen schon mal
Ein frohes, glückliches und entspanntes Weihnachtsfest!


  Susanne, Stefan und Laila

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Good bye Perth, hello KL

Auch die letzten Tage verfliegen im Nu. Am Mittwoch nutzen wir noch einmal das schöne Wetter für ein letztes BBQ am Strand und grillen die übrigen deutschen Currywürste, Donnerstag stehen Christmas Carols in der Schule auf dem Plan und Freitag fange ich dann langsam an unsere Sachen wieder in den Rucksäcken zu verstauen.
Nicht ganz so einfach, denn auf unerklärliche Weise hat sich doch wieder mehr Zeug angesammelt als geplant. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir ganz gut im Plan liegen und dann kommt der Samstag und es läuft mal wieder alles aus dem Ruder. Packen, Putzen und Aufräumen dauern doch viel länger als gedacht und als wir endlich loskommen, um den Mietwagen abzugeben, schickt das GPS uns in die falsche Richtung. Die Autovermietung hat bereits geschlossen als wir ankommen, wir müssen den Wagen dort ungecheckt stehen lassen und stehen mit unseren ganzen Rucksäcken, Taschen und Tüten ziemlich unentspannt in der Hitze am Straßenrand in der Hoffnung, dass irgendwann mal ein Taxi vorbeikommt. Denn in der ganzen Hektik haben wir vergessen online bei Air Asia einzuchecken und müssen uns noch in die kilometerlange Schlange am Check-In einreihen - wohl wissend, dass wir viel zu viel Handgepäck haben - sowohl mengen- als auch gewichtsmäßig. Aber letztendlich sitzen wir im Flugzeug, erhaschen durch die Wolken einen letzten Blick auf die Skyline von Perth und damit ist das Kapitel Australien erstmal abgeschlossen. Zeit also für eine kurze Bilanz:
Wir haben den strahlendblauen Himmel, den kilometerlangen Strand und die Wellen jeden Tag wieder genossen, viele neue Dinge wie Rogaining, Bogenschießen, Wakeboarding, Sandboarding, Kitesurfen ausprobiert, alte Freunde wieder getroffen und neue gefunden. Haben uns vor Kakerlaken und Zecken geekelt und über die hohen Preise und Northside Rentals aufgeregt. Aber es war eine tolle Zeit, wir haben uns in Perth wieder einmal wie zu Hause gefühlt, werden es unglaublich vermissen und waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal da.
Dann der Kulturschock Malaysia - das Land der großen Häuser und ekeligen Toiletten.
Wir bleiben noch ein paar Tage bei Bekannten, die wir im letzten Jahr auf Tioman kennengelernt haben und die seit 5 Jahren in Kuala Lumpur leben. Wenn ich bisher dachte, unser Haus sei groß, dann werde ich jetzt eines Besseren belehrt. Das Haus hat 800 qm - in Worten: achthundert! - verteilt auf 5 Zimmer und einen 17 m Pool. Wow! Die Zimmer sind so riesig, dass eine Hälfte des Esszimmers nebenher noch als Fußballplatz dient. Am Sonntag nutzen wir alle Annehmlichkeiten der Wohnanlage, die auch noch über ein Clubhaus mit 25 m Pool, Fitnessraum und Restaurant verfügt. Abends gehen wir in ein lokales Restaurant und essen Roti, eine Art gefüllter Pfannkuchen aus Strudelteig und ein malaysisches Nationalgericht.
Laila ist nicht böse, dass wir sie am Montag mit den anderen Kids zu Hause lassen, während Stefan und ich einen Ausflug nach KL City unternehmen. Wir trinken Kaffee an den Petronas Towers, laufen durch Chinatown, Essen Chicken Tikka in Little India, Shoppen in der Mid Valley Megamall und genießen es, uns einfach durch die Stadt treiben zu lassen ohne einen Plan haben zu müssen. Abends specken wir unser Gepäck ordentlich ab - der Rest bleibt bis zu unserem Heimflug in KL - und morgens um vier Uhr geht mit leichtem Marschgepäck zum Flughafen und in die letzte Etappe nach Nordthailand und Kambodscha.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Wakeboarding, BBQ und Moonlight Cinema

Unsere letzten Tage in Perth sind so ausgefüllt mit Aktivitäten, dass ich nicht mal dazu komme einen neuen Post zu verfassen.
Nachdem Montag bis Donnerstag nichts weiter Erwähnenswertes passiert, starten wir am Freitag mit einer neuen Freizeitbeschäftigung - dem Wakeboarden (wie Kitesurfen ohne Kite oder Snowboarden auf dem Wasser). 'Wir' ist genau genommen leider nicht richtig, denn mit lädiertem Knie kann man das nicht machen, so sind also nur Laila und Stefan am Start. Die Anlage ist nagelneu und besteht aus einem Anfängertümpel und einem größeren See mit den entsprechenden Sprungschanzen für die Könner. Die beiden sind offenbar relativ begabt und meistern den Anfängerlift schon nach kurzer Zeit, so dass sie nach einer Stunde bereit sind für den großen See.
Aber leider lässt sich der Anfangserfolg nicht auf den großen Lift übertragen, wo der Start deutlich schwieriger ist, weil der Lift schneller fährt. Und nach jedem Fehlstart muss man sich wieder hinten anstellen, so dass Stefan einen Großteil der Zeit nass und schlotternd in der Schlange steht und Laila schon von vornherein kneift. Irgendwann ist glücklicherweise die gebuchte Zeit um - nach dem 3. Fehlstart wird es als Zuschauer ja doch etwas langweilig - und wir fahren zurück nach Perth, gehen zum Spanier Tapas Essen und stehen 14 Stunden später wieder am Lift, da das Ergebnis vom Vortag offenbar doch nicht ganz befriedigend war. Das ändert sich leider aber auch am Samstag nicht groß. Zumindest Laila schafft einmal den Start, macht dann aber in der ersten Kurve den Abgang  und als Stefan es beim letzten Versuch vor Ladenschluss endlich schafft ein paar Meter zu fahren, gibt es Standing Ovations vom Ufer und anerkennendes Schulterklopfen für so viel Ausdauer. Ich bin ein bisschen erleichtert, dass wir am Sonntag unser Abschieds-BBQ am City Beach geplant haben und so nicht noch ein weiteres Mal zum Wakepark fahren können.
So verbringen wir einen herrlichen Tag am Strand, der leider bei Laila und Sara trotz Lichtschutzfaktor 50+ mit einem Sonnenbrand endet. Für 6 Stunden dauerbaden reicht hier trotz Nachcremens selbst das nicht aus. Montagabend sind wir bei Sharron und Ken eingeladen und Dienstagabend haben wir Karten für das Moonlight Cinema. Wir liegen auf Beanbags im Kingspark, essen Chips, hören den exotischen Geräuschen im Wald zu, sehen uns die Vorpremiere von 'Paddington' an und sind ein bisschen wehmütig, dass wir Perth so bald schon wieder verlassen müssen.

Montag, 1. Dezember 2014

Vanillekipferl und Bogenschießen

Wettertechnisch legt die Woche einen super Start hin - es bleibt selbst abends auch mal richtig warm - lässt dann aber leider stark nach. Am Mittwoch braut sich ein ordentliches Gewitter zusammen, dass zwei Tage um und über Perth kreist und jede Menge Regen und einen ordentlichen Temperatursturz mit sich bringt. Wir nutzen die Gelegenheit, um wenigsten ein bisschen den deutschen Weihnachtstraditionen zu frönen und Plätzchen zu backen. Nun ist 'schlechtes Wetter' natürlich relativ und als die Sonne schlagartig wieder durchkommt, erreichen die Temperaturen in der Küche unter Mitwirkung des Backofens mal schnell 35 °C. Da kann man verstehen, dass Plätzchenbacken hier nicht ganz so weit oben auf der Hitliste der vorweihnachtlichen Aktivitäten steht. Ein weiteres Highlight dieser Woche ist die Eröffnung von Spudshed - einem 24/7 Fresh Food Market. Sehenswert ist weniger das Angebot und die günstigen Preise, als der unglaubliche Ansturm am Eröffnungstag. Auf dem Parkplatz herrscht Ausnahmezustand, die Schlangen an den Kassen sind meterlang und die Einkaufswagen ächzen unter ihrem Gewicht. Unglaublich, vor allem wenn man sieht, was hier sonst an Geld in Restaurants und für Freizeitaktivitäten rausgehauen wird. Aber gibt es mal ein Kilo Kartoffeln umsonst und Mangos für 'nen Dollar ... :-)
Ehe wir uns versehen steht schon wieder das Wochenende vor der Tür. Die Zeit rennt und uns bleiben gerade mal noch 2 Wochen in Perth. Samstagmorgen packen wir also wieder unsere Kühltasche und machen uns diesmal auf den Weg nach Süden. Das Ziel ist Rockingham bzw. Penguin Island.
Dort waren wir vor fünf Jahren auch schon mal, haben aber keinen Pinguin zu Gesicht bekommen und diesmal erfahren wir auch warum. Die Kollegen sind nämlich tagsüber auf Futtersuche und schwimmen zu diesem Zweck irgendwo im Ozean rum. Einen Daheimgebliebenen, der wohl auf Diät ist, erspähen wir unter einer Treppe und die Jungs auf der Pflegestation können wir bei der Fütterung besuchen, aber wenn die Benamsung der Insel nach der Mehrheit der dort sichtbaren Vögel erfolgt wäre, hätte sie sicherlich Seagull Island heißen müssen.
Abends haken wir noch einen weiteren Punkt auf unserer To-Do Liste ab: Sonnenuntergang mit Fish & Chips am Cottesloe Beach.
Sonntag gibt es dann wieder ein bisschen Aussie-Busch-Feeling. Wir fahren mit Andrew und den Kindern zum Bogenschießen in einen Archery-Park irgendwo in den Perth Hills. Meine Erfahrung im Bogenschießen beschränkt sich auf den einmaligen Versuch im All-Inclusive-Mallorca-Club Urlaub - da hätte ich fast den Animateur erschossen :-) - und die heimische Playstation. Aber wie sich rausstellt war Andrew mit 16 Jahren australischer Meister im Bogenschießen, so dass wir in guten Händen sind, tatsächlich auch das ein oder andere Ziel treffen und unversehrt nach 15 Zielen wieder am Bogenverleih ankommen. Auf Lailas Weihnachtswunschliste steht jetzt an erster Stelle 1 Pfeil und Bogen und die Überlegungen, wo man in unserem Garten am besten eine Zielscheibe aufstellen kann, laufen bereits auf Hochtouren :-)

Bowling, Beuteltiere, Currywurst

Auf Lailas Geburtstag mit Kuchenessen, Bodysurfen, Pastaessen und Movienight folgt die Geburtstagsparty.
 Es geht zum Bowling und da die Anzahl der Gäste ist diesmal eher übersichtlich ist, dürfen (müssen) wir auch mit bowlen. Und so nennt man mich jetzt dank der hochgeklappten Kinder-Reling auch Striking Susi, denn ich lande gleich vier Strikes nacheinander und gewinne haushoch die erste Runde. Wie das Ganze ohne die Reling ausgegangen wäre, möchte ich hier nicht kommentieren ;-). Nur soviel: mein Name wäre dann wohl eher Ratten-Susi. Durchaus zufrieden bin ich auch mit meiner ersten Golfrunde nach zweijähriger Pause. Da Laila Freitag von einer Freundin zum Burgeressen eingeladen ist, nutzen wir die Gelegenheit zu einer 9-Loch Runde Twilight-Golf und es scheint mir zunächst einfacher mit einen kleinen Ball ein kleines Loch als ohne Hilfsreling mit einer großen Kugel 10 große Kegel zu treffen. Nachdem meine anfänglichen Glückssträhne allerdings nachlässt, stelle ich einmal mehr fest, dass das Frustrationspotential beim Golf extrem hoch sein kann, auch wenn das ganz große Desaster glücklicherweise ausbleibt. Im Rahmen unseres 'wir müssen an den letzten Wochenenden noch das Umland erkunden'-Programms nehmen wir uns diesmal die östliche Himmelsrichtung vor. Dort gibt es den Caversham Wildlife Park und das Swan Valley.
Der Park beherbergt so ziemlich alles, was Australien an Vögeln und Säugetieren zu bieten hat. Der Renner sind die knuddeligen Koala-Bären sowie das Känguru-Gehege, in dem man 50 freilaufende Kängurus und Wallabies füttern und streicheln kann. Den Ausruf "ooohhhh, sind die süß" haben wir an dem Tag gefühlte 500 Mal gehört. Ich kann aber auch nicht abstreiten, dass das 8 Wochen alte Wallabie sehr, sehr niedlich ist und es würde sich prima bei uns im Garten als Haustier machen :-). Nach vier Stunden haben wir dann genug Beuteltiere und darüber hinaus noch eine Farm Show gesehen und machen uns auf den Weg ins Swan Valley - bekannt hauptsächlich durch seine zahlreichen Weingüter - und seine deutschen Brauereien. Neben 'Elmars, in the Valley', die wir schon vom letzten Mal kennen, gibt es jetzt auch noch die leider völlig überteuerte Duckstein Brauerei. Die $10-Pommes zum Bier schenken wir uns deshalb auch, kaufen lieber bei Elmar echte deutsche Bratwürste und original Hela Curry Ketchup und bereiten uns damit zu Hause ein 1A Deutschland-Gedächtnis Essen zu.
Vielleicht liegt es an einer Überdosis Currywurst, dass wir am Sonntagmorgen so quälen müssen, um aus dem Bett zu kommen und zum City Beach zu fahren, wo Laila bei extrem starken Wellen und ungemütlichem Wind ihr Life Saver Training absolviert. Sie scheint das offenbar nicht weiter zu stören, denn auch nach dem vorzeitigen Trainingsende aufgrund der hohen Wellen, lässt sie sich noch eine weitere halbe Stunde zusammen mit Stefan von den Wellen durch die Waschmaschine drehen.
Im Anschluss treffen Sharon und Andrew im Schwimmstadion, wo Aidan bei einem Wettkampf schwimmt. Für Laila ist das eine ganz neue Erfahrung bei einem Schwimmwettkampf nur auf der Tribüne zu sitzen und offenbar Motivation genug, selber wieder mit dem Schwimmtraining beginnen zu wollen, was sie am Montag tatsächlich in die Tat umsetzt. What a surprise! Naja, mal sehen, wie lange die Begeisterung anhält.

Beaches, Boarding, Birthday


Die Zeit vergeht schon wieder wie im Fluge und in vier Wochen ist der Abschnitt Perth vorbei - vorausgesetzt wir schaffen es in den nächsten Tagen endlich uns zu entscheiden, wo es als nächstes hingeht und den Flug zu buchen. Die Auswahl an potentiellen Zielen in Südostasien ist einfach zu groß. Ja, ich weiß: ein echtes Luxusproblem :-)
Die letzten Wochen und Wochenenden müssen wir nochmal für ein paar Trips in die nähere und weitere Umgebung nutzen. Deshalb stehen in dieser Woche Fremantle und Lancelin, 150 km nördlich von Perth, auf dem Plan. Freitagvormittag machen Stefan und ich uns auf den Weg nach Fremantle, bummeln am Hafen entlang und durch diverse Markets, essen deutsche Currywürste und trinken Kaffee am berühmten Cappuccinostrip. Samstagmorgen geht es dann Richtung Norden. Perth erlebt zur Zeit einen unglaublichen Wachstums- und den damit verbundenen Bauboom und so dauert es fast eine Stunde bis man die gigantischen Neubaugebiete, die sich die Küste entlang ziehen, hinter sich gelassen hat und man wieder einen wenig das Gefühl der australischen Abgeschiedenheit verspürt.
Das erste tote Känguru am Straßenrand lässt dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Die Landschaft ist trocken und sieht wenig fruchtbar aus und so ist es umso überraschender, dass wir hier die leckersten Erdbeeren wachsen, die wir bisher gegessen haben. Nach einem Kilo Erdbeeren und einer weiteren Stunde Fahrzeit erreichen wir den Sandboardverleih in Lancelin. Das ist nämlich der erste Tagesordnungspunkt: Sandboarding in den Dünen. Unser diesjähriges Alternativprogramm zum Skiurlaub. Den Aufstieg muss man hier leider ohne Lift bewältigen, aber wenn man das Board mit einer ausreichenden Menge Wachs präpariert hat, ist die Abfahrt ein riesiger Spaß. Den feinkörnigen Sand finden wir allerdings Tage später noch in Schuhen, Hosentaschen, Nase und Ohren wieder. Nach einem Picknick am Strand hilft zumindest oberflächlich ein Bad im Ozean gegen den allgegenwärtigen Sand, der sogar die 'Grüns' des Lancelin Golfclubs ersetzt.
Viel mehr hat Lancelin dann aber auch nicht zu bieten und wir starten in Richtung Süden, um uns noch Guilderton anzusehen - 150 Einwohner + 4000 Touristen. Hier gibt es neben dem kilometerlangen Strand auch noch den Moore River, der sich durch den Ort schlängelt und ins Meer mündet und ein beliebtes Ziel zum Kanufahren ist. Leider ist es dafür schon zu spät und wir müssen uns auf den Heimweg machen, solange die Kängurus sich noch in sicherer Entfernung von der Straße aufhalten - so wie die Familie, die wir kurz darauf erspähen.
Sonntag stehen Nippers, Surfen, Schulfest, Relaxen im Kingspark und Franzbrötchen Backen auf dem Plan und am Montag ist es dann endlich so weit: Lailas lang herbeiersehnter 11. Geburtstag!

HAPPY BIRTHDAY, meine Große!