Sonntag, 30. Mai 2010

Perth - Reparaturen und Rückreise

24. – 30. Mai 2010

Erste Aufgabe der neuen Woche ist es, das Auto wieder fahrtüchtig zu bekommen. Stefan macht einen mobilen Autoelektriker ausfindig, der eine neue Sicherung einbaut, was glücklicherweise das Problem behebt und sich kostentechnisch noch im Rahmen hält. Ein kleiner Nebeneffekt ist leider, dass das Radio nicht mehr funktioniert – eine weitere Sicherung wie wir ein paar Tage später herausfinden. Aber kaum steht das Auto wieder vor der Haustür, haben wir das nächste Problem. Der Wasseranschluss in der Küche, der schon bei unserem Einzug defekt war, tropft jetzt so stark, dass wir den Hauptwasserhahn abdrehen müssen, den wir natürlich erst mal gar nicht finden, weil er sich nicht etwa im Haus, sondern an der Strasse befindet. Genauso wie der Gashahn. Wenn sich also jemand einen Scherz erlauben möchte, kann er uns einfach mal im Vorbeilaufen Gas und Wasser abdrehen ;-) Unsere unglaublich schlechte Wohnungsverwaltung kriegt es aber immerhin hin schon am nächsten Tag einen Klempner vorbeizuschicken, so dass wir endlich wieder fließendes Wasser haben. Laila hätte allerdings sicherlich gerne noch ein paar Tage aufs Duschen verzichtet. Wollen wir mal hoffen, dass das jetzt alle Reparaturen waren, bevor wir abreisen. Zum Thema Abreisetermin gibt es nämlich noch ein paar Änderungen. Aus familiären Gründen haben wir beschlossen unseren Bali-Trip sausen zu lassen und eher nach Deutschland zurückzukehren. Allerdings müssen wir dank der Fussi-WM noch früher fliegen als wir eigentlich dachten, denn ab dem 12. Juni sind alle Flüge von Perth nach Dubai ausgebucht. So fliegen wir jetzt also am 12. Juni und landen am 13. Juni um 13.45 Uhr wieder in ‚Good old Hamburg’, so dass wir uns dann gleich passenderweise am 14. Juni zum Spiel Deutschland – Australien auf Rainers WM-Terrasse einfinden können. So bleiben uns jetzt also nur noch knappe zwei Wochen, um hier alles zu erledigen, den Bus zu verkaufen und unseren Abschied zu feiern, um dann aus den winterlichen 22° C in Perth in die sommerlicher 12°C in Hamburg zurückzukehren. Brrrrhhhh!!!! Am Wochenende haben wir dann noch mal eine weiträumigere Erkundungstour durch Perth unternommen. Besonders gut gefallen hat uns dabei Peppermint Grove – falls es noch Fragen zu unseren Vorstellungen in Sachen Immobilien gibt, habe ich ein Foto von dem passenden Objekt beigefügt ;-)

Auch Laila hat ein ereignisreiches Wochenende hinter sich. Am Freitag gibt es eine Schuldisko mit anschließender Übernachtung bei Sara, sowie Strandbesuche mit Fisch& Chips und Sonnenuntergang und vielleicht einem letzten Mal Bodysurfen im Meer. Ich fürchte, dass werden wir ganz schön vermissen!

Sonntagabend verfolgen wir dann im Fernsehen nebenbei den Eurovision Song Contest, der erstaunlicherweise sogar hier ausgestrahlt wird. Nur leider einen Tag später, so dass wir das überraschende Ergebnis schon kennen. Na ja, schon mal einer kleiner Trost, falls Deutschland nicht Fußball-Weltmeister wird ;-)))

Sonntag, 23. Mai 2010

Perth - Tennistraining und Autoelektrik

17. – 23. Mai 2010

Da Freya krank ist, bringen wir Laila diese Woche selbst zum Tennistraining und haben so die Gelegenheit die Fortschritte unserer Tochter zu begutachten. Eins ist sicherlich jetzt schon klar: eine zweite Steffi Graf wird sie nicht werden. Was nicht heißen soll, dass sie nicht vielleicht Talent hätte, denn sie trifft den Ball immerhin fast jedes Mal und meistens auch sogar übers Netz. Nur leider ist sie komplett resistent gegen jegliche Art von Kritik und Anweisungen und auch ihre Dynamik lässt ein wenig zu wünschen übrig – insbesondere beim Bällesammeln. Dafür ist sie immer die Erste, wenn es darum geht sich ein Belohnungs-Weingummi abzuholen. Aber vermutlich ist das genetisch bedingt, denn mein Bruder hat mir in unserer Kindheit auch immer vorgeworfen, dass ich Löcher in den Tennisplatz stehen würde. Der Rest der Woche ist ‚Business as usual’ und dann kommt das Wochenende und damit der Regen. Und so langsam fangen wir an zu verstehen, warum die Niederschlagsmenge in Perth im Jahr genauso hoch ist wie in Hamburg, obwohl hier ja meistens die Sonne scheint. Denn in den Regenmonaten von Mai bis September regnet es zwar nicht an vielen Tagen, aber wenn, dann dermaßen sintflutartig, dass man sich besser unter einem Dach aufhält. Damit haben sich für Samstag haben alle Outdoor-Aktivitäten erledigt und da auch keiner von Lailas Freunden Zeit hat, erbarmt sich Stefan schließlich und fährt mit ihr ins Aquarium. Der Aquarium- besuch selbst ist ein voller Erfolg, was man von dem anschließenden Versuch das Auto zu starten nicht behaupten kann. Denn wieder einmal hat Stefan vergessen das Licht auszuschalten und die Batterie ist leer. Das wäre ja erstmal nicht so schlimm, denn es findet sich - wie auch beim letzten Mal - schnell ein hilfsbereiter Aussie mit Starthilfekabel. Die hohe Kunst besteht jetzt eigentlich nur noch darin nicht Plus und Minus zu verwechseln. Aber wie der Teufel so will… So steht unser Auto jetzt also vorm Aquarium und sagt keinen Mucks mehr bis am Montag hoffentlich ein mobiler Autoelektriker für viel Geld das Problem beheben kann. Aber damit nicht genug. Am Sonntag findet Stefan nämlich einen Anruf und eine Nachricht von Samstag auf seinem Handy, in der ihm ein freundlicher Mensch mitteilen wollte, dass er das Licht angelassen hat – denn die Telefonnummer steht ja groß und fett auf den Verkaufsschildern am Auto. Aber was nutzt das alles, wenn man das Klingeln und Piepsen des Handys einfach ignoriert… Fazit: Wir haben kein Auto mehr, nur verkauft ist es leider trotzdem noch nicht. Glücklicherweise hat Sharon etwas Mitgefühl und holt Laila am Sonntag zu einem Zoobesuch ab. Mit sieben Kindern toben sie durch den Zoo – wobei eins auch kurzzeitig mal abhanden kommt und beim Zookeeper wieder abgeholt werden kann – und haben mächtig viel Spaß bei Eis, Popcorn und Hotdogs, während wir einen ruhigen Sonntag mit Immobilienscout, Inspector Barneby und Käsekuchen verbringen.

Sonntag, 16. Mai 2010

Perth - Currywurst und Haifischzähne

10. – 16. Mai 2010

Nun ist leider doch soweit: es wird kalt in Perth. Kalt ist natürlich relativ, denn in Deutschland würde man bei diesen Temperaturen von einem durchschnittlichen Sommertag sprechen.

Todays forecast - 23°


Unangenehm wird es hauptsächlich abends, denn die Sonne gelangt zu dieser Jahreszeit nicht mehr ins Erdgeschoß unseres Hauses, so dass es sich tagsüber auch nicht aufwärmen kann. Bisher haben wir aber der Versuchung widerstanden eins dieser stromfressenden Monster wie Heizlüfter oder Radiator anzuschaffen, denn was das mit unserer Stromrechnung macht, haben wir ja schon in Neuseeland erfahren. So bleibt uns also nichts anderes übrig als die gute alte Wolldecke bis zur Nasenspitze zu ziehen. Aber das wird sich glücklicherweise nun in den nächsten Tagen doch noch ändern. Denn wir wissen nun endlich wofür der Gasanschluss in der Mitte der Wohnzimmerwand gut ist. Dort kann man eine Art Gasheizung anschließen und genau diese bekommen wir von Sharon geliehen, so dass das Frieren bald ein Ende hat. Zusätzlich haben wir noch für einen weiteren Ausweg aus der Kälte gesorgt. Wir haben unsere Flüge nach Bali gebucht. Leider bleibt uns mal wieder nichts anderes übrig als mit Air Asia zu fliegen, wollen wir nicht ein Vermögen für die Reise ausgeben. Und diesmal haben wir schon gleich beim Buchen unsere einschlägigen Erfahrungen gemacht. Die Internetseite ist so dermaßen katastrophal, dass es fast unmöglich ist nachträglich noch Änderungen vorzunehmen, ohne dass man mit sämtlichen Eingaben komplett von vorne beginnen muss – ich frage mich, ob das nie jemand getestet hat? Das führt letztendlich dazu, dass wir mehr Gepäck bezahlen müssen als wir voraussichtlich benötigen und gleich nach der Buchung noch mal eine Umbuchungsgebühr drauflegen dürfen, weil plötzlich aus unerfindlichen Gründen in der Buchung ein Flug erscheint, den wir nie ausgewählt haben. Nach einer Stunde in der Warteschleife der ‚Hotline’ geben wir auf – mit dem schweren Verdacht, dass die Telefone gar nicht besetzt sind – und bezahlen zähneknirrschend die Umbuchungsgebühr von $ 120. Immer noch besser als mitten in der Nacht zu fliegen. Damit steht jetzt also fest, wann wir Perth verlassen und bis dahin sollte es uns irgendwie gelingen das Auto zu verkaufen. Das läuft leider alles andere als optimal. Die Saison ist hier jetzt natürlich kurz vorm Winter zu Ende und es gibt demnach momentan keinen besonders großen Bedarf an Campervans. Darüberhinaus sind wir selbstverständlich auch nicht die einzigen, die ihren Wagen verkaufen wollen, denn viele gehen jetzt zurück in den europäischen Sommer und so kommt es, dass sich noch nicht ein einziger Interessent auf unsere Anzeigen und Aushänge gemeldet hat :-(. Das wird also noch spannend, aber genau genommen ist das ja nichts Neues. Das war in Deutschland und Neuseeland auch schon so und hat in letzter Sekunde dann doch immer noch geklappt.

Laila ist diese Woche auch nicht besonders gut drauf. Anscheinend hat sie sich einen Virus eingefangen und ist ungewohnt schlapp und müde. Fast jeden Abend verschwindet sie ohne die üblichen Proteste von selbst gegen 19.00 Uhr im Bett und verzichtet sogar freiwillig darauf bei Sara zu übernachten. Am Sonntag zieht sie sich dann endlich den zweiten Milchzahn, so dass die zweite Reihe des Haifischgebisses jetzt endlich ungehindert nach vorne wandern kann. Ich glaube, sie ist froh, dass damit für die nächste Zeit erstmal Ruhe ist. Denn ansonsten sind noch keine weiteren Wackelzähne in Sicht.

Das kulinarische Highlight der Woche sind sicherlich die deutschen Bratwürste, die wir auf einem Markt Malaga (in Perth, nicht in Spanien!) essen. Es gibt sogar so eine Art Currywurst, allerdings auf den australischen Bedarf angepasst im Brötchen und mit Zwiebeln. Dennoch irgendwie ein Stückchen Zuhause :-))

Sonntag, 9. Mai 2010

Perth - Marvellous Toys und Muttertag

3. – 9. Mai 2010

Die Top-Ereignisse der Woche sind sicherlich Lailas Schulaufführung ‚My marvellous toy’ und der Muttertag. Ansonsten ist hier nach dem Urlaub wieder so was wie Alttag eingekehrt mit den üblichen Aktivitäten wie Tennis, Schwimmen, Golfen… Aber auch diese Zeit ist schon in 6 Wochen wieder vorbei und wir haben so langsam angefangen uns mit unserer Abreise aus Australien und unserer Rückkehr nach Deutschland zu befassen. Wir haben unseren Campervan zum Verkauf ins Internet gesetzt – allerdings noch nicht mit allzu viel Erfolg und ich habe bei Immobilienscout24 einen Suchauftrag eingestellt – leider bisher auch nur mit mäßigem Ergebnis. Falls also jemandem in den nächsten Monaten ein Haus oder eine Wohnung zur Miete in Hamburg oder näherer Umgebung über den Weg läuft, kann er ja mal an uns obdachlose Weltreiseheimkehrer denken!!!

Am Freitag ist es dann endlich soweit: Lailas großer Auftritt mit dem Vorhang. Die Aufregung ist groß und im Gegensatz zu dem sonstigen morgendlichen Rumgetrödel, ist sie als erste fertig und drängelt, dass wir endlich losfahren sollen. Die Aufführung ist ganz niedlich, Laila öffnet und schließt souverän den Vorhang und der Song ‚My marvellous toy’ - im Original im übrigens von Peter, Paul and Mary ;-) – geht mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Es gibt noch ein Frühstück für die Eltern und dann ist das große Ereignis vorüber. Bleibt also nur noch der Muttertag. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit steht Stefan tatsächlich auf als Laila morgens im Schlafzimmer erscheint und stellt sich nicht wie sonst einfach tot. Ich darf so lange schlafen, wie ich will und als ich um 9.30 Uhr endlich verschlafen runterkomme, erwarten mich Bastelarbeiten, Blumen, Rührei und ein Packen Frauenzeitschriften. Grund genug den Rest des Sonntags faul auf dem Sofa zu verbringen, während Stefan mit Laila ins Scitech-Museum geht. Schade, dass Muttertag nur einmal im Jahr ist :-)

Sonntag, 2. Mai 2010

Perth - Back to school

25. April – 2. Mai 2010

Der 25. April ist ein Feiertag in Australien, der sogenannte ANZAC Day. ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps und deren Einsatz im ersten und zweiten Weltkrieg wird an diesem Tag dann auch gedacht. Ich muss gestehen, dass mir vorher gar nicht so bewusst war, dass auch Truppen von der anderen Erdhalbkugel dort involviert waren. Die Geschichtsstunde, in der das besprochen wurde, muss ich damals wohl geschwänzt haben ;-). Da der ANZAC Day in diesem Jahr dummerweise auf einen Sonntag fällt, wird in Western Australia dafür ersatzweise der Montag freigemacht. Da haben die Australier uns ja echt was voraus. Solche feiertagstechnisch katastrophalen Jahre wie dieses, kann es hier gar nicht geben. Für Feiertage am Wochenende gibt immer einen Ersatzfeiertag. Schließlich ginge einem sonst wertvolle Zeit fürs Surfen, Angeln oder Grillen verloren. Es ist kaum zu glauben, dass die Jahreszeit hier unserem Oktober entspricht. Es sind warme 29° C und an den Stränden wird fröhlich gegrillt, gepicknickt und gebadet. Leider ist das lange Wochenende ruckzuck vorbei und für Laila beginnen am Dienstag wieder Schule und sportliche Aktivitäten. In diesem Term gibt es keinen Golfkurs, stattdessen beginnt sie zusammen mit ihrer Freundin Freya jetzt mit einem Tenniskurs. Den Schwimmkurs hat sie auch gewechselt und geht jetzt mit Sara zusammen ins Challenge Stadium. In dem anderen Schwimmbad war das Wasser so eklig, dass es sich empfahl, die Chlorbrille nicht aufzusetzen – die Details lasse ich lieber weg -, so dass wir sie da nicht mehr hinschicken wollen und uns auch nicht. In der Schule steht im Moment das Theaterstück im Vordergrund, dass am nächsten Freitag von Lailas Klasse bei der Schulversammlung aufgeführt wird. Da Laila in der ersten Woche nicht da war als die Proben anfingen, bleibt für sie nur noch die tragenden Rolle, den Vorhang zu halten. Das sorgt für einige Tränen und Frustration, lässt sich aber leider nicht mehr ändern. Am Freitag haben wir zur Einweihung von Lailas neuem Reich Übernachtungsbesuch von Sara und ich muss zugeben, dass ich froh bin als sie am Samstagmorgen wieder abgeholt wird. Die beiden sind so aufgedreht, dass es kaum zu ertragen ist und ich ständig größere Verwüstungen verhindern muss. Nachdem wir uns davon halbwegs erholt haben, lösen wir unser Versprechen ein und gehen mit Laila ins Kino, um ‚How to train your dragon’ in 3D zu sehen. Ein super Film, auch für Erwachsene! Sonntag machen wir einen Ausflug nach Fremantle. Dort gibt es einen alten Lagerschuppen, in dem jetzt ein Markt und eine Fressmeile sind und auf einer kleinen Bühne gibt es Live-Musik. Das Highlight sind allerdings die Delfine, die vor einem Tanker herschwimmen, der in den Hafen geschleppt wird und dann fröhlich die anderen Boote umkreisen. Ich könnte ewig zuschauen wie sie fröhlich aus dem Wasser springen, nur Laila verliert nach 10 Minuten natürlich die Geduld und so machen wir uns wieder auf den Weg. Trotzdem ist es ein tolles Erlebnis – nur leider, wie so oft, liegt der Fotoapparat mal wieder im Auto :-(.