Wir sind also tatsächlich angekommen! In Argentinien! In
Cafayate! Auch wenn es diesmal so schien als wollte Omikron uns noch auf den
letzten Metern die Reise verderben.
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| Felsformation Castellos in der Quebrada |
Eigentlich haben wir unsererseits alles getan, was man so
tun kann. Maske tragen, Abstand halten, Boostern, keine größeren
Veranstaltungen und für eine Weile sah ja auch alles ganz entspannt aus. Bereits
Anfang November hatte Argentinien die Grenzen auch für ausländische Touristen
geöffnet und wir waren guter Dinge. Und dann kam Omikron! Und plötzlich waren
es nicht mehr nur Bekannte von
Bekannten, die erkrankten, sondern auch immer mehr Menschen aus unserem
direkten Bekanntenkreis. Sieben Tage vor unserer Abreise haben wir uns dann mehr
oder weniger panisch in freiwillige Quarantäne begeben. Nicht weil wir
grundsätzlich Angst vor Omikron haben – irgendwann bekommen wir das vermutlich
sowieso alle mal – sondern weil wir zwingend einen negativen PCR Test
benötigten, um nach Argentinien zu reisen.
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| Salta: 1,70€ für 1l Bier! |
Die erste Entspannung stellte sich Sonntagnacht mit dem
negativen Testergebnis ein und die zweite, nachdem wir am Montagabend erfolgreich
für unseren Flug nach Argentinien eingecheckt und bei einem Glas Sekt in der
Lounge saßen. Sogar die Abreise zum Flughafen verlief ungewöhnlich entspannt.
Ohne sinnlose Aktionen wie Lastminute-Autowaschen oder Fitnesscenterbesuche
etc. kann man tatsächlich auch mal rechtzeitig fertig sein.
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| 250.000 Pesos in kleinen Scheinen |
Die letzte Hürde, die noch blieb, war die Einreise nach
Argentinien. Bei der Erfüllung der Vorgaben bezüglich der für Argentinien notwenigen
Versicherungen hatten wir noch eine offene Flanke hinsichtlich der Abdeckung
von Quarantänemaßnahmen für uns und dritte Personen. Sowas kann man in
Deutschland gar nicht versichern. Wie so oft im Leben hätten wir uns die Sorgen
komplett sparen können, denn in der Praxis hat das bei der Einreise letztlich überhaupt
keinen interessiert. Wir sind ganz problemlos durch die Immigration gerutscht
und haben uns für unseren Weiterflug nach Salta von einem Taxifahrer mit Formel
1 Ambitionen zum Domestic Airport kutschieren lassen.
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| Unser 'Häuschen' |
Nachdem an den europäischen Flughäfen so gut wie gar nichts
los war und auf einen Passagier ca. 3 Securityleute kamen, werden wir in Buenos
Aires von Menschenmassen überrascht, die sich an den Flughäfen tummeln. In Argentinien ist Sommer
und Ferienzeit und wären nicht die Gesichtsmasken, könnte man denken Corona hat
es nie gegeben. Abstandhalten ist hier mehr Theorie als gängige Praxis.
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| Andere Dimensionen hier |
Getoppt wird unsere Taxierfahrung aus Buenos Aires als wir
in Salta ankommen. Ich habe vermutlich selten in einer klapprigeren Kiste
gesessen, was den Fahrer aber nicht davon abzuhalten scheint, uns mit Höchstgeschwindigkeit
und unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln zu unserem Hotel zu bringen. Nach
überstandenem Höllenritt und halb legalem Geldwechseln, kann der Urlaub
beginnen und kostet dank des Wechselkurses von nun an nur noch einen Bruchteil
dessen, was man in Deutschland bezahlen würde. Unser erstes Bier auf dem Plaza
von Salta kostet 1,70 € pro Liter und unser abendliches Menü inklusive einer
Flasche Wein 25 € für uns beide zusammen. Leider führt die hier herrschende
Inflation aber auch zu absurden Situationen. Im Supermarkt müssen wir unseren
Einkauf nach jeweils 10.000 Pesos (ca. 45 €) bezahlen, bevor weiter kassiert
werden darf. Die Tatsache, dass unser Hinterzimmer-Geldwechsler uns nur mit 100
und 200 Pesoscheinen versorgen konnte, macht das Ganze nicht unbedingt
leichter, wie man sich vielleicht vorstellen kann.
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| La Estancia de Cafayate |
Am nächsten Morgen treten wir im Mietwagen die letzte Etappe
nach Cafayate an. Der letzte Teil der 3,5 Stunden langen Fahrt führt durch
teils spektakuläre Gebirgsformationen bekannt als die Quebrada. Die Formen bilden
eine wahnsinnige Kulisse, deren Farben sich abhängig vom Licht immer wieder
ändern.
Und dann sind wir da! Im kleinen, im Norden Argentiniens auf
1700 m Höhe gelegenen Ort Cafayate.
Unser Zuhause für die nächsten 2,5 Monate liegt auf der
Estancia - einem großen Weingut mit Fitnesscenter, Pool, Squash- und Tenniscourts
und Golfplatz. Nach unserer letzten Reise in unserem Campervan, in dem man
alles erreichen konnte ohne sich bewegen zu müssen, ist unser Haus hier das Gegenmodell.
Die Räume sind so überdimensioniert, dass man egal wofür, immer einen längeren
Weg zurücklegen muss. Daran muss man sich wohl auch erstmal gewöhnen!
Ich weiß nicht, ob es am Bergklima oder der Atmosphäre hier liegt,
aber seit wir in Cafayate angekommen
sind, bin ich so dermaßen tiefenentspannt wie seit langer, langer Zeit nicht mehr.
Wir gehen ins Fitnesscenter, Essen im Ort von Cafayate, Grillen bei Freunden
und genießen ansonsten die tolle Landschaft und das warme Wetter. Lediglich die
Tennisplätze hätte ich mir anders erhofft, denn die rissigen Betonplätze werde
ich meinen Beinen nicht zumuten.
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| Private Gym :-) |
Freitagmittag besuchen wir ein Restaurant auf einem Weingut
und erhalten im Anschluss spontan eine private Führung durch die Produktions-
und Lagerhallen und den Weinkeller. Hier ist alles so herrlich unkompliziert
und nebenbei lernt man mal eben eine Menge über den Weinanbau!
Aufgrund der Ferienzeit und sicherlich auch der
Coronasituation ist im abgelegenen Cafayate momentan deutlich mehr los als wir
es bisher hier erlebt haben. Auf dem Plaza im Zentrum tobt südamerikanischer
Trubel. Es wird mit Kind und Kegel gegessen, getrunken, gefeiert, geshoppt, aber
alles auf eine sehr angenehme Art.
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| Die erste Golfrunde |
Sehr angenehm ist auch meine erste Golfrunde am Sonntag. Das
erste Mal seit vielen Jahren spiele ich tatsächlich mal wieder alle 18 Loch und
das gar nicht mal so schlecht. Nur die 31 Grad Hitze bringen uns auf den
letzten Löchern an unser Limit, so dass ich jetzt ermattet im klimatisierten
Wohnzimmer liege und die Zeit dazu nutze diesen Beitrag fertigzustellen. Und
morgen fühlen sich meine Beine dann bestimmt schon wieder viel besser an :-)