Dienstag, 31. Oktober 2017

San Diego und New York - das Finale

Wir erreichen San Diego am frühen Nachmittag und stoppen an einem der zahlreichen Strände nördlich der Stadt. Es wimmelt dort nur so von Surfern und es gibt sogar Warnschilder an der Straße dafür.
Surfers Crossing
Unser Hotel liegt zentral zwischen City und Flughafen und das Zimmer ist erfreulich groß und nett und es gibt auf jeder Etage eine Laundry, denn mir gehen die Unterhosen aus. Nachdem wir eine Weile gechillt haben, bestellen wir uns einen Uber und fahren zum Old Town, dem mexikanisch gesprägten Teil von San Diego, um dort - na, was wohl - natürlich mexikanisch zu essen. Das Restaurant ist riesig und so ist auch der Margarita, den wir uns bestellen. Nach dem feisten Essen sind wir schließlich so müde, dass wir nur noch in den Uber und ins Bett fallen können.
Der Zoo in San Diego gilt als einer der besten der Welt und so müssen wir am nächsten Morgen da wohl hin.
Blick auf Mexiko
Die Temperaturen erreichen gegen 11.00 Uhr schon über 30 Grad Celsius - für diese Jahreszeit auch eher ungewöhnlich hier - und wir sind froh, dass es viele schattige Wege im Zoo gibt. Nach der initialen Bustour durch den Zoo, um einen Überblick zu bekommen, wandern wir zu Fuß durch die verschiedenen Kontinente. Aber ich muss sagen, dass mir der Zoo in Duisburg mit seinen großzügig angelegten offenen Gehegen deutlich besser gefallen hat. Zwar ist es toll, dass dank des Klimas alles so üppig grünt und blüht, aber die Gehege sind größtenteils doch sehr klein wie es in den Zoos früher üblich war. Die Hitze ist irgendwann unerträglich und wir haben keine Lust mehr, so dass wir uns auf den Weg zum Strand machen.
Seebrücke Imperial Beach


Der Ort heißt Imperial Beach und liegt direkt an der mexikanischen Grenze, was man alleine schon daran erkennt, dass kontinuierlich zwei Hubschrauber über dem Grenzstreifen und dem Meer kreisen. Darüber hinaus steht jedes zweite Haus zum Verkauf und es lungern viele verwahrloste Typen an Straßen und Plätzen herum. Der Strand selber zieht sich endlos hin und in der Ferne sieht man die Ausläufer von Tijuana. Wir fragen uns, ob man von Mexico hier rüber schwimmen kann, aber Wellen, Strömung und kreisende Hubschrauber lassen das nicht als sehr wahrscheinlich erscheinen.
Old Town San Diego
Wir haben genug und fahren nach Coronado, auf einer Halbinsel gelegen und bekannt durch das Hotel del Coronado, das durch seine prominenten Gäste und als Filmset berühmt wurde. Das spiegelt sich wohl auch in den Preisen wieder, denn das Bier kostet stolze 11$, aber der Sonnenuntergang ist wirklich toll. Essen gehen wir anschließend woanders. Im Gas Lamp District gibt es eine reichhaltige Auswahl an Restaurant, wir stolpern gleich am Anfang über ein griechisch-armenisches Fusion Restaurant: Meze auf griechisch. Sehr stylischer Laden und sehr lecker! Würde bestimmt auch bei uns gut ankommen.
Brooklyn Bridge
Am nächsten Morgen ist erstmal Waschtag, danach geht es Richtung Old Town, wo man sich die historischen Gebäude des früheren San Diego anschauen kann. Es ist unglaublich heiß, aber bevor wir in Richtung Strand fahren, müssen wir noch in die City um Schuhe zu kaufen. Und diesmal ist es leider wirklich ein MUSS. Aus unerfindlichen Gründen ist mein zweiter Nikeschuh verschwunden. Er muss irgendwie aus dem Auto gefallen sein und New York in Flipflops zu erkunden, scheint mir keine echte Alternative. Die Innenstadt rund um das Horton Plaza ist wie ausgestorben. Es lungern überall ziemlich abgerockte Typen rum, aber sonst ist nichts los. Wir fragen uns, ob das nur an der Hitze liegen kann. Schließlich habe ich wieder zwei Schuhe und wir fahren zum Mission Beach. Die Parkplatzsuche gestaltet sich mehr als schwierig und als wir endlich am Strand ankommen, ist die Sonne schon fast untergegangen und es zieht ein eiskalter Nebel auf, so dass uns die Lust auf ein Bad schnell vergeht. Wir essen noch etwas und dann bleibt nur noch der Weg zurück ins Hotel und Rucksäcke packen. Wie bei so vielen unserer Stopps hätten wir auch in San Diego gerne noch ein paar Tage länger verbracht.
One World Trade Center
Morgens um vier Uhr schmeißt der Wecker uns auch schon wieder aus dem Bett, denn bereits um 6:25 Uhr geht unser Flug nach Newark. Mit fünf Stunden Flugzeit und drei Stunden Zeitverschiebung kommen wir trotzdem erst nachmittags in New York an und sind so geschafft, dass es nur noch für einen Snack und einen gestreamten Film reicht bevor wir entschlummern und fast sogar noch das Frühstück verschlafen. Wir treffen uns mit Freunden in unserem Hotel und beschließen das schöne Wetter zu nutzen und über die Brooklyn Bridge zu spazieren. Leider kein Geheimtipp, sondern mehr eine Völkerwanderung, aber trotzdem ein toller Ausblick auf die Skyline und die Brücke. Wir nehmen die Metro zurück nach Chinatown, essen in Little Italy und versuchen dann eine Fähre nach Staten Island zu bekommen, wofür es leider schon zu spät ist. Auch die Schlange am One World Trade Center ist uns zu lang und so begnügen wir uns mit dem 9/11 Memorial und Museum. Vom Timesquare kämpfen wir uns durch  Menschenmassen durch zum Rockefeller Center, aber auch hier bekommen wir keinen zeitnahen Slot und buchen einen für den nächsten Tag. Ziemlich angenervt kämpfen wir uns weiter voran, treffen uns erneut mit unseren Freunden zum Essen auf einem Food Market und ein Bier im Pub, schaffen es dann immerhin noch auf das Empire State Building, vor dem wir noch zufällig andere Freunde treffen, mit denen wir am nächsten Tag verabredet sind. New York ist doch ein Dorf :-)
New York bei Nacht
Schließlich versuchen wir mit der Metro zurück zum Hotel zu gelangen. Ein absolutes Desaster! Wir warten eine halbe Ewigkeit, um dann festzustellen, dass unsere Bahn gar nicht mehr fährt und nehmen schließlich ein Taxi. New York hat uns irgendwie nicht lieb! Am Samstagnorgen treffen wir uns dann mit der ganzen Truppe am Rockefeller Center und trinken auf der öffentlichen Dachterrasse des Trump Towers zusammen einen Starbucks Kaffee, bevor wir uns (allerdings vorrangig der weibliche Teil) dann gemeinsam die 5th Avenue entlang shoppen. Stefan klinkt sich aus und unternimmt mit den übrigen Shoppingmüden eine Männertour zu den Sauriern im Natural History Museum. Schließlich ist es Zeit für unseren Besuch des Rockefeller Centers.
New York Stock Exchange
Wenn man glaubt, dass es schnell geht, wenn man eine Zeit gebucht, so ist das ein kompletter Irrglaube. Wir bringen Schlange um Schlange hinter uns und sind schon kurz davor die ganze Aktion abzubrechen, halten aber doch durch und letztendlich lohnt sich wenigstens der Ausblick. Es ist warm, trocken und die Sicht ist gut. Das ändert sich nämlich schlagartig am nächsten Morgen. Es schüttet aus Eimern als müssten wir das ganze schlechte Wetter nachholen, das wir in den letzten Wochen verpasst haben. Wir besorgen uns Karten für eine Bustour und laufen von dort zum Museum of Modern Art. Ein riesiger Fehler! In meinem ganzen Leben bin ich noch nicht so nass geworden. Die Gelsohlen meiner neuen Schuhe sind wie Schwämme (da wären die Flipflops tatsächlich besser geeignet gewesen), meine Jacke, Hose, Pulli sind komplett durchweicht und ich friere. Aber wir haben beschlossen, dass wir das jetzt durchziehen und so kämpfen wir uns tapfer durch einen Teil der Ausstellung und dann durch Madame Tussauds. Als wir schließlich im Restaurant sitzen und auf unsere Bustour warten, sind immerhin die ersten Schichten unserer Klamotten wieder getrocknet. Die Bustour 'The Ride' erweist sich als ausgesprochen kurzweilig.
Flughafen Newark
Es ist eine Kombination aus Sightseeing Tour, Comedy und Street Performance. Das Warten hat sich zumindest gelohnt. Tja, und dann ist es soweit. Der letzte Tag bricht an. Wir haben noch eine Bustour durch Downtown Manhattan gebucht - diesmal eine Kombination aus Sightseeing und Virtual Reality Show, spazieren noch ein bisschen durch die Wall Street und den Broadway und machen uns dann auf den Weg zum Flughafen. Dort sitze ich nun in der SAS Lounge und schreibe den letzten Post dieser Reise, aber wie immer bin ich auch diesmal sicher, dass es eine Fortsetzung geben wird. Schließlich muss ich noch Hawaii nachholen und noch ein paar weitere weiße Flecken auf meiner persönlichen Weltkarte schließen. Dann finde ich im Inflight Magazin von SAS erneut einen Artikel, der zeigt: die Skandinavier haben es einfach erkannt Das ist doch ein passender Abschlus für diesen Post und diese Reise und ein weiterer Grund in absehbarer Zeit wieder loszuziehen.


Dienstag, 24. Oktober 2017

Grand Cayon, Joshua Tree und Palm Springs

Tankstelle in Chloride
Frühmorgens verlassen wir Las Vegas. Wir haben noch eine lange Fahrt vor uns - ca. 5 Stunden bis zum Südrand des Grand Canyons. Einen kurzen Abstecher machen wir nur nach Chloride - früher eine kleine Minenstadt, heute eine skurrile Mischung aus Geisterstadt, Künstlerkolonie und Trailerpark. Unser Motel liegt in Tusayan kurz vor der Einfahrt zum Nationalpark.
Grand Canyon kurz vor Sonnenuntergang
So laden wir erst unsere Sachen ab und fahren dann weiter. Wir parken am Visitor Center und wandern von dort 2 Stunden am Rand des Grand Canyon entlang bis zur Grand Canyon Village. Anfangs ist es trotz des starken Windes noch warm, aber je tiefer die Sonne sinkt, desto kälter wird es und insbesondere Stefan und Laila, die nach Hawaii temperaturmäßig eher an 30 Grad gewöhnt sind, frieren wie die Schneider.
Motel an der Route 66
Nichtsdestotrotz ist der Grand Canyon deutlich beeindruckender als ich es mir vorgestellt hatte und wir sind im Nachhinein froh, dass wir nicht nur von Las Vegas aus den Schnelldurchgang zum Westrand gemacht haben. Leider ziehen kurz vor Sonnenuntergang Wolken auf, so dass wir nicht in den Genuss der leuchtend roten Felsen kommen, die man immer von Bildern kennt. Müde und durchgefroren machen wir uns auf den Rückweg. In der Dämmerung rennt uns leider ein Reh vors Auto, dank Stefans Ausweichmanöver kann es sich aber vermutlich nur leicht getroffen noch auf die andere Straßenseite retten und im Wald verschwinden.
Chulla Kakteen Garten
Trotzdem sind wir erstmal alle geschockt. Im Imax Kino in Tusayan schauen wir uns auf der gigantische Leinwand eine Dokumentation über den Grand Canyon an. Danach haben wir uns halbwegs von dem Schrecken erholt und haben Hunger. Der Mexikaner gegenüber unseres Motels ist gemütlich und hat leckeres Essen. Die unangenehme Überraschung kommt dann mit der Rechnung. Die Summe ist irgendeine Phantasiezahl und hat nichts mit dem zu tun, was man rausbekommt, wenn man die einzelnen Positionen addiert.
Skull Rock
Stefan sieht das sofort, beschwert sich, bekommt eine neue Phantasiesumme präsentiert, beschwert sich erneut und letztendlich zahlen wir den korrekten Betrag ohne einen Cent Trinkgeld und das sind fast 15$ weniger als zuerst berechnet. Wir sind uns 100% sicher, dass das kein Versehen war, denn auch unsere Tischnachbarn wundern sich über die Rechnung, beschweren sich aber nicht und zahlen am Ende den Betrag. Am nächsten Morgen wollen wir den Grand Canyon auch nochmal von unten sehen. Es gibt einen moderaten Track, der  2-4 Stunden dauern soll. Wir brauchen am Ende nur 1 1/2 Stunden. Die amerikanischen Zeitangaben sind offenbar sehr großzügig bemessen. O.k., wenn man sieht, was sich da alles den Canyon rauf und runter quält, sind auch vielleicht eher wir die Ausnahme. Zum Fuß des Canyons kommen wir allerdings auch nicht - so viel Zeit (und ehrlichgesagt auch Lust (gilt zumindest für Laila und mich)) haben wir auch nicht, denn wir wollen noch die Tour am Rand entlang zum Hermit's Rest machen und müssen anschließend noch ein paar Stunden bis Kingman fahren, wo einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Joshua Tree Nationalpark einlegen.
See am Barker Damm
Wieder obenangekommen gönnen uns zur Belohnung ein riesiges Eis, machen ein paar Fotostopps mit dem Shuttlebus zum Hermit's Rest und auf geht's. Das Motel in Kingman ist eine positive Überraschung. Es liegt an der Route 66 - so haben wir das auch gleich noch abgehakt - und ein klassisches Diner ist direkt mit angeschlossen, wofür wir sogar noch einen Gutschein für Chicken Wings bekommen. Das Bier kostet nur erfreuliche 4,50$ und es gibt dort endlich mal ein vernünftiges Frühstück. Was braucht man mehr! Gestärkt geht es los zum Joshua Tree National Park. Gegen Mittag kommen wir hungrig dort an und picknicken in der Nähe des Arch Rocks, den sie so gut versteckt haben, das Stefan und ich geradewegs vorbeilaufen, auf Grund der Hitze keine Lust haben weiterzusuchen.
Palm Springs von oben
Laila zieht nochmal auf eigene Faust los, um ein Foto davon zu ergattern, was zu einer kleinen Familienkrise führt, weil ich stinksauer bin, dass sie einfach verschwindet und auf mein Rufen überhaupt nicht reagiert. In der Wildnis mit Klapperschlangen, Dingos, Taranteln und sonstigem Getier kommen einem ja gleich - Hollywood sei dank - sämtliche Horrorszenarien in den Sinn. Nachdem der Familienfrieden wiederhergestellt ist fahren wir weiter zum Chulla Cactus Garden, einer riesigen Fläche bewachsen mit eben diesen blühenden Chulla Kakteen.
Grand Canyon Tag 1
Das sieht schon abgefahren aus insbesondere vor den dunklen, kargen Bergen im Hintergrund. Dann geht's zurück und zum Skull Rock, einem Felsen, naja...wie soll er schon aussehen? Der anschließenden Keys View ist nicht übermäßig aufregend, aber wir hatten wahrscheinlich in letzter Zeit zu viele Aussichten der Superlative. Toll ist dagegen das Hidden Valley mit seiner für die Wüste ziemlich üppigen Vegetation und den das Tal umschließenden Felsformationen. Und auch der Barker Dam ist nett, mit einen idyllischen, spiegelglatten See, in dem sich Berge und Bäume spiegeln und der offenbar auch gerne Brautpaaren für Fotoshootings dient. Dann ist das Kapitel Nationalparks abgeschlossen. Wir steuern Palm Springs an, kehren dort abends zur Abwechslung mal wieder bei einem Italiener ein und nach einem morgendlichen Bad im Pool und einem, auf Grund der Hitze nur kurzen Abstecher in die City von Palm Springs geht dann auf zur vorletzten Etappe nach San Diego.

Samstag, 21. Oktober 2017

Death Valley und Viva Las Vegas

HorseshoeLake
Mammoth Lakes ist im Winter ein Skigebiet und auch wenn noch ein Schnee liegt, fühlen wir uns bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und dem Geruch von Kaminfeuer wie im Skiurlaub. Wir fahren morgens zum Horseshoe Lake mit seinen abgestorbenen Bäumen, bilden uns aber ein von dem hohen CO2 Gehalt in der Luft Kopfschmerzen zu bekommen und treten schnell die Reise in Richtung Death Valley an.

Alabama Hills
Auf dem Weg von Mammoth Lakes zum Death Valley liegen die Alabama Hills – abgefahrene Steinformationen mit abgerundeten Hügeln und Bögen. Die Straße dorthin heißt Movie Road und auf underer Karte sind die Filmsets eingezeichnet, wo Filme wie die ‚Glorreichen Sieben‘ oder Lone Ranger‘ gedreht wurden. 100 Fotos später geht es schließlich weiter und hinein ins Death Valley.
Erster Blick ins Death Valley
Die Temperatur steigt stetig an und das klamottentechnische Zwiebelprinzip bewährt sich mal wieder. Nach Jacke, Pulli, langer Hose und dicken Socken am Morgen, reichen jetzt Shorts, Trägershirt und Flipflops. Erster Stopp im Valley ist ein Aussichtspunkt, der einen ersten Einblick in die beeindruckende Landschaft gibt. Doch das ist diesmal nicht das wirklich spektakuläre, sondern die Tarantel, die unseren Weg kreuzt und Motiv eines längeren Fotoshootings wird.
Erste Tarantel im Death Valley
Kurz vor Furnace Creek, wo wir übernachten, türmen sich die Mesquite Flat Dunes. Endlose Sanddünen, die man durchstreifen kann, wenn man genug Zeit hat. Uns reicht die Zeit vor dem Sonnenuntergang nur noch für einige Fotos, bevor wir in unser Oasen Hotel einchecken. Der nächtliche Sternenhimmel ist gigantisch - Milchstraße inklusive - und raubt Laila den Schlaf bei dem Versuch das perfekte Sternenhimmelfoto zu machen, insbesondere, da die Nacht sowieso kurz ist, weil Stefan und Laila am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang eine Runde Golf auf dem 70m unter dem Meeresspiegel gelegenen Golfplatz spielen wollen.
Mesquite Dünen
Danach geht es los, um die weiteren Highlights des Death Valleys abzureißen.  Wir wandern in den Golden Canyon, der wie der Name ja schon sagt, in der Sonne golden leuchtet, fahren zum Devils Golfcourse einer bizarr aussehenden, riesigen Gesteinswüste, zum Badwater Basin, mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt Nordamerikas, der Artist Palet, einer durch verschiedene Mineralien buntgefärbten Felswand und schließlich zum Zabriskie Point und Dantes View, die noch einmal grandiose Ausblicke über das Death Valley mit Salzsee und Gebirgsformationen gewähren.
Devil's Golf Course
Etwas überfrachtet mit Eindrücken verlassen wir das Death Valley in Richtung Las Vegas, wo nach so viel Natur Eindrücke anderer Art warten. Wir wohnen im New York New York direkt am Las Vegas Strip. Wir finden es super cool. Von außen wirkt es wie eine komprimierte Skyline von NY mit Empire State Building, Freiheitsstatue, Brooklyn Bridge und Co., innen wie Greenwich Village mit Restaurants und natürlich dem unvermeidlichen Casino.
Blick vom Zabriskie Point
Um das Ganze herum bzw. hindurch fährt eine Achterbahn. Hammermäßig! Ich hatte mir das nicht so beeindruckend vorgestellt. Das gleiche Konzept gibt es im übrigen auch mit Paris und Venedig, welche wir an unserem letzten Abend noch erkunden.
Dante's View
Außerdem scheint die Stadt nie zu schlafen. Egal zu welcher Zeit man durch Hotel und Straßen läuft, es immer was los. Es wird gezockt, getrunken, gefeiert. Für ein paar Tage auf jeden Fall mal sehr unterhaltsam. Eine Shoppingtour in einer der Outletmalls bauen wir auch noch ein, wobei sich das auf Grund unserer Gepäcksituation (besonders bei Stefan und Laila) auf Kleinigkeiten beschränkt.
New York New York
Am Donnerstag unternehmen wir einen Auflug zum Hooverdamm. Leider haben wir etwas Pech. Der Fahrstuhl ist defekt und es finden an diesem Tag keine Führungen mehr durch das Innenleben des Damms statt. A
Hoover Damm

ber auch von außen ist er sehr beeindruckend und im Visitor Center bekommt man auch so eine Menge Informationen über die Funktionsweise des Damms - auch wenn man sich vielleicht nicht jede Tafel hätte durchlesen müssen, Stefan ;-).
Hotel Luxor
Der Lake Mead, der durch den Damm aufgestaut wurde, ist allerdings momentan sichtbar auf einem ziemlichen Tiefstand, so dass Teile des Sees schon ausgetrocknet sind. Auf dem Rückweg nach Las Vegas müssen wir am Flughafen unseren Mietwagen tauschen, da es Alamo nicht möglich ist ihn zu einer vernünftigen Rate einfach nur zu verlängern.
Frühstück an der Brooklyn Bridge
Dann sind wir bereit für die nächste Etappe: Grand Canyon.
Ach ja, eine Anekdote gibt es aber noch zum Schluss. In unserer Sammlung 'Kopfläuse aus aller Welt' haben wir einen weiteren Kontinent hinzugewinnen können. Nach Europa und Australien, habe ich Laila in Las Vegas in mehrstündiger Arbeit jetzt auch von amerikanischen Läusen befreien dürfen. Wir hoffen die Serie demnächst in Südamerika fortsetzen zu können :-)))

Dienstag, 17. Oktober 2017

Monterey und Yosemite



Par 3 Loch Pebble Beach
Ein wenig traurig verlassen wir am Dienstagmorgen San Francisco. Wir hätten gerne noch einen Tag verlängert, aber unsere Unterkunft ist am nächsten Tag vermietet und so soll es wohl nicht sein. Wir machen uns also auf den Weg, um unseren Mietwagen abzuholen und dann in Richtung Monterey zu fahren. Wir legen noch einen Frühstücks- und Shoppingstopp ein, um bei TJMaxx (heißt tatsächlich so!) Jacken für Laila und Stefan zu kaufen, denn morgens und abends wird es bereits ungemütlich kalt. Dann geht es los. Wir stoppen für einen Snack in Santa Cruz, finden den angestaubten Charme mit antiker Achterbahn und Strandcasino aber nicht attraktiv genug, um uns länger dort aufzuhalten. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir schließlich in unserem Motel in Monterey an.
Sonnenuntergang am 17 Mile Drive
Die Entdeckung des Tages ist ein italienisches Restaurant, mit authentischer italienischer Küche, italienischem Wein und italienischem Flair. Ein echtes kulinarisches Highlight! Am Mittwoch nehmen wir uns den 17 Mile Drive vor. Landschaft und Strände sind beeindruckend und inmitten des Ganzen befinden sich mehrere der spektakulärsten und bekanntesten Golfplätze der Welt, was Stefan etwas unruhig macht und kurz überlegen lässt, ob er nicht doch die 500 € Greenfee hinblättern soll. Aber das geht vorbei und stattdessen gibt dann kostenlos Seelöwen, Seehunde und Seeotter und als Bonus sogar noch eine Gruppe Delfine, die in der Nähe von Carmel den Strand auf und ab patrouillieren. Wir bummeln noch ein wenig durch Carmel, trinken einen Kaffee und machen uns rechtzeitig auf den Rückweg, um noch den Sonnenuntergang über dem Meer zu sehen und einen Tisch beim Italiener zu ergattern.
Monterey Aquarium
Am nächsten Morgen checken wir aus und sind pünktlich um 10.00 Uhr am Monterey Aquarium. Schon beim ersten Stopp – den Ottern – hätte man stundenlang bleiben und zuschauen könnent. So süß!!! Aber auch der Rest ist super. Wir hätten noch viel mehr Zeit dort verbringen können, aber die Straße ruft. Wir müssen heute noch vier Stunden bis Oakhurst am Rande des Yosemite National Parks fahren. Samstagmorgen bevorraten wir uns mit einem ordentlichen Picknick und fahren in den Yosemite. Wir nehmen den Abzweig zum Glacier Point, von wo man einen tollen Blick auf den Half Dome hat – einen Berg, der aussieht wie eine halbe Eiskugel - sowie die Nevada und Vernal Falls. Wir haben richtig Glück mit dem Wetter, es ist sonnig und die Sicht ist hervorragend. Dass das auch anders aussehen kann, werden wir am nächsten Tag erfahren. Am Tunnel View stoppen wir für den Blick auf den El Capitan, ein krasses, steiles, 1000 m hohes Felsmassiv an dessen Fuß wir schließlich unser Picknick verspeisen. Am nächsten Tag lernen wir, dass der El Capitan voll mit Kletteren ist und der Aufstieg bis zu 5 Tagen dauern kann. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie man an einer Felswand hängend essen, schlafen und weiteres erledigen kann.
Half Dome

Sequoia Baum
Nach den Bridalveil Falls fahren wir in die Half Dome Village. Ein Fehler wie sich wenig später herausstellt, denn wir haben weder noch genug Zeit die Wanderung zum Mirror Lake zu machen, noch kommen wir wieder weg. Viele verlassen um diese Zeit den Park und eine halbe Stunde lang bewegt sich so gut wie gar nichts. Grrrhhhh! Das war ein klarer taktischer Fehler. Den nächsten Tag planen wir besser – so die Theorie. Leider haben die Ranger am Sonntagmorgen diverse Feuer gelegt (das erfolgt regelmäßig und gehört zur Waldpflege – schlechtes Timing!) und die Luft und Sicht sind so schlecht, dass man heute am Tunnel View den El Capitan fast gar nicht sehen kann und somit die Wanderung zum Mirror Lake komplett witzlos ist. Was soll sich da wohl spiegeln außer Qualm und Rauch?
Tufas im Sonnenuntergang
Außerdem brennen unsere Augen und Nasen und unsere einzigen warmen Pullis sind nach wenigen Minuten komplett verräuchert. So fahren wir  frühzeitig in Richtung Tioga Pass, erwandern auf dem Weg dorthin noch den Sequoia Wald - eine weitere Art von Mammutbäumen -  und verlassen den Yosemite Park auf der Ostseite über den Pass, der glücklicherweise noch offen ist, da noch kein Schnee gefallen ist. Das spart uns viele Kilometer. Auf dem Weg nach Mammoth Lakes liegt der Mono Lake, wo abgefahrene Gesteinsformationen, Tufa genannt, aus dem Wasser und an Land aufragen. In der untergehenden Sonne ein tolles Fotomotiv. Auf unserem Weg zum Auto begegnen wir niedlichen Streifenhörnchen, die offenbar in den von Höhlen durchzogenen Monolithen wohnen. Ich stelle es mir vor wie das Manhatten für Streifenhörnchen und Lailas Lieblingstier sind ab sofort nicht mehr Otter, sondern – na, was wohl ;-)?

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hello SFO

Landeanflug SFO
Nach 5 vollgepackten Wochen 'Heimaturlaub' bin ich wieder unterwegs. Ich habe mir bei SAS ein Upgrade in die Business Class ersteigert, denn bei der Vorstellung 12 Stunden - im schlechtesten Fall auf einem Mittelplatz - in der Economy eingepfercht zu sein, bekomme ich Panikattacken. So bringe ich trotz 2-stündiger Verspätung ganz entspannt den Flug hinter mich, weniger entspannt die sich endlos windende Schlange bei der Immigration und werde am Ausgang von meiner Familie erwartet, die nach ursprünglichem Plan zeitgleich aus Hawaii eintreffen sollte. Und spätestens in unserem Uber Taxi ist es als wäre ich nie weggewesen - und was kann man bei 5 Wochen Hawaii schon groß verpasst haben. Wir kommen in SFO im super gelegenen Airbnb Apartment von Freunden eines Freundes unter und werden gleich abends zum Essen eingeladen. Nach köstlichem Essen, ein paar Bier und kurzweiligen  Geschichten aus unseren jeweiligen Weltreisendenleben, muss ich endlich mein Jetlag wegschlafen, damit ich am nächsten Tag bereit bin für San Francisco. Das Wetter ist perfekt - angenehm warm und wolkenlos und wir unternehmen zunächst eine Wanderung mit Blick auf die Golden Gate Bridge und besuchen dann die Air Show in der Nähe. Seit Rammstein hat man ja immer ein komisches Gefühl dabei, wenn Flieger dicht bei einander oder aufeinander zu fliegen, aber es ist trotzdem sehr beeindruckend den 6 Flugzeuge der Blue Eagles zuzuschauen.
Blue scheint auch das Motto des Tages zu sein, denn nach den Blue Eagles geht es noch zum Hardly Strictly Bluegrass Festival. Ob das Gras immer blau war, das rund um uns geraucht wurde, weiß ich nicht, aber die Stimmung ist gut bei Neu- und Althippies und es ist ein perfekter Sommerabend im Park. Da nimmt man auch die 7 € für eine Portion Pommes in Kauf.
Am Montag versuchen wir einem frühen Start hinzulegen und nein, es klappt natürlich nicht. Laila ist noch schlechter aus dem Bett zu kriegen als vor fünf Wochen und ich werde in alter Gewohnheit angemault als ich sie zum 5. Mal auffordere endlich duschen zu gehen. Ich weiß jetzt wieder, was mir nicht gefehlt hat! Wir haben heute das Auto unserer Bekannten und wollen über die Golden Gate Bridge zum Muir Woods und nach Sausalito.
Alcatraz
Auf der Brücke machen wir einen Fotostopp  in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit mit vielen anderen, was anschließend auch für den Redwood Forrest zutrifft. In unserer Sammlung der Mammutbäume sind das jetzt die höchsten, in Neuseeland haben wir schon die breitesten gesehen. Nach so vielen großen Bäumen sind wir erschöpft und fahren über die Berge an den Stinson Beach, wo wir einen Powernap machen bevor wir zurück in Richtung Sausalito fahren.  Wir machen einen weiteren Fotostopp für Golden Gate Bridge und City Skyline und kehren zu Lailas Leidwesen im ‚Fish‘ – einer amerikanischen Version vom Gosh – ein. Am Dienstag müssen wir dann tatsächlich früh raus. Erstens müssen wir Lailas Kamera reinigen lassen, weil sie Flecken auf dem Sensor hat und zweitens haben wir Karten für die Fähre nach Alcatraz. Der Fotoladen ist sehr speziell. Der chinesische Inhaber scheint mit Frau und Baby darin zu leben. Zwischen Kühlschrank, Kinderwagen, Windeleimer und sonstigem Krempel liegen in ein paar verstaubten Vitrinen einige gebrauchte Kameras rum. Für saftige 45$ reinigt er immerhin erfolgreich Lailas Kamera und finanziert damit wahrscheinlich den Lebensunterhalt für den nächsten Monat.
Fahrt im Cablecar
Dann geht es nach Alcatraz. In der Nacht zu Montag sind nördlich von SFO riesige Buschfeuer ausgebrochen, so dass die Skyline von der Fähre aus leider kaum zu sehen ist. Dafür ist die Audioführung durch das Gefängnis von Alcatraz aber spannend und kurzweilig, gesprochen von ehemaligen Wärtern und Insassen. Wieder zurück müssen wir noch ein paar Tourispots abhaken: Fisherman’s Wharf, Farmer Market im Ferry Building, Cable Car, Chinatown und Lombard Street – die kurvenreichste Straße der Welt. Dann reicht es auch an Highlights und nach einem Essen beim Inder fallen wir in unseren Uber und ins Bett. Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden. Vieles haben wir noch nicht gesehen, aber wir wollen ja auch nochmal wiederkommen!

Sonntag, 8. Oktober 2017

Big Island und Maui


Mantas und Tigersharks hautnah
Die erste Hälfte unserer Zeit auf Big Island stand ganz im Zeichen von Lailas Tauchausbildung und natürlich zahlreicher Tauchgänge. Laila hat in drei Tagen fast 20 Stunden Theorie durchgepaukt und hervorragend bestanden. Nach einem Tag Poolsession ging es das erste Mal gemeinsam aufs Boot. Ich hatte vorab viel Respekt vor den berüchtigten Hawaiianischen Wellen und jeder empfahl mir dringend Drogen gegen Seekrankheit zu nehmen. Da ich als einziger Fahrer die damit einhergehende Müdigkeit nicht riskieren wollte, habe ich mich wieder einmal voll auf meine guten alten Ingwerkapseln verlassen. Am Ende ging alles gut, wir hatten allerdings auch ein paar ruhige Tage erwischt.
Die Tauchgänge waren teilweise spektakulär. Als wir an unserem Tauchspot ankamen sahen wir vom Boot aus bereits einen Tigershark. Diese gehören zu den beiden gefährlichsten Haien im Ozean, fressen aber nur selten Taucher. Auf unserem Tauchgang drehte ich mich gerade zu meinen Mit-Tauchern um, als ich diese wild gestikulierend in meine Richtung zeigen sah. Ich drehte  mich um und da war er, nur wenige Meter von mir entfernt. Ein fast 4 Meter langer Tigerhai! Irgendwie habe ich es geschafft ihn trotz oder gerade wegen des mega Adrenalinschubes mit unserer neuen Unterwasserkamera zu fotografieren. Was für ein cooler Screensaver und Hintergrund für mein Handy! Auf dem Tauchgang am nächsten Tag habe ich drei weitere dieser beeindruckenden Kreaturen gesehen und auch Laila hatte dieses Mal Glück. Ein Tigerhai bei Ihrem 1.Tauchgang, ich habe 20 Jahre gebraucht.

Laila taucht übrigens schon bei Ihren ersten Tauchgängen wie ein Profi, was sicherlich Ihrer extremen Affinität zu Wasser, aber auch ihrem Privatlehrer zu verdanken ist. One- on -one ist definitiv sein Geld wert!

Kann man den Tigerhai als Taucher noch toppen? Wenn ja, dann auf Hawaii. Kona ist weltberühmt für seine küstennahe Mantapopulation, mit einer Chance von fast 90%, dass man einen zu Gesicht bekommt. Leider haben wir eine sehr schlechte Phase erwischt und schieben daher unseren Mantatauchgang immer weiter auf. In den letzen zwei Wochen gab es 10 No-Shows, was sehr selten ist. Irgendwann können wir nicht noch länger warten, da man nach dem Tauchen am nächsten Tag nicht auf den 2500 Meter hohen Vulkan darf. An unserem Tauchspot angekommen, bringen die Tauchlehrer eine große Lampe auf den Meeresgrund. Es wird dunkel und das Licht zieht das nahrhafte Plankton an wie an Land die Mücken. Das winzige Plankton wiederum ist die Lieblingsspeise der gigantischen Mantarochen. Unten angekommen setzen wir uns mit den anderen Tauchern im Kreis um die Lampe wie um ein Lagerfeuer. Plötzlich erscheint aus dem Nichts ein riesiger Schatten und da war er, ein majestätischer Manta mit fast 3 Metern Spannweite und gleich dahinter ein etwas kleinerer. Die beiden faszinierenden Kreaturen ziehen Ihre Kreise, ziehen sich das Plankton zwischen die Kiemen und gleiten dabei wenige Zentimeter über unsere Köpfe hinweg. Die 45 Minuten bis wir wieder auftauchen müssen,  vergehen wie im sprichwörtlichen „Manta“-Flug. Laila ist als Taucherin nun endgültig gespoiled, der Mantatauchgang von Kona gilt als einer der besten Tauchgänge der Welt!

Glühende Lava und heiße Füße

Unsere Zeit in Kona ging nun zu Ende und wir hatten noch DAS Highlight von Big Island vor uns. Der Kilauea ist der einzige aktive Vulkan der Welt, an dem man als Tourist bis an die fließende Lava heran kann. Unser Guidebook „Big Island Revealed“ schreibt: „ If you can only do one thing on Hawaii, it has to be the volcano!“ (Die Revealed Guidebooks sind übrigens mit riesigem Abstand die besten, die wir je hatten. Lonley Planet ist Schrott dagegen, selbst die besseren).

Auf dem Weg dahin, machen wir noch einen Zwischenstopp am südlichsten Punkt der USA. Erwische die falsche Welle und du findest dich in der Antarktis wieder. Wir beobachten ein paar Daredevil, die eine 20 Meter hohe Klippe herunter springen und sich dann an einem Seil wieder die Felswand hochhangeln. Dann fahren wir zum Green Beach, der angeblich smaragdgrünen Sand haben soll. Allerdings muss man ca. 20 Minuten offroad fahren um dort hinzugelangen. Wir haben zwar einen Rangerover gemietet, aber zum Glück hat mir Randall empfohlen, die Strecke nicht selber zu fahren, sondern für 40 $ den Service einer einheimischen Familie in Anspruch zu nehmen, die einen bis zur Bucht und wieder zurück fahren. Die Karre sah so aus, als würde sie bereits beim nächsten Windhauch auseinander fallen. Wir mussten uns stehend auf der Ladefläche des Pickups an einer Stange festhalten. Truck-Surfing sozusagen. Teile der „Strasse“ waren das Härteste an „Strasse“ was ich je gesehen habe und das bezieht Australien mit ein. 40 $ well spent!

Leider war der Green Beach selber etwas enttäuschend, da er nicht so grün ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kann aber auch an meiner leichten Rot-Grünschwäche liegen. Aber das Truck-Surfing war ein Erlebnis, für das man anderswo alleine Geld hätte zahlen müssen.
Als wir endlich den Vulkan erreichten, wurde es schon langsam Dunkel. Im Qualm des Kraters reflektierte die glühende Lava, so dass er eindrucksvoll leuchtete. Am nächsten Tag fuhren wir erneut in den Nationalpark des Vulkans, da wir am Vortag noch nicht viel gesehen hatten. Es gab jede Menge erkaltete Krater uns Lavamassen in den abgefahrensten Formen und Farben. Das Highlight aber war nur durch eine weitere 1,5 stündige Fahrt und einen 4 stündigen Hike zu erreichen. Es gibt eine Stelle, an der die heiße Lava ins offene Meer fließt. Vom Parkplatz aus läuft man ca. 6 Km durch mondähnliche Landschaft bevor man an eine von Parkrangern bewachte Absperrung gelangt. Leider ist der eigentliche Ort des Geschehens noch ca. 800 Meter weg (früher kam man noch viel näher). Als wir uns auf den Weg machten, mussten wir feststellen, dass wir fast die einzigen Wanderer waren und die meisten Leute sich Fahrräder ausgeliehen hatten. Wir kamen kurz vor der Dämmerung an und warteten auf die Dunkelheit. Es war schon beeindruckend wie die glühende Lava ins dampfende Meer floss, wir wären aber gerne näher dran gewesen. Als wir uns gerade auf den Rückweg machen wollten, haben wir zum Glück einen Ranger gefragt, wo denn die ganzen Leute hinlaufen, die mit Taschenlampen Richtung Berg (Vulkan) verschwinden. „If you hike up there you can see surface lava, the only spot in the world where you can get that close. But it is a hard one hour hike through the Lavafield in the dark“ Wir überlegten kurz und machten uns auf den Weg.
Die meisten Leute kamen uns bereits entgegen und wäre da nicht noch ein anderes Pärchen gewesen, wären wir alleine in der Dunkelheit verschwunden. Es gab keinen Weg nur hügelige Lava. Nach fast einer Stunde fiel uns dann auf dass der Boden neben uns glühte. Es wurde immer heißer und alle paar Meter prüften wir, ob unsere Schuhsohlen bereits schmolzen. Noch ein paar Meter und da war sie. Aus dem Nichts floss 5 Meter orange glühende Lava direkt neben uns. Es war unglaublich heiß und wir tippelten permanent, damit unsere Sohlen sich nicht verflüssigten. Es war ein recht beänstigendes Gefühl, zu wissen und zu sehen, das nur wenige Zentimeter unter uns der Boden glühte. Länger als ein paar Minuten konnte man die Hitze und auch die giftigen Dämpfe nicht aushalten, daher machten wir uns mit leichten Kopfschmerzen auf den Rückweg. Lange Zeit habe ich gedacht, die Leute, die mir empfohlen hatten 6 Liter Wasser mitzunehmen hätten mich veräppelt, nun war ich froh dass ich die ganze Flüssigkeit hierher geschleppt hatte (pinkeln auf heiße Lava ist übrigen auch pretty cool).

Nach einer Stunde kamen wir  vom Lavafeld voller Stolz und Freude wieder auf den Weg, der  zum Parkplatz führte. Hier hätte der Tripp gerne zu Ende sein können. Leider hatten wir noch zwei Stunden Rückmarsch alleine durch die Dunkelheit. Der gigantische Sternenhimmel war aber eine Entschädigung und wir vertrieben uns die Zeit mit lautem Gesang. Alles in allem ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis!

Maui - A place to live

Maui ist unsere letzte Insel und was soll ich sage, das beste zum Schluss. Jede der Inseln war faszinierend und einzigartig, aber auf Maui könnte ich auch leben und das werde ich wahrscheinlich auch irgendwann. Die besten Strände, hohe Berge, relaxte Athmosphäre, jede Menge Aktivitäten und vor allem perfektes Wetter. Unser Airbnb war diesmal ein Condo nicht weit vom Strand weg. Jede Menge Platz und super ausgestattet, Pool und Waschmaschinen eingeschlossen. In unsere 10 Tagen auf Maui haben wir es langsam angehen lassen. Eine Mischung aus Strandaktivitäten (Surfen, Bodysurfen, Snorkeln, Tauchen und Sperrfischen), Arbeit, Bloggen und Schule. Die Highlights haben wir natürlich trotzdem mitgenommen.

Sonnenaufgang auf 3000 Metern
Schon in Deutschland hatte ich uns ein Ticket für den Haleakala Nationalpark reserviert. Ja, seit Anfang dieses Jahres muss man sich tatsächlich ein Ticket für den Sonnenaufgang reservieren, da die Parkmöglichkeiten begrenzt sind. Sonnenaufgang 6:15 Uhr heißt um 2:50 aufstehen, dann 2 h Serpentinen bis zum Gipfel des Haleakala. Der Aufwand hat sich aber gelohnt: Der Gipfel liegt oberhalb der Wolkendecke und wenn die Sonne durch die Wolken bricht, erleuchtet ein organgfarbener Teppich vor den Augen seiner Betrachter. Der Weg hinunter im Hellen eröffnet ungeahnten Weitblick über die Insel und den Ozean.


The Road to Hana - vielleicht die beste Cabriostrecke der Welt

Der zweite große Tagesausflug war die berühmte Road to Hana. 2 Stunden mit 600 Kurven durch Urwald und Küstenlandschaft mit unzähligen Scenic-Stopps und Wasserfällen. Das ganze bei offenem Dach in unserem Mustang, wie aus einem Film. Leider muss man in Hana wenden und den gleichen Weg wieder zurück fahren, wenn man keinen Allrad hat, aber man kann nicht alles haben. Beim nächsten mal dann Jeep und ganz rum.


Spearfishing and Freedivung -  new Hobbies?
Für unseren letzten Tag haben wir uns noch etwas ganz besonderes aufgehoben. Einen vier stündigen Kurs im Speerfischen, also Schnorcheln und Freediving mit Harpune. Ganz neue Skills für Laila und mich. Die beiden Jungs, die unseren Kurs durchgeführt haben, waren echt coole und nette Typen, die bis zu 90 Meter tauchen und über 6 Minuten die Luft anhalten können. Wir haben sehr viel gelernt, z.b. das wir bereits beim ersten Versuch die Luft länger als zwei Minuten anhalten konnten. Nun haben wir beschlossen uns auf über vier Minuten zu trainieren. Wird wohl ne 10er Karte fürs Hallenbad Pinneberg nötig.

Spearfishing macht tatsächlich süchtig. Man muss zunächst von der Oberfläche die richtigen Fische spotten. Wir jagen nur sogenannte „invasive Fish“, d.h. Fische, die von den Menschen nach Hawaii gebracht wurden, die aber hier nicht hingehören und große Schäden anrichten. Dann muss man im Freedive 10-15 Meter runtertauchen, zielen und treffen. Sehr anspruchsvoll aber machbar. Wir waren noch bei meinen ersten Übungschüssen, als Laila einen sogenannten „Royal“ entdeckte, ein invasiver Raubfisch. Aufgabe 1 bestanden, einen 25 cm großen Fisch aus 10 Metern entdeckt. Unser Guide drückte Laila die Harpune in die Hand und sagte Ihr, dass sie ihren ersten Übungsschuss auch gleich auf den Royal machen könne. Laila schnappt sich die Waffe, taucht 10 Meter runter wie ein Fisch, zielt und bumm. Treffer! Der Guide flippt an der Oberfläche fast aus. „You told me Laila was born for the Ocean, but that is sick (meint:unglaublich). I have never seen that before. A 13 year old with no practice shot, diving that deep and hitting a small fish“. Wahrscheinlich gehörte auch ein wenig Glück dazu, aber alleine wie sie da runtergetaucht ist war schon genial. Jetzt muss sie nur noch das Essen der Fische lernen.

Weder Spearfishing noch Freediving haben wir das letze Mal gemacht, da sind wir uns beide einig.

Jetzt sitze ich gerade im Flieger von Hawaii nach San Francisco und nutze die Zeit, endlich den Blog weiter zu schreiben bevor Susanne ab morgen wieder übernimmt.


Mein erster Flug mit einer amerikanischen Airline und was soll ich sagen, ich weiß warum ich diese bei meinen Flügen nach Südamerika immer meide wie die Pest. Dabei haben Laila und ich noch Glück gehabt, dass wir beide auf unserem Mittelplatz nicht von zwei amerikanischen Weight-Watchers Aspiranten eingequetscht oder gar erstickt werden. Dieses Risiko ist auf amerikanischen Flügen im Vergleich zu asiatischen massiv erhöht. Erste große Enttäuschung, insbesondere für Laila: Keine Bildschirme in den Sitzen oder anderswo. Stattdessen ein blauer Sticker „United Private Screening“. Private klingt ja erstmal toll, meint aber „bring your own device!“. Man kann Filme mit Wifi vom Entertainment-System des Fliegers auf sein Iphone, Ipad etc. streamen. Kopfhörer? „Bring your own….“. Als jeder Versuch, „private Screening“ zu aktivieren scheitert, frage ich meine „freundliche“ Flugbegleiterin, was ich tun muss. „You don´t have the United Airlines app, stupid? Then you are screwed. You have to download it first.“ (ok das waren nicht ihre Worte, aber ihr Tonfall). „Can I download it now?“ „No you have to do that at home.“ Super, die Masterminds bei United haben die Sache mit dem „Private Screwing“ wirklich durchdacht. Naja, so kann ich mich wenigstens dazu bringen diesen Beitrag zu verfassen.