Montag, 25. Mai 2009

Nelson - Kaffee, Katzen und Klamotten

18. – 25. Mai 2009

Abgesehen von ein paar Regenschauern am Montag, scheint hier momentan ununterbrochen die Sonne. Die Temperaturen variieren allerdings zwischen gefühlten -10°C und +20°C abhängig vom Wind und damit variiert auch die Bekleidung zwischen 5 Schichten plus Pudelmütze und T-Shirt – bei uns zumindest! Der Neuseeländer an sich hat nämlich überhaupt kein Kälteempfinden und läuft nach wie vor in Flipflops und Shorts rum – auch bei Pudelmützenwetter! Wie auch immer, tagsüber ist der Winter hier ganz gut zu ertragen. Nachts sind wir jetzt allerdings wieder zu der Mützenlösung zurückgekehrt. Die Stromrechnung hat sich nach Kauf unseres Ölradiators mal glatt verdreifacht – für das Geld hätte schon einer von uns nach Australien fliegen können - und jetzt machen wir diesen nur noch selten an und dann auch nur kurz. Auch nicht mehr an sprang dann am Dienstag unser Auto, was wohl auf eine Verkettung von dummen Ereignissen zurückzuführen ist. Alles fing damit an, dass mir im Auto zwei Becher Kaffee auf dem Teppich im Fußraum umgekippt sind. Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, wäre es kein Milchkaffee gewesen. Erstmal roch es nämlich nur nach Kaffee bis die Milch anfing sich zu zersetzen. Mein Versuch den Teppich mit Vanish Teppichschaum zu reinigen, ging voll nach hinten los und hat den säuerlichen Geruch erst richtig zur Geltung gebracht und auch das Ooust Geruchsspray hat nix geholfen. Im Gegenteil: es wurde immer schlimmer. Ich habe dann also mit Wasser und Reiniger den Teppich abgewaschen und dann zum Lüften über Nacht die Autotüren aufgelassen (man hätte natürlich auch einfach die Fenster runtermachen können). Tja und da hat dann wohl noch irgendwo ein Lichtlein gebrannt und morgens war die Batterie leer. Wir haben dann erstmal auf Alice gewartet, um das Auto zu überbrücken. Laila kam zu spät zur Schule, wir zu spät auf den Golfplatz, aber der Geruch ist dafür zumindest wieder im erträglichen Rahmen. Schließlich wollen wir ja noch versuchen, das Auto zu verkaufen, bevor wir Neuseeland verlassen und der Geruch von saurer Milch ist sicherlich nicht gerde ein Top-Verkaufsargument! Ansonsten sind wir gerade dabei unser Skioutfit zusammenzusammeln. Laila hat eine Skihose von Jenna bekommen und ist jetzt komplett ausgerüstet. Ich habe bei Trademe (Ebay auf neuseeländisch) eine Hose ersteigert. Nur Herrenskihosen gibt’s bei Trademe nicht, aber wahrscheinlich trägt der Neuseeländer auch hierbei Shorts (siehe oben) und braucht deshalb einfach keine. Hauptthema diese Woche war dann aber ganz was anderes, nämlich: Katzen! Lailas Freundin Jenna hat Freitag eine kleine Katze bekommen – zugegebenermaßen sehr niedlich – und das hat Laila ordentlich die Laune verdorben. Da stehen uns mit Sicherheit noch einige Diskussionen zum Thema Haustier bevor. Zumindest hat sie aber eingesehen, dass eine Katze nicht gerade weltreisetauglich ist und so bleibt es erstmal bei der (fast echten) Stofftierkatze. Und uns bleibt ein Funken Hoffnung, dass sie das Ganze vergessen hat bis wir wieder nach Hause kommen…

Sonntag, 17. Mai 2009

Nelson - Giants and Tubas

11. – 17. Mai 2009

Stefan hat dann also wirklich in bester Beratermanier ein Excel-Sheet mit den diversen Reisemöglichkeiten erstellt und jetzt ist es tatsächlich amtlich. Am 25. Juni verlassen wir Nelson in Richtung Queenstown, um dort noch ein paar Tage die schönen Seiten des Winters mitzunehmen und die Pisten runterzurutschen, bevor es dann am 1. Juli heißt: Good-bye Neuseeland und wir über Sydney nach Cairns in den Sommer zurückkehren. Um die unwichtigen Details wie Unterkünfte, Mietwagen und Visa müssen wir uns in den nächsten Tagen dann allerdings wohl auch noch kümmern. Etwas Sorgen bereitet uns nach wie noch das Gepäck. Mit Golfgepäck, Surfboards, Kindersitz, Rucksäcken etc. sind wir ganz gut beladen und bleiben hoffentlich unter der magischen Gewichtsgrenze. Aber da haben wir ja schon in Asien so unsere Erfahrungen mit gemacht ;-)

Ansonsten stand die Woche voll im Zeichen des Sports. Laila geht jetzt neben Schwimmen und Ballett auch noch zum Turnen, was ihr sehr viel Spaß macht - was aber wahrscheinlich auch mit daran liegt, dass sie dort ihre Freundin Jenna trifft. Wir haben diverse Runden Golf gespielt – brrrrhhhh war das bei Frost morgens kalt – und die obligatorischen 1000 m Schwimmen standen auch noch auf dem Plan. Am Samstagabend waren wir dann beim Basketball: Nelson Giants gegen Auckland Stars. Auch wenn ich nicht gerade viel Ahnung davon habe und mir vorher erst noch die Regeln erklären lassen musste, war es sehr, sehr unterhaltsam, kurzweilig und spannend und am Ende hat Nelson natürlich (wenn auch knapp) gewonnen. Lediglich Laila war etwas enttäuscht, weil sie keinen von den gelb-schwarzen Papphüten abbekommen hat, die dort verteilt wurden. Mit einem anschließenden Happy Meal bei McDonalds lies sich das dann aber glücklicherweise wiedergutmachen.

Damit neben dem Sport der kulturelle Teil nicht zu kurz kommt, waren Laila und ich dann Samstagnachmittag auch noch im Kinderkonzert: Tubby, the Tuba und Karneval der Tiere, begleitet von Tanzeinlagen der größeren Kinder aus Lailas Ballettschule. Auch das war nicht schlecht, aber beim Basketball war eindeutig mehr los ;-). Sonst bleiben nur noch die kulinarischen Absonderlich- keiten zu erwähnen. Die Früchte an dem Baum in unserem Vorgarten haben sich schließlich nach langem Rätseln als Kakifrüchte (die Dinger, die sich immer so stumpf an den Zähnen anfühlen) entpuppt und lustigerweise werden diese erst reif, wenn der Baum schon keine Blätter mehr hat, was eher komisch aussieht. Wir ernten jetzt also sogar unser eigenes Obst ;-) Außerdem ist im Moment hier Mandarinenzeit, was auch komisch ist, denn normalerweise ist dann bald Weihnachten... Da kommt man irgendwie völlig durcheinander und manchmal muss ich tatsächlich auf den Kalender schauen, um mich zu erinnern, welchen Monat wir eigentlich gerade haben. Aber das ist sicherlich wohl eher ein Luxusproblem…

Sonntag, 10. Mai 2009

Nelson - Swine flu and Mother's day

4. – 10. Mai 2009

Bekanntlich hat die Schweinegrippe jetzt ja auch Neuseeland erreicht und das erste Opfer auf der nördlichen Südinsel ist mein Mann. Nein, Quatsch! Es ist natürlich keine Schweinegrippe, sondern Hund, Katze, Maus… irgendwas halt, was ihn für ein paar Tage ans Sofa fesselt. Und bekanntermaßen trifft es Männer ja auch immer besonders schlimm ;-) Dementsprechend ereignislos verläuft dann auch erstmal die Woche. Laila absolviert das übliche Programm und geht nach der Schule zum Schwimmen, zum Ballett und zu Aleisha. Dann rückt das Wochenende näher und Stefan ist soweit wieder genesen, dass er das Haus verlassen kann ;-) Wir nutzen das tolle – wenn auch kalte - Wetter und fahren auf einen Spaziergang zum Strand. Lailas Motivation reicht allerdings gerade für 200m und so landen wir recht schnell im Beach Cafe. Dann stürzen wir uns ins Getümmel beim Rainbow Snow Gear Sales und ergattern gratis eine lange Unterhose für Laila, eine Kinderskijacke für nur 20 NZ$ sowie Handschuhe und Skisocken für uns. Damit sind wir schon mal ganz gut ausgestattet und ich prüfe auch schon täglich die Schneehöhen in den Skigebieten rund um Queenstown. Auf den Bergen rund um Nelson hat es Anfang der Woche ebenfalls wieder geschneit und auch wenn ich mich wiederhole: bei guter Sicht bietet sich ein sensationelles Panorama. Toll wäre es, wenn man dann auch mal einen Fotoapparat zur Hand hätte, um das ach so tolle Panorama auch mal festzuhalten, aber den haben wir immer nur dabei, wenn die Berge gerade mal wieder in den Wolken verschwunden sind oder die Sonne schon zu tief steht. Nichtsdestotrotz versetzt mich das immer in Skifahrlaune. Dafür müssen wir jetzt allerdings endlich mal unsere Reiseplanung auf die Reihe kriegen, was in der Tat nicht ganz trivial ist, weil es so viele Abhängigkeiten gibt in Sachen Reiseroute, Auto, Gepäck, Visa, Schulferien, Flugpreise… Ich glaube, wir brauchen einen Berater oder vielleicht auch nur mal ein Excelsheet ;-)!

Dann kommt der Sonntag und damit der Muttertag. Das scheint hier in Neuseeland eine große Sache zu sein – o.k., hier hat auch jede Familie im Schnitt drei Kinder – da lohnt sich das richtig. Jedenfalls scheint auch meine Familie erstmals den Ernst der Geschichte erkannt zu haben und ich darf ausschlafen bis das Frühstück fertig ist, werde mit selbstgebastelten Geschenken und Blumen überhäuft und bin der uneingeschränkte (naja, fast zumindest, denn die wahren Bestimmer sind die mit der Krone) Bestimmer. Leider hat Stefan heute einen schlechten Tag erwischt und ein Missgeschick reiht sich ans andere. Mehrmals kippt der Kaffee um, er schneidet sich mit dem scharfen Messer in der Finger … Vielleicht eine unbewusste Abneigung gegen Muttertage? :-) Das Wetter sieht zunächst noch ganz vielversprechend aus und wir unternehmen einen kleinen Ausflug nach Mapua. Leider zieht es sich aber zu und nachdem wir alle Shops in Mapua bis in die letzte Ecke durchkämmt haben, treten wir den Rückweg an. Laila und ich sind ja mittlerweile große Fans der örtlichen Libraries geworden und da wir nichts Besseres vorhaben, machen wir noch einen Abstecher dorthin. Es gibt da nämlich eine riesige Kinderecke mit gemütlichen Sofas und Sitzsäcken und einige Computer mit Spielen. Die sind natürlich heiß begehrt und alle belegt. Eigentlich gibt es sogar auch eine Papaecke mit Zeitungen und Zeitschriften, aber den zieht es irgendwie nach Hause. Vielleicht fehlt ihm zum Zeitunglesen einfach die vertraute Umgebung wie Sofa oder K…. Und dann ist der Muttertag auch schon wieder vorbei und es heißt wieder ein Jahr warten bis ich morgens ausschlafen darf bis das Frühstück fertig ist :-).

Sonntag, 3. Mai 2009

Nelson - Back to normal

27. April – 3. Mai 2009

Die Schulferien sind zu Ende, um 7.30 dröhnt der Radiowecker los (war der vor den Ferien eigentlich auch so laut?) und die Woche nimmt ihren Lauf. Nachdem wir Laila zur Schule gebracht haben, sind wir eigentlich zum Kistenschleppen eingeplant. Freunde bekommen heute ihren ganzen Kram per Container aus Deutschland angeschippert. Aber da das hier ja immer ein Staatsakt ist bis die Biosecurity ihren Segen gegeben hat - Christbaumkugeln und Osterschmuck werden dann auch gleich mal als gefährlich eingestuft und konfisziert ;-) , ist es dann schon fast wieder Zeit, Laila abzuholen und so komme ich noch mal davon. Dafür übernehme ich dann nachmittags die Kinderbetreuung. Glück hat die Umzugstruppe jedenfalls mit dem Wetter. Es bleibt den ganzen Tag trocken und erst am Dienstagmorgen fängt es an zu regnen, hört dann dafür aber auch nicht mehr auf – als gäbe es was nachzuholen. Den Tag vergessen wir also mal ganz schnell wieder. Laila ist schon die ganze Woche aufgeregt, denn am Mittwoch nach der Schule kommt ihre Freundin Aleisha mit zu uns – das erste Mal, dass sie Besuch von einem neuseeländischen Kind bekommt. Ich bin ja auch mal gespannt, wie das so mit der Verständigung klappt. Die meiste Zeit verbringen die beiden aber dann im Park und hinter verschlossenen Türen, so dass ich jetzt noch immer nicht schlauer bin. Zumindest scheinen sie aber ganz gut ohne Dolmetscher klar zu kommen.

Ach ja, und dann haben wir ihn entdeckt. Genau genommen hat Laila ihn bekommen. Neuseeland ist nämlich nicht nur die Heimat von magischen Ringen, sondern hier ist anscheinend auch der Schlüssel zum Erfolg verborgen. Leider konnten wir nicht rausfinden, womit man ihn sich verdienen kann. Lailas Erklärung (For being noisy!) erscheint uns nicht ganz überzeugend und am nächsten Tag müssen wir ihn auch leider schon wieder abgeben. Glücklicherweise müssen wir dafür aber nicht erst die lange Reise nach Mordor antreten ;-)

Aufgrund des anhaltend schlechten Wetters testen wir am Donnerstag mal die Indoor-Möglichkeiten in Nelson und treffen uns nach der Schule mit Alice und Jenna im Chipmunks – einem Indoor-Spielplatz. Im Gegensatz zu deutschen Einrichtungen, müssen hier die Eltern keinen Eintritt zahlen – sie nutzen ja auch nur ausgesprochen selten die Klettergerüste und Rutschen! Stattdessen kann man sich gemütlich im Cafe niederlassen und das Klettern und Rutschen den Kids überlassen. Am Samstag ist die Regenperiode dann endlich überstanden – dafür gibt es jetzt nachts wieder Frost – und wir gehen seit langem mal wieder auf den Markt. Nach wie vor ist es ein Erlebnis und es gibt neben Obst und Gemüse immer wieder neue Stände mit irgendwas Selbstgemachten – vielleicht sollte ich es doch mal mit meinen Franzbrötchen versuchen. Nachmittags treffen wir uns dann zum Strandbummel, Spielplatzbesuch und anschließendem Kochen mit Alice, Markus und Jenna in ihrem jetzt richtig wohnlich eingerichteten Haus. Da kommt schon ein wenig Neid auf, wenn ich da so unser Blümchensofa a la Laura Ashley und die Engelmotive an den Wänden betrachte. Auf der anderen Seite packen wir ja auch bald schon wieder unsere blümchen- und engelfreien Rucksäcke. Jedenfalls lassen wir Laila dann gleich über Nacht bei Jenna und kehren alleine in unser Kühlhaus zurück. Sonntagmorgen – nach dem Auftauen – holen wir Brötchen und starten den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor wir dann alle gemeinsam im Family Van in die Marlborough Sounds fahren. Die Mädels haben nicht genug Schlaf bekommen und sind denkbar schlecht gelaunt, aber das Motivationseis hilft ja immer und so kriegen wir sogar noch eine kurze Wanderung hin, bevor wir dann in Havelock, der selbsternannten Welthauptstadt der Green Shell Muscheln, einkehren und uns – welch eine Überraschung - ein paar Green Shell Muscheln auf den Zahn legen. Hinterher gibt’s natürlich noch das hart verdiente Eis für die Kids und dann geht’s wieder ab nach Nelson - die Welthauptstadt der Lebenskünstler. Denn hier lautet das Stadtmotto: Live the day! Was sind dagegen schon ein paar Green Shell Muscheln ;-)