Donnerstag, 24. Juni 2010

Home sweet home...

8. – 13. Juni 2010

Und wieder hat alles ein letztes Mal. Das letzte Mal Tennistraining, das letzte Mal Schwimmkurs, die letzte Runde Golf, der letzte Schultag… Die letzte Nacht quartieren wir Laila bei Freya ein und den Samstag verbringt sie noch ein letztes Mal mit ihren beiden besten Freundinnen. So nutzen wir den letzten und dazu noch kinderfreien Abend in Perth, um nett essen zu gehen und landen anschließend in Subiaco beim Public Viewing des Eröffnungsspiels der Fussi-WM. Da in Perth eine bunte Mischung aller Nationalitäten lebt, sind auch entsprechend viele Südafrikaner und Mexikaner vertreten, so dass richtig Stimmung aufkommt. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergründet haben, ist, woher dieses hornissenschwarmähnliche Brummen kommt. Denn von Vuvuzelas haben wir bis dahin noch nie was gehört und so glauben wir noch an eine Tonstörung. Bis zum Erwachen am Samstagmorgen sind wir also noch recht entspannt im Hinblick auf unsere bevorstehende Abreise und den damit verbundenen Auszug. Dann bricht allerdings die Hektik aus. Erstens haben wir schon wieder viel zu viele Klamotten angehäuft, so dass ich das Gefühl habe, das Haus wird nie leer und zweitens müssen wir die Hütte auch noch putzen, Bettwäsche und Handtücher waschen und, und, und… Eine Erkenntnis die wir auf unserer Reise gewonnen haben, ist sicherlich, dass Besitz belastet. Gegen 18.00 Uhr sind wir endlich fertig und fahren mit Sack und Pack zu Ken und Sharron. Das wir selber fahren können, verdanken wir leider der Tatsache, dass wir den Bus noch immer nicht verkauft haben. Glücklicherweise haben sich aber Freunde angeboten, den Bus in den nächsten Wochen für uns zu verkaufen. Sollte das nicht klappen bleibt uns nichts anderes übrig als ihn an einen Händler zu verkaufen – mal wieder mit dem entsprechenden Verlust L. Tja, und dann geht es ab zum Flughafen, nach Dubai und schließlich nach Hamburg, pünktlich um den 4:0 Sieg gegen Australien zu feiern. Bei aller Sympathie: die Australier sollten doch lieber bei den Spielen mit eiförmigen Bällen bleiben.

Und auch wenn unsere Weltreise nun offiziell zu Ende ist, geht die Reiserei wohl noch eine Weile weiter, um Eltern, Geschwister und Freunde zu besuchen. Zunächst geht es nach Wilhelmshaven, dann nach Kirchhellen und anschließend nach Gent (Belgien) und Köln. Zwischendurch versuchen wir dann irgendwie in Hamburg ein Haus zu finden, ein Auto zu kaufen und uns langsam wieder auf ein geregeltes Leben einzustellen.

Zusammenfassend lässt sich noch sagen:

- Wir waren in Summe 15 Monate auf Reisen

- und 4 Monate in Stahnsdorf

- waren in 6 Ländern auf 2 Kontinenten

- Laila hat 3 Schulen in 3 Ländern besucht und spricht jetzt fließend Englisch

- wir haben 1 Auto, 1 Campervan, 1 Wohnung, 2 Häuser und 5 Paar Flipflops verschlissen

- einen Gehirntumor überstanden

- viele Freunde gefunden

- und Orte kennen gelernt, an denen man sehr gut leben kann

- und das Wichtigste: es war eine einmalige Erfahrung und wir würden es jederzeit wieder tun!!!

Und damit heißt es nun endgültig: La korn, e noho rā, bye bye und auf Wiedersehen!!!

Montag, 7. Juni 2010

Perth - Paypal-Betrüger und Partyfieber

31. Mai – 7.Juni 2010

Zunächst einmal eine Richtigstellung der Redaktion: Das Spiel Deutschland – Australien findet nach mitteleuropäischer Sommerzeit natürlich am 13. Juni statt – nach australischer Zeit ist dann aber bereits der 14. Juni. Da bin ich im letzten Post wohl ein bisschen mit den Zeitzonen durcheinander gekommen. Nichtsdestotrotz landen wir rechtzeitig zum Anpfiff in Hamburg und auf Rainers WM Terrasse!!!

So langsam laufen jetzt hier also die Abreisevorbereitungen an. Aber darin sind wir ja mittlerweile Experten. Sorgenkind ist dabei – auch nichts Neues – mal wieder das Auto. Nachdem wir mit einem Händler gesprochen haben, haben wir dem Bus noch mal eine professionelle Reinigung zukommen lassen, ihn vom roten Outback-Staub befreien lassen, Felgen, Reifen und sämtliche Plastikteile aufpolieren lassen, während ich ihn von innen gewienert habe wie ein Weltmeister, so dass er jetzt blitzt und blinkt und für sein Alter super aussieht. Nur leider gab es noch keine Gelegenheit das einem potentiellen Käufer vorzuführen, denn außer zahlreichen Betrügern, hat noch keiner Interesse an unserem Auto gezeigt. Es ist erstaunlich wie viele Emails wir von angeblichen Seeleuten, Flugkapitänen etc. bekommen, die das Auto als Geschenk für Sohn, Schwester, Frau, Uroma… kaufen wollen, aber auf Grund ihres Jobs (haha!!!) keine Möglichkeit haben persönlich vorbeizukommen und deshalb per Paypal bezahlen und das Auto dann ungesehen von einem Shipping Agent abholen lassen wollen. Ich dachte immer Paypal wäre genau aus dem Grund erfunden worden um Betrügereien zu unterbinden, aber hier scheint es das Hauptinstrument dafür zu sein. Und auch wenn in allen Internetportalen davor gewarnt wird, scheinen ja noch immer Leute darauf reinzufallen, denn sonst würden es ja vermutlich nicht so viele versuchen. An einen angeblichen Flugkapitän werden wir den Bus also wohl nicht verkaufen, aber leider haben wir im Moment auch noch keinen richtigen Plan B, wenn wir in den nächsten Tagen keinen seriösen Käufer mehr finden :-(.

Einen erfreulichen Durchbruch gab es dagegen bei Laila. Sie hat sich ihr erstes richtiges Buch gewünscht – The wishing chair von Enid Blyton – und liest jetzt fleißig ein Kapitel nach dem anderen. Das eröffnet ganz neue Perspektiven, um sie mal alleine zu beschäftigen – insbesondere für samstag- und sonntagmorgens, wenn wir mal ausschlafen wollen.

Schließlich haben wir dann noch ein langes Wochenende vor uns - am Montag ist der westaustralische Foundation Day – welcher im Zeichen der Parties steht. Am Sonntag sind wir zu Karis Geburtstags- party im Kings Park eingeladen und am Montag feiern wir unsere Abschiedsparty am Floreat Beach mit einem Barbecue und deutschen Würstchen. Das Herbstwetter ist mit windstillen 22°C traumhaft und wir verbringen noch mal ein paar gesellige Stunden mit Lailas und unseren Freunden und wissen jetzt schon, dass wir uns spätestens im November hierher zurück sehnen werden. Nebenbei ist die Party auch eine gute Gelegenheit noch ein paar Sachen wie Bücher, Surfboards und Kinderklamotten los zu werden. Der Countdown läuft jetzt jedenfalls und uns bleiben leider nur noch 4 Tage bis das Projekt ‚Weltreise’ ein Ende findet…

Sonntag, 30. Mai 2010

Perth - Reparaturen und Rückreise

24. – 30. Mai 2010

Erste Aufgabe der neuen Woche ist es, das Auto wieder fahrtüchtig zu bekommen. Stefan macht einen mobilen Autoelektriker ausfindig, der eine neue Sicherung einbaut, was glücklicherweise das Problem behebt und sich kostentechnisch noch im Rahmen hält. Ein kleiner Nebeneffekt ist leider, dass das Radio nicht mehr funktioniert – eine weitere Sicherung wie wir ein paar Tage später herausfinden. Aber kaum steht das Auto wieder vor der Haustür, haben wir das nächste Problem. Der Wasseranschluss in der Küche, der schon bei unserem Einzug defekt war, tropft jetzt so stark, dass wir den Hauptwasserhahn abdrehen müssen, den wir natürlich erst mal gar nicht finden, weil er sich nicht etwa im Haus, sondern an der Strasse befindet. Genauso wie der Gashahn. Wenn sich also jemand einen Scherz erlauben möchte, kann er uns einfach mal im Vorbeilaufen Gas und Wasser abdrehen ;-) Unsere unglaublich schlechte Wohnungsverwaltung kriegt es aber immerhin hin schon am nächsten Tag einen Klempner vorbeizuschicken, so dass wir endlich wieder fließendes Wasser haben. Laila hätte allerdings sicherlich gerne noch ein paar Tage aufs Duschen verzichtet. Wollen wir mal hoffen, dass das jetzt alle Reparaturen waren, bevor wir abreisen. Zum Thema Abreisetermin gibt es nämlich noch ein paar Änderungen. Aus familiären Gründen haben wir beschlossen unseren Bali-Trip sausen zu lassen und eher nach Deutschland zurückzukehren. Allerdings müssen wir dank der Fussi-WM noch früher fliegen als wir eigentlich dachten, denn ab dem 12. Juni sind alle Flüge von Perth nach Dubai ausgebucht. So fliegen wir jetzt also am 12. Juni und landen am 13. Juni um 13.45 Uhr wieder in ‚Good old Hamburg’, so dass wir uns dann gleich passenderweise am 14. Juni zum Spiel Deutschland – Australien auf Rainers WM-Terrasse einfinden können. So bleiben uns jetzt also nur noch knappe zwei Wochen, um hier alles zu erledigen, den Bus zu verkaufen und unseren Abschied zu feiern, um dann aus den winterlichen 22° C in Perth in die sommerlicher 12°C in Hamburg zurückzukehren. Brrrrhhhh!!!! Am Wochenende haben wir dann noch mal eine weiträumigere Erkundungstour durch Perth unternommen. Besonders gut gefallen hat uns dabei Peppermint Grove – falls es noch Fragen zu unseren Vorstellungen in Sachen Immobilien gibt, habe ich ein Foto von dem passenden Objekt beigefügt ;-)

Auch Laila hat ein ereignisreiches Wochenende hinter sich. Am Freitag gibt es eine Schuldisko mit anschließender Übernachtung bei Sara, sowie Strandbesuche mit Fisch& Chips und Sonnenuntergang und vielleicht einem letzten Mal Bodysurfen im Meer. Ich fürchte, dass werden wir ganz schön vermissen!

Sonntagabend verfolgen wir dann im Fernsehen nebenbei den Eurovision Song Contest, der erstaunlicherweise sogar hier ausgestrahlt wird. Nur leider einen Tag später, so dass wir das überraschende Ergebnis schon kennen. Na ja, schon mal einer kleiner Trost, falls Deutschland nicht Fußball-Weltmeister wird ;-)))

Sonntag, 23. Mai 2010

Perth - Tennistraining und Autoelektrik

17. – 23. Mai 2010

Da Freya krank ist, bringen wir Laila diese Woche selbst zum Tennistraining und haben so die Gelegenheit die Fortschritte unserer Tochter zu begutachten. Eins ist sicherlich jetzt schon klar: eine zweite Steffi Graf wird sie nicht werden. Was nicht heißen soll, dass sie nicht vielleicht Talent hätte, denn sie trifft den Ball immerhin fast jedes Mal und meistens auch sogar übers Netz. Nur leider ist sie komplett resistent gegen jegliche Art von Kritik und Anweisungen und auch ihre Dynamik lässt ein wenig zu wünschen übrig – insbesondere beim Bällesammeln. Dafür ist sie immer die Erste, wenn es darum geht sich ein Belohnungs-Weingummi abzuholen. Aber vermutlich ist das genetisch bedingt, denn mein Bruder hat mir in unserer Kindheit auch immer vorgeworfen, dass ich Löcher in den Tennisplatz stehen würde. Der Rest der Woche ist ‚Business as usual’ und dann kommt das Wochenende und damit der Regen. Und so langsam fangen wir an zu verstehen, warum die Niederschlagsmenge in Perth im Jahr genauso hoch ist wie in Hamburg, obwohl hier ja meistens die Sonne scheint. Denn in den Regenmonaten von Mai bis September regnet es zwar nicht an vielen Tagen, aber wenn, dann dermaßen sintflutartig, dass man sich besser unter einem Dach aufhält. Damit haben sich für Samstag haben alle Outdoor-Aktivitäten erledigt und da auch keiner von Lailas Freunden Zeit hat, erbarmt sich Stefan schließlich und fährt mit ihr ins Aquarium. Der Aquarium- besuch selbst ist ein voller Erfolg, was man von dem anschließenden Versuch das Auto zu starten nicht behaupten kann. Denn wieder einmal hat Stefan vergessen das Licht auszuschalten und die Batterie ist leer. Das wäre ja erstmal nicht so schlimm, denn es findet sich - wie auch beim letzten Mal - schnell ein hilfsbereiter Aussie mit Starthilfekabel. Die hohe Kunst besteht jetzt eigentlich nur noch darin nicht Plus und Minus zu verwechseln. Aber wie der Teufel so will… So steht unser Auto jetzt also vorm Aquarium und sagt keinen Mucks mehr bis am Montag hoffentlich ein mobiler Autoelektriker für viel Geld das Problem beheben kann. Aber damit nicht genug. Am Sonntag findet Stefan nämlich einen Anruf und eine Nachricht von Samstag auf seinem Handy, in der ihm ein freundlicher Mensch mitteilen wollte, dass er das Licht angelassen hat – denn die Telefonnummer steht ja groß und fett auf den Verkaufsschildern am Auto. Aber was nutzt das alles, wenn man das Klingeln und Piepsen des Handys einfach ignoriert… Fazit: Wir haben kein Auto mehr, nur verkauft ist es leider trotzdem noch nicht. Glücklicherweise hat Sharon etwas Mitgefühl und holt Laila am Sonntag zu einem Zoobesuch ab. Mit sieben Kindern toben sie durch den Zoo – wobei eins auch kurzzeitig mal abhanden kommt und beim Zookeeper wieder abgeholt werden kann – und haben mächtig viel Spaß bei Eis, Popcorn und Hotdogs, während wir einen ruhigen Sonntag mit Immobilienscout, Inspector Barneby und Käsekuchen verbringen.

Sonntag, 16. Mai 2010

Perth - Currywurst und Haifischzähne

10. – 16. Mai 2010

Nun ist leider doch soweit: es wird kalt in Perth. Kalt ist natürlich relativ, denn in Deutschland würde man bei diesen Temperaturen von einem durchschnittlichen Sommertag sprechen.

Todays forecast - 23°


Unangenehm wird es hauptsächlich abends, denn die Sonne gelangt zu dieser Jahreszeit nicht mehr ins Erdgeschoß unseres Hauses, so dass es sich tagsüber auch nicht aufwärmen kann. Bisher haben wir aber der Versuchung widerstanden eins dieser stromfressenden Monster wie Heizlüfter oder Radiator anzuschaffen, denn was das mit unserer Stromrechnung macht, haben wir ja schon in Neuseeland erfahren. So bleibt uns also nichts anderes übrig als die gute alte Wolldecke bis zur Nasenspitze zu ziehen. Aber das wird sich glücklicherweise nun in den nächsten Tagen doch noch ändern. Denn wir wissen nun endlich wofür der Gasanschluss in der Mitte der Wohnzimmerwand gut ist. Dort kann man eine Art Gasheizung anschließen und genau diese bekommen wir von Sharon geliehen, so dass das Frieren bald ein Ende hat. Zusätzlich haben wir noch für einen weiteren Ausweg aus der Kälte gesorgt. Wir haben unsere Flüge nach Bali gebucht. Leider bleibt uns mal wieder nichts anderes übrig als mit Air Asia zu fliegen, wollen wir nicht ein Vermögen für die Reise ausgeben. Und diesmal haben wir schon gleich beim Buchen unsere einschlägigen Erfahrungen gemacht. Die Internetseite ist so dermaßen katastrophal, dass es fast unmöglich ist nachträglich noch Änderungen vorzunehmen, ohne dass man mit sämtlichen Eingaben komplett von vorne beginnen muss – ich frage mich, ob das nie jemand getestet hat? Das führt letztendlich dazu, dass wir mehr Gepäck bezahlen müssen als wir voraussichtlich benötigen und gleich nach der Buchung noch mal eine Umbuchungsgebühr drauflegen dürfen, weil plötzlich aus unerfindlichen Gründen in der Buchung ein Flug erscheint, den wir nie ausgewählt haben. Nach einer Stunde in der Warteschleife der ‚Hotline’ geben wir auf – mit dem schweren Verdacht, dass die Telefone gar nicht besetzt sind – und bezahlen zähneknirrschend die Umbuchungsgebühr von $ 120. Immer noch besser als mitten in der Nacht zu fliegen. Damit steht jetzt also fest, wann wir Perth verlassen und bis dahin sollte es uns irgendwie gelingen das Auto zu verkaufen. Das läuft leider alles andere als optimal. Die Saison ist hier jetzt natürlich kurz vorm Winter zu Ende und es gibt demnach momentan keinen besonders großen Bedarf an Campervans. Darüberhinaus sind wir selbstverständlich auch nicht die einzigen, die ihren Wagen verkaufen wollen, denn viele gehen jetzt zurück in den europäischen Sommer und so kommt es, dass sich noch nicht ein einziger Interessent auf unsere Anzeigen und Aushänge gemeldet hat :-(. Das wird also noch spannend, aber genau genommen ist das ja nichts Neues. Das war in Deutschland und Neuseeland auch schon so und hat in letzter Sekunde dann doch immer noch geklappt.

Laila ist diese Woche auch nicht besonders gut drauf. Anscheinend hat sie sich einen Virus eingefangen und ist ungewohnt schlapp und müde. Fast jeden Abend verschwindet sie ohne die üblichen Proteste von selbst gegen 19.00 Uhr im Bett und verzichtet sogar freiwillig darauf bei Sara zu übernachten. Am Sonntag zieht sie sich dann endlich den zweiten Milchzahn, so dass die zweite Reihe des Haifischgebisses jetzt endlich ungehindert nach vorne wandern kann. Ich glaube, sie ist froh, dass damit für die nächste Zeit erstmal Ruhe ist. Denn ansonsten sind noch keine weiteren Wackelzähne in Sicht.

Das kulinarische Highlight der Woche sind sicherlich die deutschen Bratwürste, die wir auf einem Markt Malaga (in Perth, nicht in Spanien!) essen. Es gibt sogar so eine Art Currywurst, allerdings auf den australischen Bedarf angepasst im Brötchen und mit Zwiebeln. Dennoch irgendwie ein Stückchen Zuhause :-))

Sonntag, 9. Mai 2010

Perth - Marvellous Toys und Muttertag

3. – 9. Mai 2010

Die Top-Ereignisse der Woche sind sicherlich Lailas Schulaufführung ‚My marvellous toy’ und der Muttertag. Ansonsten ist hier nach dem Urlaub wieder so was wie Alttag eingekehrt mit den üblichen Aktivitäten wie Tennis, Schwimmen, Golfen… Aber auch diese Zeit ist schon in 6 Wochen wieder vorbei und wir haben so langsam angefangen uns mit unserer Abreise aus Australien und unserer Rückkehr nach Deutschland zu befassen. Wir haben unseren Campervan zum Verkauf ins Internet gesetzt – allerdings noch nicht mit allzu viel Erfolg und ich habe bei Immobilienscout24 einen Suchauftrag eingestellt – leider bisher auch nur mit mäßigem Ergebnis. Falls also jemandem in den nächsten Monaten ein Haus oder eine Wohnung zur Miete in Hamburg oder näherer Umgebung über den Weg läuft, kann er ja mal an uns obdachlose Weltreiseheimkehrer denken!!!

Am Freitag ist es dann endlich soweit: Lailas großer Auftritt mit dem Vorhang. Die Aufregung ist groß und im Gegensatz zu dem sonstigen morgendlichen Rumgetrödel, ist sie als erste fertig und drängelt, dass wir endlich losfahren sollen. Die Aufführung ist ganz niedlich, Laila öffnet und schließt souverän den Vorhang und der Song ‚My marvellous toy’ - im Original im übrigens von Peter, Paul and Mary ;-) – geht mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Es gibt noch ein Frühstück für die Eltern und dann ist das große Ereignis vorüber. Bleibt also nur noch der Muttertag. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit steht Stefan tatsächlich auf als Laila morgens im Schlafzimmer erscheint und stellt sich nicht wie sonst einfach tot. Ich darf so lange schlafen, wie ich will und als ich um 9.30 Uhr endlich verschlafen runterkomme, erwarten mich Bastelarbeiten, Blumen, Rührei und ein Packen Frauenzeitschriften. Grund genug den Rest des Sonntags faul auf dem Sofa zu verbringen, während Stefan mit Laila ins Scitech-Museum geht. Schade, dass Muttertag nur einmal im Jahr ist :-)

Sonntag, 2. Mai 2010

Perth - Back to school

25. April – 2. Mai 2010

Der 25. April ist ein Feiertag in Australien, der sogenannte ANZAC Day. ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps und deren Einsatz im ersten und zweiten Weltkrieg wird an diesem Tag dann auch gedacht. Ich muss gestehen, dass mir vorher gar nicht so bewusst war, dass auch Truppen von der anderen Erdhalbkugel dort involviert waren. Die Geschichtsstunde, in der das besprochen wurde, muss ich damals wohl geschwänzt haben ;-). Da der ANZAC Day in diesem Jahr dummerweise auf einen Sonntag fällt, wird in Western Australia dafür ersatzweise der Montag freigemacht. Da haben die Australier uns ja echt was voraus. Solche feiertagstechnisch katastrophalen Jahre wie dieses, kann es hier gar nicht geben. Für Feiertage am Wochenende gibt immer einen Ersatzfeiertag. Schließlich ginge einem sonst wertvolle Zeit fürs Surfen, Angeln oder Grillen verloren. Es ist kaum zu glauben, dass die Jahreszeit hier unserem Oktober entspricht. Es sind warme 29° C und an den Stränden wird fröhlich gegrillt, gepicknickt und gebadet. Leider ist das lange Wochenende ruckzuck vorbei und für Laila beginnen am Dienstag wieder Schule und sportliche Aktivitäten. In diesem Term gibt es keinen Golfkurs, stattdessen beginnt sie zusammen mit ihrer Freundin Freya jetzt mit einem Tenniskurs. Den Schwimmkurs hat sie auch gewechselt und geht jetzt mit Sara zusammen ins Challenge Stadium. In dem anderen Schwimmbad war das Wasser so eklig, dass es sich empfahl, die Chlorbrille nicht aufzusetzen – die Details lasse ich lieber weg -, so dass wir sie da nicht mehr hinschicken wollen und uns auch nicht. In der Schule steht im Moment das Theaterstück im Vordergrund, dass am nächsten Freitag von Lailas Klasse bei der Schulversammlung aufgeführt wird. Da Laila in der ersten Woche nicht da war als die Proben anfingen, bleibt für sie nur noch die tragenden Rolle, den Vorhang zu halten. Das sorgt für einige Tränen und Frustration, lässt sich aber leider nicht mehr ändern. Am Freitag haben wir zur Einweihung von Lailas neuem Reich Übernachtungsbesuch von Sara und ich muss zugeben, dass ich froh bin als sie am Samstagmorgen wieder abgeholt wird. Die beiden sind so aufgedreht, dass es kaum zu ertragen ist und ich ständig größere Verwüstungen verhindern muss. Nachdem wir uns davon halbwegs erholt haben, lösen wir unser Versprechen ein und gehen mit Laila ins Kino, um ‚How to train your dragon’ in 3D zu sehen. Ein super Film, auch für Erwachsene! Sonntag machen wir einen Ausflug nach Fremantle. Dort gibt es einen alten Lagerschuppen, in dem jetzt ein Markt und eine Fressmeile sind und auf einer kleinen Bühne gibt es Live-Musik. Das Highlight sind allerdings die Delfine, die vor einem Tanker herschwimmen, der in den Hafen geschleppt wird und dann fröhlich die anderen Boote umkreisen. Ich könnte ewig zuschauen wie sie fröhlich aus dem Wasser springen, nur Laila verliert nach 10 Minuten natürlich die Geduld und so machen wir uns wieder auf den Weg. Trotzdem ist es ein tolles Erlebnis – nur leider, wie so oft, liegt der Fotoapparat mal wieder im Auto :-(.

Samstag, 24. April 2010

Margaret River - Bunbury - Dwellingup - Perth

20. April 2010

Stefan steht schon um 6.30 Uhr auf und macht sich mit seiner Angel auf in Richtung Strand. Dort wird him ein tolles Schauspiel geboten, denn eine Gruppe von Delfinen macht in der Nähe des Strandes Jagd auf Lachse. Alle Angler versuchen ihre Angeln in Richtung des Lachsschwarms zu werfen, um auch was zu erbeuten, aber die Angeln reichen nicht weit genug und so bleiben dann doch die Delfine die einzigen erfolgreichen Jäger. Dann beschließen wir nach Margaret River überzusiedeln und mal einen Stadttag einzulegen. Auch wenn Margaret River nicht gerade eine Großstadt ist, gibt es zumindest ein paar Cafes, Restaurants, Shops und viele lustige, bunte Kühe. Wir stellen allerdings fest, dass hier abends auch recht früh die Bürgersteige hochgeklappt werden und verzichten dann letzendlich darauf unser $ 9,- Bier in einem menschenleeren Pub zu trinken.


21. April 2010

Der erste Blick aus dem Fenster lässt schon vermuten, dass das heute ein trostloser Tag wird. Es regnet und das sieht nicht nur nach einem Schauer aus, sondern nach Dauernieselregen – als Hamburger kennt man sich damit ja schließlich bestens aus ;-) Damit erübrigen sich für heute auch weiter Strandbesuche und wir beschließen in die nächst größer Stadt - nach Busselton - zu fahren, wo man vielleicht auch bei Regen was unternehmen kann. Das stellt sich allerdings als Irrtum heraus. Das Schwimmbad ist wegen Umbauarbeiten geschlossen, der berühmte, längste Bootssteg der südlichen Hemisphäre ist nach dem Sturm der letzten Woche gesperrt und die Shoppingmall besteht aus drei Geschäften und einem Supermarkt. Frierend sitzen wir in einem Cafe und der Gedanke schon früher nach Perth zurückzufahren wird immer verlockender. So kehren wir der Margaret River Region endgültig den Rücken und fahren weiter Richtung Norden nach Bunbury. Zumindest für Stefan wird es ein interessanter Abend als er ein wenig unbedarft an einem Pokerturnier im örtlichen Bowlingclub teilnimmt, wo er dann auch relativ früh wieder ausscheidet – gottseidank ohne dabei Haus und Hof verzockt zu haben ;-)


22. April 2010

Bunbury ist bekannt für seine Delfine, die regelmäßig eine bestimmt Bucht besuchen und quasi bis auf Armlänge an die im Wasser stehenden Besucher heran- schwimmen. Dort fahren wir ganz früh morgens hin, denn das soll die beste Zeit sein, um wirklich auch Delfine zu Gesicht zu kriegen. Und tatsächlich haben wir Glück und eine Delfindame stattet uns für 20 Minuten einen Besuch ab. Viel länger hätte man es in dem kalten Wasser sowieso nicht ausgehalten, aber es ist ein schönes Erlebnis eins dieser fröhlichen Tiere mal aus der Nähe zu sehen. Da es noch früh am Tag ist, sitzt vor unserer Weiterfahrt sogar noch eine Runde Golf drin. Der Golfplatz liegt in einem neuer- schlossenen Gebiet, wo aber anscheinend der Verkauf der golfplatznahen Grundstücke nicht so gut gelaufen ist, wie geplant. Entsprechend wurde dann wohl auch der Ausbau des Golfplatzes gestoppt, denn es gibt nur eine telefonzellengroße Wellblechhütte, in der man sein Greenfee einwerfen kann, ein rosa Dixieklo und sonst nichts. Die Golfspieler kommen dort mit ihren Pick-ups angefahren, die Golftasche neben den Angeln, Surfbretter und Matratzen auf die Ladefläche geschnallt und finden sich dann auch mal zu Sechser-Flights zusammen. Ich würde sagen, das ist Golfen auf australisch :-). In der Zwischenzeit haben wir erfahren, dass wir noch am Freitag unser neues Haus in Perth beziehen können und somit werden wir uns noch ein bisschen weiter in Richtung Perth begeben, damit wir am Freitagmorgen nicht mehr so lange fahren müssen. Unser Ziel ist Dwellingup, was in einem Nationalpark 100 km südöstlich von Perth liegt.


23. April 2010

Da wir erst spät angekommen sind, haben wir von Dwellingup nicht viel gesehen – genauso genommen nur den Campingplatz, aber es soll dort sehr schön sein ;-) und jetzt wollen wir nur noch so schnell wir möglich nach Perth, zumal wir auch um 11.00 Uhr einen Termin mit der Maklerin haben. Gegen Mittag sind wir dann stolze Mieter eines Townhouses in West Perth. Der Blick aus Laila Zimmerfenster geht genau auf den Balkon unserer alten Wohnung. Wir haben uns also von dort nicht sehr weit entfernt. Das Haus wirkt auf den ersten Blick sehr stylisch und nett, auf den zweiten Blick zeigen sich allerdings dann die ganzen Macken. Das wäre ja nicht weiter schlimm, stände nicht in dem Zustandsbericht des Maklers, dass die Hütte in einwandfreiem Zustand ist. Ich fürchte, dass wird noch Stress geben. Aber davon mal abgesehen fühlen wir uns hier sehr wohl. Laila hat jetzt ein Spiel- und Arbeitszimmer im Dachgeschoß, so dass wir uns nicht immer ins Schlafzimmer verziehen müssen, wenn sie mal Besuch hat und auch Küche und Schlafzimmer sind deutlich geräumiger als in der alten Wohnung. Dann kann der Winter jetzt ja kommen – allerdings besser nicht zu heftig, denn eine Heizung gibt es leider nicht. Aber das kennen wir ja schon aus Neuseeland!


24. April 2010

Für ein paar Stunden fühlen wir uns nach Hamburg-Schnelsen zurück versetzt. Wir fahren zu Ikea, weil wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen müssen und stellen fest, dass das ultimative Samstags-Ikea-Erlebnis weltweit das Gleiche ist. Schlangen vor dem Smaland, Geschubse in den Gängen, überfülltes Restaurant, Kassenschlangen und zu guter letzt Stau beim Verlassen des Parkplatzes. Im Anschluss daran machen Laila und ich noch eine Begrüßungsrunde durch die Innenstadt, wobei für Laila noch ein paar Herbstklamotten und ein Stofftierhund abfallen. Und dabei dachte ich, sie mag keine Hunde. Abends entdecken wir im DVD-Player eine Dixie Chicks-DVD unserer Vormieter, worauf Laila erstaunlicherweise total abfährt. Sie tanzt durchs Wohnzimmer, schaut sich das ganze Konzert an, ohne sich auch nur einmal beschweren, dass sie lieber Ice Age gucken möchte und am Schluss schläft sie dabei ein. Das scheint ja eine echte Alternative zu ABBA zu werden.

Montag, 19. April 2010

Albany - Denmark - Walpole - Windy Harbour - Margaret River

12. April 2010

Das Wetter spielt heute mal wieder nicht so richtig mit. Es ist windig, kalt und regnerisch. Nachdem Laila morgens bei der Kinder- animation die Strandspiele mitgemacht hat, fahren wir zum Walfang- museum. Wir hatten ehrlich gesagt keine besonders hohen Erwartungen und werden positiv überrascht, wie gut das Ganze gemacht ist. Wir nehmen an einer Führung teil, bei der das ganze Walfangprozedere erläutert wird und welches unerwartete und schlagartige Ende des Walfangs, die Walfänger 1978 ereilt hat. Darüberhinaus kann man sich ein Walfangschiff, Walskelette und diverse Filme ansehen. Wir verbringen bestimmt vier Stunden dort und das sind mindestens drei zuviel für unsere Autobatterie. Denn wir haben vergessen, dass Licht auszumachen und als wir loswollen ist die Batterie komplett platt. Aber wir wären ja nicht in Australien, wenn nicht irgendeiner ein Startkabel dabei hätte. Bis wir am Campingplatz ankommen, ist die Batterie glücklicherweise wieder ausreichend geladen.


13. April 2010

Auch heute morgen steht wieder Kinderanimation auf dem Plan, während Stefan schon mal die ersten neun Loch des benachbarten Golfplatzes spielt. Laila und ich begleiten ihn dann auf den zweiten neun Loch, wobei Laila eher mürrisch über den Platz schleicht und froh ist als wir fertig sind und uns am Emu Beach eine große Portion Pommes spendieren.


14. April 2010

Während Laila noch schnell an der Schatzsuche des Kinderclubs auf dem Campingplatz teilnimmt, drehen Stefan und ich die obligatorische Supermarkt- runde. Wir verlassen heute Albany und fahren weiter nach Denmark. Wieder mal habe ich keine Ahnung, wie Denmark zu seinem Namen gekommen ist, aber vermutlich ähnlich wie Bremer Bay. Es hat auf jeden Fall auch einer Reihe sehenswerter Strände aufzuweisen. Nachdem wir auf dem Campingplatz eingecheckt haben fahren wir noch zum Lights Beach. Wir schenken der Tatsache, dass dort auch Hunde erlaubt sind erstmal keinerlei Beachtung, bis der erste Hunde angerannt kommt, um uns zu beschnüffeln. Laila wird total hysterisch und als kurz darauf noch ein verspielter Dalmatiner an uns hochspringen will, rastet sie völlig aus. Ich weiß nicht warum, sie so eine panische Angst vor Hunden hat, da sie noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat, aber von nun achtet sie bei jedem Campingplatz und jedem Strand genau darauf, dass dort keine Hunde erlaubt sind. Über das ganze Theater vergeht einem glatt der Spaß an dem traumhaften Strand.


15. April 2010

Nach einem zweiten Frühstück in Denmark – einem für australische Verhältnisse erstaunlich netten Örtchen – machen wir uns auf zu den Greenpools, wo man normalerweise in klarem, ruhigem Wasser Schnorcheln kann. Allerdings nicht heute. Obwohl die Bucht durch ein Riff geschützt ist und dadurch eine Art Pool bildet (daher wohl der Name :-), sind die Wellen recht stark und so wandern wir erstmal über die Felsen zum Elephant Cove, bevor Laila und Stefan sich schließlich doch noch mal kurz ins Wasser stürzen – allerdings ohne Schnorchel! Wir kehren wieder auf unseren alten Campingplatz zurück, da mich der Campingplatz am Parry Beach, nicht wirklich überzeugt. Auch wenn Stefan wohl lieber dort geblieben wäre. Ich muss gestehen, dass ich eine vernünftige Dusche und Toilette, dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer mit Lagerfeuerromantik vorziehe.


16. April 2010

Bevor wir Denmark verlassen, müssen wir wenigstens noch einmal den legendären Ocean Beach gesehen haben, der das Surfermekka sein soll und sich direkt neben unserem Campingplatz befindet. In der Tat wimmelt es dort von Surfern und auch Laila zwängt sich in ihren Wetsuit und bindet sich das Surfbrett an den Arm, allerdings nur, um dann mit einem anderen Mädchen eine Sandburg zu bauen, wobei das Surfbrett am Arm dann wieder eher hinderlich ist. Zu guter letzt geht sie doch noch ins Wasser, aber mit Surfen ist es heute nicht weit her, denn über Kniehöhe kommt sie nicht hinaus. Mittlerweile ist es schon Mittag geworden und wir haben Hunger und halten noch schnell auf dem Weg in der Denmark Bakery, wo uns dann auffällt, dass Lailas Fleecejacke noch in der Campingplatz-Küche hängt, womit wir also wieder zurückfahren können. Dann schaffen wir es aber endlich Denmark zu verlassen und unsere Reise in Richtung Walpole fortzusetzen. In der Nähe von Walpole gibt es den Treetop-Walk, einen 600 m langen Steg, der sich in 40 m Höhe durch einen Karriwald schlängelt. Die Stege sind freischwebend und schwingen entsprechend stark. Laila ist das gar nicht geheuer und sie sieht zu, dass sie möglichst schnell wieder festen Boden unter den Füßen hat. Auf dem Campingplatz in Walpole treffen wir dann alte Bekannte aus Esperance wieder – eine deutsche Familie, die an der Ostküste Australiens lebt und gerade eine ähnliche Tour macht wie wir. Die Kinder beschließen, sich noch mal wieder zu treffen und dann Marshmellows am Lagerfeuer zu grillen. Da werde ich dann wohl doch noch in das Vergnügen des Busch-Campings kommen!


17. April 2010

Wir kommen erst spät los und machen zunächst einen Abstecher in einen Nationalpark mit dem unaussprechlichen Namen D’Entrecasteaux, genauer gesagt an den Mandalay Beach, wo vor knapp 100 Jahren ein Schiff gleichen Namens gestrandet ist. Es wieder einer der unglaublichen Strände Westaustraliens und wir sind dort sogar mutterseelenallein. Gäbe es nur einen dieser Strände in Europa wäre er vermutlich schon mit Hotelburgen zugepflastert. Nichtsdestotrotz stellt sich bei mir so langsam eine leichte Strandübersättigung ein und ich kann nur noch eine mäßige Begeisterung aufbringen. Wir halten uns dann auch nicht lange dort auf, sondern setzen die Fahrt nach Windy Harbour fort, der seinem Namen alle Ehre macht. Es gelingt uns nicht mal ein Lagerfeuer zu entzünden und so flüchten wir früh in den Bus, weil es so kalt ist und es auf dem Campingplatz auch sonst keine Zufluchtsmöglichkeit gibt. Nachts beobachten wir ein Riesenkänguru, das seelenruhig neben unserem Bus weidet, aufgerichtet bestimmt so groß ist wie wir und eine Schuhgröße hat wie Michael Jordan. Gut, dass die Kameraden so friedfertig sind.


18. April 2010

Gleich nach dem Aufwachen liegt Laila uns in den Ohren, dass sie ihre Freunde zum Lagerfeuer wieder treffen will. Aber zuerst fahren wir natürlich mal wieder an den Strand. Genau genommen bleiben Laila und ich im Auto und schauen nur einmal kurz über die Düne, während Stefan Jagd auf Lachse macht Ich kann heute keine Strände mehr sehen! Ein anderer Angler, der original aussieht wie der Zwerg aus ‚Herr der Ringe’, fängt vier Lachse und schmeißt sogar einen wieder rein. Und auch bei Stefan beißt tatsächlich einer an, macht sich dann aber mit samt Köder, Haken und Angelschnur vom Acker. Damit hat sich dann das Angeln zunächst mal erledigt, denn ohne Schnur … Wir setzen uns dann schließlich in Bewegung in Richtung Margaret River. An einem idyllischen See in einer Art Märchenwald machen wir noch ein Picknick und nehmen noch ein Bad – nein, ich natürlich nicht – denn dann geht es ab in den Busch. Gerade noch rechtzeitig bevor die Sonne untergeht und die Kängurus sich auf die Strasse stürzen erreichen wir den Conto Campground, wo wir schon sehnsüchtig erwartet werden. Wir verbringen einen sehr netten Abend am Lagerfeuer und nach einer Flasche Rotwein finde ich dann auch das Buschklo nicht mehr so schlimm. Schließlich wird man dabei durch einen gigantischen Sternenhimmel entschädigt.


19. April 2010

Nach zwei Nächten ohne jeglichen Komfort, beantrage ich für den heutigen Abend einen Campingplatz mit Dusche und Wasserklo, auch wenn Laila protestiert und mit ihren Freunden lieber im Busch bleiben will. Zunächst fahren wir aber nach Margaret River, um unsere Vorräte aufzustocken, einen Kaffee zu trinken und durch die Stadt zu bummeln. Stefan muss außerdem seine defekte Angelausrüstung ersetzen und ersteht gleich eine nagelneue Brandungsangel. Die muss natürlich auch gleich ausprobiert werden und so landen wir am Hamelin Beach, wo man Lachse und Heringe fangen kann. Praktischerweise ist dort auch gleich ein Campingplatz und während ich schon gemütlich unter der heißen Dusche stehe, zieht Laila ihren ersten Fisch an Land. Leider keinen Lachs, sondern nur einen Hering. Aber immerhin. Stefan bringt es schließlich auch nur auf einige Kilo Seegras und ein paar Heringe, aber die landen dann abends auch tatsächlich auf dem Grill!

Sonntag, 11. April 2010

Esperance - Bremer Bay - Albany

5. April 2010

Wir verlassen Barbies Puppenstube und machen noch einen Abstecher nach Hopetoun, bevor wir die Fahrt nach Esperance fortsetzen. Hopetoun soll laut Bob – unserem ehemaligen Hausmeister in Perth – irgendwann mal eine deutsche Siedlung gewesen sein. Davon ist allerdings nicht mehr viel zu erkennen und generell ist es mit der Besiedlung nicht weit her. Seit die Nickel-Mine vor 2 Jahren geschlossen wurde, lebt der Ort nur noch von den paar Touristen, die sich hier her verirren und die großen Neubauprojekte rundherum liegen wohl auch eher auf Eis. Aber der Name Hope ist hier Programm und alle hoffen, dass die Mine bald wiedereröffnet wird. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann endlich Esperance, checken auf dem Campingplatz ein und den Ort kurz aus, aber am heutigen Ostermontag ist da nicht allzu viel los. Abends machen wir uns im Bus ein paar Toasts und ein Picknick auf dem Bett. Die lauen Sommerabende sind hier wohl leider vorbei und draußen kann man es nach Sonnenuntergang nicht mehr lange aushalten.


6. April 2010

Nach über zwei Monaten Dauersonnenschein erwartet uns ein ungewohnt trüber und regnerischer Tag. Ich komme mir fast vor wie an der heimischen Ostseeküste und nicht wie am Southern Ocean. Da das Wetter nicht gerade zu einem Strand- und Badetag einlädt, fahren wir mit dem Auto den ‚Great Ocean Drive’ – nicht zu verwechseln mit der ‚Great Ocean Road’ ab – vom Twilight Beach, mit weißem Sand und riesigen Felsformationen bis zum Pink Lake, einem Salzsee, der unter bestimmten Bedingungen rosa aussieht. Da das Wetter sich zusehends verschlechtert, beschließen wir dem ganzen zu entfliehen und ins Kino zu gehen. Unglaublicherweise hat Esperance sogar ein 3D-Kino und so sehen wir uns ‚Alice in Wonderland’ in 3D an. Für Laila ist der Film allerdings grenzwertig und auch wenn sie es natürlich nie zugeben würde, gruselt sie sich an einigen Stellen doch ganz schön. Da wir nicht noch einen weiteren Abend Toastbrot im Bus essen wollen, beschließen wir Essen zu gehen, müssen aber feststellen, dass Esperance nicht gerade eine gastronomische Hochburg ist. So landen wir schließlich im Jetty Cafe, wo das Highlight allerdings nicht das Essen ist, sondern die Szene die sich am Nachbartisch abspielt als ein übellauniger Aussie lautstark die Bedienung zur Schnecke macht, weil das Essen angeblich ungenießbar ist.


7. April 2010

Überraschend ist heute die Sonne zurückgekehrt. Auf die Wettervorhersage kann man hier wirklich gar nichts geben! Damit wir die Golfschläger nicht umsonst durch halb Australien kutschieren, spielen wir morgens erstmal ein Runde Golf, wobei Laila vermutlich den meisten Spaß daran findet, hinten auf dem Elektro-Cart mitzufahren. Anschließend fahren wir in den Le Grand National Park, wo es angeblich die schönsten Strände Australiens geben soll. Auch wenn ich ja noch nicht alle Strände Austrliens gesehen habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das der Wahrheit entspricht. Der Sand am Lucky Bay ist so fein, dass er beim Laufen quietscht und dazu schneeweiß. Das Wasser ist glasklar und türkis und leider viel zu kalt – zumindest für mich ;-) Nach einem Picknick nehmen Stefan und Laila ein kurzes Bad, dann geht es weiter nach Cove bay, wo man über riesige Felsen wandern und klettern kann. Zum Abschluß schauen wir noch am Le Grand Beach vorbei, aber für heute ist unser Strandsoll erfüllt und wir machen uns wieder auf den Weg in Richtung Campingplatz.


8. April 2010

Laila stellt in diesem Urlaub einen neuen Rekord im Klamotten einsauen auf und so gehen ihr schon nach 4 Tagen die sauberen Hosen aus und ich muss morgens erst mal eine Maschine ‚Buntes’ anwerfen. Weder Laila noch Stefan sind allerdings böse darum, den Vormittag auf dem Campingplatz zu verbringen. Laila verschwindet auf dem Spielplatz und Stefan hinter seinem Notebook. Das Wetter ist auch nicht so verlockend, dass man nun unbedingt an irgendeinen Strand müsste. Gegen Mittag machen treibt uns der Hunger in die Stadt und Stefan und Laila entdecken, dass der Tanker-Jetty offenbar das Anglerparadies ist. Nachdem sie im Angelshop das nötige Equipment zusammengekauft haben – irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass man jedes Mal andere Köder, Schwimmer, Haken etc. benötigt – verbringen die beiden dann zwei Stunden damit, vergeblich die Angel ins Wasser zu halten und so ist das Einzige, was abends in der Pfanne landet, ein Rindersteak aus dem Supermarkt.


9. April 2010

Heute verlassen wir Esperance wieder und treten die 400 km lange Fahrt nach Bremer Bay an. Keine Ahnung, warum die Bucht so heißt, aber vermutlich haben sich da irgendwann mal ein paar heimwehkranke Norddeutsche hin verirrt, die sich beim Anblick der Dünen an die Nordsee erinnert fühlten. Und auch das Wetter weist ein paar Parallelen auf. Es gibt nämlich auch immer mal wieder einen Regenschauer. Stefan und Laila sind jetzt im Angelfieber und starten einen weiter Versuch, dass Abendessen selbst zu fangen, aber auch diesmal will nichts anbeißen und so gibt es schließlich eine Pizza beim Campingplatz-Italiener, was mir persönlich auch gar nicht so unlieb ist. Der Abend nimmt noch eine interessante Wende als Stefan beim Filmgucken auf einem Lindt-Schokoladenei einschläft. Das man das nicht ausbrüten kann, war mir ja schon klar, aber das so ein kleines Ei, so eine große Sauerei anrichten kann, hätte ich nicht erwartet. Bettlaken, Matratze und Stefans Hose sind in Schokolade getränkt und der ganze Bus riecht wie eine Schokoladenfabrik. Da ist am nächsten Morgen wohl erst mal eine größere Reinigungs- und Waschaktion angesagt.


10. April 2010

Nachdem die Schokoladenspuren so gut wie möglich beseitigt sind, brechen wir auf, um Bremer Bay zu erkunden. Die erste Lektion, die wir dabei lernen, ist, dass unser Van nicht dafür geeignet ist, auf den Strand zu fahren – auch wenn dieser noch so festgefahren aussieht. Die zweite Lektion ist, dass kein Aussie ein Abschleppseil besitzt, weil hier ja alle mit Geländewagen rumfahren und dementsprechend auch keins brauchen. Wir hingegen stecken jetzt schön im Sand fest, besitzen natürlich auch kein Abschleppseil, müssen nun mühsam die Hinterräder ausbuddeln, um dann zusammen mit ein paar hilfsbereiten Australiern den Bus wieder aus dem tiefen Sand schieben. Von Stränden halten wir uns bzw. den Bus zukünftig also besser fern. So parken wir beim nächsten Mal also vorschriftsmäßig auf dem Parkplatz, packen die Angelsachen aus und verbringen ein paar entspannt Stunden am Strand. Wieder zurück auf dem Campingplatz fällt mir auf, dass einer meiner geliebten blauen Converse-Schuhe, die neben der Schiebetür gelegen haben, fehlt. Super, wir haben die Tür an diesem Tag bestimmt an 10 verschiedenen Orten auf- und zu gemacht und zu jeder Zeit könnte der Schuh rausgefallen sein. Wir fangen also von hinten an, die Stellen abzuklappern und wo finden wir ihn schließlich: Direkt neben den Reifenspuren, die unser Bus am Morgen in den Strand gegraben hat. Als ich davon noch schnell ein Foto machen wollte, muss der Schuh wohl irgendwie entkommen sein. Ich habe den Eindruck, dass das heute nicht unser Tag ist.


11. April 2010

Nachdem wir in Bremer Bay jetzt alle mit Strassen, die man mit unserem Auto befahren kann, abgeklappert haben, fahren wir weiter nach Albany. Auf dem Weg dorthin liegt noch die Stirling Range, mit dem höchsten Berg Western Australiens dem Bluff Knoll. Den kann man auch sogar besteigen, allerdings nur, wenn man kein meckerndes 6-jähriges Kind dabei hat. Wir schaffen ca. 1/3 der Strecke bis wir schließlich umkehren. Zu Lailas Ehrenrettung muss man allerdings auch sagen, dass es extrem steil bergauf geht und man dabei auch noch über große Felsen klettern muss. Trotzdem ist der Ausblick auch aus dieser Höhe toll und es hat sich auf jeden Fall gelohnt die Wanderung anzutreten. In Albany finden wir schließlich einen tollen Campingplatz, der nur durch die Dünen vom Meer getrennt ist. Wir machen noch einen langen Strandspaziergang und geraten dabei in ein regelrechtes Muschelsuchfieber. Es gibt hier ganz tolle orange, rote und sogar pechschwarze Muscheln – war die Ölpest nicht auf der anderen Seite Australiens? Hier werden wir auf jeden Fall jetzt erstmal ein paar Tage bleiben, unsere Vorräte wieder auffüllen und Laila ein bischen Kinderanimation auf dem Campingplatz gönnen.

Montag, 5. April 2010

Perth - Good bye Delhi Street No. 5

27. März – 4. April 2010

Es ist mal wieder soweit: Die letzte Woche vor den Schulferien ist angebrochen und somit auch die vorerst letzte Woche in Perth. Damit steht die Woche schwerpunktmäßig im Zeichen diverser Schulaktivitäten und - wie sooft in den letzten Monaten – des Zusammenpackens und Ausziehens. Denn wir haben entschieden, dass wir nach unserem Urlaub nicht wieder in die Delhi Street No. 5 zurückkehren, sondern uns für den bevorstehenden Winter etwas Geräumigeres suchen werden. Ach ja, und Ostern steht ja auch noch vor der Tür. Am Samstag geht es auch gleich schon los mit einer Trainingseinheit im Ostereiersuchen, veranstaltet von den örtlichen Kirchengemeinden. Lailas Ausbeute ist nicht schlecht, nur leider mag sie die Schokoladeneier überhaupt nicht und verschenkt sie gleich wieder. Wir lassen den Abend noch bei Freunden ausklingen und Laila gleich dort, was uns unverhofftes Ausschlafen am Sonntag beschert. Sonntagmittag holen wir Laila am Floreat Beach wieder ab, besuchen noch ein Straßenfest und vorbei ist das Wochenende. Montag haben dann die ersten bis dritten Klassen ihren jährlichen Schwimm- wettbewerb, wobei aber hauptsächlich Spiel und Spaß im Vordergrund stehen. Für Freiwillige gibt allerdings auch ein 25m Freestyle-Wettschwimmen, bei dem Laila nach anfänglichen Startschwierigkeiten – sie kommt irgendwie immer von der Bahn ab ;-) – immerhin Dritte bei den Mädchen der 2. Klassen wird und die sind schließlich alle ein Jahr älter als sie. Am Donnerstag ist dann endgültig der letzte Schultag, an dem auch kein Unterricht sondern nur noch Basteln, Malen und Picknicken auf dem Stundenplan stehen. Das Ganze endet mit einem großen Abschlusspicknick auf dem benachbarten Spielplatz. Freitag laden wir Laila bei ihrer Freundin Sara ab, damit wir endlich mal ein paar Fortschritte in Sachen Auszug machen. Freundlicherweise haben Saras Eltern angeboten, dass wir ein paar Sachen bei ihnen lassen können, so dass wir nicht unseren ganzen Kram in den Bus stopfen müssen. Ich weiß nicht, ob sie das in dem Moment bereut haben, als wir mit den ganzen Kisten und Taschen vor ihrer Tür standen – gesagt haben sie jedenfalls nichts :-) Bevor wir Perth verlassen, wollen wir wenigstens noch einen der legendären Sonnenuntergänge am Strand gesehen haben und so packen wir ein Picknick ein und fahren Freitagabend an den Strand. Ich glaube, wir haben zwei Monate lang kaum eine Wolke am Himmel gesehen, aber genau an diesem Abend ist von der Sonne rein gar nichts zu sehen. Da müssen wir wohl gelegentlich noch einen zweiten Anlauf nehmen! Trotzdem haben wir einen netten Abend mit Sharron, Ken und den beiden Kids. Am Samstag ist dann Hasen-Shopping angesagt. Laila hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie unbedingt einen Stofftierhasen braucht und das 1 Meter große Modell aus dem Supermarkt steht zweifelsohne nicht zur Debatte. Bei ‚Good Sammies’ – meinem Lieblings-Secondhandladen – ergattern wir einen für unglaublich 50 Cent. Damit sind wir alle hochzufrieden und dement- sprechend friedlich verläuft dann – trotz verstärkter Packaktivitäten - der Rest des Tages. Bevor wir uns dann am Sonntagmorgen von der Delhi Street No. 5 verabschieden, durchkämmt Laila noch gründlich das Appartement nach Oster- überraschungen und wird – oh Wunder – tatsächlich fündig. Der Osterhase hat gottseidank ein Einsehen gehabt und Lindt-Pralinen gebracht, die Laila zwar auch nicht isst, wir aber dafür umso lieber ;-) Für sie gibt es dafür Bastel- und Malsachen. So sind alle zufrieden. Dann geht’s ab auf die Bahn in Richtung Wave Rock zum Surfen ;-) Der Wave Rock ist ein 15m hohe Steinformation, die – wie der Name ja schon sagt – aussieht wie eine riesige Welle. Zwischen unzähligen Asiaten versuchen wir einen ungestörten Moment abzupassen, um ein paar Fotos zu schießen – nicht so einfach, muss ich sagen. Schnell fahren wir noch vor den Asiaten zu dem zweiten Felsen, der aussieht wie das riesige Maul eines Nilpferdes, machen die nötigen Fotos und legen dann noch die letzten 250 km bis Raventhorpe zurück, wo wir übernachten. Der Campingplatz ist wohl das Abgefahrenste, was ich seit langem gesehen habe. Die Besitzerin sieht wie ein Drogi vom Hamburger Hauptbahnhof, aber am besten sind die zahlreichen ‚Kunstobjekte’ aus Alltags- gegenständen. Besonders fällt dabei die ‚Barbie-Installation’ ins Auge. Zwischen den Kunstobjekten und der Campingküche ist dann allerdings auch kein großer Unterschied zu erkennen. Der Gasherd stammt mindestens aus den 60er Jahren und das Siegel für ‚Geprüfte Sicherheit’ wäre ihm sicherlich bereits vor 40 Jahren nicht mehr verliehen worden. Aber wir sind ja auch nur zum Übernachten hier und nicht zum Kochduell.

Donnerstag, 25. März 2010

Perth - Riesenhagel und ABBA-Debakel

20. – 26. März 2010

Heute ist der große Tag – Laila und Sara fiebern schon den ganzen Tag dem ABBA Konzert entgegen. Morgens besuchen sie noch zusammen Saras Singklasse, wo sie sich schon mit ABBA Songs einstimmen und dann bringt Sharron, Sara Mum, uns zum Open Air Kino nach Burswood, wo die Veranstaltung stattfindet. Zur Erklärung sollte ich vorher noch sagen, dass die Veranstaltung für einen guten Zweck ist, nämlich für ‚Riding for Disabled’ – eine große Organisation in Australien. In Anbetracht der Kartenpreise von 155 AUD – im Vergleich: Karten für AC/DC gab es schon ab 99 AUD – erwarten wir eine tolle und vor allem professionelle Veranstaltung. Das Kinogelände ist riesig, ausgelegt für ca. 1500 Besucher, und was soll ich sagen: gefüllt mit vielleicht 80 Personen. Von den 80 sind die eine Hälfte Ordner und die andere Hälfte Disabled. Wir vermuten, dass wir die einzigen voll zahlenden Gäste sind. Aufgrund der geringen Besucherzahl wurde dann auch das Rahmenprogramm für die Kinder gekürzt und es blieb lediglich das Facepainting übrig. Die mickrige Bühne steht in der prallen Sonne – ohne Überdachung und die Anlage klingt wie eine Heim-Karaoke-Anlage. In Spitzenzeiten halten sich 10 Leute vor der Bühne auf – die Stimmung siedet also quasi. Erwähnenswert ist noch das VIP Zelt, wo man sich vermutlich von unserem Eintrittsgeld mit Weintrauben und Käsehäppchen verköstigt. Die ganze Veranstaltung endet dann auch noch eine Stunde früher als geplant – vermutlich reichte das Geld nicht länger für die Gage der osteuropäisch wirkenden Pseudo-Schweden. Positiv zu vermerken ist, dass die Kinder sich von Kopf bis Fuß haben anmalen lassen und somit die Kinderanimation bestmöglich ausgenutzt haben und wir einen Gutschein für 18-Loch Golf in Burswood gewonnen haben. Nichtsdestotrotz hat das Ganze einen bitteren Nachgeschmack, wir fühlen uns übers Ohr gehauen und sind nicht bereit das so hinzunehmen. Gemeinsam mit Sharron setzen wir am Montag eine Email auf und fordern RDA auf, uns das Geld zurückzuerstatten, da wir uns ansonsten ans ‚Ministry for Unfair Trade’ (ja, das gibt es wirklich!) wenden werden. Es dauert keine 3 Stunden bis wir die Antwort bekommen und unser Geld zurück. Das heißt im Nachhinein haben wir sogar ein Plus von 35 AUD erzielt, wenn man den Golf-Gutschein mitrechnet.

Nach diesem Debakel haben Stefan und ich für abends noch Karten für das Western Australian Symphony Orchstra – welch ein Kontrastprogramm zu ABBA ;-) – Laila übernachtet bei Aidan. Obwohl wir ja beide nicht gerade die großen Musikexperten sind gefällt es uns sehr gut, aber wir sind an diesem Tag auch nicht mehr besonders anspruchsvoll. Da wir ja nun schon mal Ausgang haben, wollen wir danach noch gerne irgendwo einen Caipi trinken gehen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Alle Kneipen und Bars sind überfüllt mit lärmenden Jugendlichen. Schließlich finden wir eine etwas ruhigere Bar, die ein Sofa direkt am Gehsteig stehen hat. Dort machen wir es uns gemütlich, schlürfen unsere Caipis und beobachten das Schaulaufen der Miniröcke, die scharenweise an uns vorbei ziehen. Am Sonntag sammeln wir Laila wieder ein und statten den neu aufgestellten Dinosauriern im Kingspark einen Besuch ab.

Während die letzten Wochen ja eher gemächlich verliefen, scheint diese Woche offenbar einiges bereit zu halten. Am Montag nach der Schule ist Lailas Freundin Freya zu Besuch. Bereits gegen 15.30 Uhr verdunkelt sich langsam der Himmel. Ich gehe mit den Mädels noch schnell an den Pool, denn in der Ferne fängt es schon an zu blitzen und zu donnern. Als das Unwetter langsam näher rückt, treten wir den Rückzug in Richtung Appartement an und kaum haben wir die zwei Stockwerke erklommen, bricht draußen die Hölle los. Ich bin mir sicher, dass ich so ein Unwetter noch nie erlebt habe. Golfballgroße Hagelkörner prasseln vom Himmel und es stürmt was das Zeug hält. Nach einer halben Stunde Pause bricht dann die zweite Unwetterwelle los. Diesmal ohne Hagel, dafür mit umso mehr Regen. Unser Pool wird mit Schlamm und Laub überschwemmt, unser Treppenaufgang steht bis zur zweiten Stufe unter Wasser, gegenüber im Park ist ein Baum vom Blitz getroffen worden und trotzdem sind wir dabei wohl noch ganz gut weggekommen. Bestimmt jedes zweite Auto ist von den Hagelkörnern zerbeult worden und riesige Schlamm- und Wassermassen haben Wohnungen, Geschäfte, Tiefgaragen und die darin stehenden Autos geflutet – die haben aber zumindest keine Hagelschäden ;-). Laut Aussage der Medien war das das schlimmste Unwetter seit 16 Jahren. Die Aufräumarbeiten, um Schlamm und Unrat von den Strassen zu beseitigen und die Tiefgaragen zu entleeren, dauern noch immer an. Unseren Pool werden wir wohl vor unserem Urlaub nicht mehr benutzen können und ob wir danach wieder hier einziehen, steht noch nicht fest. Eine Woche bleibt uns hier jetzt noch, bevor wir wieder unseren Bus einpacken und für drei Wochen auf Tour in Richtung Süden bzw. Südwesten gehen, um auch noch den Rest von Western Australia kennenzulernen.