Donnerstag, 23. Oktober 2014

Life Saving und Sightseeing

Sonntag muss Laila (und die anderen Kinder natürlich auch) beweisen, dass sie 50 m Freistil schwimmen und 2 Minuten im Wasser floaten kann, damit sie bei den Surf Life Savern mitmachen darf und nicht am Ende selber gerettet werden muss. Obwohl sie in Hamburg ja mal zu den besten Schwimmerinnen ihres Alters gehört hat, ist sie total aufgeregt und verunsichert. Wie erwartet natürlich völlig umsonst.

Nach 5 Minuten ist alles vorbei und am nächsten Sonntag geht es endlich in den Ozean. Im Anschluss sind wir bei Freunden zum Barbecue eingeladen und neben einem netten Nachmittag, lösen sich auch gleich noch ein paar Probleme. Die Wochenenden, an denen wir unser Apartment räumen müssen, weil die Eigentümer es selber benötigen, können wir im Gästezimmer bei Jane und Walter wohnen und müssen nicht für hunderte von Dollars in ein drittklassiges Hotel ziehen. Darüber hinaus leihen sie uns noch einen Tennisschläger und eine Kaffeemaschine. Jetzt sind wir top organisiert und ich kann mir Montag mal einen Shopping-Tag gönnen. Natürlich nur 'light', da unser Gepäck nach wie vor beschränkt ist. Aber einen weiteren Bikini kriegt man ja immer unter :-)
Da ich allerdings im Nachhinein den Eindruck hatte, dass ich beim letzten Mal in Perth zu viel geshoppt und zu wenig unternommen habe, starten wir ab Dienstag das Sightseeing-Programm: Cottesloe Beach, Swan River, Kings Park. Wir fangen erst mal mit einer Auffrischung an, denn da waren wir natürlich überall schon mal :-). Am Donnerstag dann die Perth International Open der Profi-Golfer - naja, das zählt jetzt nicht direkt als Sightseeing. Es gibt sogar einen deutschen Spieler, der aber nach dem ersten Tag nur auf dem geteilten 77. Platz liegt. Klingt leider nicht sehr erfolgsversprechend, aber dafür führt am Ende der Däne, mit dem wir die ersten neun Loch mitgelaufen sind. Stefan ist immerhin Vierter auf dem Emirates Race to Dubai Putting Leaderboard. Vielleicht gewinnen wir ja den Flug nach Dubai zur 2014 DP World Tour Championship :-) Ab dieser Woche findet schließlich auch Lailas Tenniskarriere eine Fortsetzung. Circa 100 m Luftlinie von unserem Apartment entfernt ist der Floreat Tennisclub und da geht sie jetzt donnerstags zur Junior Academy. Andy, der Trainer hat einen derartigen Aussie-Slang, dass ich kaum etwas verstehe, für Laila offenbar kein Problem mehr nach zwei Wochen australischer Schule. Aber abgesehen davon, dass ich so wieso nicht spielen kann, könnte ich mir eine Trainerstunde hier auch gar nicht leisten. Die kostet umgerechnet 60 €. Vielleicht sollte ich meine Strandbar-Pläne nochmal überdenken und auf Tennistrainer umschwenken :-)



Samstag, 18. Oktober 2014

Schule, Surfen, Schrottkarren

Am Dienstag ist es soweit. Ausgestattet mit einer geliehenen Schuluniform geht es für Laila nach vier Jahren wieder in die West Leederville Primary School. Ihr Klassenlehrer mit dem unaussprechlichen Namen - McInerhency - deshalb nur Mr. Mac genannt - ist ein sympathischer, cooler Typ und schon nach zwei Tage ist auch die Sprachbarriere überwunden und sie findet die Schule sogar ganz cool. So richtig freut sie sich allerdings, dass sie jetzt wieder Mandarin lernen darf :-). Nach 3 Jahren Chinesisch in ihrer Hamburger Grundschule dachte sie eigentlich, sie sei mit dem Thema durch und jetzt steht es wieder auf dem Stundenplan. Während Laila jetzt bis 15 Uhr in der Schule untergebracht ist, gehen wir nochmal das Thema Autokauf an. Wenn man allerdings mit folgenden Anzeigetexten konfrontiert wird, kann man sich schon vorstellen wie die Autos in unserer Preisklasse aussehen:

Great car - only problem: no rear gear
Very relieable car - have to sell because engine light is flashing, but has no problem with engine

Gerne hätte ich ja gepostet, dass das Auto auf dem Foto unseres geworden ist, aber am Donnerstag werfen wir das Handtuch und entscheiden uns für die teurere dafür vermeintlich problemlosere Mietwagenvariante, bevor wir jetzt noch mehr Zeit darauf verschwenden uns irgendwelche Schrottkarren anzusehen, bei denen man froh sein kann, wenn sie nicht schon bei der Probefahrt abrauchen. Im Dezember müssen wir die Kiste wieder los werden und damit sind wir dann auch wieder eine Woche beschäftigt. Wir sind ja nicht nach Perth gekommen, um ins Gebrauchtgeschäft einzusteigen, sondern eigentlich um hier Stadt und Strand zu genießen. Letzeres tun wir am Mittwochnachmittag. Nach den kühleren Temperaturen der ersten Tage, knacken wir Mittwoch die 30°C Marke. Nach der Schule kaufen wir ein Bodyboard und fahren an den Scarborough Beach. Die Wellen sind perfekt, auch wenn die Strömung ziemlich stark ist, und Laila ist in ihrem Element und auch nach 1 1/2 Stunden kaum aus dem Wasser zu kriegen. Da passt es ganz gut, dass sie ab Sonntag zum Surf Life Saving geht, wo die Kinder in ihren Altersgruppen Freiwasserschwimmen und Surfen trainieren. In 10 Jahren kann sie dann die Nachfolge von Pamela Anderson bei Baywatch antreten, noch fehlen ihr gottseidank die körperlichen Voraussetzungen dafür :-)
Die Anmietung des Autos verläuft dann doch nicht ganz so reibungslos wie erwartet. Als nach mehrstündigen Telefonaten mit Kreditkartenunternehmen und Autovermietung alles bezüglich Versicherung und Konditionen geklärt ist, müssen wir eigentlich nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hinkommen. Aber kaum hat die Bahn die Station verlassen, ruckelt es zweimal und der Zug segnet das Zeitliche. Nach einer anfänglichen Durchsage, herrscht Funkstille, Licht und Klimaanlage gehen aus, die Türen bleiben geschlossen und wir sitzen eine Stunde im aufgeheizten Wagen bis wir schließlich den Zug über die Gleise verlassen und zur nächsten Station wandern dürfen und uns dann ein Taxi zur Autovermietung nehmen können. Abends leihen wir uns in der Videothek Filme aus und testen erstmalig unseren 3D Fernseher. Also, man muss sagen, dass das wirklich cool ist. Ebenfalls dreidimensional ist die Schlange, die Stefan sich auf einem Straßenfest umhängen will. Die Schlange findet es aber offenbar lustiger ihn unter den Achseln zu kitzeln und so endet die Aktion in einem Lachanfall, was das Foto vielleicht ein bisschen weniger beeindruckend wirken lässt als geplant :-)

Montag, 13. Oktober 2014

Back in Perth

Vier Stunden vor unserem Abflug lernen wir noch die Schattenseiten Balis kennen als direkt vor unserem Hotel einer Frau die Handtasche von einem Motorradfahrer entrissen wird. Sicherlich ein schwarzes Schaf unter vielen freundlichen, hilfsbereiten und fröhlichen Balinesen, aber das interessiert die Frau deren Geld und Papiere jetzt weg sind bestimmt nur am Rande. Noch leicht bestürzt machen wir uns auf den Weg nach Denpasar, wo wir die verbliebene Zeit mit Schlangestehen beim Air Asia Check-In und der personell völlig unterbesetzten Passkontrolle verbringen. Letztlich müssen wir für den ganzen Spaß auch noch 45 € Airport Tax abdrücken. Dafür ist der Rest nur noch ein Klacks. Nach drei Stunden Flug meinen es auch die australische Immigration und Biosecurity gut mit uns – wir müssen diesmal weder unsere Schuhe desinfizieren lassen noch unsere Rucksäcke auspacken und so sind wir ruckzuck in unserem neuen Zuhause in der Cambridge Street. Die Lage ist perfekt – genau zwischen Schule, Strand und Golfplatz. Ernüchternd sind dann allerdings die Preise im Supermarkt. Nach den Preisen auf Bali, aber auch gemessen an Deutschland ist es hier unglaublich teuer. Für ein Sixpack Bier zahlen wir 10 €, Obst und Gemüse kosten ebenfalls um ein Vielfaches mehr! Da werden wir wohl die nächsten zwei Monate den Gürtel etwas enger schnallen müssen. Der zweite Schreck ereilt uns als beim Auspacken der Rucksäcke eine riesige Kakerlake durchs Schlafzimmer huscht und unter unserer Bettdecke verschwindet. Wir können nicht erkennen, ob sie indonesischer oder australischer Herkunft ist, das Insektenspray im Küchenschrank und die Zwillingsschwester einen Tag später in der Küche lassen aber auf ein einheimisches Modell schließen. Damit muss man hier wohl leben, aber in Deutschland werden unsere Rucksäcke auf jeden Fall erstmal 2 Tage (hoffentlich bei Frost) auf der Terrasse in Quarantäne verbringen. Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg in die City um endlich wieder Verbindung zur Außenwelt in Form von Handy und Internet aufnehmen zu können. Wir staunen nicht schlecht als uns die ersten Australier/-innen in Dirndl und Lederhosen begegnen. In Perth ist heute Oktoberfest!  Sicherlich ein willkommener Anlass für die trinkfreudigen Aussies mal ein paar Mass zu kippen. Als wir am Sonntag dann bei Freunden auf der Veranda sitzen, ist es fast so als wären wir nie weggewesen - also aus Perth nicht aus München.
Gut, Laila ist mittlerweile 2 Köpfe größer als ihre Freundin Sara, aber ansonsten hat sich nicht viel verändert. Das einzige, was uns nun noch zu unserem Glück fehlt, ist ein Auto. Bis wir was Eigenes finden, haben wir zunächst für 3 Tage einen Mietwagen, mit dem wir erstmal einen Abstecher zu Ikea machen, um ein paar Verbesserungen in der Beleuchtung unseres Apartments vorzunehmen. Gemütlich ist nämlich wirklich was anderes, außer man steht auf 200 Watt Lampen im Schlafzimmer. Und dann ist es endlich soweit. Nach drei Tagen betreten wir das erste Mal wieder den Strand. Spätestens jetzt weiß ich wieder, warum ich wieder hierher wollte - auch wenn die Warnhinweise auf den ersten Blick vielleicht etwas abschreckend wirken...

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ubud

Auf geht's zur letzten Bali-Etappe. Wir haben einen Fahrer gebucht, der uns zum Mount Batur und zu den Reisterrassen fahren soll, bevor wir dann noch 3 Tage in Ubud absteigen. Ausserplanmäßig ist der Stopp bei Krisna  - der Laden, in dem sämtliche Händler Balis einkaufen, was den namensgleichen Inhaber vermutlich zu einem der reichsten Männer Balis und zum stolzen Besitzer von 2 Lamborghinis und einem Ferrari gemacht hat. Wir sind die einzigen Kunden auf einer Ladenfläche von 3-4 Aldimärkten und werden nicht von einem einzigen Verkäufer belästigt. Uns begegnet so ziemlich alles wieder, was wir in den letzten Tagen in den Shops gesehen haben, nur für einen Bruchteil des Preises und das ohne langwierige Verhandlungen. Ich bin überfordert von dem Angebot, was zu einer Art Kaufstarre führt, in Anbetracht unseres limitierten Gepäcks sicherlich vorteilhaft. Laila allerdings fühlt sich wie im 7. Himmel - Armbänder, Ketten, Haarbänder alles für 30 - 40 Cent. Als wir es dann fast schon bis zur Kasse geschafft haben, schlägt doch noch der Shoppingdämon zu. Stefan und ich kaufen 3 riesige Ölbilder (und ein paar nicht nennenswerte kleinere :-)) - sehr cool und unschlagbar günstig. Nach einer halben Stunde sind die Leinwände von den Rahmen montiert und damit halbwegs transportierbar. In Australien müssen wir trotzdem einen Weg finden, sie nach Deutschland zu verschicken, denn für 3 Wochen Rucksacktour auf den Philippinen sind sie noch immer zu sperrig.
Am Ende muss man sagen, war das der am wenigsten touristische Ort an diesem Tag. Sowohl in Penelokan, von wo man auf den Berg Batur und den Kratersee blicken kann als auch in dem kleinen Ort, mit Blick auf die Reisterrassen reiht sich ein Restaurant und Souvenirladen an den anderen.
Lediglich beim Zwischenstopp in Singaraja auf einem lokalen Markt sind wir nicht umgeben von Touristen, dafür aber von emsigen Balinesen die ihre Opfergaben für den bevorstehenden Feiertag beschaffen.
Auch in Ubud herrscht ein riesiges Verkehrschaos, so dass wir die Hotelsuche schneller zu Fuß erledigen können, da sich eigentlich auf jedem Grundstück eine irgendwie geartete Unterkunft befindet. Der Mittwoch steht in Ubud vollständig im Zeichen der bevorstehenden Zeremonie. Es werden massenweise Opfergaben zum Tempel getragen (darunter ganze Spanferkel), die ganze Stadt ist festlich gekleidet und der Umzug von einem Tempel zum anderen ist unglaublich prunkvoll. Eigentlich genau so, wie man sich Bali immer vorstellt - weiß gekleidete Männer und bunt gekleidete Frauen, die Opfergaben auf dem Kopf tragen, buntverzierte Masken, riesige Schirme, Dämonen-, Monster- und Götterfiguren.
Eine farbenfrohe Pracht der anderen Art schauen wir uns am Donnerstag noch an. Wir besuchen den Vogel- und Reptilienpark in der Nähe von Ubud und sind positiv überrascht wie vielfältig und gepflegt die Parks sind. Zum Abschluss besichtigen wir noch einen Tempel und damit ist das Kapitel Bali auch schon fast zu Ende. Morgen geht es noch zum Flughafen und dann starten wir durch nach Perth. Die gute Nachricht ist zunächst schon mal, dass wir dort in letzter Minute über Airbnb noch ein erschwingliches Dach überm Kopf gefunden haben. Jetzt brauchen wir nur noch ein Auto und dann kann das Abenteuer Australien losgehen.





Montag, 6. Oktober 2014

Permuteran

Es scheint, als ob Lovina uns nicht gehen lassen möchte. Nach einem Abendessen in einem Warung (indonesisches Straßenrestaurant) bekomme ich nachts schlagartig eine Durchfallattacke und auch wenn ich nach einem Cocktail aus Perenterol, Kohletabletten und Elektrolyten gegen Mittag wieder halbwegs o.k. bin, hängen wir zur Sicherheit noch eine Nacht in Lovina dran. Die Gelegenheit für Laila und mich doch noch mal shoppen zu gehen. Nach einer halben Stunde bin ich schweißgebadet und fertig mit den Nerven! Bin ich froh, dass man in Deutschland einfach die ausgewiesenen Preise bezahlen darf und nicht jeden Preis verhandeln muss. Und wenn man denkt: "So, jetzt bin ich endlich fertig", dann setzen sie nochmal nach und wollen einem zusätzlich noch ein irgendwas andrehen und das Ganze geht wieder von vorne los bis man vor Erschöpfung nachgibt oder zusammenbricht :-). Bilanz: 2 Kleider, 2 T-Shirts, eine Hose, 400.000 IDR, 100 neue graue Haare und die Erkenntnis, dass das die beste Shoppingtherapie ist.
Am Sonntag glauben wir dann endlich abfahrbereit zu sein als Laila vermehrt über Ohrenschmerzen klagt. Unser nächstes Ziel Permuteran ist ein kleines Kaff in West-Bali, wo es zwar zahllose Tauchschulen, aber voraussichtlich keinen englischsprechenden Arzt gibt. So bleibt uns nichts anderes übrig als in Lovina erst noch mal einen Arzt zu suchen. Die Vorgehensweise ist hierbei die folgende: Man geht in die Apotheke, schildert sein Problem, die rufen den Arzt an, dieser kommt angefahren, bestätigt die erwartete Diagnose Ohrentzündung und verdient damit schnelle 50 €. Um die Wartezeit vor der Apotheke sinnvoll zu nutzen, nimmt Stefan nebenbei die Preisverhandlungen für den Transfer nach Permuteran auf. Es geht nicht ganz zu seiner Zufriedenheit aus, aber es erspart uns den Fußweg zurück zum Hotel.
Permuteran stellt sich zunächst als große Enttäuschung raus. Die angeblichen 5 Minuten  Fußweg (indonesische Zeitmessung) zum Strand entpuppen sich als 30 Minuten in sengender Hitze, der Strand ist schwarz und kochend heiß, so dass unsere Flipsflops fast wegschmelzen und Lailas Spaghetti Carbonara sind mit einer undefinierbaren Masse garniert und ungenießbar.
Aber man soll ja jedem eine zweite Chance geben. Schon am Abend entdecken wir ein tolles Restaurant, mit nettem Ambiente und großartigem indonesischem Essen und sind wieder besser gestimmt. Als wir am nächsten Morgen zu einem Schnorchel- und Tauchtrip nach Pulau Menjangan zusammen mit zwei sehr sympathischen Kanadiern und einer ausgesprochen netten Französin aufbrechen, sind wir vollends versöhnt. Das Schnorcheln ist richtig gut, wir sehen eine unglaubliche Vielfalt an großen und kleinen Fischen, riesige Fischschwärme und Stefan bekommt beim Tauchen sogar einen Hai zu Gesicht. Darüber hinaus verstehen wir uns mit unseren Mitschnorchlern so gut, dass wir heute Abend zusammen nochmal in dem tollen Restaurant Essen gehen. Das ist doch ein netter Abschluss bevor wir morgen früh zu unserer letzten Bali-Etappe nach Ubud aufbrechen.

Samstag, 4. Oktober 2014

Lovina

Morgens um 8.30 Uhr geht es los in Padang Bai. Wir haben einen Fahrer angeheuert, der uns zuerst nach Tulamben fahren soll, wo ein alten US Kriegsschiff in Strandnähe versenkt wurde und deshalb dort ein beliebter Tauch- und Schorchelspot ist und dann weiter nach Lovina Beach im Norden Balis bringen wird. Auf dem Weg machen wir einen Abstecher nach Tenganan, einer abgeschotteten Ortschaft, wo die Menschen noch in einer traditionellen Dorfgemeinschaft leben und auch nur innerhalb dieser Heiraten dürfen. Gegen eine kleine Spende erhalten wir eine Führung durch den Ort und erfahren viel über das Leben in der Dorfgemeinschaft, Zeremonien, Götter und balinesische Handwerkskunst - besonders die Webkunst. Überraschenderweise nicht ganz uneigennützig, denn rein zufällig kann man diese Produkte auch alle käuflich erwerben :-). Wir kaufen einen Kalender für unsere Reiseandenkensammlung, bezahlen vermutlich viel zu viel und haken es unter Spende ab. Dazu muss man sagen, dass Handeln extrem erschwert wird, wenn Laila dabei ist und überdeutlich merken lässt, dass sie irgendwas unbedingt haben will.
In Tulamben angekommen, wird mir gleich klar, dass das heute mit dem Schnorcheln wieder nichts wird. Der Strand besteht aus Steinen und Felsen und bei starken Wellen und Wind habe ich kaum eine Chance da heil rein- und rauszukommen. So macht Stefan zuerst einen Tauchgang und geht dann mit Laila schnorcheln. Ich beobachte amüsiert die chinesische Reisegruppe, die mit Regenjacken! und Schwimmwesten ausgestattet einer nach dem anderen von einem geduldigen Guide durchs Wasser gezogen werden. So habe ich zumindest auch meinen Spass, während sich die beiden anderen an der bunten Unterwasserwelt erfreuen. Auf der Weiterfahrt essen wir an einem Straßenstand Bakso Ayam, eine typisch indonesische Hühnersuppe. Schmeckt super, macht satt und kostet umgerechnet nicht mal 50 Cent.
Die Hotelsuche in Lovina gestaltet sich erstmalig nicht ganz so einfach, aber unsere Ausdauer wird belohnt und wir finden eine tolle Unterkunft zu einem unschlagbaren Preis - 20 € inklusive Frühstück für uns alle drei! Laila gefallen hier besonders die kleinen Eichhörnchen, die Kokosnüsse aufbeißen, dann reinklettern und den kompletten Inhalt vertilgen.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Padang Bai

So, Sanur haben wir dann tatsächlich doch am Montagnachmittag noch verlassen. Nachdem wir alle hoch- bis mittelwichtigen Besorgungen wie Telefonkarte, nicht klebende Sonnencreme und neue Flipflops (natürlich original Havaianas!) erledigt haben, starten wir zunächst noch dem Orchideengarten einen Besuch ab. Die Orchideen sind zwar hübsch anzusehen und haben teilweise interessante Formen, aber die eigentlich Attraktion ist hier eine Luwak-Katze, deren Job darin besteht Kaffeebohnen zu verdauen, die man sich dann im angeschlossenen Cafe frisch aus der Katze aufbrühen lassen kann. Stefan lässt sich mal ein Tässchen kommen, aber wir sind uns einig, dass man schon ein echter Kenner sein muss, um den Unterschied zu normalem, unverdauten Kaffee zu schmecken. Angeblich zahlt man in London für eine Tasse 50 Pfund, da sind 3,50 € hier ja ein richtiges Schnäppchen, das man sich mal gönnen kann.
Auf der anschließenden Fahrt nach Padang Bai lernen wir von unserem Fahrer eine Menge über das Leben auf Bali, den Hinduismus, Meditation und herumirrende Seelen nach Verkehrsunfällen, so dass die Fahrzeit wie im Fluge vergeht. Nach Sanur mit seinem Verkehrslärm ist Padang Bai eine echte Erholung und auch die Preise halbieren sich hier gleich. Wir finden eine nette Unterkunft mit einem tollen Pool, starten aber in Anbetracht der Uhrzeit gleich durch zum Blue Lagoon Beach, bekannt für seine guten Schnorchelmöglichkeiten. Leider ist die Brandung sehr stark und der Weg ins Wasser führt über viele Steine, so dass ich mit meinem lädierten Knie lieber am Strand sitzenbleibe, was sich spätestens dann als besser erweist als Stefan mit blutendem, aufgeschürftem Knie wieder angespült wird. Wenigstens gab es einiges zu sehen, unter anderem sogar einen kleinen Rochen, leider aber auch viel Unrat und Müll. Für Laila folgt an diesem Tag noch ein weiteres Highlight in Form einer frittierten Kugel Schokoladeneis - wie auch immer die das hingekriegt haben.

Der Dienstag dümpelt einfach nur so vor sich hin. Stefan geht tauchen, Laila und ich chillen im und am Pool, kaufen Armbänder, trinken Fruitlassies und plötzlich ist es auch schon wieder Abend und Zeit für ein leckeres indonesisches Essen und eine Pina Colada.
Das Leben kann doch so einfach sein :-)
Wir bleiben einfach noch eine Nacht und brechen dann am Donnerstag in Richtung Norden auf, um uns Reisterrassen und Vulkan anzusehen und schließlich noch ein paar Tage am schwarzen Lovina Beach abzuhängen.