Donnerstag, 31. August 2017

Schrilles Tokio


Foyer des Tokyo Prince Hotels
Wow - wir sind beeindruckt von der Empfangshalle unseres Hotels und auch unser Zimmer ist für japanische Verhältnisse sehr geräumig. Die Begeisterung verfliegt schnell wieder als wir versuchen zum Außenpool zu gelangen und erfahren, dass das für Hotelgäste pro Person umgerechnet 32 € am Tag kostet. Ein echter Schnäppchenpreis – denn für ‚Nicht-Hotelgäste‘ kostet es das Doppelte und am Wochenende sogar das Dreifache. Trotzdem können sie uns natürlich mal gestohlen bleiben. Und so reduziert sich die anfängliche Begeisterung über unser schickes Hotel schnell auf das Zimmer und den Lawson Convenience Store im Untergeschoss, wo wir unser Bier und Frühstück beziehen, denn natürlich ist auch das Frühstück völlig überteuert.
Sake Fässer beim Meiji Jingu Shrine
Für Tag 1 nehmen wir uns gleich mal den Meiji Jingu Shrine vor – schließlich sind wir nach Kyoto tempel- und schreintechnisch in Höchstform. Ein Spaziergang durch den Park, ein Tempel leider in Renovierung - schnell abgehakt und weiter geht es nach Shibuya, das neonbunte, laute Viertel, das der Inbegriff von Tokio ist.
Shopping in Shibuya
Stefan ist müde und fährt zurück ins Hotel, Laila und ich shoppen uns durch Forever 21 (naja, eigentlich nur Laila, denn ich fühle mich heute nicht wie 21) und einen Second Hand Laden und sind fasziniert von den vollen, schrillen, lauten Straßen und den extravagant gekleideten Menschen.
Am Mittwoch gibt es als Kontrastprogramm das Ginza Viertel mit seinen Luxusgeschäften – allerdings nur zum Window-Shopping. Die Kreditkarten sind nach 3 ½ Wochen am Limit und lassen kein Shopping bei Nobelmarken zu. Aber auch das ist spannend. Im Erdgeschoss des Sony Buildings stehen abgefahrene Nissan Modelle zum Anschauen und weiter oben gibt es die neuste Sonytechnik zum Sehen, Hören und Ausprobieren.
Imperial Palace
Nach einem kleinen Snack laufen wir zum Imperial Palace und besuchen den Imperial Garden. Auf dem kaiserlichen Rasen machen wir erschöpft von Hitze und Rumgelatsche erstmal einen Powernap, bevor wir noch im Schnelldurchlauf das Museum of Modern Art besichtigen. Unser Timing ist perfekt, denn während wir im Museum sind, beginnt es zu regnen. Der erste Regen seit fast vier Wochen!
Als wir uns am nächsten Morgen aufmachen zum Tsukiji Fischmarkt, regnet es wieder und die Temperaturen sind drastisch gefallen. Die 23 Grad kommen uns richtig kalt vor und wir sind froh über unsere Regenjacken, die so wenigstens auch noch mal zum Einsatz kommen. Der Fischmarkt ist riesig, aber in den Inner Market, wo die ganzen Thunfische gehandelt werden, lassen sie keine Touristen rein.
Tsukiji Fischmarkt
Stefan gönnt sich zum Frühstück eine ordentliche Portion Sashimi, während Laila, die Fisch und die Gerüche hasst, eigentlich nur weg will. Durchnässt und kalt lassen wir uns schließlich in einem Cafe nieder und planen den weiteren Tag. Es geht nach Shinjuku, ein weiteres Shopping-Mekka Tokios. Wir brauchen einen Koffer, denn Stefan und Laila haben mittlerweile festgestellt, dass sie viel zu viel Kram dabei haben und haben keine Lust mehr das Zeug zu schleppen, so dass ich jetzt allen überflüssigen Krempel mit zurücknehmen werde. Gut, dass ich Business Class fliege und zwei Gepäckstücke einchecken kann.
Dann reicht es uns mit Shoppen, wir rollen vor der Rushhour in der Tokioter U-Bahn den Koffer nach Hause, relaxen ein bisschen und machen uns dann auf die Suche nach einem indischen Restaurant, welches in der Nähe des Hotels sein soll.
Englische Speisekarte
Wir finden es nicht, dafür  aber ein anderes - nur leider ohne englische Karte. Egal, denken wir: Schließlich sind wir bisher die letzten 2 Wochen auch klar gekommen, bei indischem Essen kann man nicht viel falsch machen und Inder sprechen eigentlich auch immer Englisch. Soweit die Theorie. O.k., der Kellner spricht tatsächlich etwas Englisch, nur kann er wie wir kein Japanisch lesen und uns deshalb nicht sagen, was da eigentlich auf der Karte steht und Bilder gibt es diesmal auch nicht. Wir bestellen also nach dem Zufallsprinzip - denn wie gesagt: bei indischem Essen kann man wenig falsch machen. Das Bier kommt sofort, aber wir beobachten wie unser indischer Kellner, ein japanischer Kellner und der indische Koch wild gestikulieren, auf der Speisekarte herumzeigen und wir dann mit unserer Bestellung noch zweimal von vorne beginnen müssen. So muss es damals in Babel zugegangen sein. Aber am Ende steht was zu Essen auf dem Tisch, es schmeckt hervorragend und während Stefan bezahlt und ich vor der Tür warte, entdecke ich außen an der Tür die nicht existierende englische Speisekarte. Es hätte so einfach sein können, aber dann hätte ich ja nichts zu schreiben. Wir amüsieren uns immer noch, als wir uns auf den Weg ins Hotel machen und der vorletzte Abend meiner Reise zu Ende geht.   

Montag, 28. August 2017

Kyoto und Kamakura


Der letzte volle Tag in Kyoto ist angebrochen und es gibt noch viele Spots auf der Tourimap, die wir noch nicht gesehen haben. Prio 1 sind die roten Tore in Inari. Aufgrund anhaltender technischer Herausforderungen mit Lailas Blog, verdaddeln wir den gesamten Vormittag im Hotel bis endlich die letzten Posts veröffentlicht sind. Jetzt gibt es auch wieder Reiseberichte aus Lailas Sicht unter

Mit dem Zug fahren wir nach Inari zum Fushimi-Inari Taisha Schreinkomplex und direkt an der Bahnstation geht es auch schon los: Tempel, Tore, Touristen und alle auf der Jagd nach dem perfekten Foto – nämlich alleine zwischen den orangen Schreintoren.
Die ersten 100 Meter
 
Nach 2 km
Schnappschuss
Natürlich schier unmöglich in Anbetracht der Massen, die sich hier vorwärts schieben. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man nur etwas Durchhaltevermögen haben muss, denn im Allgemeinen sind die meisten chinesischen Touristen nur auf der Jagd nach dem schnellen Foto. Der Weg ist 4 km lang und mindestens die Hälfte davon bergauf. Da ist klar, dass sich die Massen ausdünnen werden. Wir sehen das als sportliche Herausforderung an und genießen die Wanderung durch den dschungelartigen Wald. Und kommen nebenbei auch noch zu den begehrten Fotos – auch wenn Laila ausgesprochen unzufrieden mit den Ergebnissen ist.
Ich habe ehrlichgesagt nicht verstanden, was die Anforderungen an das perfekte Foto sind und warum man sich immer erst in eine bestimmte Pose bringen muss. Schnappschüsse sind offenbar oldschool und nicht mehr erwünscht. Ich finde sie trotzdem gut. Da die ganze Tour ziemlich lange dauert und wir komplett durchgeschwitzt sind, bleibt nur der Rückweg ins Hotel, eine Dusche und schließlich ein letzter Restaurantbesuch in Kyoto.
Die Idee ist, eins der Restaurants am Fluss im Viertel Ponto-cho zu besuchen. Dabei haben wir nicht berücksichtigt, dass am Samstagabend neben den Touristen auch noch halb Kyoto auf den Beinen ist und ein Tisch auf einer der Terrassen auf der Flussseite entweder nicht verfügbar oder nicht bezahlbar ist. Wir entscheiden, dass der Ausblick überbewertet ist und legen uns auf der anderen Straßenseite ohne Sicht 500 g bestes japanisches Rindfleisch für einen fairen Preis auf den Grill. Ein guter Abschlussabend für eine tolle Stadt.

Bevor wir uns letztendlich der Herausforderung Tokio stellen, legen wir noch einen Zwischenstopp im Kamakura ein, was für die Tokioter vermutlich sowas wie Scharbeutz für die Hamburger ist. Es liegt 50 km außerhalb von Tokio am Meer und hat ein paar mehr oder weniger zugebaute Strände.
Strand in Kamakura
Aber es ist schön wieder am Meer zu sein und unser Hostel ist auch dieses Mal wieder ein Hammer: 100 m vom Strand gelegen, eigentlich mal als Konferenzhotel gebaut – besser geht es kaum. Abends geht am Strand allerdings die Party ab und uns torkeln mehrfach komplett volltrunkene Asiatinnen entgegen – da kann ich jetzt auch nicht mehr sagen, ob japanisch oder chinesisch. Die hohen Schuhe machen es auf jeden Fall nicht einfacher, sich auf den Beinen zu halten. Da vermutlich am nächsten Morgen alle ihren Rausch ausschlafen, sind wir am Strand ziemlich alleine und nehmen ein Bad im japanischen Meer. Die Freude währt dann allerdings nur kurz – insbesondere für Laila. Sie wird von einer Qualle und irgendwas anderem erwischt und hat an beiden Beinen riesige rote Striemen und Quaddeln.
Kotoku-in Buddha
Die Lust am Baden ist uns vergangen und so gehen wir zum Italiener essen, besichtigen noch ein paar Tempel und eine Buddhastatue und steigen dann in den Zug, der uns in Richtung unserer letzten Japanetappe nach Tokio bringt.

Freitag, 25. August 2017

Bewegendes Hiroshima

Der Freitag ist ein harter Brocken. Wir stehen früh auf und erreichen nach einer zweistündigen Zugfahrt Hiroshima. Erstes Ziel ist der A-Bomb Dome: das Gebäude, über dem in 600 Metern Höhe die Atombombe explodierte und welches erstaunlicherweise nicht komplett in Schutt und Asche gelegt wurde so wie der Rest der Stadt. Es wurde als Denkmal erhalten und zählt mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe.
A-Bomb Dome
Durch den Peace Memorial Park gelangen wir ins Peace Memorial Museum. Der Haupttrakt wird im Moment leider renoviert, aber die wichtigsten Teile wurden ins Nebengebäude verlagert und dort verbringen wir schließlich mehrere Stunden. Das Museum ist super gemacht. Unter einer großen Glaskuppel wird das Geschehen des 6. Augusts 1945 sehr anschaulich simuliert, die politische und geschichtliche Entwicklung die zum Abwurf der Atombomben führte, wird erläutert sowie die wissenschaftliche Funktionsweise von Atombomben mit all ihren Folgen. Dazwischen gibt es Stationen mit Videoberichten von Überlebenden. Am bewegendsten ist aber der letzte Bereich, in dem Kleidungsstücke und Gegenstände ausgestellt sind, die der Bombe ausgesetzt waren.
Dreirad nach der Bombe
Dazu werden die Geschichten der Menschen dazu - teils von den Angehörigen - erzählt. Ich habe einen riesigen Kloß im Hals und neben mir steht eine Frau, die weint. Es ist so unvorstellbar, was für einen Grauen das gewesen sein muss und in Anbetracht der ganzen Irren in dieser Welt kann einem Angst und Bange werden, dass mal einer davon auf die Idee kommen könnte, eine Atombombe zu zünden.
Das war echt schwere Kost und wir müssen erstmal raus an die Luft. Wir spazieren noch zum Hiroshima Castle, aber keiner von uns ist mehr in der Stimmung noch irgendwas anzuschauen und so machen wir uns vorzeitig auf den Weg zum Bahnhof, um einen früheren Zug zu nehmen.
Bahnhof Kyoto
So, und jetzt wird es auch wieder etwas spaßiger J, denn wir müssen schmerzlich erfahren, dass es in Japan offenbar solche und solche Züge gibt. Eigentlich gehen wir davon aus, dass unser Zug stündlich fährt und tatsächlich gibt es auch einen passenden. Wir fahren los, aber bereits nach zehn Minuten halten wir wieder und bleiben weitere zehn Minuten im Bahnhof stehen. Das Spiel wiederholt sich diverse Male, aber da sämtlich Durchsagen nur in Japanisch sind, haben wir keine Ahnung, was los ist. Nach zwei Stunden, in denen wir unserem Ziel nur unwesentlich näher gekommen sind, machen wir uns auf die Suche nach dem Schaffner. Der bestätigt uns, dass das alles seine Richtigkeit hat und wir noch weitere zwei Stunden brauchen und es von da, wo wir gerade sind auch keine schnellere Alternative gibt. Wir machen das Beste draus – schließlich sind wir Schlimmeres gewohnt, kaufen am Bahnsteig ein paar Bier und was zu Essen und schauen auf dem IPad unsere Serie weiter. Fürs nächste Mal wissen wir es besser: Aufgepasst bei der Zugwahl!
Treppen im Bahnhof
Und ein Gutes hatte das Ganze dann doch noch. Dadurch, dass wir so spät und ausgehungert ankommen, erkunden wir noch den futuristischen Bahnhof von Kyoto auf der Suche nach einem Restaurant. Das Gebäude ist der Hammer: ein riesiges Kuppeldach schwebt in schwindelerregender Höhe über dem Bahnhof und man kommt über offene Rolltreppen und Treppen bis in den 11. Stock, von wo man eine geniale Aussicht über die beleuchtet Stadt hat. Ein schönes Ende für einen sehr bewegenden Tag.

Donnerstag, 24. August 2017

Amazing Kyoto


Kanazawa Oldtown
Nachdem wir noch ein paar Stunden durch das alte Viertel spaziert sind, verlassen wir am Montagnachmittag Kanazawa mit dem Zug in Richtung Kyoto. Vom Hostel zum Bahnhof nehmen wir noch eine deutsche Rucksacktouristin mit, die auch nach Kyoto unterwegs ist. Zum ersten Mal haben wir keine Sitzplatzreservierung und müssen uns gemeinsam mit unseren Rucksäcken durch die Waggons quälen, die man ohne Reservierung benutzen darf, bis wir endlich im letzten Wagen ein paar freie Einzelplätze finden. Nach den Nächten im Hostel steigen wir jetzt wieder im Hotel ab, nur leider bekommen wir für die erste Nacht ein Raucherzimmer und die erhofften Schränke, wo man endlich seinen Rucksack mal wieder auspacken kann, gibt es auch nicht. Ich benutze eigentlich seit Hongkong im Wechsel immer nur die oberste Schicht aus meinem Rucksack und hätte vermutlich mehr als die Hälfte der Klamotten zu Hause lassen können. Immer wieder derselbe Fehler!
Eingang zum Kiyomizu Tempel
Wir frühstücken auf dem Zimmer mit Obst und Joghurt aus dem Supermarkt nebenan und starten dann zum Kiyomizu Tempel. Und da sind sie wieder! Chinesen wo man hinschaut – teilweise verkleidet im Kimono, aber dennoch erkennbar.
Dazwischen sicherlich auch einige Japaner, die im geliehenen Kimono und mit gestylten Haaren vor und im Tempel für Fotos posieren. Wir zahlen 100 Yen, um uns durch einen komplett dunklen Gang an einer Kugelkette entlang zu hangeln zu einem Stein, der Wünsche erfüllt. Es erinnert an Dialog im Dunkeln und ist schon etwas scary, aber wer weiß, wofür es gut ist. Rund um den Tempel reihen sich die Souvenirgeschäfte aneinander und wir stöbern ein bisschen durch die Gassen und bleiben insbesondere beim ein oder anderen Delikatessenladen hängen. Am Nachmittag nehmen wir uns noch einen weiteren Tempel vor und dann ist es schon wieder Zeit für eine Dusche und ein leckeres japanisches Essen. 
Kodai-Ji Tempel
Da uns nicht der Sinn nach weiteren Tempeln steht, besuchen wir am Mittwoch den Nishiki Market und futtern uns da durch. Viele Sachen kann man einfach so probieren und auch wenn sie manchmal seltsam aussehen, schmecken sie meistens sehr gut. Andere Sachen, die lecker aussehen, kaufen wir für kleines Geld und am Ende des Marktes sind wir mehr als gut gesättigt. 
Halloween im August
Hier trennen sich dann unsere Wege. Laila und ich schlagen uns durch die angrenzenden Einkaufsstraßen, Stefan lässt sich von Dr. Stretch (kein Scherz!) wieder einrenken und anschließend noch eine Massage verpassen.
Teppan-Yaki

Am Ende des Tages gönnen wir uns alle zusammen ein gigantisches Teppan-Yaki – auch wenn wir danach alle unter die Dusche müssen, weil wir zwar hautnah die Zubereitung unseres Essens beobachten konnten, leider aber auch selber komplett mit gedünstet wurden. 
Fahrkartenautomat in Kyoto
Am nächsten Tag steht ein Ausflug in die Natur nach Arashiyama auf dem Plan. Dort gibt es einen gigantischen Bambuswald. Bevor wir diesen allerdings aufsuchen, wandern wir an dem idyllischen und vor allem schattigen Hozu River entlang, baden die Füße im Fluss und steigen dann zu einem Tempel mit Blick auf Kyoto auf. 
Honzu River
Auf dem Weg zum Bambuswald treffen wir Gina – unsere weltreisende Landsmännin aus Kanazawa -  wieder, bummeln den Rest des Tages gemeinsam durch den Bambuswald und die umliegende Gegend und verbringen einen sehr unterhaltsamen Nachmittag. Wir schaffen es sogar noch ein paar fast chinesenfreie Fotos im Bambuswald zu machen bevor die Sonne vollständig untergegangen ist. Alles in allem ein sehr relaxter Tag, vielleicht ein paar Grad zu warm. Kyoto hat auf jeden Fall Potential in der Liste meiner Lieblingsstädte ganz weit nach oben zu kommen. Ich bin gespannt. Uns bleiben hier jetzt noch zwei Tage und es gibt noch Vieles zu sehen.
'Geishas' im Bambuswald

Sonntag, 20. August 2017

Kanazawas Märchenwald


K's Hostel
Bevor ich weiter über Kanazawa berichte, erst noch ein paar Worte über die Backpacker Hostel in Japan. Im Laufe der Jahre sind wir ja schon in einigen Hostels in den verschiedensten Ländern abgestiegen. Und da war schon so einiges dabei: von Kakerlaken verseuchten Bädern in Australien bis zu hotelähnlichen Zimmern in Argentinien. Aber insgesamt würde ich sagen, dass die Hostels hier weltweit so ziemlich die besten sind, die ich gesehen habe. Die Toiletten sind beheizbar und mit eingebautem Bidet, die Duschen sind antiseptisch sauber (nicht der übliche Schimmel in den Ecken), die Küchen sind modern und super ausgestattet, die Betten sind top (nicht von Generationen von Backpacker durchgelegen) und darüber hinaus sind die Hostel auch noch geschmackvoll gestaltet. Fazit: Hostel in Japan eine echte Alternative, nicht nur aus Budgetgründen :-)
Kenroku-en Garten
Am Sonntag habe ich dann auch mehr als genug Zeit unser Hostel zu genießen, denn Stefan muss sich endlich mal um die Buchungen für Hawaii kümmern und das dauert und dauert … also Zeit mal Wäsche zu waschen, Mails zu beantworten und um 15.00 Uhr sind wir dann endlich abmarschbereit. Wir spazieren durch den Kenroku-en Garten. Man fühlt sich wie in einem Märchenwald mit Seen, Brücken und Wasserfällen. Ich hätte noch hunderte von weiteren Fotos machen können. Von dort gelangen wir zum Kanazawa Castle, das aber bereits geschlossen hat und so nur von außen zu besichtigen ist. Auch dort riesige, ruhige, fast menschenleere Parkanlagen – wie entspannend nach dem konstanten Menschenauflauf in China.
Wasserfall im Märchenwald
Dann haben wir Hunger, aber Sonntag scheint hier in vielen Restaurants der Ruhetag zu sein und wir wissen nicht so recht wohin. Wir finden an mehreren Hauseingängen einen Schilderwald mit Restaurants, die man nur über einen Fahrstuhl erreichen kann. Im ersten Anlauf landen wir in einem Restaurant, wo wir in eine Art Zugabteil mit Schiebetür und ohne Fenster verfrachtet werden. Wir vermuten, dass man da mit seinen geheimen Liebschaften hingeht, um nicht gesehen zu werden. Da die Karte nur auf Japanisch ist, die Bilder wenig ansprechend sind und ich mich klaustrophobisch fühle, verschwinden wir unauffällig wieder. Wir haben ja nichts zu verbergen.
Käsefondue auf Japanisch
Der nächste Versuch im fünften Stock des nächsten Hauses scheitert am penetranten Rauch- und Klogeruch des Restaurants und auch beim dritten Anlauf zögern wir, weil wir die einzigen Gäste wären. Aber wer nicht wagt… und das Restaurant ist ein echter Gewinn. Das Essen ist der Hammer! Wir probieren ganz viele verschiedene Sachen und ein Gericht schmeckt besser als das andere. Ach ja, und im übrigen ist der Laden proppenvoll als wir gehen. 

Samstag, 19. August 2017

Endlich Japan

Erst wollten die Chinesen uns nicht rein lassen und haben uns stundenlang auf dem Flughafen in Hongkong schmoren lassen, jetzt wollen sie uns anscheinend nicht wieder gehen lassen. Obwohl wir entgegen sonstiger Gewohnheit mehr als genug Zeit eingeplant haben und sogar schon vorm Öffnen des Check-In Schalters in der Schlange stehen, bleibt uns am Ende nur noch genug Zeit völlig ausgehungert einen schnellen Burger beim KFC zu essen. Wir müssen durch unzählige Kontrollen – Boarding Pass, Reisepass, Reisepass und Boardingpass, Sicherheitskontrolle und das jeweils verbunden mit endlosen Schlangen und etlichen Stempeln. Das scheint selbst den Chinesen zu viel zu sein, denn die Stimmung ist schon fast aggressiv als sich eine Familie beim Versuch ihren bereits boardenden Flug noch zu erreichen nach vorne durchkämpfen will.

Zug nach Takayama
Dann die Erlösung: Ein nagelneuer JAL Flieger, eine freundliche, japanische Stewardess, ein Upgrade in die Premium Economy und nur die permanenten Rotzgeräusche des chinesischen Mitpassagiers erinnern noch an die letzten 9 Tage im Land der Smartphonesüchtigen. Brot und Spiele im 21st Jahrhundert: dank Smartphone und Billigflatrate kein Problem mehr im Reich der Mitte die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ich glaube nicht, dass ich sobald hierher zurückkehren werde. Hongkong: immer wieder, aber Mainland China nein danke.
Frühstück mit Bergblick
Nach einer kurzen Nacht in der Nähe des Flughafens Haneda, organiseren wir unsere Japan Railway Passes und machen uns auf den Weg nach Takayama, einem kleinen Ort in den Bergen. Bis Nagoya, wo wir umsteigen müssen läuft alles reibungslos. Nichts mit ‚Lost in Translation‘. Wir feiern uns schon insgeheim als dann der Anschlusszug gecancelt wird und wir planlos am Bahnhof rumirren bis wir den Schalter finden, wo wir eine neue Reservierung für einen anderen Zug bekommen. Der soll 2 Stunden später gehen, fährt am Ende auch nicht und wir warten eine weitere Stunde am schwülwarmen Gleis bis endlich ein Zug kommt. Der Weg nach Takayama entschädigt dann aber bereits für die Warterei. Wir fahren durch grüne Berg- und Flusslandschaften und nach der verpesteten Luft in China, habe ich endlich wieder das Gefühl auch mal tief einatmen zu dürfen. Unser Hostel ist großartig - auch wenn man sich erstmal daran gewöhnen muss ständig die Schuhe auszuziehen - und nach 2 Wochen im Hotel ist es sogar nett, sein Frühstück selber zu machen.
Takayama
Unsere Weiterfahrt ist erst am Nachmittag und wir haben noch ausreichend Zeit Takayama zu durchstreifen. Die kleinen Straßen und alten Häuser sind hübsch und ich vermute, dass es nicht nur daran liegt, dass Samstag ist, dass es hier sehr ruhig und beschaulich zugeht. Bis auf wenige Ausnahmen findet man nicht viel in Englisch, das gilt auch für das Essen. So bleibt also nur die Sachen zu probieren und wir werden nur positiv überrascht. Auch wenn ich nicht in Kürze beschreiben kann, was wir alles gegessen haben. Absoluter Hit ist allerdings das Hida Beef, vermutlich der kleine Bruder des Kobe Rinds und ähnlich teuer, aber unglaublich lecker, wenn auch nur in kleinen Mengen bezahlbar.
Fast zu schade zum Trinken
Das letzte Highlight des Tages ist die Sushi Bar in Kanazawa, wo wir zwischenzeitlich gelandet sind – ein Tipp unserer Hostel Rezeptionistin. Ein winziger Laden, abseits gelegen, aber mit hervorragendem Sushi, einer Mischung aus japanischen, amerikanischen und spanischen Gästen und für deutsche Verhältnisse unglaublich günstigen Preisen.

Insgesamt habe ich festgestellt, dass wir alle viel entspannter sind seit wir in Japan sind. Irgendwie hat jetzt der Urlaub richtig begonnen.

Donnerstag, 17. August 2017

Zai Jian Peking


Unser Hotel
Unser Hotel ist eine Oase der Ruhe zwischen Verkehrschaos und Menschenmassen. Es liegt in einem der alten Viertel (Hutons), die aber offenbar nach und nach aufgemöbelt und zu Touristenattraktionen umgebaut werden. Auch in unserer Straße wird überall gebaut, neu verklinkert und aufgeräumt. Aber noch schieben sich keine Touristenströme mit ihren allgegenwärtigen Handykameras hier durch und im Innenhof kann man fast vergessen, dass man sich in einer 23 Mio. Stadt befindet. Auch das Restaurant, in dem wir abends unsere erste Pekingente essen, scheint hauptsächlich von Einheimischen besucht zu werden. Trotzdem findet sich überraschend sogar ein englischsprechender Kellner, der uns erklären kann, wie man welchen Teil der Ente am besten isst.
Die chinesische Mauer
Aufgrund der Wetterprognose gibt es kein Ausruhen am nächsten Morgen, sondern eine frühe Bustour zur chinesischen Mauer in Mutianyu. Mit einem etwas altersschwachen Sessellift geht es nach oben und bei gleißender Hitze kraxeln wir 2 Stunden die Mauer entlang. Es ist schwierig überhaupt irgendein vernünftiges Foto zu machen, denn überall steht schon jemand rum und post für ein Foto oder Selfie. Das es aber eigentlich noch leer auf der Mauer ist, wird uns klar als wir wieder unten ankommen - ich mit dem Sessellift, Stefan und Laila mit dem Toboggan  - einer Art Sommerrodelbahn, die sicherlich Fun gewesen wäre, wären sie nicht von der chinesischen Familie vor ihnen komplett ausgebremst worden. Wir laufen zu unserem Restaurant an der endlosen Schlange vor dem Lift entlang. Man kann erahnen, wie lange es dauert bis man endlich an der Reihe ist. Um die Zeit sind wir vermutlich schon wieder zurück in unserem Hotel in Peking. Nach einem Mittagsschläfchen folgen wir einem Tipp aus dem Lonely Planet und uns wird klar, dass die friedlichen Tage in unserem Huton gezählt sind. Massen von hauptsächlich chinesischen Touristen schieben sich durch dieses zur Shopping- und Fressmeile umgewandelte Viertel. Durch Zufall entdecken wir ein Cafe, mit einer hübschen Dachterrasse, auf der man das wilde Treiben untersich für eine Weile vergessen kann.
'Schlecht sortiertes' Schuhgeschäft
Menschenmassen im Huton
Doch das ist nichts im Vergleich dazu, was uns am nächsten Tag erwartet. Die verbotene Stadt! Wir haben schon am Vorabend Tickets bestellt und steigen um kurz nach acht aus der Metro am Tianmen Square und mit uns quellen tausende und abertausende von Menschen aus allen Richtungen. Wir sind noch nicht mal in der Nähe des Eingangs und schon muss man die erste Schlange an einer Sicherheitskontrolle überwinden. Eigentlich wäre ich jetzt schon so weit, wieder zum Hotel zu fahren, aber das geht natürlich nicht und so schieben wir uns mit den Massen Richtung Eingang, durch eine weitere Sicherheitskontrolle bis schließlich tatsächlich mal jemand unsere Tickets sehen will. Wir sind drin! Nichtsdestotrotz hält sich meine Begeisterung in Grenzen und eigentlich will ich nur an der anderen Seite wieder raus, aber es ist eben die verbotene Stadt und nicht das verbotene Dorf – und so verdammt groß, dass es ewig dauert bis wir verschwitzt, fußlahm und entnervt den Ausgang erreichen. Für einige chinesische Kinder sind wir die wahre Attraktion in der verbotenen Stadt.
Die verbotene Stadt
Wir werden mit Handykameras verfolgt und unfreiwillig als Hintergrund in Selfies eingebaut. Endlich raus, aktivieren wir noch unsere letzte Energie und besteigen den Drumtower, weil der auch auf der Top 13 Liste des Lonely Planets steht und fallen dann erschöpft auf ein Sofa in dem netten Cafe vom Vortag. Also mein Bedarf an Menschen ist für die nächste Zeit mehr als gedeckt. Gut das wir uns nicht als erstes in Japan auch noch Tokio antun.
Dicke Luft in Beijing
Am letzten Tag nehmen wir uns noch den Temple of Heaven vor. Überraschenderweise ist es dort nicht so überlaufen und man kann entspannt durch die grünen schattigen Parkanlagen zwischen den verschiedenen Tempeln spazieren. Das täuscht auch für eine Weile über den Smog hinweg, der über der Stadt liegt und keinen weiteren Blick über die Stadt zulässt.  Für kein Geld der Welt möchte ich hier leben. Ich freue mich schon darauf in den japanischen Bergen wieder frische Luft atmen zu können. Aber noch ist es nicht so weit und wir verbringen den Rest des Tages damit noch ein paar Geschenke zu besorgen, durch die Luxusmalls zu bummeln und ein letztes Mal in dem Pekingenten-Restaurant vom ersten Abend zu essen. Dann bleibt nur noch Zeit zum Packen bevor es heißt Zai Jian Peking! Tschüss China!

Ni Hao Shanghai


Shanghai 'The Bund'
Nach einer kurzen Nacht schaffen wir es gerade noch die letzten Reste des Frühstücksbuffets zusammen zu kratzen bevor Schluss ist. Laila ist nicht ansprechbar und steckt erst gegen 12.00 Uhr und dazu auch noch unglaublich schlecht gelaunt den Kopf aus der Schlafzimmertür unserer Luxussuite. Die Laune steigt allerdings maßgeblich als wir als erste Aktion des Tages den Fake Market am Science und Technology Museum aufsuchen, da Stefans Sonnenbrille in Hongkong erwartungsgemäß nicht mehr auffindbar war. In meiner Erinnerung waren die Fake Markets zusammengewürfelte Marktstände in irgendwelchen Seitenstraßen. Das hier ist offenbar eine neue Dimension, denn wir finden uns in einer Art unterirdischen Shopping Mall wieder. Insbesondere die Brillengeschäfte sind professionell gemacht, reihen sich endlos aneinander und werben mit Discounts für alle namhaften Airlines :-). Selbst seine Augenstärke kann man hier vermessen lassen. Das ändert natürlich nichts an der Sache. Die genannten Preise sind wie eh und je total überzogene Phantasiepreise und vermutlich zahlen wir am Ende noch immer zu viel, obwohl Stefan ja ein hartnäckiger Gegner ist. Laila ist natürlich im siebten Himmel. Es gibt alles, was das Girlie-Herz begehrt – selbst Kosmetikartikel.
Pudong Skyline
Mit ein paar Sonnenbrillen im Gepäck und dem Versprechen nochmal wieder zu kommen, schaffen wir es endlich den Markt zu verlassen, fahren zum Oriental Pearl Tower, verwerfen auf Grund der Warteschlange den Plan hoch zu fahren und laufen stattdessen die Promenade am eklig riechenden, vollgemüllten Huang Pu River entlang, setzen mit der Fähre über, laufen die Prome


nade am Bund wieder zurück und haben dann die Nase voll von Hitze, Hochhäusern und Menschenmassen. Wir nehmen ein Taxi ins French Concession Viertel, mit seinen kleinen alten Häuser und hübschen Geschäften, wo wir entspannt ein paar Stunden rumbummeln, essen und trinken und überrascht feststellen, dass wir den katastrophalen Vortag im Flugzeug schon fast wieder vergessen haben.
Der nächste Tag startet erst gegen Mittag so richtig. Wir fahren mit der Metro zu einen Künstlerviertel, schauen uns alle möglichen abgefahrenen Kunstwerke an und machen uns dann auf den Weg in den anderen Teil des French Concession Viertels. Auf dem Weg dorthin kommen wir an den Straßen vorbei, wo ich damals vor 20 Jahren meine Abende verbracht habe. Leider gibt es dort nicht mehr viel, da aufgrund der Lärmbelästigung die meisten Läden schließen bzw. woanders hinziehen mussten. Auch den Teil des French Concession Viertels finde ich enttäuschend. Anders als am Abend vorher finden wir uns in einer hochpolierten Ess- und Partymeile wieder, aber da uns sowieso nicht der Sinn nach chinesischem Essen steht, nutzen wird die Gelegenheit westlich zu essen und suchen dann schnell das Weite. Ob es daran lag oder an den Fried Dumplings der chinesischen Fastfoodkette – man weiß es nicht, aber Laila fällt am nächsten Tag mit Durchfall aus und Stefan und ich erledigen das Shopping für sie auf dem Fake Market alleine. Ich habe allerdings den Eindruck, dass sie es insgeheim auch etwas genießt, den Tag mal ungestört abhängen zu können.
Mittagsschlaf bei KFC
Mit einem koreanischen Barbecue beenden wir unseren Shanghai Aufenthalt, denn am nächsten Mittag geht es mit dem Hochgeschwindigkeitszug mit 300 km/h wieder zum Flughafen und weiter nach Peking.
Qualität ganz oben - Preis ganz unten

What a day


Warten aufs Gate
Der Abreisetag beginnt ungewöhnlich entspannt, aber was dann folgt ist nahezu unbeschreiblich. Um es vorwegzunehmen: Ja, Mama wir sind heil in Shanghai angekommen.
Hier der chronologische Ablauf zum Nachlesen und Mitleiden:
Geplante Abflugzeit Hongkong – Shanghai: 13.55 Uhr mit China Eastern
11.30 Uhr Taxi vom Hotel zum Flughafen
12:10 Uhr Check-In für den Flug MU 702 nach Shanghai. Abflug bereits verspätet auf 14.25 Uhr. Noch kein Gate auf dem Boarding Pass
12:20 Uhr Refund der Octopus Card. Wir haben wieder Bargeld
12:30 Uhr Sicherheitskontrolle – Verlust von Nagelschere und Nagelfeile, da in Stefans Handgepäck
12:45 Uhr Kurzer erfolgloser Bummel durch die Duty Free Shops – Kein Gate auf der Anzeigetafel
13:00 Uhr Hunger! Komplett überfüllter Food Court – keine Chance vor der geplanten Boardingtime in einem der Restaurants noch was zu bekommen
13:30 Uhr Riesenhunger. Die Laune auf dem Tiefpunkt. Deshalb vertrocknetes Sandwiches im Stehen – weiterhin kein Gate auf der Anzeigetafel
13:45 Uhr Kein Gate – aber Ankündigung, dass es Problem mit dem Air Traffic Flow nach Shanghai und Peking gibt – was auch immer das heißt
14:00 Uhr Auch beim Airline Information Desk nichts Neues
14:15 Uhr Juhu, es gibt ein Gate, aber Flieger ist noch nicht da
14:45 Uhr Boarding bzw. Busfahrt zum Flieger
15:15 Uhr Durchsage, dass wir wegen Problemen im Air Traffic Flow nicht starten können
15:30 Uhr Essen wird serviert – das Baby neben uns schreit
16:30 Uhr Durchsage auf Chinesisch, das wir nicht starten können und wieder zum Terminal gefahren werden – das Baby schreit noch immer
17:30 Uhr Es ist noch immer kein Bus da – das Baby ist eingeschlafen, dafür schreit jetzt der ältere Bruder
19:15 Uhr Weitere Durchsage auf Chinesisch, dass wir um 19:40 eventuell starten können – das Baby schreit wieder. Ein weiteres stimmt ein.
20:00 Uhr Wir sind überraschenderweise nicht gestartet – es gibt kein Wasser und kein Klopapier mehr. Eine Toilette ist bereits defekt.
20:15 Uhr Erneut machen sich Gerüchte breit, dass ein Bus kommen soll. Der Typ hinter uns versucht schon im 3. Anlauf nach Shanghai zu kommen. Das klingt nicht sehr vielversprechend.
21:30 Uhr Es werden Getränke, Essen und Klopapier angeliefert – ein Bus kommt natürlich nicht. Neue Abflugzeit angeblich 22:15 Uhr
22:10 Uhr Essen wird serviert – das Baby schreit
22:30 Uhr Hektisches Abräumen - wir rollen los. Endlich mal Stille!
00:30 Uhr Landung in Shanghai!!!!!!!!
01:30 Uhr Immigration geschafft
02:00 Uhr Endlich einen funktionierenden Geldautomaten gefunden und in Taxischlange eingereiht
03:15 Uhr Check-In im Hotel. Upgrade in eine Suite – jetzt läuft es doch!
03:30 Uhr Kaltes Bier aus der Minibar
04:15 Uhr Gute Nacht China!

Um es zusammenzufassen: wir haben für den 2 Stunden Flug von Hongkong nach Shanghai fast 10 Stunden im Flieger gesessen, haben 2 Mahlzeiten bekommen bevor wir überhaupt gestartet sind und wissen noch immer nicht, was eigentlich das Problem gewesen ist. In Deutschland hätte es einen Aufstand gegeben, aber hier sind alle zufrieden so lange nur der Akku von Smartphone oder Tablet  nicht leer ist, zumindest sobald sie in einem Alter sind, in dem man nicht nur dran nuckeln kann :-)


Endlich in der Luft


Nachrichtensperre in China

Nein, wir sind nicht verschollen. Aber leider sind in China sämtliche Internetseiten, die irgendwie mit Google zu tun haben gesperrt - so auch Blogger. Jetzt sind wir in Japan und es gibt endlich ein Update über die Ereignisse der letzten 10 Tage.

Dienstag, 8. August 2017

On the beach

Fahrt nach Cheung Chau
Einsamer Strand
Die Hitze hat Hongkong und uns voll im Griff und wo kann man das besser ertragen als in einem klimatisierten Zimmer, einer Shopping Mall oder am Strand. Da Optionen 1 und 2 aus unterschiedlichen Gründen entfallen, entscheiden wir uns für den Strand und machen uns auf den Weg zur Insel Cheung Chau. Der Weg zu Bahnstation ist schon extrem schweißtreibend und auch die Wanderung über die Insel bis zur Badebucht ist kaum zu ertragen. Zumal man auch noch den ersten Teil bergauf bewältigen muss. Aber wir werden belohnt mit einem fast menschenleeren Strand inklusive Strandbar. Ich frage mich ehrlichgesagt, wo die ganzen chinesischen Touristen, die mit uns von der Fähre gequollen sind, abgeblieben sind. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht fast allein an diesem Strand zu liegen. Egal! Nach einem Bad im chinesischen Meer und einem eiskalten Corona bin ich wieder runter gekühlt und bereit für den Rückweg. Wieder in Hongkong Island angekommen, fahren wir mit den Midlevel Escalators (angeblich die längste Rolltreppe der Welt) ein paar Stationen nach oben, latschen wieder runter, suchen Lan Kwai Fong und belohnen uns schließlich mit einem weiteren eiskalten Bier und einem Essen in einem libanesischen Restaurant, das wir versteckt in einem leicht runtergekommenen Hinterhof entdecken. Unser letzter ganzer Tag in Hongkong steht dann im Zeichen des Shoppings. Glücklicherweise ist es sich durch den starken Wind etwas erträglicher geworden und wir machen uns machen uns nach Frühstück und Pool auf den Weg zum Ladies Market, wo wir im wesentlichen für Laila einen neuen coolen Rucksack erbeuten.
Abkühlung
Dann geht es zum Star Ferry Terminal und mit der Star Ferry nach Hongkong Island, schießen etliche Fotos von der beleuchteten Skyline und lassen den Abend erneut in Lan Kwai Fong ausklingen, da wir dort Stefans am Vorabend verlorene Sonnenbrille suchen müssen. 


Abschied von Hongkong


Jetzt heißt es schon wieder 'Good bye Hongkong'. Es bleibt nur noch Zeit fürs Frühstück und ein kurzes Bad im Pool, bevor es zum Flughafen und dann ins Reich der Mitte - nach Shanghai - weitergeht. Ich bin gespannt, wie es sich seit meinem letzten Besuch in 2008 verändert hat.