11. Dezember 2008
Flughafen Phuket, 0 Baht. Wir haben es tatsächlich geschafft das thailändische Geld bis zur letzten Münze auszugeben. Jetzt geht’s mit Air Asia nach KL. Der Flughafen in KL ist unglaublich weit außerhalb. Auf dem Weg in die Stadt fahren wir an hunderten von neuen, leerstehenden Einfamilienhäusern vorbei. Keine Ahnung, wer da jemals wohnen soll… Unser Hotel, das auf den Fotos im Internet ganz cool aussah, ist im Original leider eine echte Enttäuschung. Allerdings haben wir auch das schlechteste Zimmer – wie wir später rausfinden. Etwas frustriert machen wir uns auf zum KL Tower (vierthöchster Fernsehturm derWelt), was sich leider als nicht so einfach raustellt – zumindest nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir unterbrechen die Suche, weil wir erstmal was zu Trinken brauchen und landen auf der Suche nach dem ausgeschilderten Starbucks in der Truman-Show. Was aus der Ferne aussieht wie eine Shopping Mall, entpuppt sich aus der Nähe als Baustelle mit riesen Plakaten, die einem Schaufenster vorgaukeln. Aber den Starbucks gibt es tatsächlich. Gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg als aus der Ferne auch schon ein leichtes Grummeln vom Himmel zu hören ist, das sich dann zu einem Megagewitter ausweitet. Wir finden dann zwar die Strasse, die zum KL Tower führt, aber es regnet in Strömen und Blitze zucken direkt über uns zwischen den Hochhäusern. Wir flüchten ins nahegelegene Sogo und landen in der größten Handtaschen-Abteilung, die ich je gesehen habe. Unbelievable! Wir essen noch was im dortigen Food Court und treten dann den Heimweg an, Ziemlich entnervt, gönne ich mir noch ein 2,5 € Heineken aus der Minibar. In muslimischen Ländern macht Alkohol trinken wirklich keinen Spaß, aber morgen wird bestimmt alles besser.
Das Frühstück ist zumindest schon mal eine positive Überraschung. Da wir erst mal nur 2 Nächte in KL gebucht haben, müssen wir uns mal langsam entscheiden, wo wir danach hinwollen. Wir verdaddeln damit den ganzen Vormittag und beschließen dann noch einen Tag in KL dranzuhängen und dann nach Singapore zu fliegen. Stefan beschwert sich erstmal über das Zimmer als er unseren Aufenthalt verlängert und siehe da, wir bekommen ein anderes – um Klassen besseres Zimmer. Das Wetter ist wieder gut, so dass wir noch mal einen Anlauf in Richtung KL Tower wagen. Diesmal wissen wir ja schon ungefähr, wo wir hin müssen. Stefan fragt dann einen Passanten vorsichtshalber noch mal nach dem Weg, der dann gleich anbietet uns im Auto mitzunehmen. Am Ende gibt er uns sogar noch seine Telefonnummer, falls wir mal Hilfe brauchen etc. Toll, da hat Kuala Lumpur doch wieder was gut gemacht. Die Menschen hier sind wirklich unglaublich hilfsbereit. Wir schaffen es also tasächlich zum und auf den Tower. Es leider etwas diesig, aber man trotzdem genug sehen. Erschreckend sind die riesigen Bauruinen, die man von dort sieht. Ganze Hochhäuser, die nie fertig geworden sind und jetzt schon wieder verfallen. Vom KL Tower lassen wir uns nach Chinatown fahren. Wir brauchen dringend 2 neue Rucksäcke. Erst sieht es da auch ganz entspannt aus – ich verstehe gar nicht, warum im Reiseführer von eng und voll die Rede ist – bis dann plötzlich in der Mitte der Strasse noch je 2 Stände aufgebaut werden. Alles klar!
Zum Tagesabschluss gehen wir in die bei Rucksacktouristen einschlägig bekannte Reggae-Bar und lassen den Tag mit Pizza und Bob Marley ausklingen. Wenigstens haben wir heute mal ein paar Touri-Punkte gemacht ;-)
Heute kommen wir mal vergleichsweise früh los und machen uns auf den Weg zu den Petronas-Towers. Sehr beeindruckend! Leider kann man da nicht rauf. Dafür erstreckt sich aber am Fuße der Tower eine gigantische Shopping-Mall und da kann man rein! Den Rest des Tages verbringen wir dort, von Rezession ist hier so gar nichts zu spüren. Stefan parken wir dann irgendwann bei Starbucks, weil wir schließlich auch noch ein Hotel in Singapore brauchen. Leider sitzt nach einem Mega- Regenguss jeder Zweite mit seinem Laptop bei Starbucks, so dass man free WIFI gerade mal vergessen kann. Als es dann funktioniert, stellen wir fest, dass Hotels in Singapore super teuer sind – was für eine Überraschung – und beschließen meine sauerverdienten ;-) Marriott-Punkte dafür zu verbraten. Am Fuße der Tower genießen wir dann malayisches Essen und freuen uns schon auf Singapore. Unser Taxifahrer auf dem Weg zum Hotel entpuppt sich als eingefleischter Scorpions-Fan und gibt auch gleich noch ‚Still loving you’ zum Besten gibt. Er kennt natürlich auch Klinsmann und Beckenbauer…
14. Dezember 2008
Obwohl Stefan dem Taxifahrer bestimmt 10mal die Uhrzeit genannt hat, erscheint dieser nicht am Hotel. Na egal, da stehen noch genug andere rum, die uns dann etwas zu bereitwillig für den genannten Preis zum Flughafen fahren wollen. Da haben wir auf jeden Fall zuviel gezahlt! Air Asia nimmt es heute mit der Gewichtsbegrenzung besonders genau. Wir haben 1 kg zu viel und das soll 4 € kosten. Da packen wir doch lieber Stefans Dreckwäsche ins Handgepäck ;-)
In Singapore regnet es, aber in unserer Luxusherberge kann man den Tag ja auch so rumkriegen. Wir entscheiden uns für ein Nickerchen und die Sauna. Leider ist Stefans Sauna ‚out of order’ und meine hat 150°C. Ist halt doch nicht Finnland hier. Abends folgen wir der Empfehlung unseres Taxifahrers und gehen zu einem der typischen Hawker Centre (auf deutsch wahrscheinlich Fressmeile…). Dort herrscht echt harter Konkurrenzkampf. Alle verkaufen das gleiche und jeder will uns an einen seiner Tische zerren. Anstrengend! Dafür ist das Essen aber sehr gut. Mittlerweile ist es dunkel, so dass wir die Weihnachtsbeleuchtung auf der Orchard Road bewundern können. Laila kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Das übertrifft wirklich alles, was man in Europa so zu sehen bekommt. Von der Weihnachtsmusik, mit der man überall beschallt wird, wollen wir ja gar nicht reden. Das Marriott ist mitten drin im Shopping-Mekka – und ich kann nicht mal was kaufen; Siehe oben Thema Übergepäck!
Als Laila schläft gönnen wir uns mal einen Drink an der Bar. Aber nach 4 Wochen Thailand sind wir diese Preise gar nicht mehr gewohnt. Da macht es dann irgendwie keinen richtigen Spaß.
15. Dezember 2008
Heute gehen wir mal getrennte Wege, weil Stefan hier in Singapore noch was Geschäftliches zu erledigen hat. Vorher brauchen wir aber noch Handykarten und werden prompt übers Ohr gehauen. Das fängt ja gut an. Laila und ich lassen Fotos ausdrucken und kaufen ein T-Shirt für Laila – uns gehen nämlich die sauberen Klamotten aus und das Marriott ist nicht gerade der geeignete Platz, um 10 kg Wäsche abzugeben. Am Pool lernt Laila dann zwei Mädels aus England kennen und ich bin den Rest des Nachmittags abgemeldet. Ich muss auf jeden Fall noch mal alleine eine Runde über die Orchard Road drehen. Deshalb fährt Stefan mit Laila zur Night Safari. Ich kaufe trotzdem nichts, aber weiß zumindest jetzt, dass ich nichts verpasst habe. Zumindest beim Shoppen, denn die Night Safari war ganz toll. Das besondere war, dass es sich um den einzigen Nachtzoo der Welt handelt, in dem man die Tiere bei Ihren nächtlichen Aktivitäten beobachten kann. Unsere Favoriten waren die Flying Foxes (eine Art hamstergroße Fledermäuse), die dicht über unseren Köpfen hinwegsegelten und noch allerlei andere Kunststücke (nicht jugendfrei) konnten.
1 Kommentar:
In Singapore kann man Abends sehr nett am Clarke Quay ausgehen, vielleicht wäre das was für euch. Oder mein Lieblings-Inder: Muthus Curry, 72-78 Race Course Rd. - berühmt für sein "Fishhead-Curry" :-)
/Michael
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