Sie sind da!!! Freitagnachmittag ist es endlich soweit. Noch etwas angeschlagen und auf der Fahrt gut durchgeschüttelt, klettern Laila und Florian also schließlich in sengender Hitze in Cafayate aus dem Bus. Mit Hilfe eines argentinischen Wundermedikaments hat Laila den schlimmsten Teil ihrer Erkrankung überstanden und sich auch während der Busfahrt nicht auf ihren Vordermann übergeben müssen. Trotzdem ist sie noch etwas wackelig auf den Beinen und bei der ersten festen Nahrung nach zwei Tagen rebelliert der Magen erstmal entsprechend. Trotz allem kommt hier jetzt eine ganz andere Dynamik auf. Nachdem wir nach all den Wochen hier schon etwas abgeschlafft sind, was unsere sportlichen Aktivitäten angeht, sind die Kids (eigentlich darf ich sie so gar nicht mehr nennen) voller Tatendrang. Und Möglichkeiten gibt es hier ja genug. Samstag stehen erstmal Gym, Squash, Pool und Sauna auf dem Plan. Beim Squash wird schnell der Unterschied zwischen Frauen und Männer offensichtlich. Während Laila und ich hauptsächlich versuchen Spaß zu haben und möglichst lange Ballwechsel hinzukriegen, bestimmt bei den Männern von Beginn an das Krieger-Gen das Spiel. Ob das Spaß bringt, kann ich nicht beurteilen, aber lange Ballwechsel sind ganz klar nicht das Ziel.
| Da sind sie... |
Damit ja keine Langeweile aufkommt, starten wir am Montag
mit dem Thema Golfspielen. Nach dem Frühstück geht es auf das Übungsgrün zum
Putten und Chippen. Während Laila und ich einen kleinen Wettbewerb austragen, bekommt
Florian von Stefan die Grundlagen beigebracht. Dienstag geht es dann auf die
Driving Range für die langen Bälle und Mittwoch spielen wir die ersten 9 Löcher
mit Laila und Florian. Das Schöne ist, dass hier – obwohl es ein toller,
gepflegter Golfplatz ist – kaum jemand jemals spielt. Denn auch, wenn wir am
Ende 3,5 Stunden brauchen, stört das hier überhaupt keinen. Bessere Bedingungen
für Golfanfänger gibt es wohl kaum irgendwo auf der Welt. Und auch ich finde es
ehrlich gesagt viel entspannter, wenn man am Abschlag nicht immer noch 4 Leute
im Nacken hat.
| Golfen 2.0 |
Am Donnerstag endet dann vorübergehend die Schönwetterphase
in Cafayate. Die Temperaturen fallen auf unter 20 Grad und es fängt an zu
regnen. Bisher – insbesondere während der Regenzeit im Januar – gab es heftige,
kurz Regenfälle, aber jetzt regnet es den ganzen Tag Bindfäden. Das erinnert
doch sehr an das typische Hamburger Schmuddelwetter. Allerdings mit dem Unterschied,
dass die Kanalisation in Hamburg deutlich besser funktioniert. Der ganze Ort
hier steht komplett unter Wasser. Es ist fast unmöglich die Straßen zu
überqueren – zumindest nicht ohne durch 30 cm hohes Wasser zu waten. Autos
können nur noch im Schneckentempo fahren, um die Fußgänger nicht nass zu spritzen
und die nicht geteerten Straßen sind mit unserem Mietwagen nicht mehr so
einfach zu bewältigen. Es regnet die ganze Nacht und erst Freitagmittag hört es
endlich auf. Das gibt es um diese Jahreszeit hier eigentlich nie.
| Dünen ohne Meer |
Neben unseren sportlichen Aktivitäten haben wir außerdem
noch das Spielen entdeckt. Normalerweise ist das ja nicht so mein Ding, aber
nach meinem furiosen Einstieg beim Pokern um Streichhölzer und Sonnencremetuben,
finde ich doch tatsächlich auch Spaß daran. Laila und ich haben uns am
Regen-Donnerstag außerdem noch mit ein paar weiteren Spielen ausgestattet, so
dass es eigentlich nicht langweilig werden sollte. Ansonsten gibt es für den
Notfall ja auch noch Netflix und Sky für den heimischen Kinoabend. Und
natürlich den Caos Dance Club – zumindest freitags und samstags. Interessant sind
dabei allerdings die Öffnungszeiten von 00:00 bis 17:00 Uhr. Damit geht die
Wahrscheinlichkeit, dass Stefan und ich es jemals dorthin schaffen werden, wohl
eher gegen Null - außer vielleicht morgens um 10.00 Uhr nach dem Frühstück :-) Aber wir setzen jetzt voll auf Laila und Florian, um herauszufinden, was dort so los ist. Letzte Woche gab es jedenfalls eine Fernet Branca Party! Ich bin also sehr gespannt!
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