06. – 09. April 2009
Die restlichen Tage vor den Ferien fliegen nur so dahin. Donnerstag ist der letzte Schultag und gleichzeitig ist da auch noch volles Programm. Laila hat in der Schule eine Art Sportfest – Stefan fährt als Zuschauer hin, anschließend backen alle internationalen Schüler zusammen Plätzchen. Ich backe währenddessen zu Hause diverse Ladungen an Franz- und Laugenbrötchen für die Reise und packe zwischendurch unsere Rucksäcke. Nach der Schule geht es dann zum Ballet und abends haben wir noch eine besondere Überraschung im Ärmel. Ich gehe mit Laila und ihrer Freundin Jenna zu ‚Snow White’ in die Nelson School of Music. Anschließend liefere ich die Mädels bei Jennas Eltern ab, wo Laila übernachten darf. What a day. Jetzt bin ich urlaubsreif!
10. April 2009
Über Nacht hat es gefroren und auf den Bergen rund um Nelson hat es geschneit. Das sieht sensationell aus, nur wenn man in einem Haus ohne Heizung lebt, hält sich der Spaß daran in Grenzen. Stefan schläft aufgrund seiner etwas ausgedünnten Haarpracht jetzt sogar mit Mütze. Die Schlafmütze hat jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommen ;-) Egal, jetzt sind wir ja erstmal 2 Wochen unterwegs und können uns Unterkünfte mit Heizung suchen. Das Zelt lassen wir gleich zu Hause. Gegen neun Uhr wird Laila von Alice und Markus (Jennas Eltern) wieder bei uns abgeliefert, wir laden alles ins Auto und los geht’s in Richtung Hokitika. An den Pancake Rocks treffen wir dann Jenna und Familie wieder und unternehmen eine gemeinsame Wanderung. Mit der Aussicht auf ein Eis, legen die Kids ein ungeahntes Tempo an den Tag – zumindest auf dem Rückweg. Wir steigen alle gemeinsam in einem Backpacker in Hokitika ab, müssen dann allerdings leider feststellen, dass am Karfreitag alle Supermärkte geschlossen haben und wir uns mit Tiefkühlkost von der Tanke zufrieden geben müssen. Zumindest mit Wein sind wir aber gut bevorratet und so verbringen wir einen sehr geselligen Abend vor dem Kaminofen.
Die Supermärkte haben wieder geöffnet und wir decken uns erstmal für die nächsten Tage ein. Wir haben abends zusammen mit den anderen ein Haus in Franz-Josef Town gebucht. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Stop in Okarito, wo wir versuchen einen Strandsparziergang zu machen. Leider verderben uns die Sandflies den Spaß – die Viecher scheint man nicht mal im Winter loszuwerden. Schließlich unternehmen wir noch einen kurzen Bummel durch Franz-Josef, was ein gewisses Skiortflair hat und wandern anschließend zum berühmten Franz-Josef Gletscher. Mittlerweile sind die anderen auch eingetroffen und zusammen mit den Mädels bemalen wir Ostereier bevor wir uns ein paar Steaks in die Pfanne werfen. Noch leicht angeschlagen vom Vorabend fallen wir relativ früh ins Bett.
12. April 2009
Laila und Jenna sind natürlich früh wach und entdecken auch gleich die ersten Schokoladeneier, die der Osterhase über Nacht unterm Sofa versteckt hat ;-) Die Sorge, dass er sie im Urlaub vielleicht nicht finden könnte, war also gottseidank unberechtigt. Schwierig wird es dann die Geschenke auch richtig zuzuordnen. Die beiden haben da nämlich ihre eigene Aufteilung, die nicht ganz mit unserer übereinstimmt :-) Nach dem Frühstück fahren wir
zum Lake Matheson, in dem sich bei klarem Wetter – das wir natürlich nicht haben – der Mount Cook spiegelt. Trotzdem umrunden wir den See – unter leichtem bis mittlerem Protest unserer Tochter. Dann stoppen wir noch am Fox Gletscher und treten dann die lange Fahrt nach Wanaka an. Der Rest des Tages ist nicht unbedingt erwähnenswert: ein schlechtes Motel, ein mieses Restaurant, dafür ein netter Ort und endlich mal wieder Sky TV.
13. April 2009
Eigentlich würden wir gerne noch eine Nacht in Wanaka bleiben, aber nicht in dieser Unterkunft. Wir packen also unseren Kram wieder ins Auto und fahren ein bischen durch den Ort auf der Suche nach einer netten Bleibe, finden aber so auf Anhieb nix. Dann treffen wir uns erstmal auf einen Kaffee, einen Einkaufsbummel und schließlich noch auf ein Picknick am See mit Jenna und Family und setzen unsere Suche dann fort. Laila ist muffelig, denn Jenna ist nach Queenstown weitergefahren und als dann unsere favorisierte Unterkunft ausgebucht ist, werfen wir das Handtuch, tanken das Auto voll und fahren auch nach Queenstown, wo Laila dann ihr Wiedersehen mit Jenna feiert. Die beiden toben durch Queenstown, als hätten sie die letzten 10 Stunden im Auto gesessen. Die schlechte Laune ist wie verflogen.
14. April 2009
Queenstown ist wohl die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und da man hier soviel unternehmen kann, beschleißen wir noch 2 weitere Nächte zu bleiben. Leider fährt Jenna ab, was wieder zu leichten Verstimmungen bei Laila führt. Zunächst fahren wir nach Arrowtown, wo wir durch das historische Städtchen bummeln und ein zweites Frühstück einnehmen bevor wir dann eine kürzere Wanderung durch die herbstliche Landschaft unternehmen. Zur Belohnung gönnen wir uns alle ein Eis – unglaublich lecker und aus Argentinien! Dann schauen wir beim Brücke Bungy Jumping zu. Mir wird schon beim Zuschauen schwindelig - es geht 40 m tief in eine Schlucht. Laila findet es spannend. Tatsächlich springt während wir zuschauen sogar ein Kind. Nach einem Abstecher auf den Spielplatz und einem Bummel durch Queenstown, essen wir eine Pizza vorm Kamin und sind hoch zufrieden mit diesem abwechslungsreichen Tag. Queenstown ist ausgesprochen nett und wir überlegen, ob wir hier nicht noch vor unsere Weiterreise nach Australien einen kleinen Skiurlaub einschieben.
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