21. April 2009
Heute ist Mama-Tag! Stefan hat im Motel eine kostenlose Golfrunde auf dem ältesten Golfplatz der südlichen Hemisphäre (1871) abgestaubt und verschwindet nach einer kurzen gemeinsamen Stadterkundungstour. Wir machen erstmal eine Factory Tour in der Cadbury Schokoladenfabrik. Beim Anblick des automatischen Hochregallagers werde ich fast ein bischen sentimental, beim Schokoladenwasserfall ist es dann aber auch schon wieder vorbei - das wäre mit den Monti-Griffeln ja auch gar nicht gegangen ;-) Nach diversen Fotos mit dem Cadbury Easterbunny geht’s weiter mit Happy Meal und Spielecke bei McDonalds und einer kurzen Shoppingtour. Dann packen wir die Badehose ein und machen uns auf den Weg zum Schwimmbad. Leider habe ich mit der Entfernung etwas verschätzt und auf der Karte war auch nicht zu erkennen, dass das Schwimmbad auf dem Berg ist. Da muss ich unsere lauffaule Tochter also erstmal rauflotsen – da macht sich doch wieder das einstmals absolvierte Motivationstraining bezahlt ;-) Dafür ist das Schwimmbad dann aber auch gigantisch. Ich kann mich nicht erinnern schon mal so ein riesiges Schwimmbad gesehen zu haben – mit Sprungtürmen, Wellenbad und unzähligen Bahnen. Vielleicht ist aber meine Wahrnehmung nach 4 Monaten Neuseeland auch schon etwas getrübt. Der Rückweg bleibt uns dann glücklicherweise erspart. Stefan sammelt uns mit dem Auto ein. Den letzten Abend in Dunedin beschließen wir dann unter lauter Asiaten in einem koreanischen Restaurant.
22. April 2009
Good bye, Dunedin! Wir nehmen noch kurz die steilste Strasse der Welt mit (steht sogar im Guiness Buch). Laila und ich schauen mal von unten hoch, sieht gar nicht so steil aus; Stefan läuft hoch, ist aber steil. Oben trifft er einen älteren Herrn, der die Strasse täglich 30-mal rauf läuft. Vielleicht schafft er es damit ja auch noch in Guiness Buch! Dann nehmen wir Kurs in Richtung Norden – mit einem kleinen Abstecher zu einer Goldmine, eine der wenigen, die man auch besichtigen kann. Wir kommen gerade noch rechtzeitig, um an der 2-stündigen Führung
teilzunehmen. Ich hatte mir das ja irgendwie anders vorgestellt, aber das liegt vielleicht daran, dass ich im Ruhrpott aufgewachsen bin. Fördertürme gibt es da jedenfalls nicht. Dafür aber gigantische Bagger und Laster, die riesige Steinmassen abtragen, um daraus dann 2 Teelöffel Gold am Tag zu gewinnen. Darüberhinaus müssen sie dann, wenn sie irgendwann fertig sind, auch noch die Landschaft in ihren Ursprungszustand zurückversetzen.
Dabei darf das Gras nicht zu grün und die Hügel nicht zu steil oder kantig werden. Kaum vorstellbar, dass sich das überhaupt lohnt. Dann setzen wir die Reise gen Norden fort. Auf dem Weg nehmen wir noch eine weitere Touristenattraktion mit - die Moeraki Boulders. Das sind Steine, die aussehen als hätte jemand Riesenmurmeln über den Strand verteilt. In Oamaru kommen wir dann eigentlich gerade rechtzeitig an, um die Blue Penguin Kolonie anzuschauen – die Kollegen kommen nämlich immer nur abends aus dem Wasser. Nur leider soll man dafür Eintritt zahlen und das sehen wir in diesem Fall nicht ein, zumal es ein paar Kilometer weiter kostenlos andere Pinguine zu sehen gibt. Wir bekommen tatsächlich einige zu Gesicht, wenn auch etwas aus der Ferne…aber Hauptsache umsonst ;-)
23. April 2009
Das heutige Etappenziel ist eigentlich Ashburton, denn dort soll es angeblich so schön sein. Schon die Strecke dorthin zeichnet sich nicht gerade durch ihren Abwechslungsreichtum aus und man muss ständig aufpassen, dass man nicht zu schnell fährt. Das ist, wie wir ja schon wissen, extrem teuer hier. Und wie eigentlich schon kaum anders zu erwarten, ist Ashburton der totale Reinfall. Wer auch immer das Gerücht aufgebracht hat, dass es dort schön sein soll, muss einen sehr eigenwilligen Geschmack gehabt haben. Vielleicht sollte man Orte, die im Lonely Planet nicht mal erwähnt werden, einfach besser von der Reiseroute streichen ;-) Wir versuchen dann wenigstens der näheren Umgebung noch eine Chance zu geben und fahren noch nach Methven (steht im Lonely Planet), aber was macht man in einem Skiort ohne Schnee? Also nix wie weg und auf nach Hamner Springs. Damit haben wir noch drei Stunden Autofahrt vor uns, aber der Tag ist sowieso nicht mehr zu retten. Wenigstens finden wir ein nettes Motel und beschließen dann dort auch die letzten beiden Nächte unseres Urlaubs zu verbringen.
24. April 2009
Hamner Springs ist wie der Name schon vermuten lässt, bekannt für seine heißen Quellen. Aber auch sonst kann man dort einiges unternehmen. Unter anderem gibt es auch einen Pitch & Put Golfplatz – für Laila genau das Richtige. Für uns offenbar nicht, wir treffen nicht mal ansatzweise ein Grün :-( und sind froh als wir die 18 Löcher hinter uns gebracht haben. Der Nachmittag sieht dann entspannter aus. Wir garen uns in den heißen Pools bei 38° - 41° C. Etwas eklig sind die schwefelhaltigen Becken. Den Geruch wird man kaum wieder los, aber für irgendwas wird es schon gut sein. Dann beschließen wir den Abend und damit auch unseren Urlaub (im Urlaub) in einem gemütlichen Restaurant mit Kaminfeuer (für uns) und Madagaskar (für Laila).
25. April 2009
Die Strecke von Hamner Springs nach Nelson zieht sich endlos hin. Auch der Lewis Pass bietet nicht gerade eine große Abwechslung. Genau genommen muss man schon ziemlich aufpassen, damit man ihn nicht verpasst. In Nelson stapelt sich die Post im Briefkasten – auch der Brief von meiner Mutter mit den Aufklebern für die Ostereier ist jetzt endlich da. Naja, das nächste Osterfest kommt ja bestimmt ;-) Nachdem wir das Auto ausgeladen haben, nehmen wir das Projekt ‚Schlafen ohne Mütze’ in Angriff und kaufen einen Ölradiator, zwei Wärmflaschen und dicke Hausschuhe. Mit der hier gängigen Heizdecken- lösung können wir uns wirklich nicht anfreunden. Mittlerweile regnet es, aber der Urlaub ist ja auch vorbei ;-) Wir treffen uns zum Kochen mit Alice, Markus und Jenna und die beiden Mädels schauen glücklich wiedervereint Pippi Langstrumpf. Zu energischen Protesten kommt es erst als Stefan ihnen im Bett die Kissen unter den Füßen wegziehen will – schließlich weiß doch jeder, dass eine Pippi Langstrumpf immer mit den Füßen auf dem Kissen schläft! Oder?
26. April 2009
Dort liegen die Kissen vermutlich auch noch, als die beiden dann um 7.15 Uhr aufwachen – und das am Sonntag! Zumindest verschonen sie uns aber noch eine Weile und konzentrieren sich auf irgendwelche Bastelarbeiten in Lailas Zimmer. Da kann man dann auch schon mal ein Auge zudrücken, wenn hinterher offene Klebe- und Filzstifte auf dem Bett rumliegen. Irgendwann quälen wir uns dann aber doch aus dem Bett. Irgendwie wird es auch gar nicht hell und in der Mitte der Straße sprudeln zwei Springbrunnen aus dem Gulli. Ach ja, es regnet mal wieder! Gegen Mittag wird Jenna dann leider abgeholt und damit sind wir wieder für Lailas Bespaßung zuständig. Um diesen miesen Regensonntag dann noch irgendwie lustig zu gestalten, leihen wir uns Madagaskar 2 aus und haben in der Tat sehr viel Spaß dabei. Und dann wird es auch schon Zeit den Radiator anzuwerfen, die Wärmflasche zu füllen und den fehlenden Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen.
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