Sonntag, 16. Mai 2010

Perth - Currywurst und Haifischzähne

10. – 16. Mai 2010

Nun ist leider doch soweit: es wird kalt in Perth. Kalt ist natürlich relativ, denn in Deutschland würde man bei diesen Temperaturen von einem durchschnittlichen Sommertag sprechen.

Todays forecast - 23°


Unangenehm wird es hauptsächlich abends, denn die Sonne gelangt zu dieser Jahreszeit nicht mehr ins Erdgeschoß unseres Hauses, so dass es sich tagsüber auch nicht aufwärmen kann. Bisher haben wir aber der Versuchung widerstanden eins dieser stromfressenden Monster wie Heizlüfter oder Radiator anzuschaffen, denn was das mit unserer Stromrechnung macht, haben wir ja schon in Neuseeland erfahren. So bleibt uns also nichts anderes übrig als die gute alte Wolldecke bis zur Nasenspitze zu ziehen. Aber das wird sich glücklicherweise nun in den nächsten Tagen doch noch ändern. Denn wir wissen nun endlich wofür der Gasanschluss in der Mitte der Wohnzimmerwand gut ist. Dort kann man eine Art Gasheizung anschließen und genau diese bekommen wir von Sharon geliehen, so dass das Frieren bald ein Ende hat. Zusätzlich haben wir noch für einen weiteren Ausweg aus der Kälte gesorgt. Wir haben unsere Flüge nach Bali gebucht. Leider bleibt uns mal wieder nichts anderes übrig als mit Air Asia zu fliegen, wollen wir nicht ein Vermögen für die Reise ausgeben. Und diesmal haben wir schon gleich beim Buchen unsere einschlägigen Erfahrungen gemacht. Die Internetseite ist so dermaßen katastrophal, dass es fast unmöglich ist nachträglich noch Änderungen vorzunehmen, ohne dass man mit sämtlichen Eingaben komplett von vorne beginnen muss – ich frage mich, ob das nie jemand getestet hat? Das führt letztendlich dazu, dass wir mehr Gepäck bezahlen müssen als wir voraussichtlich benötigen und gleich nach der Buchung noch mal eine Umbuchungsgebühr drauflegen dürfen, weil plötzlich aus unerfindlichen Gründen in der Buchung ein Flug erscheint, den wir nie ausgewählt haben. Nach einer Stunde in der Warteschleife der ‚Hotline’ geben wir auf – mit dem schweren Verdacht, dass die Telefone gar nicht besetzt sind – und bezahlen zähneknirrschend die Umbuchungsgebühr von $ 120. Immer noch besser als mitten in der Nacht zu fliegen. Damit steht jetzt also fest, wann wir Perth verlassen und bis dahin sollte es uns irgendwie gelingen das Auto zu verkaufen. Das läuft leider alles andere als optimal. Die Saison ist hier jetzt natürlich kurz vorm Winter zu Ende und es gibt demnach momentan keinen besonders großen Bedarf an Campervans. Darüberhinaus sind wir selbstverständlich auch nicht die einzigen, die ihren Wagen verkaufen wollen, denn viele gehen jetzt zurück in den europäischen Sommer und so kommt es, dass sich noch nicht ein einziger Interessent auf unsere Anzeigen und Aushänge gemeldet hat :-(. Das wird also noch spannend, aber genau genommen ist das ja nichts Neues. Das war in Deutschland und Neuseeland auch schon so und hat in letzter Sekunde dann doch immer noch geklappt.

Laila ist diese Woche auch nicht besonders gut drauf. Anscheinend hat sie sich einen Virus eingefangen und ist ungewohnt schlapp und müde. Fast jeden Abend verschwindet sie ohne die üblichen Proteste von selbst gegen 19.00 Uhr im Bett und verzichtet sogar freiwillig darauf bei Sara zu übernachten. Am Sonntag zieht sie sich dann endlich den zweiten Milchzahn, so dass die zweite Reihe des Haifischgebisses jetzt endlich ungehindert nach vorne wandern kann. Ich glaube, sie ist froh, dass damit für die nächste Zeit erstmal Ruhe ist. Denn ansonsten sind noch keine weiteren Wackelzähne in Sicht.

Das kulinarische Highlight der Woche sind sicherlich die deutschen Bratwürste, die wir auf einem Markt Malaga (in Perth, nicht in Spanien!) essen. Es gibt sogar so eine Art Currywurst, allerdings auf den australischen Bedarf angepasst im Brötchen und mit Zwiebeln. Dennoch irgendwie ein Stückchen Zuhause :-))

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