Da Freya krank ist, bringen wir Laila diese Woche selbst zum Tennistraining und haben so die Gelegenheit die Fortschritte unserer Tochter zu begutachten. Eins ist sicherlich jetzt schon klar: eine zweite Steffi Graf wird sie nicht werden. Was nicht heißen soll, dass sie nicht vielleicht Talent hätte, denn sie trifft den Ball immerhin fast jedes Mal und meistens auch sogar übers Netz. Nur leider ist sie komplett resistent gegen jegliche Art von Kritik und Anweisungen und auch ihre Dynamik lässt ein wenig zu wünschen übrig – insbesondere beim Bällesammeln. Dafür ist sie immer die Erste, wenn es darum geht sich ein Belohnungs-Weingummi abzuholen. Aber vermutlich ist das genetisch bedingt, denn mein Bruder hat mir in unserer Kindheit auch immer vorgeworfen, dass ich Löcher in den Tennisplatz stehen würde. Der Rest der Woche ist ‚Business as usual’ und dann kommt das Wochenende und damit der Regen. Und so langsam fangen wir an zu verstehen, warum die Niederschlagsmenge in Perth im Jahr genauso hoch ist wie in Hamburg, obwohl hier ja meistens die Sonne scheint. Denn in den Regenmonaten von Mai bis September regnet es zwar nicht an vielen Tagen, aber wenn, dann dermaßen sintflutartig, dass man sich besser unter einem Dach aufhält. Damit haben sich für Samstag haben alle Outdoor-Aktivitäten erledigt und da auch keiner von Lailas Freunden Zeit hat, erbarmt sich
Stefan schließlich und fährt mit ihr ins Aquarium. Der Aquarium- besuch selbst ist ein voller Erfolg, was man von dem anschließenden Versuch das Auto zu starten nicht behaupten kann. Denn wieder einmal hat Stefan vergessen das Licht auszuschalten und die Batterie ist leer. Das wäre ja erstmal nicht so schlimm, denn es findet sich - wie auch beim letzten Mal - schnell ein hilfsbereiter Aussie mit Starthilfekabel. Die hohe Kunst besteht jetzt eigentlich nur noch darin nicht Plus und Minus zu verwechseln. Aber wie der Teufel so will… So steht unser Auto jetzt also vorm Aquarium und sagt keinen Mucks mehr bis am Montag hoffentlich ein mobiler Autoelektriker für viel Geld das Problem beheben kann. Aber damit nicht genug. Am Sonntag findet Stefan nämlich einen Anruf und eine Nachricht von Samstag auf seinem Handy, in der ihm ein freundlicher Mensch mitteilen wollte, dass er das Licht angelassen hat – denn die Telefonnummer steht ja groß und fett auf den Verkaufsschildern am Auto. Aber was nutzt das alles, wenn man das Klingeln und Piepsen des Handys einfach ignoriert… Fazit: Wir haben kein Auto mehr, nur verkauft ist es leider trotzdem noch nicht. Glücklicherweise hat
Sharon etwas Mitgefühl und holt Laila am Sonntag zu einem Zoobesuch ab. Mit sieben Kindern toben sie durch den Zoo – wobei eins auch kurzzeitig mal abhanden kommt und beim Zookeeper wieder abgeholt werden kann – und haben mächtig viel Spaß bei Eis, Popcorn und Hotdogs, während wir einen ruhigen Sonntag mit Immobilienscout, Inspector Barneby und Käsekuchen verbringen.
Sonntag, 23. Mai 2010
Perth - Tennistraining und Autoelektrik
17. – 23. Mai 2010
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