
So, dann sind wir am Ende also doch wieder in Thailand gelandet. Nachdem wir
wochenlang gedanklich halb Asien bereist, aber nichts gebucht haben, waren alle
anderen Optionen dann entweder mittlerweile zu teuer oder kamen aus anderen Gründen
wie zu hohem Taifun-, Malaria- oder Entführungsrisiko nicht in Frage. Ich glaube,
wir werden langsam alt!

Nun sind wir also in Chiang Mai in Nordthailand
gestrandet und es gibt natürlich Schlimmeres, denn Chiang Mai ist durchaus eine
coole Stadt mit alten Tempeln und neuer Kaffeekultur. Cool allerdings im doppelten Sinne, denn nachts fallen die
Temperaturen auf 12 °C und da ich in Kuala Lumpur alle wärmeren Sachen
systematisch aussortiert habe, müssen wir mehrere Schichten anziehen, um nicht zu frieren.

Die ersten vier Tage entfernen
wir uns eigentlich
nicht weit vom Stadtkern, denn da Laila vormittags endlich mal was für die
deutsche Schule tun muss, kommen wir nie vor 15.00 Uhr aus dem Hotel. Aber auch
da gibt es genug zu entdecken. Wir landen in einem Tempelmuseum, in dem so
lebensechte Figuren von Mönchen sitzen, dass man jeden Moment damit rechnet,
dass sie aufstehen und weggehen. Wir bummeln über den Ansarn Nightmarket, auf
dem es, wie wir später noch feststellen werden sehr entspannt zugeht und die
Weihnachtsmusikbeschallung nichts ist gegen die aggressive Thaiboxen-Werbung und
das Gedränge, das wir zwei Tage später auf dem richtigen Nightmarket erleben
und den wir nur noch mit fliegenden Fahnen wieder verlassen.
Anlass zur Verzweiflung
gibt auch immer wieder die Planlosigkeit der Rót Daang (rote Trucks) Fahrer. Der
Stadtkern von Chiang Mai ist von einem quadratischen Wassergraben umgeben, an
dem man sich eigentlich super orientieren kann. Aber zeigt man auf der Karte,
an welche Ecke des Quadrats man will, erntet man immer wieder nur fragende Blicke. Aber
vielleicht haben wir da auch irgendwas noch nicht verstanden.

Ein absolutes
Highlight ist die 3D Art Ausstellung. Wir haben gar keine genaue Vorstellung,
was uns erwartet und fragen ganz naiv, ob man in der Ausstellung fotografieren
darf. Die Mädels am Eingang halten uns daraufhin vermutlich für die totalen
Deppen, denn die ganze Ausstellung ist nur genau dafür gemacht. Es macht riesigen
Spaß lustige Szenen vor, in und mit den Bildern darzustellen und wir verbringen
mehrerer Stunden damit bis der Speicherchip der Kamera endgültig voll ist.


Um
unseren Aktionsradius endlich mal etwas zu erweitern, beschließen wir ein Auto zu nehmen. Auf der Suche
nach einem Mietwagen entdecken wir ein neues Viertel in der Altstadt mit vielen
netten Cafes, Restaurants und Shops und da wir sowieso das Hotel wechseln
müssen, ziehen wir auch gleich dort hin – einen Mietwagen bekommen wir
allerdings trotzdem nicht
L. Alle großen Autovermietungen sind bis Ende Januar
ausgebucht und es macht sich auch so langsam bemerkbar, dass hier High Season ist.
Die Stadt füllt sich nach und nach - insbesondere mit Chinesen, die offenbar
nach dem chinesischen Kinohit ‚Lost in Thailand‘ alle den Originalschauplatz
besuchen wollen. Nachdem wir bei einer dubiosen Autovermietung doch noch einen
Mietwagen ergattert haben, machen wir uns auf zum Doi Suthep - dem
Hausberg von Chiang Mai.
Wir stellen schnell fest, dass wir nicht als Einzige
die grandiose Idee haben, den Tempel dort zu besuchen. Menschenmassen schieben
sich die 306 Treppen hoch, bewaffnet mit IPhone und Selfiearm, um an jedem
Treppenabsatz noch wieder ein weiteres Gruppenfoto zu machen. Ich bin kurz vorm
Amoklauf.

Vielleicht auch deshalb kommen wir auf die Idee, den Abzweig zu einem
Dorf, das im Lonely Planet als ‚off the beaten track‘ beschrieben wird, zu
nehmen ohne das Warnschild an der Einfahrt zu lesen. Die Straße ist einspurig,
links geht es einen Abhang hinab, man kann nicht wenden und es kommt wie es
kommen muss – Gegenverkehr, 3 Autos hinter uns, kein 4WD und jede Schramme am Auto kostet
5000 Baht. Nach einer gefühlten Stunde haben wir uns da raus manövriert und bei
der nächsten Gelegenheit wenden wir, hoffen auf keinen weiteren Gegenverkehr
und sehen zu, dass wir wieder auf sicheren Boden kommen. Ich werfe noch schnell
einen Blick auf das Warnschild, was Autos wie unserem Ford Fiesta ziemlich eindeutig
davon abrät diese Straße zu befahren.

Danach ist uns die Lust auf weitere
Exkursionen vergangen. Wir machen uns auf den Heimweg stellen das Auto vorm
Hotel ab und erledigen den Rest des Tages zu Fuß. Am Sonntag nehmen wir uns den
höchsten Berg Thailands, den Doi Inthanon, vor. Hier ist die Lage etwas
entspannter, vermutlich weil die Fahrt von Chiang Mai fast 2 Stunden dauert. Die
Tempel kurz vor dem Gipfel erreicht man tatsächlich über Rolltreppen, vor dem
Gipfelschild schaffen wir es erstaunlicherweise ein Foto zu machen ohne erst mehrere
chinesische Reisegruppen abwarten müssen und Hin- und Rückweg verlaufen ohne
größere Zwischenfälle. Nach Massage (Stefan), Fish Spa (Laila) und Haarefärben (Susanne) beschließen wir
noch eine Nacht in Chiang Mai dranzuhängen und schlagen uns über den Walking
Sunday Market, der seinen Namen nicht
verdient hat, da man sich maximal im Schneckentempo vorwärts schieben kann, was
mit Walking wirklich nichts zu tun hat. Aber so langsam wird es auch Zeit
weiterzuziehen, wir können langsam schon einen eigenen Reiseführer über Chiang
Mai schreiben. Nächster Stopp und Anlaufstelle für den Weihnachtsmann: Chiang Rai

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen schon mal
Ein frohes, glückliches und entspanntes Weihnachtsfest!
Susanne, Stefan und Laila
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