skip to main |
skip to sidebar
Chiang Rai - Weihnachten in den Bergen mal anders

Eigentlich ändert sich ja nur ein Buchstabe von Mai nach
Rai, aber der Weg dahin ist bergig, kurvig und holprig und die nicht ganz so seefesten
Familienmitglieder haben trotz einer Überdosis an Ingwertabletten schwer mit ihrem Mageninhalt
zu kämpfen. Als allerdings das Mädel in der Reihe vor uns eine Packung
getrockneten Fisch aufreißt, um ein Selfie davon zu machen wie sie ihn in den
Mund steckt, nur um das bei Facebook zu posten, wird auch Laila und mir von dem
Gestank fast schlecht.
Aber wir überstehen auch das, finden schließlich ein Taxi am Busbahnhof und müssen dann in unserem Hotel erfahren, dass wir ein Jahr zu früh
angereist sind. Kein Wunder, dass da noch Zimmer frei waren - in 2014
leider nur noch für diese eine Nacht. Es
ist also Weihnachten und wir haben keine Herberge – woher kommt mir das denn
bekannt vor :-)

Wir
ziehen also am nächsten Morgen ins Chiang Rai Hotel, das die Atmosphäre einer
JVA hat, aber immerhin sauber und zentral gelegen ist. Wir finden ein nettes
Restaurant am Fluss, wo wir Heiligabend verbringen wollen. Den restlichen Tag
wandern wir durch Chiang Rai und um 18.30 Uhr machen wir uns mit einem Sack
Geschenke auf den Weg. Wir werden mittelmäßig enttäuscht. Das Restaurant hätte
auch abends nett sein können, wäre es nicht mit 200 Watt Birnen ausgeleuchtet
und mit smartphonesüchtigen Chinesinnen gefüllt. Da fällt es schon schwer in Weihnachtsstimmung
zu kommen, aber die Geschenke kommen trotzdem gut an und die Chocolate Lava am
Ende versöhnt uns wieder halbwegs. Wir nehmen noch einen Cocktail in einer Bar
mit Rasta-Weihnachtsmann und das war es dann: unser Weihnachten 2014!

Am
nächsten Morgen haben wir einen Fahrer angeheuert, der uns zum Golden Triangle
fahren soll. Erst machen wir noch einen Abstecher zu einem Tempel und einer
Teeplantage bevor wir schließlich am Goldenen Dreieck ankommen. Aus
irgendwelchen Gründen hatte ich davon immer so eine romantische Vorstellung von
Dschungel, Nebel, Dschunken und verruchten Gestalten. In der Realität findet man
dort eine Reihe von Souvenirläden, eine Aussichtsplattform, ein Schild und
blickt auf die chinesischen Spielkasinos auf der laotischen Seite des Mekongs.
Die haben dort nämlich kilometerlang Land aufgekauft und pflastern es erfolgreich
mit Kasinos und Vergnügungsparks zu, da Glücksspiel sowohl in China als auch in
Thailand verboten ist. Im Anschluss besuchen wir das Opium House, eine sehr
interessante und aufschlussreiche Ausstellung über die Geschichte des
Opiumhandels und –konsums.

Am 2. Weihnachtstag unternehmen wir eine weitere Tour
– diesmal in die andere Richtung. Wir baden in einer heißen Quelle, erklettern
einen Wasserfall (nicht ganz einfach ohne Kreuzband!) und besichtigen
schließlich noch den White Temple – eine Art Neuschwanstein auf thailändisch - und das
Black House – eine bizarre Sammlung von Knochen, Fellen, Phallussen in
düsteren Holzhäusern.
Dann sind wir eigentlich durch mit Chiang Rai und es
sollte am nächsten Tag per Bus nach Phrae gehen. Aber natürlich
läuft es mal wieder nicht nach Plan. Stefan fängt sich einen Virus ein
und hat wenig Lust 4 Stunden eingepfercht in einem Minibus ohne Toilette über
thailändische Landstraßen zu holpern. So hängen wir eine Nacht in der JVA dran,
streichen Phrae und Sukhothai und werden stattdessen früher nach Bangkok
fliegen - wir sind ja flexibel :-).

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen