Freitag, 1. September 2017

Zwischenlandung Hamburg

An meinen letzten Tag in Tokio machen wir uns gegen Mittag auf nach Ueno, einem Viertel mit vielen Museen, ursprünglicherer Architektur und dem Zoo. Da wie gesagt schon Mittag ist, haben wir Hunger und werden erstmalig vom japanischen Essen richtig enttäuscht – teilweise weil wir die Karte nicht genau genug gelesen haben, aber auch weil es eklig aussieht und ebenso schmeckt. Das, was wir auf dem Bild für Kimchi gehalten haben, entpuppt sich als Cod Entrails (wer nicht weiß, was das ist kann das ja mal bei Leo nachschauen) und die gemischten Hähnchenspieße, enthalten eine Mischung aller Teile, des Hähnchens, die man bei uns wegwerfen würde – ich sage nur: Schnäbel und schlimmer. Laila muss sich fast übergeben als sie sich eine Ladung ‚Kimchi‘ in den Mund schiebt. Als Wiedergutmachung gehen wir in eine Bäckerei und kaufen eine größere Auswahl an Gebäck – danach geht es uns besser und wir sind bereits für das Tokyo National Museum. Das ist sehr gut gemacht, interessant und vor allem trocken, denn es hat wieder angefangen zu regnen. 
New York in Tokio
Nach der Pleite vom Mittag und da es mein letzter Abend ist, wollen wir abends nochmal richtig lecker essen gehen, aber auch das läuft heute nicht so rund. Es ist wieder Freitag und tausende von Menschen sind unterwegs, um bei Essen und Bier das Wochenende einzuläuten. Die ersten sind damit auch schon fertig und stehen paralysiert in irgendwelchen Ecken oder taumeln durch die Gegend. Schließlich finden wir in einer abgelegeneren Straße noch ein Plätzchen – und diesmal werden wir nicht enttäuscht. Das Fleisch ist hervorragend und auf den Punkt richtig gebraten und die Beilagen wie immer sehr schmackhaft. Der Tag und mein Tokiobesuch finden also noch einen rundum positiven Abschluss.

Jetzt sitze ich müde in der seelenlosen United Airlines Lounge am Narita Airport und warte auf meinen Abflug nach Kopenhagen. Es regnet wieder, es sind nur noch 19 Grad und ich habe mir noch schnell einen wärmeren Pulli aus dem Koffer gefischt, aber das ist vielleicht eine gute Vorbereitung auf die nächsten fünf Wochen zu Hause. Stefan und Laila fliegen morgen von Tokio nach Honolulu und werden in diesen Wochen die verschiedenen Inseln erkunden, Tauchen und vermutlich Surfen lernen bevor wir uns dann im Oktober in San Franzisco wiedertreffen. Solange ich in Deutschland bin, schreibt Stefan den Blog weiter – ich bin gespannt, was es von Hawaii zu berichten gibt.

Ein bisschen freue ich mich sogar auf zu Hause und es ist ja auch nur für kurze Zeit, aber ich werde auch Vieles vermissen. An erster Stelle natürlich Stefan und Laila, aber auch das wuselige, bunte Treiben in Asien, das leckere Essen, die vielen unterschiedlichen Eindrücke und wahrscheinlich selbst das schwülwarme Wetter. Meine Lieblingsstadt ist nach wie vor Hongkong, aber auch Kyoto und Tokio haben mir sehr gut gefallen und mit Sicherheit werden wir in absehbarer Zeit nochmal nach Japan reisen. Aber jetzt geht es wohl erstmal nach Kopenhagen, dann weiter nach Hamburg, zurück zur Arbeit und auf Dienstreise in die Schweiz. Eins steht allerdings fest: wenn es wieder losgeht, dann nur noch mit leichtem Gepäck.

Es gibt noch einen kleinen Nachtrag. Den Artikel habe ich auf dem Rückflug im SAS Bordmagazin gefunden. Die Skandinavier haben es verstanden. 

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