Montag, 16. Mai 2022

Sie ist dann mal weg :-(

So langsam brechen Lailas letzte Tage in Cafayate an. Am 9. Mai geht ihr Flug von Salta nach Buenos Aires und am nächsten Tag dann weiter in Richtung Europa. Deshalb müssen wir jetzt noch schnell alles erledigen, was sie hier noch sehen möchte. Dazu gehört auch eine Wanderung durch die Quebrada. Wir machen uns morgens – nachdem die Temperaturen sich langsam den 10°C nähern - auf den Weg und klappern erst noch zwei der bekannteren Sehenswürdigkeiten ab. Das Amphitheater und der Devil’s Throat sind gigantische Felsspalten, in die man reinwandern kann und die dann dort die Formen haben, nach denen sie benannt sind. Ihr Bekanntheitsgrad sorgt aber auch dafür, dass sich entlang des Weges diverse Schmuck- und Souvenirverkäufer angesiedelt haben. Beeindruckend ist die Akustik im Amphitheater. Ein Musiker spielt dort Gitarre und der Sound ist ohne jegliche Technik gigantisch. Das wäre wirklich eine geniale Lokation für Konzerte.

Devil's Throat

Wir fahren zurück zum Startpunkt der Wanderung, machen uns auf den Weg und sind dort fast die einzigen. Witzigerweise ist es immer das Gleiche hier. Wir sind schon am Anfang des Weges total begeistert von den Felsformationen, die in unterschiedlichen Farben von Rot bis Grün erscheinen, aber nach jeder Ecke, um die wir biegen wird es noch besser. Die Farben werden noch bunter und die Formationen noch wilder. Auf meiner persönlichen Top Ten Liste der spektakulärsten Orte der Welt würde ich die Quebrada ziemlich weit oben ansiedeln. Und zum Glück haben die Chinesen es noch nicht für sich entdeckt ;-)

Tolle Wanderung!

Nach der Wanderung entdecken wir ausgehungert ein tolles, kleines Restaurant an der Ruta National 68. Stellt man sich ein bisschen Wasser vor, fühlt man sich mit den türkis lackierten Holzmöbeln wie in der Karibik. Begrüßt werden wir von zwei niedlichen jungen Hunden, die - wie wir später erfahren - vor ein paar Monaten aus einem Müllcontainer gerettet wurden und jetzt hier ein glückliches Leben führen dürfen.


Wir erledigen noch ein paar andere Dinge – eine Wanderung durch die Dünen, eine Runde Golf, ein Besuch im Bierhaus und in Pool und Sauna. Stefan und Laila entdecken auf einer Tour durch die Dünen ein ausgetrocknetes Flussbett am Rande der Estancia durch das man zu einer goldglänzenden Düne wandern kann. Eine super Fotokulisse für Laila.

Goldene Düne

Sonntagabend gehen wir zum Abschiedsessen ins Bad Brothers – ein Wine Tasting Restaurant in einem sanierten Haus mit einem tollen Innenhof. Ein schöner Abschluss für Lailas Zeit in Cafayate.

Cafayate's Next Top Model ;-)

Bevor wir uns dann am Montag auf den Weg nach Salta machen, bekommen wir die Nachricht, dass Lailas Flug nach BA von 19.00 Uhr auf 2.00 Uhr morgens verschoben wurde. Super! Da müssen wir kurzfristig noch einen anderen Flug buchen – zum Glück ist das Fliegen hier nicht ganz so teuer.

Boule mit Ausblick

Pünktlich liefern wir Laila am Flughafen ab und machen uns auf in die Stadt und zu unserem Hotel. Wie immer in Salta gehen wir abends in ein peruanisch-japanisches Restaurant. Eine Abwechslung zum Essen in Cafayate und eine gute Gelegenheit mal Fisch zu essen.

Gardasee in Argentinien

Den Dienstag verbringen wir mit Shoppen, Chillen und Essen und Mittwochmorgen geht es zurück. Vorher müssen wir allerdings unserem Auto aber erstmal 2 Liter Öl spendieren. Seit unserer Hinfahrt werden diverse Fehlermeldungen angezeigt und wir werden interessanterweise während der Fahrt darauf hingewiesen, dass wir einen Motorschaden haben, den wir umgehend reparieren lassen sollen. Jetzt kommt noch eine Meldung bezüglich des Ölstands hinzu und die scheint tatsächlich auch mal zu stimmen, denn der Ölstand ist tatsächlich kaum mehr messbar.


Auf der Strecke zwischen Salta und Cafayate liegen etwas ab vom Weg zwei große Seen und da wir schon immer vor hatten dort hinzufahren, ist heute eine gute Gelegenheit. Nach dem ersten vergeblichen Versuch über 4 km Dirt Road, die in einer Sackgasse endet, finden wir schließlich den richtigen Weg. In einem kleinen Hotel und Restaurant mit Seeterrasse, Pool und Bootssteg essen wir und fahren schließlich weiter den See entlang bis zu einer Brücke mit Bungee-Jumping Turm und Kajakverleih. Wir sind begeistert von der Landschaft und kommen uns ein wenig vor wie an einem der norditalienischen Seen. Auf dem See dümpeln Hausboote, rund herum ist es grün und bewaldet und so viel Wasser haben wir sowieso schon lange nicht mehr gesehen. Eine tolle Abwechslung zu der schroffen Berglandschaft von Cafayate und ein gutes Ausflugsziel für ein Wochenende. Ich schätze allerdings, dass die Idylle im Sommer von den einfallenden Menschenscharen aus Salta etwas getrübt sein dürfte.


Angekommen in Cafayate überfällt mich als erstes ein wenig die Traurigkeit als ich an Lailas verlassenem Zimmer vorbeilaufe. Ein paar Spuren – wie vergessene Socken und Überreste ihrer Kunstprojekte - sind noch zu sehen, aber sie sitzt mittlerweile in Houston am Flughafen ihre 10 Stunden Aufenthalt ab. Dort wird sie auch gleich mit der harten Realität der amerikanischen Flughafenpreise konfrontiert. Tacos und Softdrink kosten mal eben 29 Dollar, eine kleine Zimtschnecke 7 Dollar, aber das mildert zumindest schon mal den Preisschock bei der Ankunft in Deutschland. Der Rest verläuft dann nach Plan und sie schafft es tatsächlich in London innerhalb einer Stunde ihren Anschlussflug zu erreichen und am Donnerstagvormittag schließlich wieder auf deutschem Boden zu landen. Damit endet eine lange Reise und eine tolle Zeit hier zusammen in Argentinien.


Wir hingegen schlagen uns in Cafayate weiterhin mit der Genehmigung unserer Hauspläne herum. Das Design-Komitee möchte jetzt zusätzlich noch eine 3D Simulation des Hauses, was dann 3 Leute mehrere Tage beschäftigt. Aber was tut man nicht alles, um endlich das finale Go zu bekommen! Vieles hier in Argentinien klappt ja wunderbar indem man unauffällig ein paar Pesos über den Tisch schiebt – nur nicht beim Design-Komitee der Estancia - das ist leider unbestechlich.

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