Die Insel Santa Catarina ist bekannt für ihre grünen Hügel, die Lagunen, aber insbesondere für ihre 42 Traumstrände. Da werden wir es wohl ganz gut einige Tage aushalten können.
| Unser Dschungelcamp |
Unsere erste Unterkunft liegt im östlichen Teil der Insel in einem kleinen Ort zwischen Lagunen und Stränden. Unser Gastgeber spricht fließend Englisch, was hier nicht so häufig anzutreffen ist, und sowohl Haus als auch Zimmer fühlen sich an wie ein Dschungelcamp. Pflanzen, wohin man schaut, dazu Schildkröten und kleine Affen inklusive niedlichster Affenbabys in Garten und Frühstückslounge. Einziger Nachteil: zwischen 17.00 und 19.00 hält man sich sicherheitshalber hinter verschlossenen Türen und Fenstern auf, denn dann kommen leider auch die Mücken aus ihren Verstecken.
| Niedliche Gesellschaft beim Frühstück |
Unschlagbar ist das Frühstück in unserer Bleibe.
Selbstgemachte Cremes, Marmeladen, Gebäck, Omelett… einfach alles, was das Herz begehrt.
Gut gestärkt starten wir daher in Richtung Flughafen, um unseren Mietwagen abzuholen
und dann in Richtung Süden auf die erste Stranderkundungstour.
Die Strände und Strandorte sind sehr unterschiedlich. Während der Norden sich durch seine dichtere Besiedlung und Hochhausbebauung auszeichnet, findet man im Süden eher Villengegenden und Fischerdörfer. Was aber leider fast überall problematisch ist, ist das Parken. Möglich ist es eigentlich nur auf Tages-Bezahlparkplätzen, was auf Dauer eine teure Option ist, wenn man nur für eine kurze Zeit bleiben möchte.
| Noch ist es leer am Strand |
Nach einiger Fahrerei landen wir im kleinen Fischerort Pantano do Sul. In einem Strandrestaurant lernen wir dann unsere erste Lektion in brasilianischen Essgewohnheiten. Ausgehungert bestellen wir uns ganz selbstverständlich jeder ein Gericht – auch wenn es uns etwas teuer vorkommt und der Kellner uns ein wenig irritiert ansieht. Was dann aufgefahren wir übertrifft allerdings komplett unsere Vorstellungen. Denn selbst eine Portion davon hätten wir vermutlich zu dritt nicht essen können. Im Nachhinein erklärt das auch den Blick des Kellners und fürs nächste Mal wissen wir nun auf jeden Fall Bescheid, dass es sich offenbar bei den Gerichten auf der Karte immer um Familienportionen handelt – auch wenn es dort nicht ausdrücklich steht J
Nach einem weiteren ausgezeichneten Frühstück starten wir die nächste Inselerkundung. Nach dem Süden nehmen wir uns nun den nördlicheren Teil der Insel vor und landen schließlich an einem Naturstrand, an dem man tatsächlich auch mal parken kann. Interessanterweise finden wir dort unzählige Campervans aus Argentinien vor, die diese kostenlose Option vermutlich auch sehr zu schätzen wissen. Der Spot scheint dort ein Geheimtipp unter Campern zu sein.
| Pantano do Sul |
Je weiter wir anschließend in Richtung Norden fahren desto größer werden
die Orte und das Verkehrschaos. Da das nicht so unser Ding ist, drehen wir ab
und machen uns auf den Heimweg.
Am Donnerstag entdecken wir schließlich den kleinen Ort Armacao und den angrenzenden einsamen Strand Matadeiro mit seinen tollen Wellen. Außer drei Strandbuden und einigen Surfern ist dort nicht viel los. Wir sind auf Anhieb begeistert und beschließen uns dort für die nächsten Tage eine Unterkunft zu suchen. Gesagt getan! Am nächsten Tag beziehen wir ein kleines Haus 50 m entfernt vom Strand und freuen uns auf ein paar entspannte Tage dort. Vorher besteht aber die Aufgabe noch darin, ein geeignetes Strandoutfit zu kaufen, denn mein Bikini ist mittlerweile 12 Jahre alt und so sieht er auch aus bzw. sitzt leider auch so.
| Frische Säfte am Strand |
Laila und ich schlagen uns einige Stunden durch eine umfangreiche Shoppingmall – ergattern Bikinis und darüber hinaus eine neue Jeans, Pulli, Bluse und jede Menge Kleinkram. Ich freue mich schon richtig auf die etwas kühleren Tage in Cafayate, wenn ich meine neuen Klamotten endlich auch anziehen kann. Denn hier ist es dafür jetzt natürlich noch viel zu warm!
| Blick aus der Surfbar |
Ein weiteres Highlight in Armacao ist die Surfbar direkt um die Ecke und am Wasser. Mit Livemusik, leckeren Cocktails und angenehmer Kerzenbeleuchtung kann man dort gut mal den einen oder anderen Abend verbringen. Die gastronomische Auswahl ist allerdings ansonsten hier auch nicht besonders hoch – insbesondere nicht an den Wochentagen.
| Armacao |
Am Wochenende allerdings ändert sich schlagartig der
Füllegrad am Strand und um im Ort. Unser toller, einsamer Surferstrand
verwandelt sich in das reinste Tollhaus. Keine Ahnung woher die ganzen
Brasilianer anreisen, aber der Strand ist urplötzlich zugepflastert mit Menschen,
Sonnenschirmen und Plastikstühlen. Allerdings pflegen die Brasilianer trotzdem
noch ein entspanntes Strandleben. In den Strandbars spielt Livemusik, es wird
Fußball gespielt, gesurft, gesonnt, getrunken und gechillt. Und am Montagmorgen
ist der ganze Spuk dann schlagartig wieder vorbei.
| Ribeirao da Ilha |
Vorbei sind leider aber auch erstmal die Strandtage für
Stefan. Er hat sich einen fiesen brasilianischen Magen-Darm-Virus eingefangen
und verbringt die folgenden zwei Tage zwischen Toilette und Bett.
| Lunch am Strand |
So genießen Laila und ich mal etwas Mutter-Tochter Zeit, besuchen
den Waschsalon und ein probieren in einem netten Restaurant direkt am Strand des hübschen Orts Ribeirao da Ilha das typisch brasilianische Gericht Muqueca – eine Art
Eintopf mit Bananen und Gemüse. Sehr, sehr lecker!
| Sehr lecker: Muqueca |
Heute bleibt uns noch ein letzter entspannter Tag auf Santa Catarina und morgen geht es dann in den Trubel von Rio. Gegensätzlicher könnte es wahrscheinlich kaum sein, aber ich bin schon sehr gespannt.
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