Montag, 30. März 2009

Nelson - Gurus und Schokobier

24. – 30. März 2009

In dieser Woche scheint der Sommer noch mal zurückgekehrt zu sein. Jeden Morgen strahlt die Sonne vom wolkenlosen blauen Himmel – zumindest wenn sie es mal über den Berg hinter unserem Haus geschafft hat. Da müssen wir die Strände vor der Haustür ja noch mal nutzen. Dienstag, Samstag und Sonntag fahren wir nach Rabbit Island, am Freitag nach Tahunanui. Ich bin ja mehr das Weichei der Famiilie und bleibe lieber mit meinem Buch am Strand sitzen (dafür werden meine Füße auch ordentlich von Sandflies zerstochen), aber Stefan und Laila stürzen sich mit ihren Boogie Boards in die Fluten und surfen um die Wette. Damit meine Versorgung mit Büchern auch weiterhin gesichert ist, bin ich jetzt Mitglied in der örtlichen Library. Seit wir hier im Funkloch wohnen und nur noch zwei Fernsehprogramme empfangen können, ist die Anzahl Bücher/ Woche noch mal gestiegen. Glücklicherweise gibt es dann auch noch den ‚Wicked Wednesday’ in der Videothek, an dem jeder Film nur 1$ kostet. So kommen wir doch ab und zu noch in den Genuss einen Film zu sehen und es erspart uns außerdem die Werbepausen. Im Anschluss an meine Bücher- und DVD Ausleihtour, lasse ich Laila endlich mal wieder einen Haarschnitt verpassen – das erste Mal seit unserer Abreise aus Deutschland. Die Mähne geht mittlerweile schon fast bis zum Po – bis auf die Leonie-Gedächtnissträhne, die sich die Mädels ja an einem der letzten Tage im Kindergarten gemeinsam bzw. gegenseitig abgeschnitten hatten :-). Stefan hat noch immer 'Rücken'. Die Geheimwaffe soll jetzt Eddie – the Guru sein, ein 80-jähriger Ex-Boxer. Freitagmorgen hat er dort einen Termin, Freitagmittag stehen wir auf dem 1. Abschlag. Eddie hat innerhalb von 30 min 3 Wochen Rücken- schmerzen weggezaubert. Tatsächlich ein Guru! Auch Laila hat an diesem Tag einen besonderen Erfolg zu verzeichnen. Sie bekommt bei der wöchentlichen Schulversammlung eine Urkunde verliehen, weil sie in so kurzer Zeit schon so gut Englisch sprechen gelernt hat. Darauf ist sie natürlich stolz wie Oskar (ich zugegebenermaßen auch!) und hat sich natürlich ein riesengroßes Eis verdient. In dieser Woche sind auch die Abende mit diversen Veranstaltungen ausgefüllt. Am Dienstag gehen wir in der Anchor Bar essen, am Donnerstag feiert der Koch vom ‚Plan B’ seinen Abschied – er wandert nach Holland aus – und es gibt ein Barbecue zum halben Preis. In Holland wird er dann in Zukunft allerdings wohl eher frittieren als grillen ;-) Am Samstag ist dann im Founders Park das lange erwartete ‚Marchfest’. Die kleinen Brauereien der Umgebung bieten dort ihr Bier an – es gibt sogar Easter Beer mit Schokogeschmack. Brrrhhhh! Dazu gibt es jede Menge Fressbuden und Kinderbespaßung mit Ponyreiten, Hüpfburg und Facepainting. Leider bleibt die Farbe nicht im Gesicht, sondern verteilt sich großflächig über T-Shirt, Kleid und Pulli. Außerdem sieht das, was eigentlich ein Schmetterling sein soll, eher aus wie Mel Gibsons Kriegsbemalung in Braveheart. Beim Tanzen zur Reggaeband mit Laila auf den Schultern verrenkt Stefan sich wieder seinen gerade von Eddie kurierten Rücken und ich muss auf dem Heimweg zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Alkohlkontrolle pusten – ich habe natürlich nix getrunken. Wer nach einem BIERfest betrunken vom Hof fährt, ist ja nun auch wirklich selber Schuld! Am Montag ist Stefans Reggae-Rücken wieder o.k. und wir spielen seit langem mal wieder 18 Loch Golf. Nachmittags schwimme ich dann noch 1000 m und bin abends froh, als ich meine müden Knochen auf dem Blümchensofa ausstrecken kann. Mannometer, soviel Bewegung an einem Tag hatte ich bestimmt die letzten 20 Jahre nicht mehr.

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