Montag, 15. Juni 2009

Nelson - Trademe and Betrayal

9. – 15. Juni 2009

In unserem Haus sieht es mittlerweile aus wie in einem Versandhaus. Überall stehen offene und verschlossene Pakete rum, die entweder auf einen potentiellen Käufer oder den Zahlungseingang auf unserem Nationalbank Konto warten. In der letzten Woche sind wir zu Trademe Powersellern avanciert. Wir konnten uns gerade noch bremsen, um nicht auch noch Anitas ‚Thomas Gainsborough’-Austellungsposter von 1980!!! zu versteigern. Das hätte wahrscheinlich aufgrund seines Alters Höchstpreise erzielt :-). Aber auch so haben wir schon einiges an Umsatz gemacht: Grill, Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Campingkocher, Golfbälle … sind schon dahingegangen. Dass das so gut klappt, hätten wir auch nicht gedacht. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir auf diese Art vielleicht auch mehr von unserem Zeug in Hamburg entsorgen sollen! Das einzige Sorgenkind ist nach wie vor das Auto. Wir haben alle Supermärkte, Backpacker und Zeitungen mit Anzeigen überschwemmt und wahrscheinlich kennt mittlerweile jeder Einwohner von Nelson und Umgebung den goldenen Mitsubishi Diamante mit der Beule, nur kaufen will ihn leider keiner. Bis auf eine erfolglose Probefahrt hat sich da noch nix getan. Seit gestern steht er bei Trademe und hat auch schon ein Wahnsinnsgebot von 500$ erzielt :-( . Dabei haben wir ihm sogar noch eine WOF (neuseeländischer TÜV) und eine neue Batterie spendiert, nachdem er uns beim Zettelaufhängen im Stich gelassen hat und vor einem der Backpacker nicht mehr anspringen wollte. Das ist natürlich auch nicht gerade die beste Werbung, wenn man die anvisierten Käufer erstmal um Starthilfe bitten muss! Und das auch noch im strömenden Regen! Geregnet hat es im Übrigen die ganze Woche, so dass wir uns durch den Wegfall sämtlicher Outdoor-Aktivitäten voll und ganz unserer Versandhaustätigkeit widmen konnten. Seit Laila rausgefunden hat, dass ihr Schulfreund Joe nur zwei Strassen weiter wohnt, ist die Wochenend- gestaltung auch bei Regen kein Problem mehr. Schade, dass wir das nicht schon ein paar Monate früher gewusst haben. Die beiden kriegt man kaum zu Gesicht, wenn sie spielen. Entweder sie verschwinden in Lailas Zimmer und denken sich lustige Spiele aus oder verstecken sich mit der Campinglampe, die jetzt allerdings auch verkauft ist, in irgendwelchen selbstgebauten Höhlen. Das tröstet Laila auch ein wenig über den Verlust ihrer Freundin Jenna hinweg, deren Eltern von einem Tag auf den anderen beschlossen haben, dass sie uns nicht mehr treffen wollen, was sie uns dann mit der Begründung, dass 1. Jenna angeblich nicht mehr hört, wenn sie mit Laila zusammen war und wir 2. ja sowieso in 10 Tagen abreisen, per Email mitgeteilt haben. Ich weiß nicht, wie sie das ihrem Kind erklärt haben, mir fällt es jedenfalls schwer Laila dafür eine nachvollziehbare Begründung zu liefern, da ich für ein solches Verhalten selbst keinerlei Verständnis aufbringen kann. Schade, aber glücklicherweise haben wir hier noch viele andere nette Menschen kennen gelernt, an die wir uns gerne erinnern werden, wenn wir an unsere Zeit in Nelson zurückdenken.... und vielleicht kommen wir ja noch auf ihr damaliges Angebot zurück, das Auto bei ihnen unterzustellen, wenn wir es nicht verkaufen können ;-)...

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