Dienstag, 30. Juni 2009

Nelson - Queenstown: a.m., p.m. and skiing

23. -30. Juni 2009

Am Ende sind wir das Auto dann also doch noch losgeworden. Stefan hat seine Freitags- Männer-Golfrunden-Beziehungen ausgenutzt und einem von seinen Mitspielern das Auto verkauft. Wir können sogar noch mit dem Auto zum Flughafen fahren. Und so quälen wir uns am Donnerstag- morgen um 4.15 Uhr aus dem Bett, beladen in eisiger Kälte das Auto und düsen zum Flughafen…und stehen vor verschlossenen Türen… Das hätte uns ja schon mal stutzig machen sollen, denn 10 Minuten später sollte doch eigentlich schon der Check-in für unseren Flug schließen. O.k., wenige Minuten später öffnen sich dann die Türen und kurz darauf erscheint auch das erste Air New Zealand Personal. Aber wie schon fast zu vermuten, finden sich unsere Namen nicht auf der Liste für den Flug nach Christchurch. Genau genommen gibt es denn Flug, den wir glauben gebucht zu haben, auch überhaupt nicht. Zumindest nicht um 6.05 a.m. Sehr wohl gibt es den Flug aber um 6.05 p.m. und auf den sind wir dann offenbar auch gebucht! Das passt allerdings nicht besonders gut zu unserem Weiterflug nach Queenstown um 14.30 Uhr. Glücklicherweise zeigt sich Air New Zealand sehr kulant (Lufthansa hätte uns bestimmt hunderte von Euros abgeknöpft!) und bucht uns ohne Aufpreis auf den Flug um 6.50 a.m. um. Dafür sind wir dort heute sicherlich der Lacher des Tages, aber auf diese Weise landen wir am Ende auf dem Flug, den wir damals nicht gebucht haben, weil er uns zu teuer war! Das war also nicht gerade eine Glanzleistung für zwei weltreisende Vielflieger und ehemalige Megaconsultants – auch wenn Stefan meint, dass man das noch als strategische Planung verkaufen könnte ;-))). Der Rest verläuft dann erstaunlich reibungslos. Es gibt nicht mal eine Sicherheitskontrolle bei Inlandsflügen, so dass wir sogar unsere (ungeöffnete) Weinflasche im Handgepäck mitnehmen können. Good bye, Nelson! Die Zeit bis zu unserem Weiterflug schlagen wir dann hauptsächlich in Christchurch City im Museum tot. Es kostet – wie die meisten Museen in NZ – nicht mal Eintritt, ist gut geheizt und ist besonders für Kinder sensationell. Es gibt viele Sachen zum Entdecken und Ausprobieren und die Zeit vergeht wie im Flug.

Dann lernen wir in Christchurch noch die neuseeländische Variante im Kampf gegen die Schweinegrippe kennen: Allen Personen mit Erkältungs- symptomen wird einfach das Betreten der Apotheke verboten! O.k., die Sterben dann zu Hause und können keinen mehr anstecken oder wo ist da die Sinngebung? Ich fühle mich da allerdings auch persönlich auf den Schlips getreten, weil ich nämlich seit ein paar Tagen eine üble Schnupfnase habe! Dann geht’s endlich weiter nach Queenstown und wir sind positiv überrascht von unserem Appartement – mit dem vielen Holz hat es glatt ein wenig Österreich-Flair – und es ist mitten in der City und mit Zentralheizung. Wir machen uns noch schnell auf den Weg, um Skier auszuleihen und einzukaufen und sind hoch zufrieden mit dem Tag. Es hätte auch alles ganz anders kommen können ;-)

Dann geht’s endlich auf die Piste! Coronet Peak ist das erste Skigebiet, das wir erkunden wollen. Wir fahren 30 Minuten mit dem Shuttle-Bus, kaufen Skipässe und buchen Laila für nachmittags bei den Skiwikids ein. Die erste Herausforderung ist der Magic Carpet – eine Art Pistenförderband. Laila knallt beim ersten Versuch voll auf den Rücken, Stefan wird von einem außer Kontrolle geratenen 150 Kilo Mann rausgekantet… Die Anfängerpisten sind mit Abstand am gefährlichsten und wir sehen zu, dass wir da schnell wegkommen. Laila geben wir glücklich bei den Skiwikids ab und auf geht’s. Der Schnee ist super, die Sonne scheint, das Panorama ist gigantisch – was will man mehr - auch wenn das Skigebiet sicherlich nicht mit Österreich oder der Schweiz zu vergleichen ist. Um 16.00 Uhr ist dann Schluß, aber Laila ist kaum von den Skiern zu kriegen. Aber heute gibt es auch noch ein anderes Highlight: das Eröffnungsfeuerwerk zum Queentstown Winterfestival. Unglaublich, was da los ist! Menschemassen drängen sich an den Fressbuden, vor der Bühne und am Seeufer, aber das Feuerwerk entschädigt für Gedränge und arktische Kälte. Am nächsten Morgen geht’s dann in die Remarkables. Die Busfahrt dahin ist eigentlich schon Abenteuer genug. Der Bus kämpft sich 30 cm am Abgrund entlang die Serpentinen hoch. Gottseidank sind die Scheiben beschlagen und ich kann das nicht so genau sehen, der Busfahrer allerdings auch nicht! Der plaudert aber trotzdem völlig unbeeindruckt über Ausblick und Skigebiet, das sich leider als etwas enttäuschend herausstellt. Die Anfängerpisten sind zwar gut – Laila hat einen Supertag im Skikurs – aber ansonsten ist zu wenig Schnee, so das die Pisten vereist sind und wenig Spaß bringen. Morgen also wieder Coronet Peak mit seinen hunderten von Schneekanonen. Leider ist der nächste Tag ein Sonntag und am Peak ist die Hölle los. Laila ist wieder bei den Skiwis und wir nutzen den Morgen, wo die Pisten im Schatten noch nicht so begehrt und daher leer sind und können bis zum Mittag super fahren. Mit Laila zusammen fahren wir dann nach dem Lunch noch zweimal die Anfängerpiste, aber da sind so viele Idioten unterwegs, dass wir Angst haben, dass die Kleine von einem wildgewordenen Snowboarder über den Haufen gefahren wird und treten lieber den Heimweg an.

Mittlerweile haben wir beschlossen, dass wir in Australien nicht mehr Skifahren werden und haben unsere Skiklamotten bei Trademe reingestellt. Und was soll ich sagen: die Skisachen sind schon alle verkauft. Gepäcktechnisch bringt uns das bestimmt schon mal nach vorne, denn wir müssen unsere 83 kg vom letzten Flug noch auf 69 kg für den nächsten Flug zusammenschrumpfen – Quantas erlaubt nämlich nur 23 kg/ Person. Außerdem hat uns die ganze Skibekleidung jetzt fast nichts mehr gekostet J. Am Montag nehme ich dann eine Skiauszeit. Die Erkältung hat jetzt trotz Echinacea und Vitamin C doch noch gewonnen und bevor ich mir den letzten Skitag auch noch verderbe, bleibe ich mal lieber einen Tag im Bett. Stefan und Laila haben einen langen Skitag trotz ungemütlich kalten Windes, Laila in der Skischule, Stefan allein - hoffe ich doch zumindest :-). Dann ist es auch schon so weit: Der letzte Skitag ist angebrochen und es geht ein letztes Mal auf den Coronet Peak. Heute bin ich auch wieder dabei, dafür wird die Erkältung jetzt bei Stefan schlimmer. Das Wetter meint es noch einmal gut mit uns: die Sonne scheint und der Wind ist abgeflaut. Morgens fahren wir mit Laila zusammen auf den Gipfel vom Coronet Peak und wieder runter, dann hat sie keine Lust mehr mit ihren Eltern zu fahren und lässt sich lieber in der Skischule abgegeben. Offenbar ist ihr das zu anstrengend mit uns! Und dann war’s das auch schon wieder. Abends gibt’s ein Abschiedsessen beim Koreaner und noch einen Australien- Einstimmungs- cocktail im ‚Pig and Whistle’ und damit endet mehr oder weniger die Etappe ‚Neuseeland’ unserer Weltreise. Da bleibt dann nur noch Zeit für eine kleine Zusammenfassung von Susi:

-Und sind ca. 15.000 km gefahren

- Laila ist 70 Tage zur Schule gegangen

- Sie hat Englisch, Lesen und etwas Schreiben, die Zahlen bis 100, Surfen, Golfen, Kraulschwimmen und Skifahren und bestimmt noch vieles mehr gelernt

- Ich habe gelernt Franz-und Laugenbrötchen zu backen

- Und mein Handicap auf 25 verbessert

- Stefan hat endlich sein einstelliges Handicap erreicht

- Wir sind große Fans von Trademe/ Ebay geworden

- Wir haben viele nette Kiwis und einige nette Deutsche (und auch ein Paar gestörte) kennengelernt

- Neuseeland ist ein unglaublich tolles Land, aber doch weit ab vom Schuss und vielleicht etwas provinziell

- Wir werden bestimmt noch mal wiederkommen!

Haere Ra New Zealand! Kia Ora Australia!

2 Kommentare:

Michael hat gesagt…

Geiler Abschluss eures Neuseeland-Aufenthalts. Jetzt bin ich auf die nächste Etappe gespannt!

In Hamburg ist der Sommer voll angekommen. Heute schwitzen wir bei 31,5 C - ich muss gleich mal den Grill anwerfen, eine laue Nacht steht uns bevor :-)

/Michael

Unknown hat gesagt…

wie, einstelliges hcp? das müssen wir bei einer gemeinsamen runde in oz unter beweis stellen. bin gespannt und will das schriftlich (-;