Montag, 19. April 2010

Albany - Denmark - Walpole - Windy Harbour - Margaret River

12. April 2010

Das Wetter spielt heute mal wieder nicht so richtig mit. Es ist windig, kalt und regnerisch. Nachdem Laila morgens bei der Kinder- animation die Strandspiele mitgemacht hat, fahren wir zum Walfang- museum. Wir hatten ehrlich gesagt keine besonders hohen Erwartungen und werden positiv überrascht, wie gut das Ganze gemacht ist. Wir nehmen an einer Führung teil, bei der das ganze Walfangprozedere erläutert wird und welches unerwartete und schlagartige Ende des Walfangs, die Walfänger 1978 ereilt hat. Darüberhinaus kann man sich ein Walfangschiff, Walskelette und diverse Filme ansehen. Wir verbringen bestimmt vier Stunden dort und das sind mindestens drei zuviel für unsere Autobatterie. Denn wir haben vergessen, dass Licht auszumachen und als wir loswollen ist die Batterie komplett platt. Aber wir wären ja nicht in Australien, wenn nicht irgendeiner ein Startkabel dabei hätte. Bis wir am Campingplatz ankommen, ist die Batterie glücklicherweise wieder ausreichend geladen.


13. April 2010

Auch heute morgen steht wieder Kinderanimation auf dem Plan, während Stefan schon mal die ersten neun Loch des benachbarten Golfplatzes spielt. Laila und ich begleiten ihn dann auf den zweiten neun Loch, wobei Laila eher mürrisch über den Platz schleicht und froh ist als wir fertig sind und uns am Emu Beach eine große Portion Pommes spendieren.


14. April 2010

Während Laila noch schnell an der Schatzsuche des Kinderclubs auf dem Campingplatz teilnimmt, drehen Stefan und ich die obligatorische Supermarkt- runde. Wir verlassen heute Albany und fahren weiter nach Denmark. Wieder mal habe ich keine Ahnung, wie Denmark zu seinem Namen gekommen ist, aber vermutlich ähnlich wie Bremer Bay. Es hat auf jeden Fall auch einer Reihe sehenswerter Strände aufzuweisen. Nachdem wir auf dem Campingplatz eingecheckt haben fahren wir noch zum Lights Beach. Wir schenken der Tatsache, dass dort auch Hunde erlaubt sind erstmal keinerlei Beachtung, bis der erste Hunde angerannt kommt, um uns zu beschnüffeln. Laila wird total hysterisch und als kurz darauf noch ein verspielter Dalmatiner an uns hochspringen will, rastet sie völlig aus. Ich weiß nicht warum, sie so eine panische Angst vor Hunden hat, da sie noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat, aber von nun achtet sie bei jedem Campingplatz und jedem Strand genau darauf, dass dort keine Hunde erlaubt sind. Über das ganze Theater vergeht einem glatt der Spaß an dem traumhaften Strand.


15. April 2010

Nach einem zweiten Frühstück in Denmark – einem für australische Verhältnisse erstaunlich netten Örtchen – machen wir uns auf zu den Greenpools, wo man normalerweise in klarem, ruhigem Wasser Schnorcheln kann. Allerdings nicht heute. Obwohl die Bucht durch ein Riff geschützt ist und dadurch eine Art Pool bildet (daher wohl der Name :-), sind die Wellen recht stark und so wandern wir erstmal über die Felsen zum Elephant Cove, bevor Laila und Stefan sich schließlich doch noch mal kurz ins Wasser stürzen – allerdings ohne Schnorchel! Wir kehren wieder auf unseren alten Campingplatz zurück, da mich der Campingplatz am Parry Beach, nicht wirklich überzeugt. Auch wenn Stefan wohl lieber dort geblieben wäre. Ich muss gestehen, dass ich eine vernünftige Dusche und Toilette, dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer mit Lagerfeuerromantik vorziehe.


16. April 2010

Bevor wir Denmark verlassen, müssen wir wenigstens noch einmal den legendären Ocean Beach gesehen haben, der das Surfermekka sein soll und sich direkt neben unserem Campingplatz befindet. In der Tat wimmelt es dort von Surfern und auch Laila zwängt sich in ihren Wetsuit und bindet sich das Surfbrett an den Arm, allerdings nur, um dann mit einem anderen Mädchen eine Sandburg zu bauen, wobei das Surfbrett am Arm dann wieder eher hinderlich ist. Zu guter letzt geht sie doch noch ins Wasser, aber mit Surfen ist es heute nicht weit her, denn über Kniehöhe kommt sie nicht hinaus. Mittlerweile ist es schon Mittag geworden und wir haben Hunger und halten noch schnell auf dem Weg in der Denmark Bakery, wo uns dann auffällt, dass Lailas Fleecejacke noch in der Campingplatz-Küche hängt, womit wir also wieder zurückfahren können. Dann schaffen wir es aber endlich Denmark zu verlassen und unsere Reise in Richtung Walpole fortzusetzen. In der Nähe von Walpole gibt es den Treetop-Walk, einen 600 m langen Steg, der sich in 40 m Höhe durch einen Karriwald schlängelt. Die Stege sind freischwebend und schwingen entsprechend stark. Laila ist das gar nicht geheuer und sie sieht zu, dass sie möglichst schnell wieder festen Boden unter den Füßen hat. Auf dem Campingplatz in Walpole treffen wir dann alte Bekannte aus Esperance wieder – eine deutsche Familie, die an der Ostküste Australiens lebt und gerade eine ähnliche Tour macht wie wir. Die Kinder beschließen, sich noch mal wieder zu treffen und dann Marshmellows am Lagerfeuer zu grillen. Da werde ich dann wohl doch noch in das Vergnügen des Busch-Campings kommen!


17. April 2010

Wir kommen erst spät los und machen zunächst einen Abstecher in einen Nationalpark mit dem unaussprechlichen Namen D’Entrecasteaux, genauer gesagt an den Mandalay Beach, wo vor knapp 100 Jahren ein Schiff gleichen Namens gestrandet ist. Es wieder einer der unglaublichen Strände Westaustraliens und wir sind dort sogar mutterseelenallein. Gäbe es nur einen dieser Strände in Europa wäre er vermutlich schon mit Hotelburgen zugepflastert. Nichtsdestotrotz stellt sich bei mir so langsam eine leichte Strandübersättigung ein und ich kann nur noch eine mäßige Begeisterung aufbringen. Wir halten uns dann auch nicht lange dort auf, sondern setzen die Fahrt nach Windy Harbour fort, der seinem Namen alle Ehre macht. Es gelingt uns nicht mal ein Lagerfeuer zu entzünden und so flüchten wir früh in den Bus, weil es so kalt ist und es auf dem Campingplatz auch sonst keine Zufluchtsmöglichkeit gibt. Nachts beobachten wir ein Riesenkänguru, das seelenruhig neben unserem Bus weidet, aufgerichtet bestimmt so groß ist wie wir und eine Schuhgröße hat wie Michael Jordan. Gut, dass die Kameraden so friedfertig sind.


18. April 2010

Gleich nach dem Aufwachen liegt Laila uns in den Ohren, dass sie ihre Freunde zum Lagerfeuer wieder treffen will. Aber zuerst fahren wir natürlich mal wieder an den Strand. Genau genommen bleiben Laila und ich im Auto und schauen nur einmal kurz über die Düne, während Stefan Jagd auf Lachse macht Ich kann heute keine Strände mehr sehen! Ein anderer Angler, der original aussieht wie der Zwerg aus ‚Herr der Ringe’, fängt vier Lachse und schmeißt sogar einen wieder rein. Und auch bei Stefan beißt tatsächlich einer an, macht sich dann aber mit samt Köder, Haken und Angelschnur vom Acker. Damit hat sich dann das Angeln zunächst mal erledigt, denn ohne Schnur … Wir setzen uns dann schließlich in Bewegung in Richtung Margaret River. An einem idyllischen See in einer Art Märchenwald machen wir noch ein Picknick und nehmen noch ein Bad – nein, ich natürlich nicht – denn dann geht es ab in den Busch. Gerade noch rechtzeitig bevor die Sonne untergeht und die Kängurus sich auf die Strasse stürzen erreichen wir den Conto Campground, wo wir schon sehnsüchtig erwartet werden. Wir verbringen einen sehr netten Abend am Lagerfeuer und nach einer Flasche Rotwein finde ich dann auch das Buschklo nicht mehr so schlimm. Schließlich wird man dabei durch einen gigantischen Sternenhimmel entschädigt.


19. April 2010

Nach zwei Nächten ohne jeglichen Komfort, beantrage ich für den heutigen Abend einen Campingplatz mit Dusche und Wasserklo, auch wenn Laila protestiert und mit ihren Freunden lieber im Busch bleiben will. Zunächst fahren wir aber nach Margaret River, um unsere Vorräte aufzustocken, einen Kaffee zu trinken und durch die Stadt zu bummeln. Stefan muss außerdem seine defekte Angelausrüstung ersetzen und ersteht gleich eine nagelneue Brandungsangel. Die muss natürlich auch gleich ausprobiert werden und so landen wir am Hamelin Beach, wo man Lachse und Heringe fangen kann. Praktischerweise ist dort auch gleich ein Campingplatz und während ich schon gemütlich unter der heißen Dusche stehe, zieht Laila ihren ersten Fisch an Land. Leider keinen Lachs, sondern nur einen Hering. Aber immerhin. Stefan bringt es schließlich auch nur auf einige Kilo Seegras und ein paar Heringe, aber die landen dann abends auch tatsächlich auf dem Grill!

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