Stefan steht schon um 6.30 Uhr auf und macht sich mit seiner Angel auf in Richtung Strand. Dort wird him ein tolles Schauspiel geboten, denn eine Gruppe von Delfinen macht in der Nähe des Strandes Jagd auf Lachse. Alle Angler versuchen ihre Angeln in Richtung des Lachsschwarms zu werfen, um auch was zu erbeuten, aber die Angeln reichen nicht weit genug und so bleiben dann doch die Delfine die einzigen erfolgreichen Jäger. Dann beschließen wir nach Margaret River überzusiedeln und mal einen Stadttag einzulegen. Auch wenn Margaret River nicht gerade eine Großstadt ist, gibt es zumindest ein paar Cafes, Restaurants, Shops und viele lustige, bunte Kühe. Wir stellen allerdings fest, dass hier abends auch recht früh die Bürgersteige hochgeklappt werden und verzichten dann letzendlich darauf unser $ 9,- Bier in einem menschenleeren Pub zu trinken.
21. April 2010
Der erste Blick aus dem Fenster lässt schon vermuten, dass das heute ein trostloser Tag wird. Es regnet und das sieht nicht nur nach einem Schauer aus, sondern nach Dauernieselregen – als Hamburger kennt man sich damit ja schließlich bestens aus ;-) Damit erübrigen sich für heute auch weiter Strandbesuche und wir beschließen in die nächst größer Stadt - nach Busselton - zu fahren, wo man vielleicht auch bei Regen was unternehmen kann. Das stellt sich allerdings als Irrtum heraus. Das Schwimmbad ist wegen Umbauarbeiten geschlossen, der berühmte, längste Bootssteg der südlichen Hemisphäre ist nach dem Sturm der letzten Woche gesperrt und die Shoppingmall besteht aus drei Geschäften und einem Supermarkt. Frierend sitzen wir in einem Cafe und der Gedanke schon früher nach Perth zurückzufahren wird immer verlockender. So kehren wir der Margaret River Region endgültig den Rücken und fahren weiter Richtung Norden nach Bunbury. Zumindest für Stefan wird es ein interessanter Abend als er ein wenig unbedarft an einem Pokerturnier im örtlichen Bowlingclub teilnimmt, wo er dann auch relativ früh wieder ausscheidet – gottseidank ohne dabei Haus und Hof verzockt zu haben ;-)
22. April 2010
Bunbury ist bekannt für seine Delfine, die regelmäßig eine bestimmt Bucht besuchen und quasi bis auf Armlänge an die im Wasser stehenden Besucher heran- schwimmen. Dort fahren wir ganz früh morgens hin, denn das soll die beste Zeit sein, um wirklich auch Delfine zu Gesicht zu kriegen. Und tatsächlich haben wir Glück und eine Delfindame stattet uns für 20 Minuten einen Besuch ab. Viel länger hätte man es in dem kalten Wasser sowieso nicht ausgehalten, aber es ist ein schönes Erlebnis eins dieser fröhlichen Tiere mal aus der Nähe zu sehen.
Da es noch früh am Tag ist, sitzt vor unserer Weiterfahrt sogar noch eine Runde Golf drin. Der Golfplatz liegt in einem neuer- schlossenen Gebiet, wo aber anscheinend der Verkauf der golfplatznahen Grundstücke nicht so gut gelaufen ist, wie geplant. Entsprechend wurde dann wohl auch der Ausbau des Golfplatzes gestoppt, denn es gibt nur eine telefonzellengroße Wellblechhütte, in der man sein Greenfee einwerfen kann, ein rosa Dixieklo und sonst nichts. Die Golfspieler kommen dort mit ihren Pick-ups angefahren, die Golftasche neben den Angeln, Surfbretter und Matratzen auf die Ladefläche geschnallt und finden sich dann auch mal zu Sechser-Flights zusammen. Ich würde sagen, das ist Golfen auf australisch :-). In der Zwischenzeit haben wir erfahren, dass wir noch am Freitag unser neues Haus in Perth beziehen können und somit werden wir uns noch ein bisschen weiter in Richtung Perth begeben, damit wir am Freitagmorgen nicht mehr so lange fahren müssen. Unser Ziel ist Dwellingup, was in einem Nationalpark 100 km südöstlich von Perth liegt.
23. April 2010
Da wir erst spät angekommen sind, haben wir von Dwellingup nicht viel gesehen – genauso genommen nur den Campingplatz, aber es soll dort sehr schön sein ;-) und jetzt wollen wir nur noch so schnell wir möglich nach Perth, zumal wir auch um 11.00 Uhr einen Termin mit der Maklerin haben. Gegen Mittag sind wir dann stolze Mieter eines Townhouses in West Perth. Der Blick aus Laila Zimmerfenster geht genau auf den Balkon unserer alten Wohnung. Wir haben uns also von dort nicht sehr weit entfernt. Das Haus wirkt auf den ersten Blick sehr stylisch und nett, auf den zweiten Blick zeigen sich allerdings dann die ganzen Macken. Das wäre ja nicht weiter schlimm, stände nicht in dem Zustandsbericht des Maklers, dass die Hütte in einwandfreiem Zustand ist. Ich fürchte, dass wird noch Stress geben. Aber davon mal abgesehen fühlen wir uns hier sehr wohl. Laila hat jetzt ein Spiel- und Arbeitszimmer im Dachgeschoß, so dass wir uns nicht immer ins Schlafzimmer verziehen müssen, wenn sie mal Besuch hat und auch Küche und Schlafzimmer sind deutlich geräumiger als in der alten Wohnung. Dann kann der Winter jetzt ja kommen – allerdings besser nicht zu heftig, denn eine Heizung gibt es leider nicht. Aber das kennen wir ja schon aus Neuseeland!
24. April 2010
Für ein paar Stunden fühlen wir uns nach Hamburg-Schnelsen zurück versetzt. Wir fahren zu Ikea, weil wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen müssen und stellen fest, dass das ultimative Samstags-Ikea-Erlebnis weltweit das Gleiche ist. Schlangen vor dem Smaland, Geschubse in den Gängen, überfülltes Restaurant, Kassenschlangen und zu guter letzt Stau beim Verlassen des Parkplatzes. Im Anschluss daran machen Laila und ich noch eine Begrüßungsrunde durch die Innenstadt, wobei für Laila noch ein paar Herbstklamotten und ein Stofftierhund abfallen. Und dabei dachte ich, sie mag keine Hunde. Abends entdecken wir im DVD-Player eine Dixie Chicks-DVD unserer Vormieter, worauf Laila erstaunlicherweise total abfährt. Sie tanzt durchs Wohnzimmer, schaut sich das ganze Konzert an, ohne sich auch nur einmal beschweren, dass sie lieber Ice Age gucken möchte und am Schluss schläft sie dabei ein. Das scheint ja eine echte Alternative zu ABBA zu werden.
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