Es ist mal wieder soweit: Die letzte Woche vor den Schulferien ist angebrochen und somit auch die vorerst letzte Woche in Perth. Damit steht die Woche schwerpunktmäßig im Zeichen diverser Schulaktivitäten und - wie sooft in den letzten Monaten – des Zusammenpackens und Ausziehens. Denn wir haben entschieden, dass wir nach unserem Urlaub nicht wieder in die Delhi Street No. 5 zurückkehren, sondern uns für den bevorstehenden Winter etwas Geräumigeres suchen werden. Ach ja, und Ostern steht ja auch noch vor der Tür. Am Samstag geht es auch gleich schon los mit einer Trainingseinheit im Ostereiersuchen, veranstaltet von den örtlichen Kirchengemeinden. Lailas Ausbeute ist nicht schlecht, nur leider mag sie die Schokoladeneier überhaupt nicht und verschenkt sie gleich wieder. Wir lassen den Abend noch bei Freunden ausklingen und Laila gleich dort, was uns unverhofftes Ausschlafen am Sonntag beschert. Sonntagmittag holen wir Laila am Floreat Beach wieder ab, besuchen noch ein Straßenfest und vorbei ist das Wochenende. Montag haben dann die ersten bis dritten Klassen ihren jährlichen Schwimm- wettbewerb, wobei aber hauptsächlich Spiel und Spaß im Vordergrund stehen. Für Freiwillige gibt allerdings auch ein 25m Freestyle-Wettschwimmen, bei dem Laila nach anfänglichen Startschwierigkeiten – sie kommt irgendwie immer von der Bahn ab ;-) – immerhin Dritte bei den Mädchen der 2. Klassen wird und die sind schließlich alle ein Jahr älter als sie. Am Donnerstag ist dann endgültig der letzte Schultag, an dem auch kein Unterricht sondern nur noch Basteln, Malen und Picknicken auf dem Stundenplan stehen. Das Ganze endet mit einem großen Abschlusspicknick auf dem benachbarten Spielplatz. Freitag laden wir Laila bei ihrer Freundin Sara ab, damit wir endlich mal ein paar Fortschritte in Sachen Auszug machen. Freundlicherweise haben Saras Eltern angeboten, dass wir ein paar Sachen bei ihnen lassen können, so dass wir nicht unseren ganzen Kram in den Bus stopfen müssen. Ich weiß nicht, ob sie das in dem Moment bereut haben, als wir mit den ganzen Kisten und Taschen vor ihrer Tür standen – gesagt haben sie jedenfalls nichts :-) Bevor wir Perth verlassen, wollen wir wenigstens noch einen der legendären Sonnenuntergänge am Strand gesehen haben und so packen wir ein Picknick ein und fahren Freitagabend an den Strand. Ich glaube, wir haben zwei Monate lang kaum eine Wolke am Himmel gesehen, aber genau an diesem Abend ist von der Sonne rein gar nichts zu sehen. Da müssen wir wohl gelegentlich noch einen zweiten Anlauf nehmen! Trotzdem haben wir einen netten Abend mit Sharron, Ken und den beiden Kids. Am Samstag ist dann Hasen-Shopping angesagt. Laila hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie unbedingt einen Stofftierhasen braucht und das 1 Meter große Modell aus dem Supermarkt steht zweifelsohne nicht zur Debatte. Bei ‚Good Sammies’ – meinem Lieblings-Secondhandladen – ergattern wir einen für unglaublich 50 Cent. Damit sind wir alle
hochzufrieden und dement- sprechend friedlich verläuft dann – trotz verstärkter Packaktivitäten - der Rest des Tages. Bevor wir uns dann am Sonntagmorgen von der Delhi Street No. 5
verabschieden, durchkämmt Laila noch gründlich das Appartement nach Oster- überraschungen und wird – oh Wunder – tatsächlich fündig. Der Osterhase hat gottseidank ein Einsehen gehabt und Lindt-Pralinen gebracht, die Laila zwar auch
nicht isst, wir aber dafür umso lieber ;-) Für sie gibt es dafür Bastel- und Malsachen. So sind alle zufrieden. Dann geht’s ab auf die Bahn in Richtung Wave Rock zum Surfen ;-) Der Wave Rock ist ein 15m hohe Steinformation, die – wie der Name ja schon sagt – aussieht wie eine riesige Welle. Zwischen unzähligen Asiaten versuchen wir einen ungestörten Moment abzupassen, um ein paar Fotos zu schießen – nicht so einfach, muss ich sagen. Schnell fahren wir noch vor den Asiaten zu dem zweiten Felsen, der aussieht wie das riesige Maul eines Nilpferdes, machen die nötigen Fotos und legen dann noch die letzten 250 km bis Raventhorpe zurück, wo wir übernachten. Der Campingplatz ist wohl das Abgefahrenste, was ich seit langem gesehen habe. Die Besitzerin sieht wie ein Drogi vom Hamburger
Hauptbahnhof, aber am besten sind die zahlreichen ‚Kunstobjekte’ aus Alltags- gegenständen. Besonders fällt dabei die ‚Barbie-Installation’ ins Auge. Zwischen den Kunstobjekten und der Campingküche ist dann
allerdings auch kein großer Unterschied zu erkennen. Der Gasherd stammt mindestens aus den 60er Jahren und das Siegel für ‚Geprüfte Sicherheit’ wäre ihm sicherlich bereits vor 40 Jahren nicht mehr verliehen worden. Aber wir sind ja auch nur zum Übernachten hier und nicht zum Kochduell.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen