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| Verlassenes Les Ricey |
Unser nächster Stopp ist Chatillon-sur-Seine. Eine kleine Stadt an der Seine (wie der Name ja bereits vermuten lässt) mit alten Häusern und den üblichen Kirchen. Wir suchen uns ein nettes Cafe, drehen eine schnelle Runde durch den Ort Und weiter geht’s Richtung Süden. Wir besichtigen ein ehemaliges Kloster, welches nun auch Raum für eine Kunstausstellung bietet.
| Kunst im Kloster |
Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben eine so düstere Ausstellung gesehen. Überall stehen dunkle, abgemagerte, finster blickende Bronzefiguren herum - eine erstklassige Kulisse für Albträume. Zur Aufheiterung nach diesem Erlebnis beschließen wir eine Runde Golf zu spielen und fahren nach Salives. Dort gibt es einen kleinen Golfplatz mit neun Löchern und 60 Mitgliedern. Da es zu spät wäre, um weiterzufahren übernachten wir gleich dort, trinken ein Gläschen Champagner auf Lailas Studienplatz und spielen im Sonnenaufgang gleich nochmal eine Runde Golf. Dann geht es weiter nach Dijon.
In Dijon begegnen wir seit langem mal wieder richtig vielen Menschen. Wir bummeln durch die Markthalle und kaufen einige Leckereien für abends, erkunden die Altstadt mit ihren Häusern und Restaurants und machen uns schließlich auf den Weg nach Beaune. Ich finde es fast etwas schade, dass wir Dijon schon wieder verlassen, hier hätte man auf jeden Fall noch etwas mehr Zeit verbringen können. Hätte ich das mal besser nicht gedacht und erst recht nicht an Freitag, dem 13.
Auf dem Weg nach Beaune suchen wir eine Tankstelle, die auch Adblue verkauft. An der ersten füllen wir nur den Dieseltank, Adblue gibt es dort nicht. An einer kleinen Tankstelle an einer Landstraße werden wir dann fündig. Seltsam ist, dass sich das Zeug gar nicht vernünftig einfüllen lässt. Stefan pumpt mühsam zwei Liter in den Tank. Mehr geht nicht rein. Wir kaufen noch einen 5 Liter Kanister und weiter geht’s. Dachten wir zumindest.
Nach 15 Metern verreckt auf der Ausfahrt der Tankstelle (eigentlich die Einfahrt) unser Motor mit der Meldung, dass sich Wasser im Dieselfilter befindet. Alle weiteren Startversuche scheitern und so langsam dämmert uns was passiert ist.
Statt in den dafür vorgesehenen Einfüllstutzen haben wir das Adblue in den Dieseltank gefüllt. Gebt das mal das bei Google ein!!! Man soll niemals den Motor starten, wenn das passiert ist! Nur ist es dafür nun leider definitiv zu spät und in dem Fall gibt eigentlich auch keine einzige positive Nachricht mehr, sondern immer nur den schlimmst möglichen Fall: Tank, Motor und alles dazwischen müssen ausgetauscht werden, weil Adblue so aggressiv ist, dass es in Rekordzeit alles zerfrisst.
Wir rufen den ADAC an, der verweist uns an den Fiatnotdienst und dann beginnt das Warten. Der Tankwart eskaliert zwischenzeitlich komplett, weil wir seine Zufahrt zur Hälfte versperren und würde uns vermutlich am liebsten verprügeln. Nach 4,5 Stunden und 6 Anrufen ist noch immer kein Abschleppwagen in Sicht und wir entschließen uns jetzt doch den ADAC in Anspruch zu nehmen.
| Das Warten hat ein Ende... |
Die brauchen tatsächlich nur 20 Minuten und schleppen uns zu einer Fiatwerkstatt, die Freitagabend um 23.00 Uhr natürlich schon lange geschlossen hat. Dann warten wir wieder erfolglos – diesmal auf das Taxi, welches uns zum Hotel bringen soll. Nach fast einer Stunde ergattern wir eins an der Straße, checken im Grand Hotel in Dijon ein, das Hotel zahlt nämlich die Neuwagenversicherung, und fallen nach einer Dusche völlig erschöpft ins Bett. Wenigstens ist bereits Samstag, der 14.! Vor Montag wird es keine Neuigkeiten zu dem Thema geben, aber uns dämmert schon, dass wir wohl für eine Weile im Hotel bleiben müssen.
Das Wochenende in Dijon ist dann trotzdem ein bisschen wie Urlaub. Wir bummeln durch die Stadt, gehen ins Museum, essen Crepes, trinken Wein und genießen das traumhafte Sommerwetter. Am Montag machen wir uns dann auf den Weg zur Werkstatt und man muss sagen, dass der Fiatservice – abgesehen vom Abschleppdienst – einen super Job macht. Sie sprechen mit der Werkstatt und übersetzen für uns, organisieren einen Mietwagen und sogar das Taxi dorthin. Gewissheit haben wir zumindest jetzt darüber, dass der Wagen nicht vor dem 27. August fertig wird, genaueres erfahren wir aber erst, wenn der ganze Schaden bekannt ist. Laila sammeln wir jetzt in Marseille mit dem Mietwagen ein und machen uns noch ein paar schöne Tage in Hotels, zu denen Fiat zum Glück auch noch einen Teil dazu zahlt.
Es hätte also alles noch schlimmer kommen können und wir machen jetzt einfach das Beste aus dem ganzen Schlamassel. Auf jeden Fall wird es nie langweilig!


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