Nun sind wir also tatsächlich unterwegs!
![]() |
| Bouillon |
Auf Grund der späten Abreise entfällt dann auch die geplante Übernachtung
in Aachen im Camper und wir landen stattdessen bei meinen Eltern im Gästebett,
da es für eine Weiterfahrt schon zu spät wäre. Ich habe meine Eltern Corona bedingt
seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen und möchte nicht nach einer Tasse Kaffee
gleich weiterfahren müssen. Die erste Lektion haben wir also an Tag 1 schon
gelernt: Planungen sind überbewertet, es kommt ja sowieso meistens ganz
anders.
![]() |
| Wanderung an der Semois |
Donnerstagmorgen erreichen wir zum Frühstück schließlich Aachen, unternehmen eine kurze Sightseeingtour, müssen feststellen, dass das
Gebäude, das wir während unseres Frühstücks freudig für den Dom gehalten haben,
nur das historische Rathaus ist J,
besichtigen den echten Dom und machen uns auf den Weg nach Belgien. Wir finden
einen hübschen Campingplatz an einem Fluss, trinken ein belgisches Bier (8,5 VOL%!!!),
werden dann aber leider in unserer bierseligen Stimmung übel von sintflutartigem Regen überrascht.
Wir brechen morgens sehr früh auf, denn wir sind zum
Frühstück mit meinen Bruder und seiner Familie in Bouillon (hat nichts mit der
bekannten Brühe zu tun) in den Ardennen verabredet. Ein hübscher Ort an der
Semois mit Burg und historischen Häusern. Offenbar ein beliebtes Ferienziel der
Belgier. Hier kommen nun erstmalig unsere neuen Wanderschuhe zum Einsatz.
Entlang der Semois wandern wir ein paar Stunden zu einem Kloster, über eine
Hängebrücke und auf der anderen Uferseite zurück. Das Wetter ist mäßig, es
regnet immer wieder, aber die Füße bleiben trocken und blasenfrei. Schuhtest schon mal bestanden!
Unser Campingplatz für die nächsten 3 Nächte liegt auf einer kleinen Insel in der Semois. Sehr idyllisch, leider auf Grund des ständigen Regens aber auch sehr schlammig. Wir sind froh, dass wir nicht wie 90% der Belgier hier, in einem nassen Zelt übernachten müssen, sondern gechillt in unserem trockenen Campervan Zuflucht suchen und die 4. Staffel ‚Lost‘ schauen können.
| Blick aus dem Camper |
Damit wir wenigstens ein paar touristische Highlights von
Bouillon abhaken können, nehmen wir uns am Sonntag die Burg und eine Art Museum
vor. Die Burg ist durchaus sehenswert, das Museum und die in die Jahre
gekommenen Animationen etwas eher weniger.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf nach Frankreich.
Erster Stopp ist eine Tankstelle, denn eine Warnleuchte teilt uns mit, dass unser
Dieselmotor dringend Adblue benötigt, einen Zusatzstoff zur Verbesserung der
Abgaswerte – eine neue Erfahrung für Neu-Diesel Besitzer. Der zweite Stopp ist
Chalons-en Champagne. Ich habe irgendwo gelesen, dass das inmitten von
Weinbergen liegt und die Hauptstadt der Champagne sein soll. Wir sehen keine
einzige Weinrebe weit und breit und auch der Ort ist nicht besonders
spektakulär. Vielleicht habe ich da irgendwas verwechselt. Wir suchen uns ein
neues Ziel am Lac d' Orient, einem großen See in einem Naturschutzgebiet. Dort gibt es einen Golfplatz und einen ruhigen,
kleinen Campingplatz für die Nacht.
| Fachwerkhäuser in Troyes |
Nach der Schlammschlacht in Belgien hat sich das Wetter im übrigen extrem gebessert und die Temperaturen nähern sich bereits der 30°C Marke. Ich befürchte, uns stehen in der nächsten Zeit heiße Nächte in unserem Camper bevor.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen