Montag, 30. August 2021

Berge, Seen und Weingüter

Aufkleber ist dran
Wie schnell doch die Zeit vergehen kann, auch wenn man eigentlich nicht viel unternimmt. Wir bleiben drei Tage an ‚unserem‘ Bergsee. Wir gehen schwimmen, angeln, paddeln, lesen, trödeln so vor uns hin. Immerhin schaffen wir es den Aufkleber am Campervan anzubringen. Am Dienstag sind unsere Vorräte aufgebraucht und wir brechen auf in Richtung Italien. Good bye Frankreich! 
Wir haben noch kein konkretes Ziel und orientieren uns grob in Richtung Turin und dem Piemont Der erste Versuch bei einem Weingut zu übernachten scheitert leider kläglich, da schon alle Stellplätze vergeben sind. Aber auch dieses Mal stellt es sich als Glücksfall heraus. Wir fahren zu einem anderen Weingut hoch oben in den Weinbergen und ergattern dort sowohl einen von 6 Plätzen als auch für den Abend einen Tisch für ein 6-Gänge Menü inklusive Weinverkostung. Der Ausblick von dort oben ist sensationell, das Essen ist super lecker und der Wein ebenfalls. Besser hätten wir es gar nicht treffen können. Als Krönung gibt es am nächsten Morgen noch ein Frühstück obendrauf, der Stellplatz ist sogar noch kostenlos. 
Strand auf italienisch


Die Weiterfahrt in Richtung Savona gestaltet sich als sehr kurvige Angelegenheit und die Fahrweise der Italiener und unser verkorkstes Navi tragen noch ihr übriges dazu bei. Aber die Anstrengung lohnt sich, denn das erste Mal seit unsere Abreise sehe ich das Meer – auch wenn das gar nicht so einfach ist, da der Strand zugepflastert ist mit Liegen, Sonnenschirmen und Restaurants. 
Savona ist eine hübsche Stadt mit einem alten Fort und einer netten Altstadt, aber wir wollen weiter und machen uns nach einem erstklassigen Eis wieder auf den Weg in Richtung Genua. Ich habe gelesen, dass Genua oftmals unterschätzt und durchaus sehenswert sein soll. Nur gibt es dort erstaunlich wenige Campingmöglichkeiten und so ergattern wir für die erste Nacht gerade noch einen leicht schiefen Parkstreifen ohne Stromanschluss auf einem kleinen Campingplatz in den Bergen über Genua. Doch das war es auf jeden Fall wert. 

Hafen von Genua
Am Morgen fahren wir ein paar Stationen mit der Bahn ins Zentrum von Genua und erkunden zu Fuß die Sehenswürdigkeiten. Genua hat unglaublich viele tolle alte und historische Gebäude, die sich aneinander reihen. Leider kann man das als Amateur mit seiner Handykamera gar nicht in Bildern festhalten. Das Aquarium in Genua ist das zweitgrößte in Europa, so dass wir nicht umhin kommen dort zu stoppen. Normalerweise bin ich nicht der größte Fan von Aquarien, doch ich muss zugeben, dass es wirklich gut gemacht ist und zum Abschluss unseres Besuchs legen drei Delfine eine sehenswerte Schwimmkür für uns hin. Wir bummeln am Hafen entlang und nehmen ein Boot zurück in Richtung Campingplatz – eine wirklich lohnenswerte Tour durch den Industriehafen und vorbei am Flughafen von Genua. Weniger empfehlenswert dagegen ist unser abschließendes Essen in einem Restaurant am Meer mit unfassbar schlechten, unmotivierten Bedienungen und einer inkompetenten Djane. 
Regen in der Toskana

Freitagmorgen brechen wir auf in Richtung Lucca. Dort waren wir vor ein paar Jahren schon mal und es hat uns damals sehr gut gefallen. Wir bummeln ein bisschen durch die alten Gassen innerhalb der Stadtmauer und setzen unsere Eis-Testserie fort. Es ist tatsächlich noch eine Steigerung zum Vortag . Dann geht es weiter zu einem Weingut, das kostenlose Stellplätze anbietet, wenn man dort im Restaurant einkehrt. Wir sind überrascht wie viele Tische es dort draußen gibt und die sind tatsächlich abends alle belegt. Freitagabend Italian Style! Es wird gegessen, getrunken, gefeiert. Großartiges Essen, riesige Portionen und leckerer Wein. Eigentlich kaum noch zu toppen! Einzig die Schräglage unseres Campers beim Schlafen und der Regen am nächsten Morgen trüben ein klein wenig die Stimmung bei der Abfahrt. 
'Unser' toskanisches Landgut 

Nach einem kurzen Stopp in Pistoia fahren wir weiter zu dem toskanischen Landgut, bei dem wir regelmäßig Wein und Olivenöl bestellen. Dort gibt es einige Stellplätze und ein kleines Restaurant mit kleinen bewachsenen Lauben und einem Shop, in dem man Wein und anderes kaufen kann. Idylle pur und dazu auch wieder ein gerader Stellplatz. Leider sind die meisten Sorten der Rotweine im Moment ausverkauft, so dass wir nur einige wenige überhaupt probieren können – Corona hat in diesem Jahr offenbar ordentlich das Geschäft angekurbelt. Egal, wir haben sowieso kaum Platz im Bus mehr und ein paar Fläschchen kaufen wir natürlich trotzdem bevor es dann am nächsten Morgen weitergehen soll in Richtung Süden. Wir brauchen so langsam mal wieder einen Campingplatz, um Wasser und Strom aufzufüllen und endlich mal wieder zu duschen.

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