Montag, 13. September 2021

Endlich Sizilien!

Gewitter im Paradies
Wir bleiben 3 Nächte in der kleinen Bucht südlich von Tropea und leben so in den Tag hinein. Mein Geburtstag am Montag endet mit einem riesigen Gewittersturm, der alle weiteren Aktivitäten unmöglich macht und uns in der grellerleuchteten Campingplatzbar festhält. Also beleuchtungstechnisch sind die Italiener wirklich das Gegenteil von Romantikern. Wer hier ein romantisches Candlelight Dinner abhalten will, ist im falschen Land oder mindestens in der falschen Region Italiens.

'Golfplatz' in Süditalien

Am Dienstag ist dann Stefans großer Tag, an dem zum ersten Mal eine 5 beim Alter vorne steht. Zusammen mit Laila schenkt er sich einen Tauchtrip und auch wenn es keine großen Fische zu sehen gibt, findet sich in dem tollen, glasklaren Wasser doch einiges an Meeresbewohnern. Im ebenfalls grellerleuchteten Restaurant des benachbarten Resorts lassen wir den Tag ausklingen und damit endet unsere Zeit in dieser Bucht.

Fähre nach Sizilien

Nachdem am Morgen der Regen aufgehört hat, kämpfen wir uns die steile, enge Straße wieder hoch und setzen die Reise Richtung Süden fort. Ich checke nochmal online die Lage für Fährtickets nach Sizilien und bin überrascht, dass mir in den nächsten 2 Tagen überhaupt keine mehr angeboten werden. Da unser Versuch mal wieder Golf zu spielen sowieso schon am Vorhandensein bzw. dem Zustand der regionalen Golfplätze gescheitert ist, starten wir durch nach San Giovanni, um dort direkt die Lage vor Ort zu checken. Das endet damit, dass wir ruckizucki auf der nächsten Fähre landen und nicht mal eine Stunde später in Messina wieder von Bord rollen. Darauf waren wir überhaupt noch nicht vorbereitet und picken wahllos einen Ort auf unserer analogen ADAC Italienkarte, den wir ansteuern. Der stellt sich in der Realität als extrem unattraktiv heraus und so wähle ich einfach den nächsten Ort am Meer, dessen Name Capo Calavo irgendwie gut klingt und der über einen Campingplatz verfügt. Um es schon mal vorwegzunehmen: das war keine gute Idee. Wir sind
Strand am Campingplatz

schon verwundert, warum die Zeit auf dem Navi sich ständig verlängert und schwenken irgendwann um auf Google Maps. Als die Straße dann aber immer steiler und enger wird und wir mittlerweile fast auf 900 m Höhe angekommen sind, kommen langsam Zweifel auf, dass der gewählte Ort sich tatsächlich an der Küste befindet. Lange Rede, kurzer Sinn: offenbar liegt Capo Calavo mitten in den Bergen und die Straße endet dort! Das sah auf der Karte komplett anders aus, die Stimmung könnte man durchaus als angespannt beschreiben und ich setze mich angefressen nach hinten. Uns bleibt sowieso nichts anderes übrig als uns wieder nach unten vorzuarbeiten. Was soll ich sagen, die Straße, die Laila und Stefan dafür aussuchen ist noch eine Steigerung, mit superengen, steilen Kurven und Schotterpiste. Unten angekommen brauchen wir dringend eine Pause. Wir steuern einen Strand an und ich kann es kaum glauben, wie dieser Ort heißt: Capo Calavo. Offenbar gibt es hier ganz oft zu einem Bergdorf auch einen gleichnamigen Küstenort… Danke Google Maps!!! Wir finden sogar den Campingplatz, der augenscheinlich seit Jahren nicht mehr geöffnet hat und quartieren uns stattdessen dann zwei Orte weiter in Gioiosa ein, mit Blick aufs Meer und eigenem Strand.

Cefalu

Zwei Tage später geht es schließlich weiter nach Cefalu, ein beliebter Ferienort auf Sizilien mit einer Kathedrale und einer schönen Altstadt. Im September ist zum Glück die Hauptsaison vorbei, so dass wir ganz entspannt durch die kleinen Straßen bummeln und uns dann ein paar Kilometer weiter auf einem tollen Campingplatz niederlassen können. Für mich der bisher beste Platz auf unserer Tour – terrassenförmig angelegt, direkt am Meer und unglaublich gepflegt. 5 Sterne!!! Nur das Wetter lässt zu wünschen übrig. Es gewittert und regnet und erst gegen Nachmittag kommt die Sonne zurück.

5 Sterne!

Am Sonntagmorgen brechen wir auf nach Palermo. Der Stellplatz liegt in Laufentfernung zum Zentrum und hat außer Strom und Klo nicht allzu viel zu bieten. Ich habe gelesen, dass Palermo durchaus sehenswert ist und das kann ich nur bestätigen. Es gibt viele Ecken, die total heruntergekommen sind. Der Müll stapelt sich in den Straßen, die Häuser zerfallen und Unkraut überwuchert Gebäude und Innenhöfe. Andere Ecken wiederum sind saniert und gepflegt, es gibt viele historische Stätten, eine beeindruckende Kathedrale und ein boomendes Nachtleben. Vielleicht machen gerade diese Gegensätze den Reiz der Stadt aus. Mir hat es gefallen, auch wenn ich mir nicht vorstellen könnte dort für längere Zeit zu bleiben.

Kathedrale in Palermo


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