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| Altstadt von Bolsena |
Unsere Reise in Richtung Süden bringt uns an den Bolsenasee.
Ehrlichgesagt habe ich davon vorher noch nie was gehört, aber alles was man
darüber liest hört sich toll an – klares Wasser, keine großen Hotels, eher ein
Geheimtipp… Da es Sonntag ist als wir dort ankommen, ist es leider nicht ganz
so geheim wie erwartet – eine riesige Reisegruppe von Indern und viele italienische
Tagestouristen bevölkern die Strände und die Promenade. Der Rest stimmt
allerdings. Das Wasser ist traumhaft klar und der See super schön, auf dem Berg
über dem See liegt die Altstadt von Bolsena umgeben von einer Stadtmauer. Am
Montag sind dann auch die ganzen Menschen weg und wir entschließen uns noch
eine Nacht länger zu bleiben und die entspannte Atmosphäre am, im und um den
See herum zu genießen. Wir gehen schwimmen, erklimmen die Altstadt und chillen.
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| Unser Platz bei 'Giuliana' |
Dann geht es weiter nach Pompei. An Rom und Neapel rauschen
wir entspannt vorbei und beziehen unseren Stellplatz bei Giuliana mit Blick auf
den Vesuv. Giuliana ist eigentlich Russin und heißt mit Sicherheit nicht
Giuliana, denn es ist nicht so wahrscheinlich, dass die Straße Via Giuliana, an
der der Campingplatz liegt, nach ihr benannt wurde und für einen Zufall halte
ich diese Namensgleichheit auch nicht. Davon abgesehen hat Giuliana aber ein
paar gute Tipps – so auch, dass man auf gar keinen Fall die Amalfiküste mit dem
Campervan erkunden kann.
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| Ausgrabungen Pompei |
Als erstes wollen wir aber die Altstadt von Pompei besichtigen
und haben für Donnerstagmorgen eine Tour gebucht. Alfredo, unser italienischer
Guide, spricht akzentfreies Deutsch, obwohl er nie in Deutschland gelebt hat,
und ist wirklich jeden Euro wert. Die Ausgrabungen sind an sich schon viel
beeindruckender und größer als ich es erwartet hatte, aber viele Dinge hätte
man ohne Führung gar nicht verstanden oder erfahren. Es ist unglaublich, was
die Römer damals schon alles hatten und konnten – es gab Badehäuser, Saunen,
Wasserrohre, Restaurants und Bars und vieles mehr. Und das, während wir noch in
Höhlen im Wald gehaust haben.
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| Amphitheater |
Nach einer Pause von all den Eindrücken und der Hitze fahren
Stefan und ich mit dem Zug nach Torre Annunziato. Dort gibt es die Villa
Oplontis – auch eine Ausgrabung, welche zum Weltkulturerbe gekürt wurde. Leider
ist es nur auch immer entscheidend, an der richtigen Station auszusteigen. Wir
steigen dummerweise zu früh aus und landen in der übelsten Hafengegend der
Stadt – zum Glück ist es noch nicht dunkel. Die Villa scheint kein
touristisches Highlight zu sein – wir sind so ziemlich die einzigen dort –
obwohl sie unglaublich gut erhalten und sehenswert ist. So hat sich die Tour am
Ende doch gelohnt. Dann setzen wir uns in ein Cafe, trinken Aperol und
beobachten das Verkehrschaos in Pompei. Autos, Mopeds, Busse, Lieferwagen – jedes zweite Fahrzeug von vorne bis hinten verschrammt und verbeult, es wird nie langweilig.
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| Einsame Bucht Amalfiküste |
Freitag steht eine Tour entlang der Amalfiküste auf dem
Plan. Mit einem Mietwagen statt Campervan – so die Idee. Eigentlich sollte die
gute Giuliana das organisieren, aber aus welchem Grund auch immer endet es
damit, dass sie uns für einen Vorzugspreis ihren russisch getunten Fiat mit
polnischen Kennzeichen überlässt. Nicht ganz das was wir wollten. Wir hätten
lieber das Rundum-Sorglospaket gebucht, nachdem wir ja gerade ausgiebig die
süditalienische Fahrweise studiert haben. Aber es lässt sich jetzt auch nicht
mehr kurzfristig ändern und somit geht es los. Die erste Herausforderung ist
schon der Weg raus aus Pompei. Die Straßen werden immer kleiner und schlechter
und bevor wir überhaupt Pompei verlassen haben, sind wir mit den Nerven schon
am Ende. Stefan macht an dem Tag seinen ‚italienischen Führerschein‘ mit hupenden
Autos, überholenden Mopeds, entgegenkommenden Bussen… nichts für schwache
Nerven. Aber die Aussicht ist toll - sofern man sie genießen kann - und der
Abstecher in eine einsame Bucht, mit glasklarem türkisenem Wasser entschädigt
für einiges.
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| Charme von Gestern |
Dann reicht es uns mit Pompei und wir streichen Neapel und
den Vesuv vom Programm und fahren weiter in Richtung Süden. Auch das Wetter
meint es auch heute nicht so gut mit uns. Es beginnt zu regnen, so dass wir
einfach immer weiter fahren bis wir letztlich auf einem Campingplatz landen,
der direkt an der Bahnlinie liegt und seinen Zenit schon seit 40 Jahren
überschritten hat. Die alte Leuchtschrift am Eingang und die uralten
Spielautomaten zeugen noch davon. Irgendwie passt das aber auch zum Rest des
Ortes – ich habe mir nicht mal den Namen gemerkt, der vermutlich irgendwann mal
bessere Zeiten gesehen hat.
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| Hang Loose Beach |
Nach einer unruhigen Nacht brechen auf nach Pizzo. Bekannt offenbar
durch das dort erfundene Tartufo-Eis. Das ist wohl der Grund, warum sich am Piazza
von Pizzo mindestens 10 - 15 Eisdielen mit der Spezialität Tartufo-Eis befinden. Sehr viel mehr
hat der Ort dann eigentlich auch schon nicht mehr zu bieten, aber unser Tartufo-Eis
ist wirklich sehr, sehr lecker. Mit vollem Magen geht es weiter in Richtung
Tropea. Der Campingplatz, den wir ausgesucht haben, liegt ein wenig südlich
davon und es wäre im Nachhinein ratsam gewesen, die Google Bewertungen auch bis
zum Ende zu lesen. Wir folgen voller Vertrauen unserem Navi bis ich auf einem
Schild den Hinweis lese ‚No camper‘. Die Straße wird steiler, schmaler und
einspurig, was uns zu der Fehlentscheidung verleitet an einem Parkplatz wenden
zu wollen. Die Bäume sind viel zu niedrig, so dass wir mit dem Dach unter den
Ästen entlang schraddeln, dann setzen wir mit dem Auspuff auf und zu guter
Letzt bleiben wir seitlich an einem Tor hängen. Tolle Aktion, zum Glück ohne
nachhaltig sichtbare Blessuren! Wir lesen dann auch mal die Google Bewertungen
zu Ende und siehe da, da steht genau beschrieben, dass es steil, schmal und
einspurig und nichts für schwache Nerven ist. Der Hinweis 'No camper' bezog sich offenbar auf die Parkplätze :-( Wir beschließen, dass jetzt zu Ende
zu bringen und stehen nach ein paar engen Serpentinen endlich vor der Schranke
des Campingplatzes und ein paar Minuten später auf einem Platz mit Meerblick in
einer tollen kleinen Bucht mit klarem, türkisfarbenem Wasser und dem
Stromboli-Vulkan am Horizont. Stefan braucht als erstes ein kaltes Bier und ich
würde sagen, das war heute die Ausbaustufe des italienischen Führerscheins. Hier
bleiben wir jetzt ein paar Tage, feiern unsere Geburtstage und bewegen den
Camper erst wieder zur Weiterfahrt in Richtung Messina.
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Sonnenuntergang am Stromboli
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