Sonntag, 16. Januar 2022

Buenos dias Argentina!

Wir sind also tatsächlich angekommen! In Argentinien! In Cafayate! Auch wenn es diesmal so schien als wollte Omikron uns noch auf den letzten Metern die Reise verderben.

Felsformation Castellos in der Quebrada

Eigentlich haben wir unsererseits alles getan, was man so tun kann. Maske tragen, Abstand halten, Boostern, keine größeren Veranstaltungen und für eine Weile sah ja auch alles ganz entspannt aus. Bereits Anfang November hatte Argentinien die Grenzen auch für ausländische Touristen geöffnet und wir waren guter Dinge. Und dann kam Omikron! Und plötzlich waren es nicht mehr nur  Bekannte von Bekannten, die erkrankten, sondern auch immer mehr Menschen aus unserem direkten Bekanntenkreis. Sieben Tage vor unserer Abreise haben wir uns dann mehr oder weniger panisch in freiwillige Quarantäne begeben. Nicht weil wir grundsätzlich Angst vor Omikron haben – irgendwann bekommen wir das vermutlich sowieso alle mal – sondern weil wir zwingend einen negativen PCR Test benötigten, um nach Argentinien zu reisen.

Salta: 1,70€ für 1l Bier!

Die erste Entspannung stellte sich Sonntagnacht mit dem negativen Testergebnis ein und die zweite, nachdem wir am Montagabend erfolgreich für unseren Flug nach Argentinien eingecheckt und bei einem Glas Sekt in der Lounge saßen. Sogar die Abreise zum Flughafen verlief ungewöhnlich entspannt. Ohne sinnlose Aktionen wie Lastminute-Autowaschen oder Fitnesscenterbesuche etc. kann man tatsächlich auch mal rechtzeitig fertig sein.

250.000 Pesos in kleinen Scheinen
Die letzte Hürde, die noch blieb, war die Einreise nach Argentinien. Bei der Erfüllung der Vorgaben bezüglich der für Argentinien notwenigen Versicherungen hatten wir noch eine offene Flanke hinsichtlich der Abdeckung von Quarantänemaßnahmen für uns und dritte Personen. Sowas kann man in Deutschland gar nicht versichern. Wie so oft im Leben hätten wir uns die Sorgen komplett sparen können, denn in der Praxis hat das bei der Einreise letztlich überhaupt keinen interessiert. Wir sind ganz problemlos durch die Immigration gerutscht und haben uns für unseren Weiterflug nach Salta von einem Taxifahrer mit Formel 1 Ambitionen zum Domestic Airport kutschieren lassen. 
Unser 'Häuschen'
Nachdem an den europäischen Flughäfen so gut wie gar nichts los war und auf einen Passagier ca. 3 Securityleute kamen, werden wir in Buenos Aires von Menschenmassen überrascht, die sich an den  Flughäfen tummeln. In Argentinien ist Sommer und Ferienzeit und wären nicht die Gesichtsmasken, könnte man denken Corona hat es nie gegeben. Abstandhalten ist hier mehr Theorie als gängige Praxis.


Andere Dimensionen hier

Getoppt wird unsere Taxierfahrung aus Buenos Aires als wir in Salta ankommen. Ich habe vermutlich selten in einer klapprigeren Kiste gesessen, was den Fahrer aber nicht davon abzuhalten scheint, uns mit Höchstgeschwindigkeit und unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln zu unserem Hotel zu bringen. Nach überstandenem Höllenritt und halb legalem Geldwechseln, kann der Urlaub beginnen und kostet dank des Wechselkurses von nun an nur noch einen Bruchteil dessen, was man in Deutschland bezahlen würde. Unser erstes Bier auf dem Plaza von Salta kostet 1,70 € pro Liter und unser abendliches Menü inklusive einer Flasche Wein 25 € für uns beide zusammen. Leider führt die hier herrschende Inflation aber auch zu absurden Situationen. Im Supermarkt müssen wir unseren Einkauf nach jeweils 10.000 Pesos (ca. 45 €) bezahlen, bevor weiter kassiert werden darf. Die Tatsache, dass unser Hinterzimmer-Geldwechsler uns nur mit 100 und 200 Pesoscheinen versorgen konnte, macht das Ganze nicht unbedingt leichter, wie man sich vielleicht vorstellen kann.
La Estancia de Cafayate

Am nächsten Morgen treten wir im Mietwagen die letzte Etappe nach Cafayate an. Der letzte Teil der 3,5 Stunden langen Fahrt führt durch teils spektakuläre Gebirgsformationen bekannt als die Quebrada. Die Formen bilden eine wahnsinnige Kulisse, deren Farben sich abhängig vom Licht immer wieder ändern.

Und dann sind wir da! Im kleinen, im Norden Argentiniens auf 1700 m Höhe gelegenen Ort Cafayate.

Unser Zuhause für die nächsten 2,5 Monate liegt auf der Estancia - einem großen Weingut mit Fitnesscenter, Pool, Squash- und Tenniscourts und Golfplatz. Nach unserer letzten Reise in unserem Campervan, in dem man alles erreichen konnte ohne sich bewegen zu müssen, ist unser Haus hier das Gegenmodell. Die Räume sind so überdimensioniert, dass man egal wofür, immer einen längeren Weg zurücklegen muss. Daran muss man sich wohl auch erstmal gewöhnen!

Ich weiß nicht, ob es am Bergklima oder der Atmosphäre hier liegt, aber seit wir in Cafayate  angekommen sind, bin ich so dermaßen tiefenentspannt wie seit langer, langer Zeit nicht mehr. Wir gehen ins Fitnesscenter, Essen im Ort von Cafayate, Grillen bei Freunden und genießen ansonsten die tolle Landschaft und das warme Wetter. Lediglich die Tennisplätze hätte ich mir anders erhofft, denn die rissigen Betonplätze werde ich meinen Beinen nicht zumuten.

Private Gym :-)
Freitagmittag besuchen wir ein Restaurant auf einem Weingut und erhalten im Anschluss spontan eine private Führung durch die Produktions- und Lagerhallen und den Weinkeller. Hier ist alles so herrlich unkompliziert und nebenbei lernt man mal eben eine Menge über den Weinanbau!

Aufgrund der Ferienzeit und sicherlich auch der Coronasituation ist im abgelegenen Cafayate momentan deutlich mehr los als wir es bisher hier erlebt haben. Auf dem Plaza im Zentrum tobt südamerikanischer Trubel. Es wird mit Kind und Kegel gegessen, getrunken, gefeiert, geshoppt, aber alles auf eine sehr angenehme Art.

Die erste Golfrunde
Sehr angenehm ist auch meine erste Golfrunde am Sonntag. Das erste Mal seit vielen Jahren spiele ich tatsächlich mal wieder alle 18 Loch und das gar nicht mal so schlecht. Nur die 31 Grad Hitze bringen uns auf den letzten Löchern an unser Limit, so dass ich jetzt ermattet im klimatisierten Wohnzimmer liege und die Zeit dazu nutze diesen Beitrag fertigzustellen. Und morgen fühlen sich meine Beine dann bestimmt schon wieder viel besser an :-)

1 Kommentar:

Monika hat gesagt…

Danke, dass ihr uns teilhaben lasst. Wir wünschen euch eine tolle Zeit.