Fast vier Wochen sind wir nun schon in Cafayate und es
stellt sich mittlerweile so etwas wie Alltag ein. Es fühlt sich anders an,
nicht mehr so als wären wir hier nur zu Gast oder im Urlaub. Es gibt ein paar
Routinen wie unsere Spanischstunden oder Golfrunden, wir kennen mittlerweile
die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten im Ort für Lebensmittel und Co. und es
fühlt sich alles viel vertrauter an. Halt mehr wie ein Zuhause.
 |
| Viele Wolken... |
Ab und zu schreibe ich etwas für Mount Natural und auch das
ist super. Ich kann arbeiten, wann immer es mir am Tag am besten passt – morgens,
mittags, abends… Und ich muss dabei auch mal meinen Grips anstrengen, um für
mich neue Themen zu recherchieren, zu verstehen und verständlich und interessant
aufzubereiten. Das trägt sicherlich auch viel zu meinem gesamten Wohlbefinden
bei.
Positiver Nebeneffekt unseres Lebens hier ist zudem, dass
ich von den 5 kg italienischem Pizza- und deutschem Winterspeck mindestens 3 kg
schon wieder los bin – und das ohne zu hungern. Mit mehr Bewegung und ohne abendliche
Chips vorm Fernseher hat das ganz easy geklappt. Man darf nur nicht den mehrheitlich
sehr kalorienhaltigen Sünden im Supermarkt verfallen ;-)
 |
| Viel zu bunt und zuckerhaltig! |
Letzte Woche haben wir einen kleinen Ausflug in das 20 km
entfernte, kleine Örtchen San Carlos unternommen. Für sagenhafte 22€ (0,40
Cent/ pro Liter) haben wir zuvor unseren Mietwagen vollgetankt. Da mag man gar
nicht an die aktuellen Benzinpreise in Deutschland denken.
Für ein kleines Gefühl von Abenteuer hat dann die Fahrt über die Ruta Nacional 40, der mit 5301 km längsten Nationalstraße Argentiniens, gesorgt. Denn ohne 4WD ist es für uns deutsche Gringos zumindest ein bisschen
Nervenkitzel die Flüsse zu durchqueren, die momentan die Straße an mehreren
Stellen überfluten und zwar ohne darin stecken zu bleiben oder Wasser in den
Auspuff zu bekommen.
 |
| Überflutete Straßen |
San Carlos selber hat das typische Flair der Orte hier: Ein
großer Plaza mit der obligatorischen Kirche, ein paar Restaurants und anlässlich
eines Festivals mit vielen Marktstände mit Schmuck, Gewürzen und Töpferarbeiten
und einem überfüllten Campingplatz. Nach 30 Minuten hat man eigentlich alles
gesehen.
 |
| Ruta Nacional 40 |
Spaß macht dafür auch hier das Essen gehen. Die Preise sind
so unglaublich niedrig, wenn man Bargeld mit der sogenannten Bluerate tauscht,
dass man kaum Geld ausgeben kann. Bei einer 8€ bis 25€ Rechnung im Restaurant
inklusive der Getränke fällt es schon schwer sich überhaupt zum Kochen zu motivieren.
Einziger Grund ist, gelegentlich auch mal etwas Vegetarisches essen zu wollen.
Denn dafür ist die argentinische Küche leider nicht gerade bekannt. Mein
Fleischkonsum ist dadurch momentan deutlich zu hoch.
Auch deutlich zu hoch war unser Alkoholkonsum am
Freitagabend. Aus dem Aperol bei Sonnenuntergang in Erinnerung an unsere Italienreise wurde noch die ein oder andere Flasche Weißwein. Das sollten wir besser
nicht zu häufig wiederholen, auch wenn es ein lustiger Abend war. Einziger
Vorteil: die grölende argentinische Partytruppe vier Häuser weiter hat uns
irgendwann auch nicht mehr stören können.
So, zum Schluss noch eine letzte Anekdote zum Thema Preise
in Argentinien. Ich habe heute unseren komplett verdreckten Mietwagen reinigen
lassen. Er glänzt wie neu, mit frisch geschwärzten Reifen, Fußmatten und Armaturenbrett, eine Stunde
Arbeit, alles in Handarbeit und das Ganze für unschlagbare 3€.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen