Samstag, 14. Februar 2009

Christchurch - Hokitika - Westport - Karamea

10. Februar 2009

Der angekündigte Regen bleibt aus, aber es ist richtig kalt geworden. Erstmal Schluss mit Flipflops und Trägershirt. Wir brechen auf nach Christchurch. Das ist ja nur eine kurze Fahrt. Wir nehmen das erstbeste Motel, das der Lonely Planet empfiehlt und bekommen gerade noch das letzte Zimmer. Wir bleiben ja sowieso nur eine Nacht. Nach einem 10 $ Lunch beim Thailänder erkunden wir die Stadt. Als erstes begegnen wir Basketball-Man, der auf dem Cathedral Square eine riesen Show abzieht und am Ende auf dem Bauch über 10 Basketbälle rollt. Dann besichtigen wir die Christ Church, bevor wir dann in den Shopping-Modus schalten. Laila bekommt eine Fleeceweste und Stefan eine neue externe Festplatte, denn so langsam stößt unser Notebook an seine Grenzen. Für mich fällt leider nix ab. Dann sind wir platt und unsere Energie reicht gerade noch für Takeaway vom Inder und Dr. House.


11. Februar 2009

Über Nacht hat es dann doch noch geregnet und es ist noch kälter geworden, aber wir haben heute sowieso eine sehr lange Fahrt vor uns. Wir wollen über den Arthur Pass an die Westküste. Der erste Teil ist ziemlich unspektakulär – man fährt nur über plattes Land (fast wie zu Hause ;-)) – aber als es dann in die Berge geht, gibt es tolle Kulissen – sogar mit schneebedeckten Gipfeln. Bei uns stellt sich ein Skiurlaubsfeeling ein, das sich bei der Pizza auf einer Art Hütte auf dem Arthur Pass noch verstärkt. Lediglich die Keas (eine Art Papagei), die draußen die Reste von den Tellern fressen, wollen da nicht so recht ins Bild passen. Dann geht’s recht steil bergab bis zur Küste. Wir fahren bis Hokitika, sind dann aber etwas frustriert, weil die Motels entweder ausgebucht oder schäbig sind und entscheiden uns dann für den Birdsong Backpacker, in dem Stefan schon mal war. Der ist ausgesprochen nett, bunt und super ausgestattet und hält noch eine Überraschung bereit. Der Manager und seine Familie sind Freunde von Lailas Spielkameraden aus Nelson, wie sich durch Zufall rausstellt. Neuseeland ist doch ein Dorf! Wir verbringen dort einen gemütlichen Abend mit Kochen, Mensch-ärgere-Dich-nicht und einer Flasche Rotwein. Laila und ich schlafen dann irgendwann, während Stefan noch die halbe Nacht arbeitet.


12. Februar 2009

Es schüttet wie aus Eimern. Die Einheimischen sind wahrscheinlich froh, denn der Regen war dringend nötig, für uns ist es blöd. Wir können nicht mal länger in unserem Backpacker bleiben, denn der ist wegen des Coast-to-Coast Rennens (240 km Laufen, Kanu- und Radfahren – das können sich auch nur Neuseeländer ausdenken!) ausgebucht – und nicht nur der, wie wir noch feststellen werden. Erstmal steuern wir also Ross an, eine alte Goldgräberstadt. Dort gibt es ein kleines Museum, ein paar historische Gebäude und sogar eine aktive Goldmine, die man aber nicht besichtigen kann. Es gibt allerdings noch immer Leute, die bei der alten Mine ihr Glück mit Goldwaschen versuchen. Leider ziemlich aussichtslos! Dann fahren wir zurück und weiter nach Greymouth, die größte Stadt an der Westküste und die vollste. Denn auch hier sind alle Unterkünfte ausgebucht. Na gut, dann fahren wir halt weiter. So unbedingt wollten wir hier sowieso nicht bleiben. Nur leider finden wir auch in Punakaiki das selbe Bild vor – NO VACANCY! In einem Backpacker hätten wir noch eine Art Holzzelt mit Kerzen, in einem anderen einen Gipsy-Van bekommen können. Bei dem Wetter hatte ich mehr an eine gemütliche Hütte mit Kamin und Sauna gedacht. Da wir nicht wissen, wie weit wir für eine Bleibe noch fahren müssen, handeln wir lieber jetzt schon mal die Pancake Rocks und Blow Holes ab. Der Regen hört auch gerade rechtzeitig auf und die Sonne kommt sogar durch, so dass man den Blick sogar genießen kann. Dann geht es weiter nach Norden Richtung Westport. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass auch auf der gesamten Strecke alle Unterkünfte ausgebucht sind und Westport empfängt uns mit leuchtenden NO VACANCY Schildern. Das Ende vom Lied ist, dass wir unser Zelt aufbauen. Denn neben dem erwähnten Coast-to-Coast Rennen ist in Westport auch noch der Buller Gorge Marathon. Zur Krönung des Tages kriegen wir im Dirty Marys auch noch die schlechtesten Nudeln der Welt – und dabei ist doch erst morgen Freitag, der 13.


13. Februar 2009

Schon die ganze Nacht habe ich ein leises Rascheln an unserem Zelt gehört, aber ich dachte, Laila kratzt mit dem Schlafsack an der Zeltwand entlang. Sie ist dann auch diejenige, die die Spinne entdeckt (gottseidank zwischen Innen-und Aussenzelt). Ich halte es erstmal für eine Übertreibung, bis ich dann die Beine der Spinne sehe. Das ist ganz klar Männersache, da muss Stefan ran. Das Vieh entpuppt sich als riesengroß und ausgesprochen kampfeslustig (siehe Foto) – von wegen Weglaufen. In unserer Broschüre über Giftspinnen entdecken wir ein sehr ähnliches Model. Brrrrhhhh! Ich dachte in Neuseeland gibt es solche Krabbelviecher nicht! Wenigstens ist das Wetter jetzt wieder besser, so dass wir mal die Umgebung erkunden können. Es gibt dort eine Seehundkolonie und ein paar Badestrände. Obwohl es jetzt ja schon das 3. Mal ist, ist Laila doch noch mal begeistert von den süüüßen Seehundbabies. Zu längeren Wanderungen lässt sie sich aber heute nicht überreden und so kehren wir dann im Bay House ein, von wo man einen einzigartigen Blick aufs Meer hat und wo man dazu noch hervorragend essen kann. Es gefällt uns so gut, dass wir für abends gleich noch mal einen Tisch reservieren. Dann bleibt noch genug Zeit für eine kurze Golfrunde – Laila spielt im Übrigen jetzt schon richtig gut – bevor wir frisch geduscht im Restaurant auflaufen. Auch die Abendkarte ist sehr gut und die Preise erstaunlich zivil – bei uns hätte man alleine für den Blick schon einen ordentlichen Aufschlag gezahlt. Danach kommt dann der ungemütliche Teil, denn es soll heute Nacht nur 7°C geben und wir präparieren uns entsprechend und mummeln uns ein, während Stefan mal wieder eine Nachtschicht an Computer und Telefon einlegt.


14. Februar 2009

Um 6.00 Uhr klingelt Stefans Handy, aber wir sind längst nicht die Ersten, die wach sind. Der gesamte Campingplatz ist schon auf den Beinen, denn die meisten laufen wohl beim Marathon mit. Ich versuche es noch mal mit Schlafen, aber das klappt nicht so recht. Zu allem Überfluss hat es nachts auch noch angefangen zu regnen, d.h. wir müssen das nasse Zelt verpacken. Wir verstauen das Zelt in Mülltüten und sehen zu, dass wir wegkommen. Auf dem Weg in die Stadt überholen wir die ersten Marathonläufer - im Auto - und bei einem gemütlichen Frühstück können wir aus dem Fenster dann die mehr oder weniger dynamischen Läufer beobachten. Nach einem kurzen Supermarktstop machen wir uns auf den Weg nach Karamea. Dort haben wir zumindest schon ein Zimmer reserviert, das sich dann aber als dunkel und muffig rausstellt. Jetzt geht die Suche schon wieder los! Aber manchmal hat man ja auch Glück. Das Motel, das wir anfahren, ist zwar voll und hatte nur vergessen das NO vor VACANCY zu hängen, aber weil die Neuseeländer ja immer so hilfsbereit sind, ruft sie gleich jemanden an, der noch ein Haus zu vermieten hat. Erst stehen wir von dem falschen Haus und rechnen schon mit dem Schlimmsten, denn das ist alles andere als ‚Lovely’. Dann finden wir aber das richtige und das ist der Hammer. Zum Haus gehört ein Schaf namens Shaun, das Laila gleich ins Herz schließt und umgekehrt, ein riesiger Garten mit Trampolin und Barbecue und auch sonst allem was man sich wünschen kann. Perfekt! Hier bleiben wir jetzt bis Dienstag, dann geht’s nach Nelson zurück, wo wir unser Haus beziehen können. Laila zählt schon die Tage, denn am Mittwoch kommen dann endlich Oma und Opa.

1 Kommentar:

Michael hat gesagt…

In HH werden die Tage so langsam wieder länger, man fährt jetzt nicht mehr im Stockdunkeln zur Arbeit und auch wieder nach Hause. Freue mich schon auf den Frühling, ihr steht ja kurz vor dem Herbstanfang. Viele Grüße und lasst es euch gut gehen!
/Michael