15. Februar 2009
Heute ist Sonntag und Karamea ist noch verschlafener als sonst. Macht aber nix, denn den Vormittag verbringen wir sowieso mit Telefonieren, Skypen, Emailen. Erst am frühen Nachmittag kommen wir los und der erste Weg führt in den Supermarkt, denn der hat heute nicht lange auf. Die Auswahl lässt etwas zu wünschen übrig – wir sind mittlerweile aber auch schon sehr verwöhnt durch die Super-Supermärkte. Dann fahren wir zum Baden zum Oparara River – das ist zumindest der Plan. Das Wasser ist aber total braun – obwohl es klar ist – und sieht nicht sehr einladend aus. Laila meint, dass es Cola ist. Wir haben keine Ahnung. So fahren wir dann zurück zum Karamea River, der besser aussieht, uns aber zum Baden zu kalt ist. Dafür sind wir aber mutterseelenallein. Stefan und Laila werden zu Captain Hook und Piraten Joe auf Schatzsuche, während ich den Dornröschenschlaf vorziehe und ein bisschen vor mich hin döse bis der Schatz gefunden ist und wir wieder nach Hause fahren können.
Heute steht mal Aktivprogramm auf dem Plan: Wandern und Höhlenerforschung! Um zum Oparara Basin zu kommen, muss man erstmal 45 min über eine Schotterstraße fahren. Auf dem Parkplatz werden wir sofort von hunderten von Sandflies überfallen, so dass ich am liebsten schon gleich wieder umdrehen würde. Als wir dann loslaufen, wird es dann aber besser. Man muss nur immer in Bewegung bleiben. Am Ende des Wanderung stößt man auf den Oparara Arch – ein 37m hoher Felsbogen über den Oparara River. Früher konnte man da wohl auch noch durchlaufen, aber das geht jetzt nicht mehr. Zurück im Auto müssen wir dann noch ein paar Minuten fahren, bevor wir die beiden begehbaren Höhlen erreichen. Wir sind weit und breit die einzigen und mit Taschen- und Kopflampen bewaffnet, machen wir uns auf den Weg. Die erste Höhle ist schmal und niedrig und bekannt für die dort hausenden Höhlenspinnen, von denen wir auch tatsächlich ein paar Exemplare zu sehen kriegen – gottseidank diesmal aus sicherer Entfernung. Die 2. Höhle ist groß und geräumig mit Glühwürmchen unter der Decke. Ohne Taschenlampe sieht man im wahrsten Sinne des Wortes die Hand vor Augen nicht. Schon etwas unheimlich! Dann reicht es aber auch und wir treten den Heimweg an. Schließlich müssen wir auch noch unseren Kram packen, denn morgen geht es in aller Frühe zurück nach Nelson.
17. Februar 2009
Um 7.30 Uhr klingelt der Wecker – ein ungewohntes Gefühl ;-) Wir schaffen es dann tatsächlich um 9.00 Uhr im Auto zu sitzen, nachdem Laila sich noch mal von ihrem Schaf verabschiedet hat. Bis Nelson sind es 4,5 h Fahrt, weil man wegen eines Naturschutzgebietes einen riesen Bogen fahren muss. Handyempfang gab es in Karamea sowieso nicht und in als wir in Westport ankommen, hat unsere Vermieterin schon mehrmals angerufen, schließlich wollen wir heute unser Haus beziehen. Pünktlich um 14.00 Uhr stehen wir dann aber auch vor der Tür, Anita erwartet uns schon. Wir machen erstmal eine Bestandsaufnahme und fahren dann zum Warehouse, wo man so ziemlich alles kaufen kann. Wir statten uns mit Gartentisch, Grill und jeder Menge Kleinzeug aus. An der Kasse stellen wir dann fest, dass Stefan sein Portemonae und ich meine Kreditkarte vergessen habe. Also schnell noch mal eben zum Geldautomaten! Bei dem ganzen Gehampel vergessen wir dann den Gartenstuhl, den wir eigentlich kaufen wollten, an der Kasse. Dann machen wir noch einen Großeinkauf im Supermarkt und dann geht’s ab nach Hause, alles aus- und einräumen. Irgendwie hat Anita es wohl gut mit uns gemeint und im gesamten Schlafzimmer sowohl die Schubladen als auch das Bett mit irgendwas einparfümiert. Außerdem gibt es haufenweise Kitsch und Nippes – schwerpunktmäßig Engel in allen Varianten. Da ist morgen erstmal ausmisten und umräumen angesagt. Auch die verstaubten Kunstblumensträuße müssen unbedingt verschwinden. Ein herbe Enttäuschung erleben wir, als wir den Fernseher einschalten. Wir können den ‚Dr. House Sender’ nicht empfangen. Und heute ist Dienstag. Das ist hart!
18. Februar 2009
Die Nacht ist katastrophal. Der altenglische Parfümgeruch macht mich wahnsinnig und außerdem ist es kalt unter der dünnen Wolldecke. Ich komme mir vor wie im Folterkeller von Schloss Windsor :-) Der erste Weg heute Morgen ist dann auch ins Warehouse, um richtige Bettdecken und –bezüge zu kaufen und dann geht es den Staubfängern an den Kragen. Alles ab in die Kiste und dann in den Keller und nach etwas Möbelrücken sieht es langsam erträglicher aus. Allerdings scheint der Gartenstuhl sich gegen uns verschworen zu haben. Jetzt habe ich zwar einen gekauft - und sogar auch mitgenommen -, aber es stellt sich raus, dass der Tisch gar nicht grün, sondern weiß ist und der Stuhl ist natürlich grün. Also noch mal zum Warehouse – gut das das nur 10 min Fahrt sind. Dann müssen wir noch schnell unsere Sachen, die wir bei Andrea und Gerhard gelagert haben, einsammeln, bevor wir zum Flughafen fahren und Stefans Familie abholen. Laila zählt schon seit morgens die Stunden bis Oma und Opa endlich kommen. Entsprechend stürmisch fällt dann
auch die Begrüßung aus. Die beiden haben ihre 2-Tagesreise einigermaßen überstanden und halten abends dann bei einem Fläschchen Wein dann sogar noch bis 22.00 Uhr durch, bevor sie endlich ins Bett fallen. Ach ja, jetzt hätte ich es fast vergessen: Heute hat die Immigration angerufen. Unsere Visa sind fertig und damit kann Laila jetzt tatsächlich nächste Woche in die Schule gehen und wir dürfen bis Ende Juli in Neuseeland bleiben – falls wir nicht doch lieber vorher dem Winter hier entfliehen und der Sonne hinterherreisen wollen!
19. Februar 2009
Trotz neuer Kissenbezüge und exzessivem Lüften ist der Geruch nicht wegzukriegen. Da muss dringend was passieren. Nicht noch eine Nacht auf Schloss Windsor! Erst frühstücken wir aber mal ausgiebig. Manfred und Erika haben ihre erste Nacht auf der Südhalbkugel auch gut überstanden und sind jetzt bereit für erste Erkundungen. Wir fahren erst mal nach Nelson City und nach einem Besuch der Kathedrale, bummeln wir über die Einkaufsstrasse, essen eine deutsche Bratwurst und statten die beiden bei der Touri-Info aus. Dann statten wir noch dem Strand einen Besuch ab, nachdem wir aus dem Warehouse noch schnell neue Kopfkissen und eine Gasflasche rausgeholt haben. Heute Abend wollen wir nämlich grillen. Leider muss der Grill erst noch zusammengebaut werden . Eine Anleitung gibt es nicht, dafür aber zahllose Teile, Schrauben, Muttern… Ach ja,
und richtiges Werkzeug gibt es natürlich auch nicht. Da ist Improvisieren angesagt! Aber nach einer knappen Stunde hat Stefans Papa – mit Lailas tatkräftiger Hilfe und schlauen Tipps – die Aufgabe gemeistert und die zarten gegrillten Rinder- und Lammfilets waren den Aufwand mehr als wert.
1 Kommentar:
Nelson Airport ist ja niedlich! Besonders beeindruckend finde ich die beiden 15 Zoll Monitore in der Wand - ich nehme an links die Arrivals und rechts die Departures der Woche :-) Werde gleich mal nach einem Direktflug Frankfurt - Nelson forschen :-)
Viel Spaß mit Stefans Eltern!
/Michael
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