Montag, 9. Februar 2009

Nelson - Kaikoura - Akaroa

3. – 5. Februar 2009

Da ja gestern nur in Nelson ein Feiertag war, gehen wir fest davon aus, dass unser Brief in der Zwischenzeit den Weg nach Nelson gefunden hat und heute zugestellt wird. Als sich aber bis 17.00 Uhr noch nichts getan hat, schwindet unsere Zuversicht und wir verlängern unser Zimmer um eine weitere Nacht. Auch wenn wir uns hier ja wirklich wohl fühlen, nervt die Warterei allmählich. So richtig unternehmen können wir auch nichts, denn wenn der Brief kommt müssen wir die Geburtsurkunde mit unseren Visaanträgen zur Post bringen. Am Mittwoch regnet es dann zu allem Überfluss auch noch den ganzen Tag – allerdings ist das auch das erste Mal seit Wochen! Um wenigstens mal aus dem Haus zu kommen, machen wir einen Abstecher in die Richmond Shopping Mall. O.k., mit den Mega-Malls in Asien kann sie jetzt nicht ganz mithalten, aber es ist eine nette Abwechslung. Danach darf Laila Andrea helfen Laugenbrezeln zu backen und ist eine Weile beschäftigt, die wir dann nutzen, um mal in Ruhe Zeitung zu lesen. Und dann ist der Tag um und was wieder nicht gekommen ist, ist unser Brief. Die Tracking Informationen von DHL stimmen uns auch nicht gerade froh, denn danach ist der Brief noch immer in Auckland. Wir verlängern dann also mal um eine weitere Nacht. Am nächsten Morgen sieht es dann noch schlimmer aus. Denn im Internet steht, das der Brief nach Christchurch (das wäre immerhin schon mal die richtige Insel) und dann wieder nach Auckland gegangen ist. Oh jee, und morgen ist wieder ein Feiertag. Also entweder heute oder dann erst wieder übermorgen! Wir haben jetzt aber eine Telefonnummer von DHL NZ und dort sagen sie uns, dass der Brief heute in Nelson zugestellt wird. Zur Sicherheit rufen wir noch ein zweites Mal an, bekommen aber die gleiche Auskunft. Das lässt ja hoffen. Ich gehe mit Laila mal in den Kleintierzoo um die Ecke, denn sie langweilt sich und ist unzufrieden – es wird langsam Zeit, dass die Schule anfängt. Nachmittags geht Stefan dann mit ihr zum Minigolf, wobei er leider sein Handy zu Hause liegen lässt. Prompt klingelt es nämlich, ich schaffe es aber aus dem Garten nicht schnell genug, höre aber auch die Mailbox nicht ab, weil ich vermute, dass es nur Anita sein kann wegen des Internetanschlusses. Leider falsch gedacht! Es war der Kurierdienst, der den Brief nicht zustellen kann, weil er die Hausnummer nicht lesen kann. Eins und Sieben schreiben die hier anders – wir wohnen in Nummer 71. Na super! Es ist jetzt 16.15 und bis 17.00 können wir den Brief abholen, dann schließt außerdem auch die Post und morgen ist F E I E R T A G. Das wird eng! Das Vorhaben die Unterlagen noch zu kopieren, können wir schon mal abhaken. Um Punkt 17.00 Uhr verlassen wir die Post. Geschafft! Unsere Anträge und Pässe sind auf dem Weg nach Palmerston North. Hoffentlich geht jetzt alles gut und vor allem schnell, denn am 25.2. soll Laila eigentlich in die Schule gehen. Zur Feier des Tages kaufen wir erstmal eine Flasche Sekt und die Zutaten für unser indisches Abschiedsessen mit Andrea und Gerhard, denn es ist tatsächlich die letzte Nacht in unserem Appartement in den Beachside Villas.


6. Februar 2009

Heute ist Waitangi Day! Mühsam packen wir unser ganzes Zeug wieder zusammen und obwohl wir einen großen Rucksack zurücklassen, ist das Auto genauso voll wie vorher!??? Dann geht’s in Richtung Kaikoura, bekannt für Whalewatching und Dolphinswimming. Eigentlich wollten wir ja an die Westküste, aber dort regnet es. Kurz vor Kaikoura ist ein Aussichtspunkt ausgewiesen. Dort halten wir an und staunen, denn dort wimmelt es von Seelöwen, die dorthin kommen, um ihre Jungen aufzuziehen. Die Kleinen tummeln sich alle in einer Art natürlichem Pool. Sehr süß! Da wir zelten wollen, rechnen wir heute mal nicht mit einer längeren Suche, werden aber etwas überrascht, dass die Campingplätze alle ausgebucht sind. Wir ergattern gerade noch das letzte Fleckchen. Das Zeltaufbauen gestalten sich heute aber auch nicht so einfach, weil der Boden steinhart ist. Ohne Hammer – den wir natürlich nicht haben und erst besorgen müssen – geht da gar nix! Zum Kochen haben wir jetzt jedenfalls keine Lust mehr. Wir laufen die Hauptstrasse 3-mal auf und ab, aber auf fettige Fish&Chips haben wir keinen Bock. Schließlich landen wir in dem Restaurant, wo Stefan vor 3 Jahren schon mal war und dort gibt es dann endlich auch leckeres Essen und das alles noch mit Meerblick. Na gut – Laila isst trotzdem Pommes. Anders ließ sie sich nicht mehr motivieren die Restaurantsuche fortzusetzen.


7. Februar 2009

Gegen Mittag fahren wir zur Kaikoura Peninsula, wo es noch mal Seelöwen zu sehen geben soll. Laila ist nicht sonderlich begeistert („Seelöwen sind doch nur beim ersten Mal interessant“) und wäre vermutlich lieber auf dem Campingplatz bei Pool und Playground geblieben. Am Ende findet sie es dann doch ganz toll als sie einen Seelöwen aus 2 m Nähe betrachten kann. Zum Aufstieg zum Aussichtspunkt kriegen wir sie dann aber nicht mehr. Es hat sich aber sowieso zugezogen und so richtig böse bin ich auch nicht drum ;-) Auf dem Rückweg stoppen wir dann bei dem Veranstalter fürs Delfinschwimmen. Das Mindestalter ist aber 8 Jahre und auch wenn Laila groß ist für ihr Alter, werden sie uns das kaum abnehmen. Das wird also nichts! Auch heute haben wir keine Lust zu Kochen und da wir ja gerade soviel gespart haben, weil wir das Delfinschwimmen nicht machen können, gehen wir doch einfach noch mal essen.


8. Februar 2009

Genug gezeltet! So richtig super geschlafen haben wir nicht – außer Laila. Mir war es zu hart auf meiner dünnen Isomatte, Stefan war es zu kalt in seinem Schlafsack. Wir bauen also unser Zelt ab und fahren Richtung Banks Peninsula in der Nähe von Christchurch. Die nächsten 2 Tage soll das Wetter noch gut sein. Die Fahrt ist landschaftlich wirklich toll. Erst fahren wir direkt an der Küste entlang – in der Ferne sieht man sogar die Delfine springen – und dann durch Berge, Hügel und Weinanbaugebiete. Es allerdings unglaublich trocken und die vermutlich sonst so typischen grünen Hügel, sind jetzt gelb. Zufällig stoppen wir an einem kilometerlangen Strand – ein Paradies für Surfer. Wir fahren an Christchurch vorbei und kämpfen uns dann über Serpentinenstrassen bis Akaroa. Als wir aussteigen sind wir erstmal überrascht wie warm es hier ist – so ein Wetter hatten wir hier noch nie – und dann wie schön der Ort ist. Das ist ein echter Geheimtipp, wenn man genug Zeit hat einen kleinen Umweg zu machen. Schließlich haben wir auch noch Glück und finden ein nettes, günstiges Appartement mit Blick aufs Wasser und ein Restaurant direkt am Wasser. Besser kann dieser warme Sommerabend gar nicht enden.


9. Februar 2009

Nach dem Frühstück nehmen wir einen zweiten Anlauf in Sachen Delfinschwimmen. Hier gibt es nämlich die kleinsten Delfine der Welt, die Hector-Dolphins. Die Altersgrenze ist allerdings die gleiche, diesmal versuchen wir aber Laila als 7-jährige zu verkaufen. Auch wenn sie uns das vermutlich nicht glauben, können wir uns für den Törn um 14.30 Uhr anmelden. Leider frischt der Wind in der Zwischenzeit immer mehr auf und als wir um 14.00 wieder bei dem Tourveranstalter auflaufen, sind die Wellen schon über 1m hoch, so dass Laila auf keinen Fall ins Wasser dürfte. Das wird also wieder nix! Wir bekommen unser Geld zurück und Laila als Trost einen Stofftierdelfin namens Hector. Wir gehen erstmal ein Eis essen und dann eine Runde Golfen, um das Eis wieder loszuwerden. Mit dem Wind ist jetzt auch die Hitze weggepustet worden und wir haben jetzt wieder das normale Neuseelandwetter: eiskalt im Schatten und kochendheiß in der Sonne.

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