Montag, 6. April 2009

Nelson - Sun, Seals and Salmons

31. März – 5. April 2009

Schon wieder ist eine Woche rum, die Schönwetterperiode hält noch immer an und wir nähern uns mit Riesenschritten Ostern und den Osterferien, die wir nutzen werden, um den Süden der Südinsel zu bereisen. Die Woche lief dann aber erstmal mehr oder weniger routinemäßig ab und sicher will auch keiner mehr hören, wie viele Runden Golf wir wo gespielt haben. Nur soviel: es waren nicht so viele wie geplant, denn Stefan hat wieder Rücken- probleme und somit weiteren Behandlungs- bedarf bei Eddie. Zur Routine werden jetzt anscheinend auch die Alkoholkontrollen. Als ich Mittwochnachmittag Laila von der Schule abhole, muss ich doch tatsächlich ins Röhrchen pusten. Ob in Deutschland jemand auf die Idee käme, dass man seine Kinder vielleicht volltrunken von der Schule abholen könnte? Das Six-Pack noch auf dem Beifahrersitz! Wahrscheinlich nicht, aber hier scheint es wohl vorzukommen!

Als kleine Vorbereitung auf den bevorstehenden Urlaub (oder nennen wir es vielleicht besser Ferien, denn Urlaub ist ja eigentlich immer :-) ) fahren wir Samstag nach Golden Bay – 2 Stunden Autofahrt von Nelson entfernt. Um uns den üblichen Stress mit der Unterkunftssuche zu ersparen, haben wir tatsächlich schon mal im Voraus reserviert. Auch wir lernen ja dazu! Das Sans Souci Inn ist der Tipp aus dem Lonely Planet und sicherlich eine der besten Unterkünfte, die wir bisher hatten. Es gehört Schweizern, die es aus Tonziegeln selbst gebaut haben. Einzig das Kompostklo, das ökologisch bestimmt wertvoll ist und auch tatsächlich nicht stinkt, ist mir nicht sehr sympathisch. Vielleicht fehlt mir aber auch nur das vertraute Wasserrauschen. Erstmal halten wir uns da aber auch gar nicht lange auf, sondern machen uns auf den Weg zu den Pupu Springs. Man kann da in der Tat sehen wie das Wasser aus dem Boden aufsteigt. Es ist unglaublich klar, hat aber nur 12° C. Baden ist aber sowieso nicht erlaubt. Dann setzen wir die Fahrt fort, stoppen auf einen Snack im Mussel Inn – auch hier wieder Kompostklos – und erreichen schließlich den Wharariki Beach oder besser gesagt den dazugehörigen Parkplatz. Denn von dort muss man dann noch eine halbe Stunde über Schafwiesen und Riesendünen latschen bevor man den Strand überhaupt zu Gesicht kriegt. Dafür haben wir dann aber unglaubliches Glück. Das auflaufende Wasser hat zwischen zwei Felsen eine Art Pool gebildet, in dem sich mehrere junge Seehunde tummeln. Die sind soooo süß und ganz zutraulich, so dass sie ganz nah ran geschwommen kommen. Am anderen Ende des Strands befinden sich dann noch einige Höhlen und in einer davon tummelt sich dann eine Hochzeitsgesellschaft. Coole Idee! Aber wir sind ja nun mal schon verheiratet ;-) Wir treten den Rückmarsch und die Rückfahrt an und treffen uns in Takaka noch auf ein Bierchen mit Bekannten aus Nelson bevor wir uns dann kulinarisch von unseren Schweizer Gastgebern verwöhnen lassen. Sehr, sehr lecker! Auch das Frühstück am nächsten Morgen ist hervorragend und ich fühle mich beim Bircher Müsli fast wie in der Schweiz. Dann unternimmt Stefan zwei Anläufe seine Mädels zum Wandern zu bewegen, aber Laila weigert sich vehement und ich muss gestehen, dass ich auch nicht gerade viel Überzeugungsarbeit leiste, weil ich nämlich eigentlich auch keine Lust habe. So brechen wir die Aktion also schnell ab und fahren zurück nach Takaka, wo es eine Lachsfarm gibt. Theoretisch kann man dort sogar Lachse angeln, muss sie dann aber auch selbst ins Jenseits befördern und den Teil wollen wir Laila lieber ersparen. So schauen wir uns lieber die Aufzuchtbecken an und kaufen schon fertig geräucherten Lachs. Nebendran gibt es dann noch eine Art Streichelzoo mit Kaninchen, Meer- schweinchen und zahmen Aalen, die man mit Hackfleisch füttern kann. Das ist für Laila natürlich der Hit. Nach einer Runde Minigolf, bei der ich gnadenlos verliere, treten wir den Heimweg an. Laila schläft im Auto ein, was bei der kurvenreichen Strecke ordentlich ihren Kopf hin- und herschütteln lässt. Uns hätte das bestimmt drei Sitzung bei Eddie eingebracht, sie dagegen steigt vergnügt und ausgeruht aus dem Auto. Ach ja, dann haben wir am Wochenende auch hier jetzt die Uhren umgestellt. Auf Winterzeit! Wir sind nun nur noch 10 Stunden voraus, was zum Rechnen schwieriger zum Telefonieren und Skypen aber günstiger ist.

Montagabend sind wir dann zur ersten Runde des Nelsoner Kochduells eingeladen ;-) und werden hervorragend mit Filet Wellington verköstigt, das wohl nicht so heißt, weil das Rind aus der neuseeländischen Hauptstadt stammte :-). Dazu gibt auch das ein oder andere Glas Rotwein und als wir uns gegen 23.00 Uhr auf den Heimweg machen ist der Hangover für den nächsten Morgen schon vorprogrammiert. Aber es soll sowieso den ganzen Tag regnen!

1 Kommentar:

Michael hat gesagt…

Während es bei Euch so langsam kühler wird, bricht hier der Frühling aus. Wir hatten heute sagenhafte 24 C in Hamburg, so geil! Ostern naht, wir bekommen wie immer Besuch von meinen Eltern und ich freue mich auf ein paar Tage Ruhe vom Job. Ein Rinderfilet für die Festtage habe ich schon gekauft, aber ob ich mich an die Version "Wellington" rantraue, weiß ich noch nicht. Das ist ja schon die hohe Kunst mit Blätterteig und so. Steaks gehen einfacher :-)

/Michael