1. - 6. Juli 2009
Puh, war das eine Reise, von der ganzen Schlepperei mal gar nicht zu reden. Trotz unserer Versteigerungsaktion müssen wir doch noch 100 $ an Übergepäck zahlen und nachdem wir uns zwiebelmäßig bei jedem Stopp aus unseren Winterklamotten pellen, ist auch das Handgepäck mit 6 Armen (oder eher 4, denn Lailas kann man kaum zählen) noch zu bewältigen. Fast 12 Stunden brauchen wir von Queenstown nach Queensland – und dabei ändern sich doch nur 4 Buchstaben :-). Der Temperaturunterschied ist gewaltig und das obwohl wir erst gegen 23.00 Uhr in Cairns ankommen. Wir steigen im Castaways Backpacker ab und haben sogar ein Zimmer mit eigenem Bad. Laila ist todmüde und wir haben mächtigen Durst auf ein kaltes Bier in lauer Sommernacht. Wir haben Glück und die von Kopf bis Fuß tätowierten Jungs mit kaum verständlichem Dubliner Akzent, die über uns wohnen, helfen uns mit einem Sixpack und einer Flasche Wasser aus. Wäre ich den Typen auf der Straße begegnet, wäre ich wahrscheinlich beim Anblick der potentiellen Fußballhooligans laufen gegangen – so kann man sich täuschen! Am nächsten Morgen gehen wir dann langsam die organisatorischen Themen wie Handykarten, Bankkonto, Auto… an. Das stellt sich alles als nicht so einfach raus – Neuseeland war irgendwie überschaubarer! Es gibt auch nicht wie in Auckland
einen Automarkt, sondern die ganze Stadt ist mit irgendwelchen Zetteln zugepflastert und da muss man sich halt durchkämpfen. Der erste Tag fällt dann auch entsprechend erfolglos aus. Einzig für Laila hat der Tag auch seine guten Seiten: wir entdecken die offenbar seit unserem letzten Besuch neugebaute Lagune - ein riesiges öffentliches Schwimmbad an der Esplanade, das wohl den fehlenden Strand in Cairns ersetzen soll – und den wohl größten Spielplatz, den ich je gesehen habe. Die
nächste Pleite folgt dann am Abend. Die Essengutscheine für ‚The Woolshed’, die unser Backpacker ausgibt, können wir nämlich auch vergessen: Laila lassen sie in den Laden nicht rein :-(. Das hatten wir auch noch nicht! Aber vielleicht ist es auch besser so, denn in Anbetracht der 4000 US-Soldaten, die hier im Moment mit ihrem Flugzeugträger Urlaub machen, ist dort und überall in der Stadt die Hölle los. Zu diesem Anlass gibt es sogar am 4. Juli – bekanntlich der amerikanische Independence Day – ein Feuerwerk in rot, weiß, blau.
Die Tage vergehen hier wie im Fluge und in Anbetracht der plötzlichen Hitze sind wir noch leicht lethargisch und nicht wirklich in Höchstform. Trotzdem tut sich aber zumindest ein Auto bzw. ein Campervan auf, der abgesehen vom Preis, genau das ist, was wir suchen. Allerdings hat er vorne nur 2 richtige Sitze und einen eher provisorischen in der Mitte. Leider kann uns keiner – nicht mal die Polizei – so genau sagen, wie und ob man ein Kind darin befördern darf… Das erfordert also noch einige Ermittlungsarbeit! Zu allem Überfluss müssen wir dann auch noch unser Zimmer im Backpacker räumen, weil es für die nächste Nacht vergeben ist. Eigentlich finden wir das auch nicht so schlimm und wollen einfach eine Etage nach oben ziehen – dann eben ohne eigenes Bad – bis dann unsere Zimmernachbarinnen mit Fieber, Schüttelfrost, Mundschutz und SWINEFLU aus dem Krankenhaus zurückkehren und unser Backpacker zur Quarantänestation avancierte! Darauf haben wir ja so gar keinen Bock, uns an einer schlecht gespülten Teetasse mit H1N1 zu infizieren und so ziehen wir dann nicht nach oben, sondern aus und in ein Hotel ein paar Strassen weiter. Mit unserem ganzen Zeug brauchen wir für die paar Meter tatsächlich ein Taxi. Tolle Backpacker sind wir! Laila und ich verbringen den Rest des Tages an der Lagune, während Stefan mehr oder weniger erfolgreich versucht die Probleme rund um das Auto zu lösen. Damit der Tag nicht zu frustrierend endet, gönnen wir uns abends einen Kinobesuch und schauen IceAge 3. Für Laila ist er vielleicht manchmal etwas zu aufregend, unser Urteil: sehr empfehlenswert! Heute hoffen wir endlich auf den Durchbruch in Sachen Auto und darauf, dass wir dann doch auch mal das Great Barrier Reef zu sehen kriegen…
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