Mittwoch, 15. Juli 2009

Cairns - Cape Trib - Port Doug - Cairns - Townsville

7. – 10. Juli 2009

Nun sind wir tatsächlich stolze Besitzer eines Toyota Hiace Campervans! Wer hätte das noch vor ein paar Monaten gedacht – denn eigentlich gehörten wir ja nie zu der Blumen- oder sonstige Busse fahrenden Fraktion unserer Freunde und Bekannten. Und um ehrlich zu sein, ist es auch jetzt kein komplett abgeranztes Modell von 1980, das schon 600.000 km Outback auf dem Buckel hat. Diese Gefährte trifft man auch immer mal wieder und die Geschichten über Pannen und Co. irgendwo im Nichts schreien nicht wirklich nach Nachahmung. Wir haben unseren Van von Landsleuten, aus der Nation gekauft, die wahrscheinlich schon im Wohnwagen oder Wohnmobil geboren werden: von Holländern und dementsprechend gut in Schuss ist er auch. Ryan, der reisende Mechaniker ohne Werkstatt, hat noch ein paar Kleinigkeiten gefixt und dann haben wir unseren ganzen Kram im Bus verstaut, noch diverse Runden durch Campingläden, Shoppingmalls und Supermärkte gedreht und unsere erste Nacht in Cairns auf dem Campingplatz verbracht. Dabei haben wir gleich erfahren müssen, dass man besser vorher reserviert, denn der Campingplatz auf dem auch unsere holländischen Autovorbesitzer jetzt in einer Cabin wohnen, war gleich mal voll und wir mussten die Buseinweisung unter dem Flutlicht des benachbarten Sportplatzes machen. Am Freitag geht es dann nach 10 Tagen endlich mal raus aus Cairns in Richtung Cape Tribulation. Diesmal haben wir den Campingplatz vorher reserviert und das ist auch mal gut so, denn wieder ist der Platz voll und für die ungeplante zweite Nacht bekommen wir schon nur noch einen Platz ohne Strom. Laila schwächelt heute etwas, was vermutlich daran liegt, dass sie mal wieder zu wenig getrunken hat. Nach ein paar Elektrolyt-Drinks ist sie aber wieder o.k. und beim abendlichen Kickern in der benachbarten Jungle Lodge in alter Höchstform. Gottseidank haben wir für den Rückweg eine Kopflampe mitgenommen. Als wir den Rückweg zum Campingplatz antreten ist es nämlich bereits dunkel und am Strand kann man kaum die Hand vor Augen sehen. Allerdings sind wir ja auch im Dschungel und nicht in der Großstadt ;-)


11. Juli 2009

Wir verbringen einen eher faulen Tag am Strand mit Lesen, Angeln, etc. Laila lernt gleich ein paar australische Kinder kennen und ist für den Rest des Tages kaum noch zu sehen. Lediglich zu einer kleinen Wanderung können wir sie noch überreden, denn ein Stück weiter am Fluss soll es ein Krokodil geben. Stefan hat Glück als er das erste Mal alleine hinwandert, denn das Krokodil liegt mit seinen ganzen 2,5 m am Ufer und sonnt sich. Als wir eine halbe Stunde später kommen, sind leider nur noch Augen und Schwanz zu sehen. Abends haben wir dann einen Nightwalk durch den Dschungel gebucht. Wir haben das schon mal vor 10 Jahren gemacht und waren total begeistert. Diesmal ist leider eher enttäuschend, der Guide ist vermutlich irgendein gestrandeter Backpacker, der eine Schnell- einweisung in Sachen ‚Tropischer Regenwald’ bekommen hat. Die Ausbeute ist daher auch sehr gering und wir sehen gerade mal eine Spinne und ein paar Ameisen, ansonsten nur Bäume. Und Lailas Begeisterung für Bäume hält sich ja bekanntermaßen sehr in Grenzen. Das Hightlight ist noch, dass man sich von einer Ameise in die Zunge zwicken lassen kann und ein Dosis Ameisensäure abbekommt. Soll angeblich sehr viel Vitamin C enthalten und Stefan probiert es gleich mal aus!


12. Juli 2009

Über Nacht hat es angefangen zu regnen – deshalb heißt es wohl auch Regenwald – und wir sind froh, dass wir nicht in einem Zelt hocken. Wir sehen zu, dass wir in einer Regenpause unser Zeug verstauen und machen uns auf den Weg nach Port Douglas – Laila hat ganz miserable Laune, weil sie ihre Freunde Hannah und Declan wieder verlassen muss. Aber Stefan hat um 13.00 eine Startzeit zum Golfen – wohl die letzte vor Perth - für fast 9000 km! Auf dem Weg haben wir unglaubliches Glück und bekommen tatsächlich einen Cassowary zu sehen – eine Art Emu mit Horn und nahezu ausgestorben. Natürlich ist der Fotoapparat wieder in unerreichbarer Entfernung und so bleibt nur ein Foto vom Straßenschild und ein von Laila gemaltes Phantombild. In Port Douglas lassen Laila und ich uns in der Stadt absetzen und bummeln über den Markt, essen Pommes und Eis und landen schließlich auf dem Spielplatz. Abends auf dem Campingplatz lernt sie gleich wieder neue Kinder kennen – diesmal 2 Jungs aus Dänemark. Die Bekanntschaft bringt auch für uns ein paar neue Erkenntnisse, denn die Familie hat gerade ein halbes Jahr in Perth gelebt und hat ein paar gute Tipps in Sachen Wohnen und Schulen.


13. Juli 2009

Heute geht es dann endlich raus zum Great Barrier Reef! Wir haben eine Tour gebucht, die drei verschieden Stellen am Reef anfährt. Stefan hat 2 Tauchgänge gebucht, Laila und ich Schnorcheln. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit, zwischendurch regnet es, die Wellen sind relativ hoch und die Sicht nicht optimal. Trotzdem kriegen wir einiges zu sehen – Stingrays, Papageienfische, Sepia und auf der Rückfahrt sogar aus der Ferne noch die Fontäne eines Wales. Dann geht’s wieder auf die Strasse und zurück nach Cairns – die geplante Tour nach Mareeba stellt sich leider als zu weit raus. Schade, denn dort kann man Wallabies füttern.


14. Juli 2009

Uns reicht es jetzt langsam mit Cairns und so vertagen wir alle Einkäufe und sehen zu, dass wir nach Townsville kommen. Townsville ist größer als Cairns und shoppingtechnisch bestimmt genauso gut oder besser. So bringen wir denn die erste längere Strecke von 400 km hinter uns. Kurz vor Townsville machen wir noch einen kleinen Schlenker zu einem Wasserfall, an dem es in den Rockpools Schildkröten geben soll. Wir müssen ein Stück über Schotterpiste fahren und stellen fest, dass unser Van kein geeignetes Off-Road Fahrzeug ist. Alles klappert und lärmt - auf Dauer nicht zu ertragen! Zumindest lohnt sich aber die Fahrt und die anschließend Kletterei über Felsen und Bäche – wir haben mit Flipflops mal wieder nicht ganz das optimale Schuhwerk erwischt -, denn wir sehen tatsächlich eine Schildkrötenmama mit ihrem Baby – sehr süß! In Townsville haben wir dann riesiges Glück, denn wir haben entgegen besseren Wissens mal wieder keinen Campingplatz reserviert. Dank einer Stornierung bekommen wir einen Stellplatz mit eigenem Bad. Echter Luxus!


15. Juli 2009

Für diesen Tag gibt es nur ein Wort: Shoppingmarathon! Da Townsville die letzte Stadt vor dem 2500 km entfernten Darwin ist, besorgen wir noch alles was man danach entbehren müsste – einschließlich einer Michael Jackson und Bob Marley CD! Dann müssen wir noch einen Riss in der Scheibe reparieren lassen und damit ist der Tag um. Wir waren noch nicht ein einziges Mal in der City von Townsville und beschließen noch einen Tag dran zu hängen und insbesondere die ganzen Kinderattraktion wie Imax, Playground, Rockpools noch mitzunehmen bevor wir dann die lange Reise durch das wahre Australien antreten. Leider müssen wir unser eigenes Bad aufgeben, aber das wird es in den nächsten Monaten wohl sowieso nicht mehr geben. Da ist wahrscheinlich überhaupt ein Bad zu haben schon Luxus...

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