Montag, 24. August 2009

Coral Bay - Exmouth

19. August 2009

Das wir als Hamburger, Regen mal als was Besonderes betrachten würden, hätten wir auch nicht gedacht. Aber nach fast zwei wolken- und regenlosen Monaten freuen wir uns fast über die kurze Regendusche beim Frühstück – und schließlich ist der Regen ja auch warm. Dann gibt es noch einen tollen Regenbogen und das schöne Strandwetter vom Vortag kehrt zurück. Am Strand verbringen wir dann auch den Rest des Tages – erst mit Schnorcheln am Riff direkt an unserem Hausstrand und am Nachmittag mit Angeln an einem etwas weiter entfernten Strand. Zwar ist das einzige Tier, das Interesse am Köder zeigt, eine lebensmüde Möwe, die sich fast in der Angelschnur verfängt, aber ich persönlich bin auch sowieso völlig damit zufrieden den einsamen Strand und den Sonnen- untergang zu genießen


20. August 2009 .

Stefan hat heute eine ganztägige Tauch- und Schnorcheltour gebucht, bei der man die hier ansässigen Mantarochen sehen kann. Leider dürfte Laila an der Stelle nicht ins Wasser, weil die Strömung zu stark ist und so bleiben wir beiden zu Hause und Schnorcheln lieber umsonst vom Strand aus, denn auch da gibt es viel zu sehen. Dort werden täglich um 15.30 Uhr die Snapper gefüttert und als wir um 14.00 Uhr losschnorcheln, kommen uns im flachen Wasser schon die ersten hungrigen Kollegen entgegen. Das Fischfeeding ist dann ein echtes Spektakel – bestimmt 30 riesige Snapper tummeln sich zwischen den Beinen von Groß und Klein und versuchen was von dem rationierten Futter zu ergattern. Gegen fünf Uhr taucht dann auch Stefan, der ‚mit dem Manta schwimmt’ wieder auf. Neben diesem einmaligen Erlebnis gab es noch eine riesige Schildkröte zu sehen und darüber hinaus eine riesen Blase am großen Zeh. Da unsere Vorräte so langsam aufgebraucht sind und der örtliche Supermarkt mit derartigen Apothekenpreisen aufwartet, gönnen wir uns heute ein Essen im einzigen Pub von Coral Bay – mit Riesenportionen und Live-Musik auf jeden Fall eine gute Wahl.


21. August 2009

Heute verlassen wir Coral Bay in Richtung Exmouth, von wo man den nördlichen Teil des Ningaloo Marine Parks erkunden kann. Will man direkt im Park campen, muss man sich morgens spätestens um 6.00 Uhr in eine Schlange stellen und bekommt dann mit viel Glück einen Platz zugewiesen. Wir bleiben also erstmal in Exmouth und schauen dann mal. Gegen Mittag sind wir da und machen uns dann gleich auf den Weg nach Turquoise Bay, dem wohl bekanntesten Schnorchelspot des Marine Parks. Dort wird man sozusagen geschnorchelt. Man startet am südlichen Teil des Strandes, lässt sich von der Strömung über das Riff treiben und steigt am nördlichen Ende wieder aus dem Wasser – atmen muss man allerdings noch selbst. Wenn man wie wir dort bei Hochwasser schnorchelt, ist es fast unmöglich in die andere Richtung zu schwimmen, so stark ist die Strömung. Als das Wasser etwas abgelaufen ist, starten Stefan und Laila zu einer zweiten Runde und treffen dabei tatsächlich auf 2 Riffhaie, die unter ihnen im Sand liegen. Laila findet es schon etwas unheimlich – die Haie aber anscheinend auch, denn sie suchen schnell das Weite. Als wir den Rückweg antreten, geht schon fast die Sonne unter und damit kommen die Kängurus aus ihren Löchern. Unglaublich wie viele der hirnlosen Beuteltiere todesmutig vor uns die Strasse kreuzen. Wir fragen uns, warum die sich bei soviel Platz gerade in der Nähe der Strasse aufhalten. Eine Theorie ist, dass sie ihre toten Verwandten auf dem Friedhof besuchen :-) Neben den Kängurus wandern noch einige Emufamilien behäbig durchs Gelände – und auch diese riesengroßen Dummvögel laufen gerne mal vors Auto. Wir erreichen erstaunlicherweise ohne Wildtiere auf der Motorhaube das Ende des Nationalparks und fahren noch zum dort gelegenen Leuchtturm hoch. Von dort hat man einen super Blick über das Riff und kann dahinter in der Ferne die sich tummelnden Wale sehen.


22. August 2009

Morgens ist es extrem windig – uns weht fast das Frühstück vom Tisch. Das ist eindeutig erst mal kein Schnorchelwetter. So erledigen wir, was zu erledigen ist und stocken im Supermarkt erstmal unsere Vorräte auf. Mit einem Brathähnchen im Schlepptau fahren wir an den nächstgelegenen Strand und picknicken dort. Offenbar trifft sich dort auch die Dorfjugend, um sich auf der Ladefläche ihrer Pick-ups zu bräunen und sich dabei mit Musik, Bier und Pornoheften zu vergnügen. Ein ganz normaler Samstagmittag in Exmouth :-) Ein paar Meter weiter auf der Bootsrampe versammeln sich dann eher die Angler und weil es für einen Schnorchelausflug schon zu spät ist, gesellen sich meine beiden Angelprofis auch dazu. Aber auch heute will keiner so recht anbeißen und als so langsam auch das Wasser weggeht, ist es Zeit zu gehen. Wir wollen uns noch die Hafencity von Exmouth – oder besser gesagt, das was davon schon zu sehen ist – ansehen. Offenbar haben die hier Großes vor. Das Gelände steht flächenmäßig der Hamburger Hafencity bestimmt in nichts nach und die Hafenbecken sind bereits sehr großzügig angelegt. Aber ansonsten gibt es dort außer einem Novotel, 3-5 Häusern und riesigen Parkplätzen nur große Flächen roter Erde, die darauf warten eines Tages bebaut zu werden. Wir werden das bei Google Earth mal im Auge behalten. Mal schauen, wie es dort in 10 Jahren aussieht. Hafen- oder Pleitencity?


23. August 2009

Nachdem Stefan ein ziemlich Unglücksserie in Sachen Hand- und Fußverletzungen hingelegt hat, ist die Blase am Fuß anscheinend auch mit den guten Scholl-Blasenpflastern nicht zu kurieren und so macht er sich dann mal auf zum Exmouth Hospital. Laila und ich schlagen derweil die Zeit in den einzigen zwei geöffneten Geschäften – schließlich ist heute ja Sonntag – und auf einem eher übersichtlichen Markt tot. Es dauert ewig bis Stefan wieder auftaucht und ich rechne schon mit dem Schlimmsten, mindestens aber mit einem riesigen Verband, aber in Wahrheit ist das 9-Betten-Krankenhaus am Rande der Stadt (von dem immerhin 8 belegt sind) nur völlig überlastet. Nach über 2 Stunden gibt es lediglich ein neues Pflaster und die Anweisung nicht ins Wasser zu gehen - eine Supersache mitten im Schnorchelparadies!. So bleibt dann nur noch wieder Alternative B: Angeln – aber auch diesmal den Fischen unsere Pfanne erspart. So spendieren wir schließlich Laila – die heute chronisch schlecht gelaunt ist – noch eine Runde Minigolf und beschließen morgen noch mal für eine Nacht zurück nach Coral Bay zu fahren und dann die Reise in Richtung Süden fortzusetzen. Ich glaube so langsam wird es für Laila auch Zeit, dass wir mal wieder für eine Weile irgendwo sesshaft werden.

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