***Leider hat diesmal die Technik versagt! Deshalb erst jetzt die Bilder***
12. August 2009
Nachdem alle Angelaktionen bisher eher erfolglos waren, geht Stefan das Thema jetzt professionell an und bucht eine ganztägige Angeltour. Laila und ich haben demnach heute einen Girls-Day; leider nicht so wie frau sich das vorstellt, denn statt Wellness steht Wäsche und statt Make-up Clean-up auf dem Programm. Unser Bus benötigt nämlich nach fünf staubigen Wochen dringend mal ein bischen Schönheitspflege. Damit geht dann auch der ganze Vormittag ins Land. Mittags gibt’s dann zur Belohnung Hotdogs und Eis, eine Abkühlung am Strand und schließlich dann doch noch ein bischen Schönheitpflege auch für uns. Um fünf Uhr taucht dann
der Jäger und Angler wieder auf – diesmal mit entsprechender Beute in Form von zahlreichen Walfotos und –filmen (Whale-Watching gab es gratis dazu) und 2 riesigen Fischen, die wir in dieser Form unmöglich in unseren kleinen Kühlschrank bekommen. Da ist dann also noch die hohe Filettierkunst gefragt, wobei einer der beiden Kameraden noch postmortem Rache nimmt und Stefan einen seiner Rückenflossenstachel in den Daumen rammt. Die ganze Aktion dauert dazu auch noch über eine Stunde bis der Fisch endlich in der Pfanne liegt. Als Akkord-Fischfilettierer könnte Stefan uns sicherlich nicht durchbringen :-)
13. August 2009
Laila hat eine neue Freundin – genau genommen ist es ein Freund mit langen Haaren wie sich bereits am Vorabend herausgestellt hat, aber irgendwelche Synapsen sind da wohl zu irgendeinem Zeitpunkt schon falsch geschaltet worden und sie bleibt beharrlich dabei, ihn als ‚sie’ und ‚Freundin’ zu bezeichnen. Er scheint ihr da aber nicht übel zu nehmen, denn die beiden sind stundenlang unzertrennlich beim Bau eines Meerestier-Zoos im Watt mit entsprechendem Evakurierungsplan bei Hochwasser – der Seestern evakuiert sich selbst allerdings schon vorzeitig und tritt die Flucht nach unten an ;-). Gegen Mittag brechen wir dann auf zu unserer täglichen
Surfeinheit nach Cable Beach auf. Auch Lailas Freund treffen wir dort gleich wieder und die beide toben stundenlang im Wasser rum. Für ein paar Minuten gelingt es mir Laila mal ihr Board abzuschwatzen, während Stefan einen weiteren Anlauf nimmt, Surfen mit einem ‚richtigen’ Board zu lernen und seine sowieso schon lädierten Knie noch weiter poliert. Die örtlichen Surfer überschlagen sich dabei, ihm mit guten Ratschlägen aufs Brett zu helfen. Nach einer Portion ‚Happy-Hour’-Austern in ‚The Wharfe’ laufen wir noch auf den Bootsanleger hinaus, von wo wir unter uns im klaren Wasser tatsächlich einen Hai und einen Rochen sehen.
14. August 2009
Leider reist Lailas Freund heute ab, erfreulicherweise aber mal in die gleiche Richtung wie wir, so dass die Chancen ganz gut stehen ihn noch mal wieder zu sehen, was den Abschied diesmal etwas entspannter macht. Laila ist seit neuestem jetzt auch kein Mädchen mehr, sondern ein Junge mit langen Haaren namens Tom. Sämtliche Kleidchen und rosa Klamotten bleiben im nichtvorhandenen Schrank und Shorts und Boys-T-Shirts sind angesagt. Mal schauen, wie lange diese Phase anhält… Der Tag geht mit allem möglichen administrativen Kram drauf – wir brauchen z.B. endlich mal eine vernünftige Autoversicherung für den Fall, dass wir mal einen Roadtrain oder eins von den Mega-Wohnmobilen in den Graben schubsen ;-) Und so kommen wir heute erst bei Sonnenuntergang zum Strand, was aber trotzdem ein schöner Abschluss für unseren letzten Tag in Broome ist.
15. August 2009
Der Plan früh loszukommen, scheitert mal wieder gnadenlos. Es ist schon 11.00 Uhr bevor wir den Campingplatz verlassen und 13.00 Uhr als wir endlich alle Einkäufe erledigt und den Kühlschrank aufgefüllt haben. Dann geht’s los in Richtung Port Hedland. Nach fast 500 km wird es dunkel und wir stoppen am Pardoo Rooadhouse, einem ziemlich abgeranzten Campingplatz, der nicht länger als unbedingt nötig zum Verweilen einlädt. Die 28 $ hätten wir uns auch sparen können, denn wir können den Strom nicht nutzen, weil unser Stromkabel defekt ist und immer die Sicherung raushaut, die Duschen nicht, weil sie zu eklig sind und die meisten Toilettenbesuche sparen wir uns auch und nehmen lieber das Buschklo. Einzig der Sternenhimmel ist sein Geld wert, aber den hätte man auch kostenlos auf einer Restarea haben können, hätte es eine erreichbare gegeben :-(
16. August 2009
Lieber schnell weg hier. Wir starten früh, vollenden die 400.000 km auf dem Tacho (wann kriegt man das schon mal zu sehen) und kommen gegen Mittag im Karijini National Park an. Im Gegensatz zum Vortag gibt es dort heute um diese Zeit sogar noch verfügbare Campsites – unserer ist direkt neben dem Klo, was uns zwar lange Wege erspart, dafür aber andere Nachteile mit sich bringt. Mit dem Thema ‚Duschen’ brauchen wir uns weiterhin nicht zu beschäftigen – es gibt nämlich keine! Dafür gibt es aber zwei idyllische Pools mit Wasserfall am Grunde einer
Schlucht, die man nach einer halben Stunde Kletterei erreicht. Ich brauche vermutlich nicht extra zu erwähnen, dass mir das Wasser zu kalt ist und ich lieber am Rand warte und die Fotos mache. Aber selbst Laila zögert heute verhältnismäßig lange, bevor sie reinspringt. Nach dieser kleinen Erfrischung und dem folgenden Aufstieg, bleibt gerade noch genug Zeit den Ofen anzuschmeißen bevor es dunkel wird. Da es im Umkreis von bestimmt 200 km keinerlei Beleuchtung gibt, bekommen wir einen gigantischen Sternenhimmel inklusive Milchstrasse, kreisenden Satelliten und Sternschnuppen zu sehen. Dafür kann man dann auch mal auf eine Dusche verzichten.
17. August 2009
Heute steht noch ein weiterer Wasserfall auf dem Programm. Auf den ersten Blick kann man gar nicht erkennen, wie man da überhaupt runterkommen soll und es ist dann am Ende auch eine ziemliche Kletterei über mindestens 350 Steinstufen. Laila schlägt sich nach anfänglichem Gejammer ganz tapfer und betrachtet es als Abenteuer ;-) Der Pool hat vermutlich seit seiner Entstehung noch nie die Sonne gesehen und ist dementsprechend kalt. Die kleinen Wasserfälle dagegen, die aus den Felsen sprudeln, sind richtig warm. Nach Bad und Wasserfalldusche (ich
natürlich nicht!) machen wir uns auf den Rückweg und auf den Weg zum Vistor Center. Es gibt noch einen anderen Teil des Nationalparks, den wir gerne sehen würden, der aber nur über Dirt Roads zu erreichen ist. Am Vistor Center können sie uns da auch nicht weiterhelfen; wir müssen es wohl einfach mal selbst versuchen. Trotzdem ist der Besuch hier nicht ganz umsonst, denn wir treffen auf dem Parkplatz noch auf Lailas Freund(in) aus Broome.
Den Versuch die 30 km ungeteerte Strasse zu bewältigen, brechen wir nach 500 m – und das waren bestimmt noch die besseren – wieder ab. Wir kommen mit maximal 20 km/h voran, will man nicht das Gefühl haben, dass der Bus gleich auseinanderfällt. No way, dass wir das 2 Stunden lang durchhalten. So treten wir also die Fahrt in Richtung Westküste an, lassen Tom Price und Paraburdoo – zwei reine Minenstädte ohne irgendwelche Sehenswürdigkeiten (von dem Golfplatz mal abgesehen :-))– schnell hinter uns und stoppen letztlich auf einer Restarea mit Lagerfeuer, gegrillten Marshmallows, Sternenhimmel und mal wieder ohne Dusche.
18. August 2009
Noch 400 km bis zur Küste! Wir haben langsam die Nase voll von dem rotem Staub, der sich mittlerweile auch in die letzten Poren gesetzt und Betten, Handtücher und Klamotten in ein freundliches rostrot getaucht hat. Wir freuen uns jetzt nur noch auf den feinen weißen Sand an der Küste. Gegen Mittag erreichen wir Coral Bay am südlichen Ende des Ningaloo Reefs und fühlen uns mit den langen weißen Stränden und Dünen ein wenig an Dänemark erinnert – mit dem Unterschied, dass es dort nicht 20 m weiter ein Korallenriff mit der dazugehörigen Unterwasserwelt gibt. Das ist ideal zum Schnorcheln – gerade auch für Laila – und wir werden jetzt hier erstmal ein paar Tage abhängen, nach und nach den roten Staub abduschen und den Strandurlaub genießen bevor wir die letzten 1000 km in Richtung Perth angehen.
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