
Vier Stunden vor unserem Abflug lernen wir noch die Schattenseiten
Balis kennen als direkt vor unserem Hotel einer Frau die Handtasche von einem
Motorradfahrer entrissen wird. Sicherlich ein schwarzes Schaf unter vielen
freundlichen, hilfsbereiten und fröhlichen Balinesen, aber das interessiert die
Frau deren Geld und Papiere jetzt weg sind bestimmt nur am Rande. Noch leicht
bestürzt machen wir uns auf den Weg nach Denpasar, wo wir die verbliebene Zeit
mit Schlangestehen beim Air Asia Check-In und der personell völlig unterbesetzten
Passkontrolle verbringen. Letztlich müssen wir für den ganzen Spaß auch noch 45
€ Airport Tax abdrücken. Dafür ist der Rest nur noch ein Klacks. Nach drei Stunden Flug meinen es auch die australische
Immigration und Biosecurity gut mit uns – wir müssen diesmal weder
unsere Schuhe desinfizieren lassen noch unsere Rucksäcke auspacken und so sind
wir ruckzuck in unserem neuen Zuhause in der Cambridge Street. Die Lage ist
perfekt – genau zwischen Schule, Strand und Golfplatz. Ernüchternd sind dann
allerdings die Preise im Supermarkt. Nach den Preisen auf Bali, aber auch gemessen
an Deutschland ist es hier unglaublich teuer. Für ein Sixpack Bier zahlen wir 10 €, Obst und Gemüse kosten ebenfalls um ein Vielfaches mehr! Da werden wir wohl die
nächsten zwei Monate den Gürtel etwas enger schnallen müssen. Der zweite
Schreck ereilt uns als beim Auspacken der Rucksäcke eine riesige Kakerlake durchs
Schlafzimmer huscht und unter unserer Bettdecke verschwindet. Wir können nicht
erkennen, ob sie indonesischer oder australischer Herkunft ist, das Insektenspray
im Küchenschrank und die Zwillingsschwester einen Tag später in der Küche lassen aber
auf ein einheimisches Modell schließen. Damit muss man hier wohl leben,
aber in Deutschland werden unsere Rucksäcke auf jeden Fall erstmal 2 Tage (hoffentlich
bei Frost) auf der Terrasse in Quarantäne verbringen. Samstagmorgen machen wir uns
auf den Weg in die City um endlich wieder Verbindung zur Außenwelt in Form von Handy und Internet aufnehmen zu können.
Wir staunen nicht schlecht als uns die ersten Australier/-innen in Dirndl und
Lederhosen begegnen. In Perth ist heute Oktoberfest!

Sicherlich ein willkommener
Anlass für die trinkfreudigen Aussies mal ein paar Mass zu kippen. Als wir am
Sonntag dann bei Freunden auf der Veranda sitzen, ist es fast so als wären wir
nie weggewesen - also aus Perth nicht aus München.

Gut, Laila ist mittlerweile 2 Köpfe
größer als ihre Freundin Sara, aber ansonsten hat sich nicht viel verändert. Das
einzige, was uns nun noch zu unserem Glück fehlt, ist ein Auto. Bis wir was Eigenes
finden, haben wir zunächst für 3 Tage einen Mietwagen, mit dem wir erstmal einen Abstecher zu Ikea machen, um ein paar Verbesserungen in der Beleuchtung
unseres Apartments vorzunehmen. Gemütlich ist nämlich wirklich was anderes, außer man steht auf 200 Watt Lampen im Schlafzimmer. Und dann ist es endlich soweit. Nach drei Tagen
betreten wir das erste Mal wieder den Strand. Spätestens jetzt weiß ich wieder,
warum ich wieder hierher wollte - auch wenn die Warnhinweise auf den ersten Blick vielleicht etwas abschreckend wirken...
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