Montag, 6. Oktober 2014
Permuteran
Es scheint, als ob Lovina uns nicht gehen lassen möchte. Nach einem Abendessen in einem Warung (indonesisches Straßenrestaurant) bekomme ich nachts schlagartig eine Durchfallattacke und auch wenn ich nach einem Cocktail aus Perenterol, Kohletabletten und Elektrolyten gegen Mittag wieder halbwegs o.k. bin, hängen wir zur Sicherheit noch eine Nacht in Lovina dran. Die Gelegenheit für Laila und mich doch noch mal shoppen zu gehen. Nach einer halben Stunde bin ich schweißgebadet und fertig mit den Nerven! Bin ich froh, dass man in Deutschland einfach die ausgewiesenen Preise bezahlen darf und nicht jeden Preis verhandeln muss. Und wenn man denkt: "So, jetzt bin ich endlich fertig", dann setzen sie nochmal nach und wollen einem zusätzlich noch ein irgendwas andrehen und das Ganze geht wieder von vorne los bis man vor Erschöpfung nachgibt oder zusammenbricht :-). Bilanz: 2 Kleider, 2 T-Shirts, eine Hose, 400.000 IDR, 100 neue graue Haare und die Erkenntnis, dass das die beste Shoppingtherapie ist.
Am Sonntag glauben wir dann endlich abfahrbereit zu sein als Laila vermehrt über Ohrenschmerzen klagt. Unser nächstes Ziel Permuteran ist ein kleines Kaff in West-Bali, wo es zwar zahllose Tauchschulen, aber voraussichtlich keinen englischsprechenden Arzt gibt. So bleibt uns nichts anderes übrig als in Lovina erst noch mal einen Arzt zu suchen. Die Vorgehensweise ist hierbei die folgende: Man geht in die Apotheke, schildert sein Problem, die rufen den Arzt an, dieser kommt angefahren, bestätigt die erwartete Diagnose Ohrentzündung und verdient damit schnelle 50 €. Um die Wartezeit vor der Apotheke sinnvoll zu nutzen, nimmt Stefan nebenbei die Preisverhandlungen für den Transfer nach Permuteran auf. Es geht nicht ganz zu seiner Zufriedenheit aus, aber es erspart uns den Fußweg zurück zum Hotel.

Permuteran stellt sich zunächst als große Enttäuschung raus. Die angeblichen 5 Minuten Fußweg (indonesische Zeitmessung) zum Strand entpuppen sich als 30 Minuten in sengender Hitze, der Strand ist schwarz und kochend heiß, so dass unsere Flipsflops fast wegschmelzen und Lailas Spaghetti Carbonara sind mit einer undefinierbaren Masse garniert und ungenießbar.

Aber man soll ja jedem eine zweite Chance geben. Schon am Abend entdecken wir ein tolles Restaurant, mit nettem Ambiente und großartigem indonesischem Essen und sind wieder besser gestimmt. Als wir am nächsten Morgen zu einem Schnorchel- und Tauchtrip nach Pulau Menjangan zusammen mit zwei sehr sympathischen Kanadiern und einer ausgesprochen netten Französin aufbrechen, sind wir vollends versöhnt. Das Schnorcheln ist richtig gut, wir sehen eine unglaubliche Vielfalt an großen und kleinen Fischen, riesige Fischschwärme und Stefan bekommt beim Tauchen sogar einen Hai zu Gesicht. Darüber hinaus verstehen wir uns mit unseren Mitschnorchlern so gut, dass wir heute Abend zusammen nochmal in dem tollen Restaurant Essen gehen. Das ist doch ein netter Abschluss bevor wir morgen früh zu unserer letzten Bali-Etappe nach Ubud aufbrechen.
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