Sonntag, 22. August 2021

Das Wunder von Dijon

Amphitheater in Lyon
Am Montagmorgen ist es soweit. Wir fahren mit der Straßenbahn zu der uns von Fiat genannten Adresse der Werkstatt und sind überrascht, dass wir vor einem, dem Verfall preisgegebenen, abgerockten Gebäude mit ein paar gammeligen Gebrauchtwagen stehen. Das ist nicht die Adresse, zu der der ADAC unseren Camper geschleppt hat. Das erklärt auch die Reaktion des Abschleppdienstes und die offenbare Entscheidung den Wagen zu der korrekten Adresse zu bringen. Nur müssen wir die jetzt erstmal wiederfinden. Gleichermaßen erklärt das allerdings auch, warum unser Taxi an dem Abend nie angekommen ist. Denn das hat mit Sicherheit an der falschen Straße gewartet. Nachdem wir die Werkstatt gefunden haben, läuft alles erstaunlich glatt. Der Fiatservice hilft bei der Übersetzung, wir holen unseren Mietwagen ab und können nun die nächsten zwei Wochen erstmal weiterreisen und Laila abholen bis unser Camper repariert ist.
Die einzige leere Gasse
in Aix-en-Provence

Unser erstes Ziel nach Dijon ist Lyon. Nachdem wir unsere Golftaschen und ein paar Klamotten in den Jeep Renegade gepackt haben, ist er voll. Das wird eine enge Kiste, wenn Laila und ihr Gepäck noch dazukommen. 

Unser Hotel liegt in der Fußgängerzone von Lyon und die super enge Einfahrt in die Parkgarage ist eine Aufgabe für sich. Außerdem ist Lyon deutlich größer und voller als Dijon. Auch der Place Bellecour – angeblich der größte Europas – beeindruckt uns nicht übermäßig. Er ist eben hauptsächlich groß! Die Altstadt ist schön, leider aber komplett überlaufen und gesäumt von überteuerten Eisdielen.

Der Montblanc
Doch auch größere Städte haben so ihre Vorzüge. Am nächsten Morgen suchen wir erstmal den Waschsalon um die Ecke auf – die sauberen Unterhosen gehen uns aus. Nachmittags fahren wir schließlich mit der vermutlich bekannten Standseilbahn auf den Berg nach Fourviere. Dort gibt es  eine Kathedrale - davon hatten wir ja schon so einige - und ich muss zugeben, dass ich von dieser doch mächtig beeindruckt bin. Sie ist komplett mit Mosaik geschmückt und geht quasi über 2 Etagen. Ebenfalls nicht schlecht ist der Ausblick von dort oben und als Bonus gibt es noch ein römisches Amphitheater obendrauf.

Donnerstagmorgen geht es weiter nach Aix-en-Provence, am Freitag wollen wir uns dann mit Laila am Flughafen von Marseille treffen. Ich hatte immer so eine romantische Vorstellung von Aix-en-Provence und habe Stefan ein bisschen überzeugen müssen, überhaupt dorthin zu fahren. Doch schon unser Hotel ist eine Ernüchterung und alles was danach kommt macht es nur noch schlimmer. Menschenmassen schieben sich durch die Stadt, jeder Platz ist zugepflastert mit Restaurants, es ist heiß und laut und hektisch. Der August ist definitiv der schlechteste Monat für einen Besuch hier.

Unser Bergsee

Als wir gegen Abend endlich ein brauchbares Restaurant gefunden haben, erreicht uns die Nachricht vom ADAC (wir wissen bis heute nicht warum der ADAC uns benachrichtigt hat), dass unser Camper repariert ist und bis Freitag 17.00 Uhr abgeholt werden kann. Uns war nicht mal klar, dass die Werkstatt schon tätig geworden ist, denn eigentlich sollten wir bis zu diesem Tag erstmal einen Kostenvoranschlag erhalten. Wir können es gar nicht fassen und lassen uns noch mehrmals versichern, dass es sich auch wirklich um unseren Camper handelt. Darüber hinaus sind wir leider gerade mehr als 500 km von Dijon entfernt. 
Blick auf die Berge

Also sammeln wir Freitagmorgen um 8.00 Uhr Laila ein und machen uns auf den langen Weg nach Dijon. Um 14.00 Uhr fahren wir auf den Hof der Werkstatt! Nach all den Horrorgeschichten, die man zum Thema 'Adblue im Dieseltank' liest, scheint es auch mal Fälle zu geben, bei denen es glimpflich verläuft. Vielleicht war es ein Wunder oder es lag einfach an der niedrigen Konzentration im vollen Tank – egal! Am Ende musste nur der Tank gereinigt und ein paar Kleinteile ausgetauscht werden. Nur eine Woche und 1200 Euro später fährt unser Camper jedenfalls wieder und die Reise in Richtung Süden kann weitergehen. Da sind wir wirklich mit einem blauen Auge davon gekommen!

Premiere mit dem Kajak

Die Cote Azur haben wir nach unserem Aix-en-Provence Erlebnis allerdings von unserer Reiseroute gestrichen und so fahren wir Richtung Alpen und Aix-les-Baines. Dass es mit Orten, die mit Aix anfängt nicht so gut läuft, stellen wir fest als wir dort erst im Stau und dann vor überfüllten Campingplätzen stehen. Zum Glück, kann man eigentlich nur sagen! Denn wir verlassen die Seestraße, fahren ein Stück in die Berge und finden einen tollen, kleinen Campingplatz an einem kleinen Bergsee, mit Blick auf eine Bergkette. Der ideale Ort, um noch ein paar Tage zu bleiben, bevor wir die Weiterreise nach Italien antreten.

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hallo Susi,

da habt Ihr ja wirklich Glück im Unglück gehabt! Ich wünsche Euch für die weitere Reise alles Gute (und immer schön beim Tanken aufpassen ;-))

VG,
Andreas

Susanne, Stefan und Laila hat gesagt…

Hallo Andreas,
ja, da haben wir wirklich Schwein gehabt und das wird wohl mit 100%iger Sicherheit nicht nochmal passieren. Aber es gibt ja noch viele andere Möglichkeiten, etwas falsch einzufüllen ;-)
Liebe Grüße,
Susanne