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| Super Stellplatz in Vieste... |
Während wir etwas ziellos durch Italien irren, ist Laila inzwischen
mit Unterstützung ihres Opas nach Bremen gezogen. Sie hat ein Zimmer in einer
neu gegründeten Sechser-WG gefunden und beginnt jetzt mit ihrem Bio-Studium.
Ein komisches Gefühl ist das schon, das alles nur aus der Ferne zu erleben und
in ein paar Wochen nach Hause zu kommen, ohne sie in ihrem Zimmer vorzufinden.
Aber vielleicht fällt die Trennung auf diese Art auch ein bisschen leichter und
Bremen ist zum Glück ja nicht ganz so weit weg.
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| ... aber leider auch super kalt |
Wir bleiben schließlich zwei weitere Nächte in Vieste auf
einem Campingplatz und haben den wohl besten Platz, den man sich vorstellen
kann. Zwischen uns und dem endlos weiten, menschenleeren Strand ist nur ein kleiner
Zaun. Leider verdirbt uns das Wetter den Spaß an längeren Strandaufenthalten.
Stefan stürzt sich morgens kurz heldenhaft in die tobenden Wellen, ansonsten
sind beim Spaziergang am Strand aber Jacke und Mütze notwendig. Schließlich
verlassen wir Vieste ohne allerdings einen Plan zu haben, wo wir eigentlich hin
wollen. Das Wetter hat sich gebessert, aber es bleibt kalt. Wir fahren die
nördlich Seite des Sporens entlang, dort gibt es zwei größere Seen, an denen wir
kurz stoppen. Dann geht es weiter an der Küste entlang nach Vasto, einem
kleinen Badeort, der nun ziemlich verlassen vor sich hin schlummert.
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| Verlassener Badeort Vasto |
Wir übernachten auf einem kleinen Parkplatz am Meer, morgens
geht es weiter in Richtung Norden. Wir sind nach wie vor unentschlossen und
beschließen, erstmal eine Runde Golf zu spielen. Das Greenfee beträgt nur 10 €,
mehr ist der Platz allerdings auch nicht wert. Auf den Grüns tummeln sich mehr
Ameisen, Sandwürmer und Eicheln als Gras und ein Rasenmäher hätte den Fairways sicherlich
auch mal gut getan. Ich spiele katastrophales Golf, dann zieht ein Unwetter
auf, ein Hubschrauber kreist verdächtig lange über uns, wir haben Sorge, dass
ein Tornado aufzieht und brechen die Runde ab – es soll heute einfach nicht
sein. Zumindest der Abend ist versöhnlich. Wir übernachten auf einem
Agritourismo mit eigener Bierbrauerei und Verköstigung am Abend. Zwei Bier und
ein paar Antipasti heben die Stimmung vorübergehend bis dann nachts die
Temperaturen so weit fallen, dass ich trotz mehrerer Schichten an T-Shirts und
Pullis friere wie ein Schneider. Erst die heiße Dusche am Morgen taut mich
wieder ein wenig auf.
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| Trabucco - Pfahlbau zum Fischfang |
Schlechtgelaunt und müde fahren wir los, verwerfen den Plan
noch ein paar Tage in den Apennin zu wandern und stoppen schließlich in Sirolo,
einem kleinen Bergort. Während wir in einem Cafe auf unsere heiße Schokolade
warten, sinkt die Stimmung auf den Tiefpunkt. Draußen tobt der Wind, mir ist
kalt und ich bin müde. Wir haben keine Lust noch weitere Altstädte, Kathedralen
und ähnliches zu besichtigen. Ich würde sagen, der Begriff Reisemüdigkeit
beschreibt unseren derzeitigen Zustand sehr treffend. Und so kommt es, dass wir
entscheiden früher als gedacht, nach Hause zu fahren. Wir werfen den Motor an
und fahren an diesem Tag noch bis Cattolica, einer hübschen kleinen Stadt etwas
südlich von Rimini und nicht weit entfernt von San Marino. Denn San Marino
wollen wir auf jeden Fall noch besuchen, bevor wir weiterfahren. Mittlerweile
sind wir Profis im Übernachten auf Parkplätzen, so auch in Cattolica. Sitzt man
drinnen und schließt alle Jalousien am Camper, ist es eigentlich auch fast egal
wo man steht J
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| Cattolica |
Freitagmorgen nach dem Frühstück fahren wir nach San Marino.
Mir war vorher gar nicht klar, dass die Stadt San Marino oben auf einer Bergspitze
liegt. Den Camper müssen wir deshalb auch unterhalb stehen lassen und uns mit
Fahrstühlen nach oben arbeiten. Die Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben,
kleine Straßen ziehen sich steil nach oben, eine Burg und drei Wachtürme haben
die Stadt früher beschützt und sind auch heute noch gut erhalten. San Marino
ist wirklich schön und im Moment sind nicht mehr viele Touristen unterwegs,
aber die Anzahl der Parkplätze lässt vermuten, was in der Hauptsaison hier los
ist. Nach unseren Recherchen besuchen jährlich 2 Mio. Touristen das kleine San
Marino, welches übrigens auf Platz 210 von 210
der Fußballweltrangliste steht
J. Da San Marino kein
Mitglied der EU ist, ist Einkaufen hier auch günstiger, was sich in den
zahllosen Parfüm- und Schmuckgeschäften wieder spiegelt. Kurz vor der Grenze zu
Italien gibt es überdies eine neue Outlet Shoppingmall. Wir wissen nicht, ob
Corona der Grund ist, aber wir finden uns in einer riesigen nagelneuen, luxuriösen
Anlage wieder, in der 90% der Geschäfte leer stehen. Laute Musik dröhnt aus
Lautsprechern, aber Menschen sind so gut wie keine zu sehen. Wir kommen uns vor
wie in einer Filmkulisse - eine absolut surreale Atmosphäre.
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| San Marino |
Wir brechen auf in Richtung Bologna, aber als wir uns nähern
ist es noch hell und so fahren wir weiter und immer weiter in Richtung Norden
bis ein Stau uns schließlich kurz vor Mantua zum Anhalten bringt. In unserem
Camper mit Klo, Kühlschrank und Automatikschaltung ist ein Stau ja halbwegs gut
zu ertragen. Wir holen ein alkoholfreies Bier und ein paar Snacks aus dem
Kühlschrank und warten bis es weitergeht. Irgendwann fahren wir von der
Autobahn ab und wie das Schicksal es so will, befindet sich an unserem
avisierten Übernachtungsparkplatz in Mantua doch tatsächlich eine Outlet Mall.
Da ist doch noch ein Stündchen Shopping drin – auch wenn ich eigentlich gar
nichts kaufen will. Alleine das Gefühl so zu tun als ob, ist ja manchmal schon Balsam
für die Seele.
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| Unser Platz am Gardasee |
An diesem Abend aktivieren wir zum ersten Mal unsere Heizung
und auch wenn ich schlecht schlafe, liegt es zumindest nicht daran, dass ich
friere. Es ist kuschelig warm und auch morgens beim Frühstück müssen wir nicht
mit Mütze und Schal sitzen. Das ist wieder ein ganz anderes Lebensgefühl und so
beschließen wir frohen Mutes, erst noch mal einen Abstecher zum Gardasee zu
machen bevor wir den Heimweg antreten. Den deutschen Herbst und Winter können
wir schließlich noch lange genug genießen.
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| Urlaub :-) |
Wir fahren an die südwestliche Seite des Gardasees und sind
überrascht wie viel hier los ist. Die Campingplätze, die noch geöffnet haben,
sind fast voll, Restaurants und Cafes haben mehrheitlich geöffnet und sind gut
besucht. Eine ganz andere Atmosphäre als in den verlassenen Badeorten an der
Küste. Unser Stellplatz ist direkt am See, die Sonne scheint und bei einem
Gläschen Aperol ist das Leben auf einmal doch wieder ganz entspannt. Eine gute
Entscheidung noch eine Woche ‚Urlaub‘ am Gardasee einzuplanen
J
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