| Übernachtung mit Ausblick |
| Limone sul Garda |
Die Landschaft ändert sich sehr bald. Die Berge werden höher und schroffer, entlang der Straße geht es steil nach unten, wo sich einzelne Häuser und Villen verbergen. Wir fahren durch unzählige Tunnel bis wir schließlich in Limone sul Garda anhalten. Wir parken den Camper auf einem Parkdeck mit gigantischem Blick auf See und Berge– unser heutiger Übernachtungsparkplatz – und wandern in Richtung See und in den Ort hinab. Der Ort ist ganz hübsch, aber die Preise am Gardasee sind deutlich höher als in den anderen Teilen Italiens, die wir bisher bereist haben. Da wir temporär sowieso schon alle Restriktionen in Sachen Weizenmehl aufgehoben haben, gibt es mal wieder Pizza – die einzige günstige Option.
| Gardasee am Morgen |
Da der Parkplatz stundenweise berechnet wird, stellen wir uns einen Wecker und rollen morgens um acht Uhr schon durch die Schranke in Richtung Riva del Garda am nördlichen Ende des Sees. Wir haben Glück, finden einen tatsächlich einen Parkplatz und streifen durch die Stadt und am See entlang. Und es gefällt uns so gut, dass wir beschließen dort noch eine Nacht zu bleiben. Der Ort bietet so viele Möglichkeiten wie Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Biken und vieles mehr, dass man dort auch wirklich mal mehr Zeit verbringen könnte. Wir erklimmen den Monte Brione, der eine Festungsanlage und einen tollen Ausblick zu bieten hat.
| Schönes Mittenwald |
Am nächsten Morgen ist es dann soweit. Wir machen uns auf die Reise zurück nach Deutschland. Über Trient, Bozen und Innsbruck fahren wir bis Mittenwald, einem kleinen, idyllischen Ort in Bayern. Hier sind die Parkmöglichkeiten für Campervans gleich deutlich eingeschränkter. Vor den meisten Parkplätzen gibt es Höhenbegrenzungen und Hinweisschilder, aber wir haben mittlerweile eine gewisse Übung und finden eine freie Parkbucht für die Nacht – wie wir am nächsten Morgen feststellen direkt vor dem Rathaus. Mittenwald ist umgeben von Alpengipfeln und bekannt für seine alten und aufwendig bemalten Häuser. Wirklich sehr, sehr hübsch. Und es hat ein Brauhaus. Dort investieren wir unsere eingesparte Campinggebühr in ein paar leckere kalte Biere und ein deftiges bayrisches Essen.
| Die Zugspitze |
Nach dem Frühstück verlassen wir Mittenwald in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Wir stoppen in Garmisch, bummeln bei kaltem, aber sonnigem Wetter durch die Stadt, trinken einen Kaffee mit Blick auf die Alpspitze bevor es weitergeht zur Zugspitze. Wir schlängeln uns durch Österreich bis wir einen Platz finden, von dem wir die Zugspitze sehen und fotografieren können. Das Wetter dort oben ist zu kalt und stürmisch, so dass wir uns mit dem Blick von unten zufrieden geben. Als nächste Sehenswürdigkeit folgt Schloss Neuschwanstein. Das weiße Märchenschloss ragt aus dem bunten gefärbten Herbstwald hervor – ein wirklich toller Anblick und natürlich ein erstklassiges Fotomotiv.
| Schloss Neuschwanstein |
Unser Ziel an diesem Tag ist Heidenheim. Dort wohnen Freunde, die wir besuchen wollen. Eigentlich war nur eine Übernachtung geplant, aber nach einem langen Abend mit Raclette und vielen, vielen Flaschen teurem Rotwein, sind wir am nächsten Tag in keiner guten Verfassung für die Weiterfahrt. Wir verlängern um eine weitere Nacht, essen nochmal Raclette, lassen aber den Rotwein weg, so dass wir am nächsten Morgen tatsächlich fahrtüchtig und abreisebereit sind.
Unser letzter Stopp ist Hannover. Dort wohnen Stefans
Schwester und ihr Mann, die gerade ein Sabbatical genommen haben und zwischen
zwei Reisen zu Hause sind. Unterbrechen müssen wir unseren Trip kurz vor Kassel
um Punkt 13.30 Uhr, denn da spielt St. Pauli und Stefan will das Spiel
unbedingt sehen. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus, denn der
Empfang ist so schlecht, dass wir erst auf dem dritten Autohof eine vernünftige
Bildqualität bekommen. Was man nicht alles für ein Fußballspiel auf sich nimmt J
| Home sweet home |
Nach den vielen Wochen mit italienischem Essen gibt es abends zur Abwechslung mal griechische Küche. Zum Frühstück gibt es ein letztes Mal Weizenbrötchen, denn zu Hause ist wieder Schluss damit. Wir zögern unsere Heimreise noch ein wenig hinaus, fahren zu den Herrenhäuser Gärten und machen dort einen kurzen Spaziergang – die acht Euro pro Person für den großen Garten sind wir allerdings nicht bereit zu zahlen - nach 12 Wochen auf Achse ist es uns das nicht wert. Dann beginnt unsere letzte Etappe.
Tja, und dann ist die Reise plötzlich zu Ende. Gegen Nachmittag biegen wir in unsere Straße ein. Die riesige Tanne im Vorgarten und die Baustelle vor unserem Gartentor sind weg, ansonsten ist eigentlich alles beim Alten. Genau 90 Tage waren wir unterwegs. Wir haben in der Zeit zwar diesmal nicht die Welt, aber fast ganz Italien umrundet, einige schöne Ecken von Frankreich und für uns eine neue Form des Reisens entdeckt. Wir haben schnell gemerkt, dass wir großen Städten und Orten mit zu vielen Menschen lieber aus dem Weg gehen. Vier tolle Wochen sind wir zusammen mit Laila gereist und egal, ob zu zweit oder zu dritt, hatten wir im Campervan nie das Gefühl, dass uns etwas fehlen würde – mal abgesehen natürlich von Freunden und Familie. Wir haben viel gesehen und wenn mich jemand nach meinen drei Highlights fragen würde, wären es die gigantischen Sonnenblumenfelder in Frankreich, der Sonnenuntergang über dem Stromboli und die Ausgrabungen von Pompei. Aber natürlich gab es viel, viel mehr tolle Erlebnisse. Jetzt macht der Campervan erst einmal eine wohlverdiente Winterpause und dann schauen wir mal, wo es uns als nächstes hin verschlägt.
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