Dienstag, 27. Januar 2009

Nelson - Lost in Translation

23. Januar 2009

Wir haben uns entschieden das Appartement an der Waterfront zu nehmen. Es gibt eigentlich auch keine richtige Alternative und im Vergleich mit allen anderen, die wir uns angesehen haben, ist hier das Preis-Leistungsverhältnis am besten. Einziger Haken ist der fehlende Garten, den wir uns eigentlich vorgestellt hatten. Den Vormittag verbringen wir damit unsere Visaanträge auszufüllen, denn bei der Einreise bekommt man nur ein 3-monatiges Visum, das man dann um 3 Monate verlängern kann. Natürlich kostenpflichtig! Mittlerweile sind wir sowieso schon Stammkunden bei der Immigration-Hotline. Leider brauchen wir auch noch Lailas Geburtsurkunde; die liegt natürlich sicher in Wilhelmshaven, aber nach ersten Aussagen reicht auch eine Kopie, die muss dann aber in englisch sein. Stefan fährt noch mal zur Schule und zum Makler, aber überall fehlt noch was, so dass heute nix mehr so richtig fertig wird. Den Frust reagiert er dann an ein paar unschuldigen Golfbällen ab ;-) Dafür verbringen wir dann aber einen sehr netten Abend beim Barbecue mit Andrea und Gerhard - unseren Vermietern. Es ist einer der wenigen Abende, an dem man mal richtig lange draußen sitzen kann ohne das es zu kalt wird. Und das machen wir dann auch.


24. Januar 2009

Gestern Abend (also morgens halb zehn in Deutschland) mobilisieren wir erstmal Stefans Vater, damit er uns die Geburtsurkunde einscannt und mailt. Natürlich ist sie nur in Deutsch! War eigentlich auch klar, aber da heute Samstag ist, kann man da jetzt eh nichts machen. Stattdessen fahren wir lieber zum Markt – eine Mischung aus Wochen- und Kunstmarkt. Es macht den Eindruck, als ob jeder, der was basteln oder kochen kann, das hier verkauft. Vielleicht sollte ich mal versuchen meine Whiskey-Muffins hier zu vermarkten. Wir kaufen Salami vom deutschen Metzger und endlich mal wieder ein richtiges Brot – vom deutschen Bäcker. Dann wird Stefan langsam nervös denn der Golfplatz ruft. Abends ist nämlich auch schon wieder Programm – Opera in the Park. Im Stadium in Nelson ist eine Bühne aufgebaut und auf der Wiese kann man überall sitzen und picknicken, was wir dann auch tun. Das Programm, bei dem sich 4 Opernsängern abwechseln – erst bei strahlendem Sonnenschein dann unter Sternen. Zum Abschluss gibt es ein Feuerwerk begleitet vom Orchester. Da bekommt man glatt eine Gänsehaut – und nicht nur wegen der kalten Nachtluft.


25. Januar 2009

Da es gestern Abend ganz schön spät war, schlafen wir heute noch länger als sonst. Ist ja schließlich auch Sonntag! Um 14.00 Uhr können wir uns noch ein Appartement ansehen, wir wissen aber schon vorher, dass das zu teuer ist. Es wäre aber auch sonst nicht in Frage gekommen. Wer will denn bitteschön Schlafzimmer ohne Fenster? Wir haben uns ja sowieso schon entschieden! Da das Appartement erst ab dem 20. Februar verfügbar ist und Laila erst ihr Visum braucht, um in die Schule zu gehen, wollen wir erst noch etwas auf der Südinsel rumreisen. Aber manchmal kommt es anders… Auf dem Rückweg vom Strand klingelt Stefans Handy. Irgendwann hatten wir mal einen Zettel im Supermarkt aufgehängt und tatsächlich ruft eine Dame an, die ein möbliertes Haus vermieten will. Da wir sowieso schon im Auto sind, fahren wir gleich hin. Wie sich rausstellt, wohnt die gute Frau selbst in dem Haus, wollte es eigentlich verkaufen und hat sich spontan überlegt, dass sie es ja auch vermieten könnte als sie unseren Zettel gelesen hat. Zwar ist die Einrichtung nicht so stylisch wie in dem Yuppie-Appartement, dafür liegt es aber im Grünen, hat einen Garten und sogar ein richtiges Kinderzimmer, welches sonst immer ihre Enkelkinder benutzen. Außerdem ist es noch deutlich günstiger. Direkt um die Ecke gibt es sogar noch eine Primary School, die wir uns noch kurz anschauen und die auch einen sehr guten Eindruck macht. Tja, da ist ja jetzt alles wieder offen! Bereits auf dem Weg nach Hause, kommen wir mehr und mehr zu der Überzeugung, dass das Haus die bessere Wahl ist! Als wir nach Hause kommen, paddeln dort die 2,5-jährigen Zwillinge einer Freundin von Andrea im Pool rum. Wir verbringen einen geselligen Nachmittag am Pool – Laila verfolgt von den beiden kleinen Windelpupsern. Unsere Entscheidung ist mittlerweile zu Gunsten des Hauses gefallen. Hoffentlich klappt das jetzt auch und die Hausbesitzerin überlegt sich das nicht noch mal anders.


26. Januar 2009

Gleich morgens versuchen wir Anita, die Hausbesitzerin, zu erreichen, es geht aber nur der Anrufbeantworter dran. Irgendwann ruft sie dann endlich mal zurück, will uns aber noch keine endgültige Zusage geben, weil sie vorher noch ein paar Sachen klären muss. O.k., sie muss natürlich ziemlich kurzfristig aus ihrem Haus ausziehen ;-) Da müssen wir dann wohl warten. Wir haben ja noch ein paar andere Baustellen – Lailas Schule und die Geburtsurkunde. Es kostet uns den ganzen Vormittag einen Übersetzer zu finden, der die Geburtsurkunde kurzfristig übersetzt – gegen einen geringfügigen Aufschlag von 100%. Bei einem weiteren Anruf bei der Immigration-Hotline stellt sich dann raus, dass wir eine beglaubigte Kopie vom deutschen Original brauchen. Na super, wie sollen wir das denn machen? In Deutschland schlafen jetzt alle, so dass wir sowieso warten müssen. Stefan schaut sich mit Laila die andere Schule an, die genauso gut ist und kleinere Klassen hat mit nur 7 Kindern – eins davon ist der Enkel von Anita, die sich im übrigen noch Zeit bis morgen ausgebeten hat. Während Stefan an seinem einstelligen Handicap arbeitet, füllen Laila und ich den Kühlschrank und genießen das schöne Wetter am und im Pool. Zur Krönung darf Laila dann noch ‚Urmel aus dem Eis’ schauen. Andrea hat die alten Videos von ihren Kindern ausgegraben und Laila hat schon den ganzen Tag damit genervt. In den letzten Tagen hatte sie nämlich eine leichte Überdosis an Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg und ist jetzt quasi auf Entzug ;-) Aber wir werden sowieso noch ein paar Tage hierbleiben. Da gibt es dann noch genug gelegenheiten.


27. Januar 2009

Die Geburtsurkundenproblematik setzt sich fort. Mittlerweile ist auch schon Stefan Vater fulltime damit zugange, mit dem Ergebnis, dass man Geburtsurkunden nicht übersetzten lassen darf, sondern neu anfordern muss – dann aber gleich in englisch. Das geht natürlich nur beim zuständigen Standesamt in Hamburg. Während in Deutschland noch alles schläft, fordern wir online schon mal die internationale Geburtsurkunde an. Das geht fast ein bisschen zu einfach, aber wer weiß wie lange das dann dauert. Heute wollen wir auch mal wieder was unternehmen und fahren zum Founders Park, wo sie historische Gebäude Nelsons nachgebaut haben inklusive der original Einrichtung. Spannend zu sehen und beruhigend, dass man unter solchen Bedingungen nicht mehr zum Zahnarzt oder ins Krankenhaus muss. Zumindest nicht in Neuseeland ;-) Zwischendurch meldet sich dann auch mal Anita, morgen unterschreiben wir den Mietvertrag. Am 17. Februar haben wir dann ein Haus – mit Gästezimmer! Puh! Den Rest des Nachmittags verbringen wir in der Stadt, im Bett, im Pool und in der Wanne. Wie schon länger angekündigt, fängt es jetzt auch an zu regnen. Aber das ist auch egal, denn heute ist Dienstag und auch hier ist dienstags Dr. House Tag und hier gibt es sogar die allerneuste Staffel, aber ich verrate natürlich nichts!

1 Kommentar:

Michael hat gesagt…

Glückwunsch zum Häusle, das hört sich ja perfekt an! Bin schon gespannt auf die geführte Tour durch die neuen Gemächer!

/Michael